Archiv unserer Ausstellungen 2021



Gemeinschaftsausstellung "Freies Thema" (06.11. )

Am 06. November beginnt eine neue Ausstellung in der Kunsthalle des Kunst- und Kulturkreises Wettenberg (KuKuK) in Wißmar. Sie endet am 12. Dezember. Die Kunsthalle ist ab sofort unter 2 G- Regelung an jedem Samstag und Sonntag von 15 bis 18 Uhr geöffnet, nicht mehr nur an den Sonntagen allein.

„Freies Thema“, der Titel der Ausstellung, ist eigentlich gar kein Titel. Denn wenn alle Teilnehmer ihr Thema frei wählen, gibt es kein übergeordnetes Motto. Das ermöglicht aber eine noch buntere Vielfalt und noch mehr Zwanglosigkeit, als im KuKuK ohnehin üblich ist. 

Die Werke könnten gegensätzlicher nicht sein: Ihre Bandbreite reicht von den Handdrucken von Michael Ackermann über die digital verfremdeten Fotografien von Dieter Kiausch bis zu den neuen Märchen- Illustrationen von Vera Bennung Corominas, von ungegenständlichen und figürlichen Bildern der Mitglieder Gabriele Herlitz, Marita Meurer und  Bernd Rosenbaum bis zu den Schmuck- Kreationen von Ursula Mayer und den Weihnachts- Anhängern von Ulrike Dalla- Bona. Außerdem gibt es Fotografien von Regina Willems und Ingrid Wortmann- Wilk. Johannes Eucker und die Gäste Ulrich Hain und Michael Willems steuern Skulpturen und Objekte bei. Noch zwei weitere Gäste, Vivian Nawotka und Sandra Palesch, bereichern die Ausstellung mit ihren intensiven, emotionalen Werken in unterschiedlich gemischten Techniken auf Leinwand und Papier. 

Zusätzlich  findet am 06. November nach der Vernissage, die diesmal um 17 Uhr 30 beginnt, ein ganz besonderes Ereignis statt:  Die Aufführung des Stummfilms „Faust“ von Friedrich Murnau aus dem Jahr 1926, einem Meilenstein der Stummfilmgeschichte. 

Die alte Volkssage von Dr. Faustus, der einen Pakt mit dem Teufel eingeht, ist vielfach in der Literatur bearbeitet worden, nicht zuletzt von Goethe 1775. Der eigentliche Held in all diesen Dramen ist aber nicht Faust, sondern der intrigante, charmante Mephisto, der selbst wohlmeinende Absichten der anderen Figuren durch sanfte Überredung ins Gegenteil verkehrt. 

Der Film beginnt um 19.30 Uhr (ab 19.00 Uhr Einlass) und wird ergänzt und untermalt durch die eigens dazu geschriebene Musik der Gruppe „Caligari“ aus Gießen. Diese Band, gegründet 2010 in Gießen, hat schon andere Stummfilm- Ikonen begleitet: die zu ihrer Zeit experimentellen Filme  „Das Cabinet des Dr. Caligari“ (Robert Wiene 1920) und „Metropolis“ (Fritz Lang 1927). 

Stummfilme wurden bei der Aufführung schon immer mit Kommentaren, Musik und Geräuschen angereichert. Die Band „Caligari“ allerdings geht neue Wege: sie bringt keine Hintergrundmusik, sondern kommentiert durch Progressive Rock. Sie setzt die Dynamik des Films mit dem Mitteln einer Rockband um. Die Aufführung von „Faust“ wird eine dynamische Erlebnis- Mischung aus Film und Live- Konzert.                        Die Musiker sind Eck Kegelmann (Gitarre, Piano), Knuth Stamer (Bass, Keyboards), und Roland Pieper (Schlagzeug, Perkussion).

Vernissage und Filmvorführung finden unter der 2 G Corona- Regel statt.

 


Serientäter (18.09. )

„Serientäter“ heißt die nächste Ausstellung im Kunst- und Kulturkreis Wettenberg e.V. (KuKuK), die am 18. September beginnt und am 10. Oktober endet.

Die „Serientäter“, die diese Ausstellung gestalten, sind die Vereinsmitglieder Wolfgang Gebhard, Ursula Mayer und Susanne Voos.

Viele Künstler arbeiten im Laufe ihres Lebens immer wieder einmal an Serien. Sie entwickeln Kunstwerke vom gleichen Typus, die sich aber trotz ihrer Ähnlichkeiten in Thematik, Material, Farbgebung oder Größe stark voneinander unterscheiden. Der Betrachter sieht den Werken an, daß sie zusammengehören, aber jedes einzelne ist verschieden von den anderen.

