22. bis 31. Oktober 2021" Sehnsucht Süden - "Ein Kunst- und Kulturprojekt der DFG Wettenberg

 

Der Süden, das ist viel mehr als eine Himmelsrichtung, mehr als das Gegenteil des Nordens. Der Süden ist pure Emotion, die in einem dafür empfänglichen Menschen spätestens mit Beginn der Adoleszenz erwacht. Süden ist ein idealerweise mediterran umrankter, meist sonniger und mit Leichtigkeit erlebbarer Sehnsuchtsort, ein Kulturraum, der sich sinnlich empfinden lässt, aber auch abbilden und beschreiben. Süden darf man, wie es der Schweizer Schriftsteller Iso Camartin einmal sagte, als Lebensgefühl verstehen, als Sinnbild für Fernweh und Verführung. Er hat mit der Begierde nach dem Hellen und dem Weiten zu tun, ist Synonym für eine Sehnsucht nach dem irdischen Paradies.

 

Diese und ähnliche Sichtweisen trugen uns im Frühjahr 2020, als wir mitten im ersten Covid19-Lockdown eine Ausstellung unter dem Titel „Sehnsucht. Süden.“ ins Auge fassten. Uns? Das sind der Künstler Bodo W. Klös aus Nieder-Bessingen, seine Ehefrau Birgit, die „edition noir“-Galeristin und -Verlegerin, sowie der mit ihnen befreundete Norbert Schmidt, Vorsitzender der Deutsch-Französischen Gesellschaft Wettenberg. Der Vorstand des Verein stimmte dem Vorhaben zu, zählt doch derart kulturelle Initiative zum Satzungszweck.

Warum das Ganze? Um in einer als dunkel empfindbaren und von eingeschränkter Bewegung gekennzeichneten Zeit einen Silberstreif am (genau: am südlichen) Horizont zu vermitteln – und Künstlern wie Kunstschaffenden einen Platz zum Dialog mit dem Publikum.

 

Nun also soll’s gelingen – von Freitag, 22. Oktober, bis Sonntag, 31. Oktober 2021. (Es gelten die im genannten Zeitraum für den Kreis Gießen aktuellen Einlass- und Hygieneregeln.)

 

Ausstellende sind Bodo W. Klös (Lich /Grafiken, Zeichnungen u. a. // s.o.), Günther Hermann (Fronhausen, † 2020 / Radierungen, Gemälde // Michael Ackermann (Wettenberg / Drucke, Collagen, Gouachen), Roland Roure (Carpentras / Weißblech-Plastiken), Blandine Descombes (Alès / ästhetische Gebrauchskeramik), Florian Besset (Barjac / Fotografien) und Norbert Schmidt (Wettenberg / Gemaltes, Gezeichnetes, Gesammeltes, Fotografiertes). Zur Vernissage bzw. am Eröffnungstag spricht Dr. Friedhelm Häring, der ehem. Direktor des Oberhessischen Museums in Gießen.

 

Zum weiteren Programm zählen eine Lesung mit der Krimi- (und Provence-Kochbuch-) Autorin Sophie Bonnet, die ihr aktuelles Buch „Provenzalischer Sturm“ vorstellt (23. Oktober, 17 Uhr), ein Vortrag von und ein Gespräch mit Günter und Vilma Kämpf aus Lich (Foto rechts), Weggefährten des Staufenberger Schriftstellers Peter Kurzeck, der lange Jahre in Uzès lebte und arbeitete, ein Gespräch mit dem Deutschfranzosen-Ehrenvorsitzenden Günter Feußner (84 / Foto links) über dessen „Sehnsucht. Süden.“ inklusive Partner-schaftsgründung mit Sorgues bei Avignon sowie ein musikalisch umrahmter Schlussakkord mit Nora Schmidt.

 

Im Bistro-Ausschank der Deutschfranzosen sind Côtes-du-Rhône-Weine aus der Umgebung von Sorgues.

 

Veranstalter ist der Verein Deutsch-Französische Gesellschaft Wettenberg, gemeinhin Die Wettenberger Deutschfranzosen genannt, im Schulterschluss mit der „edition noir“ und mit Unterstützung des Vereins Kunst- und Kultur-Kreis „KuKuK“ Wettenberg.

 


 

Samstag, 23. Oktober - 17 Uhr 

Sonderausstellung "Sehnsucht. Süden."

Ein Kunst- und Kulturprojekt der
Deutsch-Französischen Gesellschaft Wettenberg

 

Lesung - "Provenzalischer Sturm" mit der Krimi- (und Provence-Kochbuch-) Autorin Sophie Bonnet

 

Sophie Bonnet alias Heike Koschyk aus Hamburg ist bei den Wettenberger Deutschfranzosen ein bekanntes Gesicht: Zweimal schon stellte die Krimi-Autorin mit Südfrankreich-Faible als Gast im Gleiberger Land neue Bücher vor. Dieses Mal liest sie aus …

 

Provenzalischer Sturm

Was sagt der Klappentext? Es ist Spätsommer in der Provence. Dorfpolizist Pierre Durand will seiner Charlotte einen Heiratsantrag machen und plant hierfür ein Wochenende in der malerischen Weinregion Châteauneuf-du-Pape. Doch aus dem romantischen Ausflug (in die Nachbarschaft unserer Partnerstadt Sorgues bei Avignon) wird schnell eine Geduldsprobe, als sich herausstellt, dass der Inhaber des Schlosshotels, in dem sie die Zeit genießen wollen, es versäumt hat, ihnen von der Kochshow zu erzählen, die dort für eine Fernsehsendung aufgezeichnet wird. Grund für die Vergesslichkeit des Hoteliers sind zwei Unglücksfälle, die im Ort für Entsetzen sorgen: Ein Winzer und ein Immobilien­makler sind innerhalb weniger Tage zu Tode gekommen – unmittelbar vor dem Verkauf eines Weinguts. Nur ein tragischer Zufall, oder war jemandem die Veräußerung des alten Châteaus ein Dorn im Auge? Als eine bekannte Weinexpertin ihre Teilnahme an der Kochshow kurzfristig absagt, ahnt niemand, dass Charlotte, die spontan ihren Platz einnimmt, sich damit in höchste Lebensgefahr begibt.