Wolfgang Gebhard stellt figürliche Keramiken aus, reduziert sie aber so stark auf die allernötigste Grundform, daß diese  minimalistischen Werke eher Emblemen oder Totems ähneln als den Köpfen oder den natürlichen Wesen, die die ursprüngliche Anregung gaben. 

Serien sind für ihn ein Verfahren, mit Bewährtem zu spielen, es weiter zu entwickeln und Neues auszuprobieren. Seine Arbeit  tastet sich vor und schafft Überraschungen.

Ursula Mayer bringt Kunsthandwerk in die Ausstellung. Schmuck und Textiles, Ketten, Armbänder, Schals usw. lassen sich ohne Weiteres als Serien bezeichnen. Sie ähneln einander oft in Material und Farbgebung und können miteinander kombiniert werden, aber natürlich ist hier jedes Teil ein Einzelstück.

Susanne Voos kombiniert sehr unterschiedliche Themen und Techniken in Malerei, Collagen und Holzdrucken. In der Einschränkung auf ein Serien- Thema arbeitet sie häufig an mehreren Werken gleichzeitig, um die jeweils beste Linie zu finden und erschafft eine Fülle von Ähnlichkeiten in aller Verschiedenheit.

Die Vernissage findet am Samstag, dem 18. September, unter den geltenden Corona- Bedingungen um 17 Uhr auf dem Hof statt. Die Kunsthalle ist – ebenfalls coronakonform - an allen Sonntagen von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

 


Gemeinschaftsausstellung "Senkrecht, Waagrecht, Schräg" (15.08. )

am Samstag, den 14. 08. 2021, 17 Uhr, ist die Vernissage für die Gemeinschaftsausstellung „Senkrecht, Waagerecht, Schräg“.  Die Ausstellung läuft dann über 5 Sonntage bis zum 12. 09. 2021.

Bei diesem Titel denkt man sofort an Geometrie. Senkrecht und waagerecht klingt sehr quadratisch, aber glücklicherweise ist nicht alles Quadratische so ordentlich, artig und langweilig wie Rechenkästchen.

Bei „Senkrecht“ denkt man an etwas Gerades, Aufrechtes, Starkes, Standfestes, das tätig und kräftig sein kann, aber auch hart und starr, steif, streng und würdevoll.

„Waagerecht“ läßt eher an Ruhe denken, an weit Ausgebreitetes, Flaches und Weiches, vielleicht Schwaches und Müdes, das sogar etwas platt und langweilig daher kommen könnte.  

„Schräg“ bringt Unruhe, Bewegung und Dramatik, eine ungerade, kippelige, nicht standfeste Angelegenheit, außergewöhnlich und verquer. Schräge Typen sind unzuverlässig und „ver- rücken“ die gute Ordnung, und Unordnung gehört sich nicht!  „Schräg“ bringt Schwung und Leben in die Bude, es ist unentbehrlich für Kreativität und Lebensfreude.

In die europäische Malerei wird nach den hieratisch starren, aufrechten Heiligen und Herrschern der Romanik (z.B. auf den byzantinischen Mosaiken) und nach den langgezogenen frühgotischen Engeln erst durch die Entwicklung der Perspektive Bewegung gebracht. „Schräg“ macht Entfernungen, Tiefenwirkung und Überschneidungen möglich.

In der Moderne fällt bei „Senkrecht / Waagerecht“ natürlich jedem sofort Piet Mondrian ein, aber auch die Quadrate von Josef Albers und das „Schwarze Quadrat“ von Malewitsch. Bei den Konstruktivisten und den Futuristen wimmelt es von geometrischen Formen, Feininger brachte viele schräge Dreiecke in seinen Kirchtürmen und Segelschiffen unter, Kandinsky, Picasso, und, und, und... wer hat eigentlich kein „Senkrecht, Waagerecht, Schräg“ in seinen Werken?  

Dann kommt natürlich noch die Op- Art dazu, mit viel Geometrie und optischen Täuschungen, z.B. in den Bildern von Victor Vasarely, oder mit Lichteffekten und Schattenwurf, wie bei den Nagelbildern von Günther Uecker.

Und wie „Senkrecht, Waagerecht, Schräg“ sich in der Plastik auswirkt, sieht man schon bei den Alten Griechen: im Gegensatz von den steif- aufrechten archaischen Jünglingsfiguren zum klassischen Diskuswerfer, der in voller Bewegung eingefangen ist.

 


Eigenart - virtuell (04.07. )

Die Ausstellung „EigenArt“ erscheint am 04. Juli ausschließlich digital, das Video ist im Netz über die Website des KuKuK abrufbar (www.kukuk-wettenberg.de). Silvia Rudnicki und Annemarie Zaha haben ihre jeweils eigene Art zur Geltung gebracht und zu der gemeinsamen EigenArt kombiniert. 

Und noch eine dritte Persönlichkeit bringt eine eigene Art mit ein: Peter Herrmann unterlegt das Video mit Musik.

Eigentlich sollte die Ausstellung bereits vor einem Jahr stattfinden, aber Corona brachte dieses Vorhaben wie so vieles Andere zum Stillstand. Persönliche Treffen und gemeinsame künstlerische Arbeit waren ja in dieser Zeit kaum mehr möglich. Inzwischen konnte aber Alles vollendet werden und ist nun für Besucher im virtuellen Raum geöffnet.

 

EigenArtig (im Sinne von einzigartig) ist jeder Mensch im Umgang mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. So ergeben sich, basierend auf dem Namen der Ausstellung, für Silvia Rudnicki und Annemarie Zaha persönliche, eigene und daher unterschiedliche Kunstarbeiten. In vielen Exponaten der beiden Künstlerinnen schwingt jetzt die Auseinandersetzung mit der auf allen Ebenen einschneidenden Pandemie. Ihre Auswirkungen beeinflussen viele Inhalte und Aussagen.

Und doch konnte, was den beiden Ausstellerinnen wichtig war, die Gemeinschaftsarbeit „Hope“ entstehen. (Zitat nach A. Zaha)

 

Silvia Rudnicki betätigt sich nicht nur als experimentierfreudige Malerin, sie erschafft auch Skulpturen und Installationen. Ihre farbintensiven Bilder entstehen mit unterschiedlichen Materialien auf Leinwänden.

Sie kann z.B. mit Folie und Lasurtechniken Motive aus dem Hintergrund hervortreten oder verschwinden lassen, aber besonders intensiv beschäftigt sie sich mit der Technik „PanArt“. 

Diese Maltechnik leitet sich aus der Wandmalerei der Renaissance ab. Es werden Farbschichten übereinander aufgetragen, teilweise mit dem Spachtel abgenommen, wieder in Teilen übermalt, andere Stellen werden abgehoben, wieder übermalt usw. Das Ergebnis sind vielschichtig übereinander gelagerte Strukturen. Das Licht durchdringt alle Farbschichten bis zur untersten, dies bewirkt die hohe Leuchtkraft. Die Farben stellt sie selbst her, sie bleiben lange löslich, so daß sie die Durchsichtigkeit gut beeinflussen kann.

Der Name „PanArt“ leitet sich von einem Ausspruch des griechischen Philosophen Heraklit her: „panta rhei“ - „alles fließt“.

Rudnickis Themen sind vielseitig: so treten seit Jahren eine Art Engelswesen oder unsichtbare Begleiter auf ihren Bildern auf, und mystische Tiere und andere unterschiedliche Wesen kommunizieren und tummeln sich in surrealen Welten.

Ihre Hauptthematik ist aber die Bedrohung der Erde durch die  Ausbeutung der Natur, den Klimawandel, die Vermüllung und Überfischung der Meere, d.h. die Nachlässigkeit jedes Einzelnen. Ein Beispiel für dieses Engagement ist ihr Bild von einem im Fischernetz verfangenen, ertrinkenden Walbaby, das von der Mutter noch an die Wasseroberfläche geschoben wird.

Auch Gewalt, Lieblosigkeit und Vernachlässigung und Ausbeutung von Kindern stellt sie dar, z.B. in den Skulpturen „Schattenkinder“ und „Domspatz“.

Im Bild „Mutation“ verbinden sich Mutationen hämisch mit den Menschen.

Das Lebensgefühl von Krise, verstärkt durch die Pandemie mit ihren Lockdowns, Kontaktverboten, dem Mangel an Gesprächen und den seelischen Entbehrungen macht sich in ihrem Werk deutlich bemerkbar. 

 

Annemarie Zaha zeigt vielseitige Arbeiten in einer eigenen Form-, Farb- und Materialsprache. 

Assemblagen und Objekte, manche skurril, manche nachdenklich, stellen einen wesentlichen Teil ihres Schaffens dar, ein anderer Teil ist die Fotografie. 

Hier entwickelt sie durch Großaufnahmen, Details und ungewöhnliche Blickwinkel ganz überraschende An- und Einsichten auf alltägliche Dinge, die den Betrachter immer wieder staunen lassen. Teile eines Schleppnetzes z.B. sind in der Detailaufnahme nur noch als Struktur zu erkennen.