 

Karten für diese Veranstaltung gibt es im Vorverkauf zu 10 Euro bei Sabine Loh in der „Büchertreppe“ Krofdorf-Gleiberg.

 

 

GEFÖRDERT IM RAHMEN VON „NEUSTART KULTUR“ DER BEAUFTRAGTEN DER BUNDESREGIERUNG FÜR KULTUR UND MEDIEN DURCH DEN DEUTSCHEN LITERATURFONDS e.V. 

 

 


Sonntag, 24. Oktober - 17 Uhr 

Sonderausstellung "Sehnsucht. Süden."

Ein Kunst- und Kulturprojekt der
Deutsch-Französischen Gesellschaft Wettenberg 

 

 

Gespräch mit Günter Feußner, DFG-Ehrenvorsitzender „(M)ein Leben mit Sehnsucht nach dem Süden – und die Partnerschaft mit Sorgues“

 

 

 

Die Veranstaltung ist öffentlich, beginnt pünktlich – und endet spätestens dann, wenn erste Ergebnisse der Bürgermeisterwahl (Zweiter Wahlgang) zu erwarten sind.

 

Die Geschichte unseres 1977 gegründeten Vereins, der Deutsch-Französischen Gesellschaft Wettenberg, kann nicht dargelegt werden, ohne dass die Rede auf Günter Feußner kommt. Der mittlerweile 84-Jährige war von 1965 an Bürger-meister von Krofdorf-Gleiberg und als solcher bei uns 1971/72 die motivieren-de Kraft zum Abschluss einer Partnerschaft mit des südfranzösischen Städtchen Sorgues bei Avignon. Während der Lahnstadt-Jahre regte er 1977 als Ehrenamtlicher die DFG-Gründung an, um die Jumelage vor einem Identitätsverlust innerhalb der neuen 155.000-Einwohner-Stadt mit dem Doppel-Kopf Gießen/Wetzlar zu bewahren.

 

Als es 1979/80 zur Großge¬meinde Wettenberg kam, wurde er wieder Bürger-meister – und er blieb, gemeinsam mit seinem Kollegen und Freund Fernand Marin in Sorgues, der Jumelage-Motor. Hier sehen wir Günter Feußner (3. v.l.) beim ersten Empfang für eine Delegation aus Südfrankreich mit F. Marin (2.v.r.) an der Spitze)

 

 

Damit allein ließe sich aber eine „Sehnsucht.Süden.“-Neigung bei Günter Feußner nicht erklären. Das entlang seiner Biografie zu führende Gespräch im Rahmen des Ausstellungsprojektes beginnt vielmehr mit dem ganz oben abgebilde¬ten Foto aus dem Sommer 1957: Es zeigt ihn, seinerzeit 20 Lenze jung, bei einer ersten großen Reise, die ihn – gemeinsam mit drei Freunden und einem VW Käfer – nach Andalusien führte. Fortan war er angetan vom europäischen Süden, von der mediterranen Welt.

 

Zu reden ist mit dem politischen Menschen Feußner über seine Haltung zur europäischen Idee, wie sie nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem ganz großen Thema wurde. Über den Prozess der deutsch-französischen Aussöhnung und etwa darüber, wie er diese Bewegung in Krofdorf-Gleiberg erlebte. Das Dorf zählte damals zum Landkreis Wetzlar, wo man in der Metropole bereits seit Jahren mit Avignon verschwistert war, wo Elsie Kühn-Leitz mit viel Courage um weitere Mitstreiter warb.

 

 

Der junge Bürgermeister nahm diesen Ball auf, warb im privaten Umfeld ebenso wie im politischen Raum vor Ort, wurde Fürsprecher Europas und des deutsch-französischen Miteinanders – fand, mit seiner Ehefrau Erna und seiner Familie, den „Süden“ auch in Sorgues und in einer tiefen Freundschaft mit Fernand Marin (†2016) und Ehefrau Claude (†2017) samt Angehörigen.

 


Samstag, 30. Oktober - 17 Uhr 

Sonderausstellung "Sehnsucht. Süden."

Ein Kunst- und Kulturprojekt der
Deutsch-Französischen Gesellschaft Wettenberg

 

Vortrag von Günter und Vilma Kämpf, Lich „Peter Kurzeck in Uzès. Begegnungen, Geschichten, Bilder aus dem Süden“

Erinnerungen an einen nimmermüden Chronisten – auch und gerade des Südens

 

 

Die Veranstaltungsvorschau ist noch nicht fertiggestellt, wird aber in Kürze ergänzt.

Drei Jahre nach Kurzecks Tod, im November 2016, hatte das Verleger-Ehepaar („Anabas“) bereits einmal in öffentlicher Veranstaltung über die Zeit mit dem Schriftsteller referiert.

 

https://ios-hybrid.giessener-allgemeine.de/regional/kreisgiessen/Kreis-Giessen-Jeden-Baum-und-jeden-Stein-bewacht;art457,131859

 


Sonntag, 31. Oktober - 17 Uhr 

Sonderausstellung "Sehnsucht. Süden."

Ein Kunst- und Kulturprojekt der
Deutsch-Französischen Gesellschaft Wettenberg

 

Ein musikalisch umrahmter Schlussakkord mit Nora Schmidt.