Wie wichtig ihr Struktur und Form sind, läßt sich an den Metallplastiken erkennen, die durch ihre rostrote Patina die Form markanter zur Geltung bringen, aber auch an den kleinen Mixed Media- Objekten. Hier wird in 25 x 25 cm- Kästen farbiger Kunstpelz mit Farbstreifen und Pappe kombiniert. Dieses spannende Miteinander reizt zum Anfassen.            Gar nicht zum Anfassen verlockt dagegen der rote Anhänger an der Halskette- ein lackiertes Kakteenskelett! „Don`t touch me!“

Nachdenklich macht die Arbeit „Das Vermächtnis“: Eine Röntgenaufnahme (tot oder genesen?), dazu Blume und Gras. Zeichen des Lebens, Zeichen der Vergänglichkeit.

Aber auch engagierte Kunst findet sich: „Die Zeitungsenten“ nehmen erfrischend die hohlen Versprechungen von Politikern aufs Korn.

 

Gemeinschaftsarbeit „Hope“

 

Silvia Rudnicki schreibt:

Das Plakat „Hope“ wurde zur Herzensangelegenheit der beiden Künstlerinnen. Diese Arbeit war eine große Herausforderung und die Gestaltung hat ihnen sehr viel Kraft neben der eigentlichen Ausstellung abverlangt. 

Aber es hat sich gelohnt! Trotz der zusätzlichen Aufgabe haben sie in der gemeinsamen Arbeit ihre Stärken und Schwächen und ihre Kreativität in die richtigen Bahnen gelenkt. Eine große Experimentierfreudigkeit, viele gemeinsame Arbeitsstunden, gegenseitiges Vertrauen waren da nötig, um so ein Resultat zu erzielen.

 

Annemarie Zaha schreibt:

Die großformatige Arbeit von Annemarie Zaha und Silvia Rudnicki ist nicht nur eine Gemeinschaftsarbeit, sondern den Künstlerinnen auch eine Herzensangelegenheit. Bei nur einem kurzen Blick auf das Bild präsentieren sich dem Betrachter viele Bilder; Natur ineinander verwoben, verstrickt, viele Aufschriften, Headlines als Mahnung in verschiedenen Farben. Da ist auch noch die Umrandung: ein Totenkopf als Symbol. Ein Totenkopf, der zeigen soll, wie fragil unsere Welt, wir selbst und unsere Mitmenschen sind. Ganz nah‘ erleben wir diese Bedrohung.

Eine große Kartonage auf einen Holzrahmen getackert. Aus vielen unterschiedlichen Zeitschriften ist eine Collage entstanden, die einen kleinen Ausschnitt der Wirklichkeit zeigt, von dem wenig zu hören und zu lesen ist, seitdem das Virus die Menschheit beherrscht. Die medialen Überflutungen, Hiobsbotschaften und der Tod vieler Menschen (über 3Mio) auf der ganzen Welt ist seit 15 Monaten durch Corona übergeordnet. Das, was vorher in Medien überall zu sehen und zu lesen war, wie Klimaveränderung, Eisschmelze, Verschmutzung der Weltmeere, Überfischung, Monokulturen, Urwaldrodungen, Ausbeutung der Bodenschätze, Mastfleischställe, wofür Menschen, Jugendliche (Fridays for Future) auf der ganzen Welt auf die Straße gingen, zählte kaum noch. Doch so langsam wachen die Leute aus dem Alptraum Pandemie wieder auf.

Es wurde von Schülern und jungen Menschen eine lebenswerte Zukunft bei den Politikern eingefordert. Sie sind ernst zu nehmen, weil es sonst zu spät ist für all die wunderbaren und facettenreichen Bewohner, wie Menschen, Tiere und Pflanzen. Der Planet Erde, unsere Heimat, fiebert, bis er brennt.

Auf dieser Collage wollen die Künstlerinnen zeigen, wie wichtig es ist, trotz Mundschutz und Isolierung an dem Thema „die Welt zu retten“, dran zu bleiben und sich für diese einzusetzen. Jeder kann was tun, für seinen nur kurzen Aufenthalt auf der Erde, um diese fair und gerecht zu behandeln, für die Tiere, unsere Pflanzenwelt, Umwelt, neues heranwachsendes Leben. Denn all das ist ein Zusammen- und Wechselspiel, was sich leider durch egalitäres Verhalten, Egoismus, Faul- und Trägheit und vor allem fehlendes Nachdenken über das eigene Handeln schon lange bei den Erdbewohnern zeigt.

 

Die Zeit ist überreif, überspannt und wir müssen alle aufstehen und denen Einhalt gebieten, die sich der Erde bedienen, bemächtigen, ja sogar täglich ausrauben und Milliarden Geschäfte zu Lasten des Planeten planen und erwirtschaften. Tun wir das nicht, bleibt die verletzte, geschundene und arg verwundete Erde, unsere Heimat, sich selbst überlassen und wird neue Strategien entwickeln, welche die Menschheit zum Aussterben verdammt.

Nichtsdestotrotz lassen die Künstlerinnen im letzten Abschnitt der gemeinsamen Arbeit einen Weg der Hoffnung offen. Sie greifen dabei auf Joseph Beuys zurück, der schon immer seine revolutionären Apelle an die Gesellschaft gerichtet und sie auch in seiner Kunst umgesetzt hat. In seinem Sinne: Wir leben die Hoffnung - Hope forever!

 


Gemeinschaftsausstellung "Aufbruch" (03.07. )

Für die nächste Gemeinschaftsausstellung haben wir uns den  Titel „Aufbruch“ ausgedacht.

2020 hatten wir für diese Stelle den Titel „Unvollendet“ vorgesehen, aber aus gegebenem Anlaß finden wir jetzt den „Aufbruch“ angemessener. Wir brechen ja gerade alle auf.

Der Aufbruch zu neuen Ufern, aus einer unsäglichen Situation in eine bessere Welt und in eine rosige Zukunft, das ist etwas, was wir jetzt alle thematisieren können. 

„Aufbruch“ ist immer positiv besetzt, optimistisch, von Hoffnung getragen, es ist der Anfang, der glücklich macht, weil man die Möglichkeit eines Scheiterns noch nicht ins Auge faßt. 

(Herrmann Hesse. „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“).

Auch wenn in all den alten Volksliedern, bei denen die Jugend zur Wanderschaft aufbricht, ein wenig Wehmut und Abschiedsschmerz mitschwingt, sind sie doch von Hoffnung, Fröhlichkeit und Optimismus getragen.

„Aufbruch“ hat aber auch eine physische Bedeutung: 

Erde bricht auf, wenn Samen auskeimen und die jungen Pflanzen ans Licht wollen, sie kann aber auch durch Dürre und Trockenheit oder durch Frost Risse bekommen und aufbrechen.

Mauern können aufgebrochen werden, so wie verkrustete Überzeugungen und Gebräuche in menschlichen Gesellschaften.

„Aufbrechen“ nennt man auch das Ausnehmen von geschossenem Wild.

 

Zum „Aufbruch“ würde auch noch der „Ausbruch“ passen. Der hat eher etwas Gewalttätiges an sich, eine abrupte Aktion oder Explosion. Die kann sich eher negativ und zerstörerisch auswirken.

Typisch wäre natürlich der Vulkanausbruch, prachtvoll, dynamisch, beeindruckend und gefährlich. 

 

Das Herausbrechen eines Elements aus einer Phalanx, der Ausbruch aus dem Gefängnis oder dem Käfig (egal ob Mafiabosse, Erdmännchen oder Känguruhs) erfordert immer die Zerstörung oder das Untergraben einer vorhandenen Struktur.

Aber auch im menschlichen emotionalen Bereich gibt es Ausbrüche. Ein Wutausbruch bis zum Kreischanfall, eine  plötzliche Liebeserklärung, ein Lachanfall bis zum Schluckauf, ein Tränenbad- alles vorstellbar.

Und dann gehört auch noch guter Wein dazu: „Ausbruch“ gibt es auch da.

 

Ich habe nur aufgelistet, was mir zum Thema gerade so eingefallen ist. Egal, ob Ihr Euch für den Schritt in die goldene Zukunft und das zarte Pflänzchen Hoffnung entscheidet oder für Krach Bumm Peng und Radau- die Ausstellung fängt am  04. Juli an.

 


Ab 6. Juni ist die Ausstellung „Farbenfest im KuKuK-Nest“ in der KuKuK-Halle (unter den aktuellen Coronabedingungen wie oben) live zu erleben. Die beiden Aussteller Ulrike Kirschbaum und Bernd Rosenbaum haben passend zur Jahreszeit (und ihren Namen) ein rauschendes Fest aus Frühlings- und Sommerfarben erschaffen, das Corona-Einschränkungen, Langeweile und trübes Wetter vergessen lässt.

Ulrike Kirschbaum arbeitet in unterschiedlichen Techniken. Sie gestaltet ihre Ideen gegenständlich oder abstrakt und in verschiedenen Materialien auf Papier, Leinwand oder mit Holz. „Neue Ideen, unbekanntes Material und neue Techniken- das sind Herausforderungen, die mich immer wieder begeistern.“ sagt sie über sich selbst und lässt sich durch die Vielfalt und Dynamik der Natur, ihrer Farben, Formen und Stimmungen inspirieren. Sie ergänzt ihre Werke durch eigene Empfindungen und Fantasien. Und da der Kuckuck seine Eier in fremde Nester legt, hat sie ein „KuKuK-Nest“ gebaut, das groß genug ist- auf 2,30 m Höhe.

Bernd Rosenbaum, zur Kunst verleitet durch die Druckfarben, mit denen er fast sein ganzes Leben lang zu tun hatte, erschafft seine Bilder, indem er diese Farben unvermischt in satten, kräftigen Tönen aufträgt. Durch Verdünnung erzielt er differenzierte Farbverläufe, die seine Werke förmlich zum Leuchten bringen. Häufig stellt er lyrisch- expressive Landschafts- und Seemotive dar und verwandelt sie durch seine inneren Bilder und Empfindungen in geistige Welten. „Meine Bilder sollen leben“ sagt der Autodidakt über seine Werke. „Pure Lust und Schaffensfreude sind Antrieb und Motivation für alle Arbeiten, die in meinem Atelier entstehen.“ Installationen und skulpturale Objekte, meist hölzerne Fundstücke aus Küstenwäldern, führen allein oder mit zugefügten anderen Fundsachen ein dramatisches oder humorvolles Eigenleben.

 

 


Ein KuKuK-Ausstellungsprojekt mit Werken von Liesel Haber, Cornelia Hollaender, Barbara Ritzkowski, Elisabeth Springer-Heinze, Mechthild Veil

14. März bis 18. April 2021

Finissage: Oster-Montag, 18. April, 16.00 Uhr

Die Ausstellung ist als Stream bald auf der KuKuK-Website zu sehen sein: www.kukuk-wettenberg.de

Solange die Pandemiebedingunen es erlauben, ist die KuKuK-Ausstellungshalle an Sonn- und Feiertagen von 15.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Aktuelle Informationen findet man immer auf der KuKuK-Website.

 

Der Kunst- und Kulturverein Wettenberg („KuKuK“) bemüht sich in seinen Ausstellungen immer wieder um neue künstlerische Kombinationen, die auch über lokale Positionen hinausgehen. Im Ausstellungsprojekt „fünf“ begegnen sich ab dem 13. März die Werke von fünf Künstlerinnen: Liesel Haber aus Kirchhain, Cornelia Hollaender aus Wettenberg, Barbara Ritzkowski aus Biebertal, Elisabeth Springer-Heinze aus Wiesbaden und Mechthild Veil aus Frankfurt/M.

 

Liesel Haber präsentierte sich bisher vorwiegend mit Malerischem auf Papier und Leinwand. Ihre heimliche Liebe jedoch gilt dem Leporello, auch Faltbuch genannt. Die Knicke der Faltbücher ignoriert sie, so dass beim Aufschlagen zweier, dreier oder mehrerer Seiten immer wieder neue Szenerien entstehen. Sie übermalt, bedruckt, collagiert und/oder zeichnet. Mal entsteht mehr oder weniger Gegenständliches, mal vorwiegend Abstraktes.

Das Leporello „Jede Mücke zählt“ hat das Insektensterben zum Thema. Auf „wackeligen Füßen“ steht die Arbeit „Das Jahr 2012“, eine Folge des Besuches der Documenta 14 in Kassel, doch umso stabiler ruhen die Baumstämme des großen Leporellos „Alexis Sorbas“.

 

Cornelia Hollaender arbeitete lange mit Aquarell/Aquarellkreide, Acryl; Mischtechniken; Collagen; Materialbildern (Sand, Erdpigmente) und Assemblagen. In den letzten Jahren konzentriert sie sich jedoch auf Fotografie und Foto-Grafik. In dieser Ausstellung präsentiert sie vornehmlich farbige Fotografie mit Marokko-Motiven. Es sind intensive Eindrücke aus nunmehr vier Reisen, die im Spannungsfeld zwischen Kulturstädten und ländlichen Regionen liegen. Flüchtige Momente in den Straßen korrespondieren mit langsamen, teils intensiveren Annäherungen an Menschen und Interieur, Farben und Formen. Die Bilder künden vom Enthusiasmus der Fotografin für Land und Leute.

 

„Nordlandreise“ heißt die Fotoserie von Barbara Ritzkowski. Im Winter war sie mit dem Schiff auf den Hurtigruten entlang der norwegischen Küste bis zum Nordkap unterwegs. Fotografisch zieht sie den Betrachter mit in den Bann der Polarnacht. Lässt ihn einen Schauer über den Rücken laufen beim Anblick der auf dem Meer treibenden Eisschollen im Vollmondlicht. Durch das Fehlen des Tageslichts kommt die Kamera an die Grenze des Darstellbaren, eingeschränkt auch durch die Bewegung des Schiffes, begleitet von Regen, Schnee und Kälte, dafür stundenlang „Blaue Stunde“. Eintauchen und wieder Auftauchen aus der Polarnacht, Reduktion von Licht, Farbe und Formen, spielen mit Reduktion und Abstraktion, zeigt die Fotografin mit ihren Farb- und Schwarzweißfotografien.

 

Elisabeth Springer-Heinze ist seit 2001 Mitglied im Atelier Römerberg e.V., Wiesbaden. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Zeichnung und Collage. Ihre Inspiration sucht die Künstlerin bei Spaziergängen durch Wald und Feld. Kahler Forst, verdorrtes Gerank, die Streu auf dem Waldboden, Felsen, knorrige Wurzeln, bemoostes Unterholz, Bachläufe, Brackwasser und schlierige Tümpel regen sie zu ihren Werken an. Mit ihren Collagen, Assemblagen und Zeichnungen mit Tusche, Acrylfarbe und Seidenpapier arrangiert sie die Naturphänomene neu, mit frischem Blick und doch seltsam vertraut. 

 

Mechthild Veil beschäftigt sich seit den 1980er-Jahren intensiv zunächst mit Schwarzweiß-Fotografie, später auch mit Malerei, Zeichnung und Collage. Sie experimentiert mit unterschiedlichen Maltechniken und Kompositionen. Collagen z.B. sind für sie ein Spiel, bei dem sie eigene Fotos recycelt oder auch Ausschnitte ihrer Bilder, oder sie produziert mittels Reißtechnik neue Räume und Perspektiven. In der Malerei gibt es in der Ausstellung eine Serie zu Bewegung und Tanz, in der sie mittels Spachtel die gemalten Körper auf ihre Bewegungsabläufe reduziert. Sie erforscht auch die Ausdruckskraft von Linien in Malerei und Grafik.

 


Gemeinschaftsausstellung - virtuell (21.02. )

 

Isc): Die neue Ausstellung des Kunst- und Kulturkreises Wettenberg (KuKuK) (Corona bedingt natürlich nur im Netz) lockert die Härten des Lockdowns und gießt ein wenig Sonnenwärme ins eingefrorene Gemüt.

15 Kunstschaffende nehmen daran teil: 14 Vereinsmitglieder und ein Gast.

Das Spektrum der Ausstellung reicht von den untergründig ironischen Werken von Johannes Eucker über skurrile Objekte und Fotografien von Anne Zaha bis zu Märchenillustrationen von Vera Bennung Corominas und den Handdrucken von Michael Ackermann.

Lyrische Abstraktion in expressiver Farbigkeit zeigen die Acrylbilder von Gabriele Herlitz und Marita Meurer sowie die mit Druckfarben ausgeführten Werke von Bernd Rosenbaum, während Dieterich Emde naturalistische Bilder präsentiert. Silke Eißfeller, gerade neu in den KuKuK eingetreten, hat experimentelle, farbbetonte Arbeiten beigesteuert, die in Aquarell-, Tusche- und Mischtechniken an Blumenmotive angelehnt sind. 

Fotografie ist das künstlerische Medium von Horst Wolcke und Barbara Yeo Emde, die in ihren Bildern das Interesse an Menschen und die Schönheit der Welt feiern. Klaus Engelbach und Dieter Kiausch bearbeiten ihre Fotografien digital, sie erscheinen unwirklich und manchmal ein wenig unheimlich. 

Dieter Weiß, der in analogen Ausstellungen meist gedrechselte Holzobjekte zeigt, präsentiert hier Videos über seine Objekte. Eines davon entstand in Zusammenarbeit mit Johannes Eucker: Eine virtuelle Eucker- Plastik und ein Gedicht von Dieter Weiß- unwirklich in der alltäglichen Realität, real nur in der virtuellen Wirklichkeit. 

Der Gast Reiner Packeiser, zum ersten Mal im KuKuK dabei, malt sehr lebendige Menschenbilder, indem er Graphitpulver mit Filzblöcken auf Büttenpapier aufträgt. Licht ist ihm noch wichtiger als die menschliche Gestalt, er macht es sichtbar, indem er Schatten hinzufügt. 

 


Verbindungen I der Kunstspinnerei - virtuell (16.01. )

 

Am 16. 01. 2021 beginnt die erste Ausstellung des Kunst- und Kulturkreises Wettenberg (KuKuK) im neuen Jahr. Coronabedingt findet sie nicht in der Kunsthalle in Wißmar statt, sondern ausschließlich digital. Auf der Website des Kukuks wird ein Link dazu eingerichtet. (Also nicht im KuKuKsNest, sondern im KuKuKsNetz).

Die Kunstspinnerei ist eine Gemeinschaft innerhalb des KuKuKs, die in wechselnder Zusammensetzung die jeweils erste Ausstellung im Jahr gestaltet.

In diesem Jahr sind es Klaus Engelbach, Mareike Engelbach (Gast), Harald Kessler- Rautenhaus, Heidi Rautenhaus und Günter Wirtz, die 2020 ständigen Kontakt hielten, diskutierten und gestalteten und die jetzt unter dem Titel °Verbindungen“ ihre Ausstellung präsentieren.

Verbindungen sind die Voraussetzung für alles Existierende von den winzigen Quarks im Atomkern bis zum Universum. Im physikalischen, chemischen und biologischen Bereich verbinden sich die kleinsten Teilchen zu Atomen, Atome zu Molekülen, Moleküle zu größeren chemischen Verbindungen bis hin zu lebensfähigen Organismen.

Gleiches oder Ähnliches kann sich zu einem Ganzen verbinden, genau wie Unterschiedliches oder Gegensätzliches. Lebewesen sind verbunden durch die Gemeinsamkeiten der Evolution, Menschen sind verbunden durch ihre familiäre, soziale und kulturelle Herkunft. Gemeinsame Interessen verbinden Vereinigungen vom Fußballclub oder Vogelzüchtern bis zu Parteien, Nationen und zur EU. Solche Verbindungen können von Vorteil sein, aber auch Abhängigkeiten und Zwänge schaffen.

Auch in der Kunst gibt es natürlich Verbindungen, nicht nur im Verhältnis von Schülern zu ihren Meistern, wie es seit dem Mittelalter üblich war, nicht nur in Künstlergruppen, die sich seit dem 19. Jh. zusammenfinden, sondern auch in den künstlerischen Sicht- und Verfahrensweisen, die sich im Lauf der Zeit aus den jeweils früheren Kunststilen entwickelt haben.

 

Verbindungen im materiellen Bereich sowie im menschlichen Leben thematisiert die Kunstspinnerei in ihrer Ausstellung. 

Klaus Engelbach zeigt in seinen Fotografien die klassischen Verbindungen von Innen und Außen: Fenster, Türen, Treppen, Wege und Straßen. Im Kontrast dazu geben seine Giclée- Bilder psychologische Verbindungen auf menschlicher Ebene wieder,  die manchmal ein Gefühl von Bedrückung, Eingrenzung und Ausweglosigkeit erkennen lassen. 

Mareike Engelbachs experimentelle Werke, Verbindungen von Wachs mit anderen Materialien, zeigen sich leichter und farbiger.

Günter Wirtz, der zu den schreibenden Mitgliedern des KuKuKs  gehört, hat sich von einigen Werken von Klaus Engelbach zu  Gedichten anregen lassen, die aber keine Bildbeschreibung darstellen, sondern einen Gedankenblitz zur Innen- und Außenwelt im menschlichen Leben. Bild und Text stehen jeweils für sich, aber seine Gedanken und Empfindungen sind mit den Bildern verbunden. Im Video der Ausstellung liest er die Gedichte neben den entsprechenden Bildern.

Heidi Rautenhaus und Harald Kessler- Rautenhaus bringen mit ihren Beiträgen weniger ernste Thematik. 

Heidi Rautenhaus stellt Bilder in Enkaustik- Technik aus, einer Verbindung verschiedener farbiger Wachsschichten. Paare in Verbindung, Fotografien, Skulpturen aus Holz und Ton sowie netzartige Verbindungen in unterschiedlichen Materialien bezeugen ihre Vielseitigkeit.

Harald Kessler- Rautenhaus beschäftigt sich mit Verbindungen mechanischer Art. In einer analogen Ausstellung würden seine Grafiken nebeneinander an der Wand hängen. Er präsentiert sie jedoch im Video in schneller Reihenfolge, so wie in einem „digitalen Daumenkino“. Er erstellt auch das Video der diesjährigen Ausstellung.

 

Die Ausstellung soll im nächsten Jahr mit mehr Teilnehmern als „zweiter Teil“ wieder in der Kunsthalle stattfinden, dann als „echte“ Ausstellung, die wieder ganz normal für ein „echtes“ Publikum zugänglich ist.