KuKuK-Interviews und mehr Archiv

 



16. September 2020: Ingrid Wortmann-Wilk

 

Wie/mit welchem Medium drückst du dich künstlerisch aus? (Malen, Zeichnen, Fotografie, Objektkunst, darstellende Kunst, schreibende Kunst, sonstiges) 

Malen (naiver Malstil), Fotografie, Collagen, Tanzen, Schreiben, Schmuck, Nähen

 

Wie bist dazu gekommen, diese Kunst zu lernen, auszuüben? 

Malen (seit 2015) – der Wunsch, Menschen nicht nur zu fotografieren, sondern auch malen. Motiven: Portraits von Familienangehörigen, Freunden und Bekannten; gesellschaftspolitische Themen

Wichtige Vorbilder: am Anfang Elvira Bach, Frida Kahlo – heute Margritte und andere surrealistische Maler.

 

Fotografie – Ich fotografiere seit meinem 18. Lebensjahr, hauptsächlich auf Reisen und in der Familie. Seit dem Eintritt in einem Fotoverein 2009 betreibe ich das Fotografieren sehr viel intensiver, nahm an Kursen teil und interessiere ich mich für die „Street Photography“.

Motiven: Street-Photography; Alltagsgegestände; Menschen in ihrer Arbeitssituation, in Kontakt mit Menschen und Tieren; Menschen die starke Emotionen ausdrücken. 

Wichtige Vorbilder: am Anfang Brassaï, Henri Cartier-Bresson, Robert Doisneau, August Sander – heute Vivian Meyer.

 

Collagen (seit 2017) – Seit einigen Jahren habe ich die Freude daran entdeckt, Fotos, Objekte und Materialien auf eine witzige Art und Weise zusammenzustellen.

Motive: Alltagsgegenstände wie Schlüssel, Löffel, Uhren; Fotos von Alltagsgegenständen.

 

Tanzen (seit 1987) – Seit ich mit 18 Jahren zum ersten Mal die Tänzerin „La Singla“ in einer Flamenco-Show in Marburg sah, war ich von diesem Musik- und Tanzstil fasziniert. Den ersten Unterricht nahm ich aber erst 20 Jahre später, gleichzeitig auch in orientalischem Tanz. Vor 15 Jahren kamen noch der osteuropäische Romatanz und der mexikanische Tanz dazu. Ich war Mitglied in verschiedenen Tanzgruppen, mit denen ich seit 25 Jahren regelmäßig Auftritte hatte, bzw. mit meiner jetzigen Gruppe habe, hauptsächlich mit Flamenco- und Romatanz.

Motive: Ich verwende gerne Requisiten wie Hüte, Stöcke, Tücher und Fächer und versuche (in Richtung Tanztheater) mit dem Tanz eine Geschichte zu erzählen. Als Musik nehme ich gerne feurige Rhythmen im Wechsel mit langsamen Passagen. Vorbild heute – La Juani.

 

Schreiben – Seit 12 Jahren schreibe ich an meiner Familiengeschichte und an meiner eigenen Lebensgeschichte. Vor einigen Jahren nahm ich an einem Kurzgeschichte- Wettbewerb teil. Während der Coronakrise kam ich auf die Idee, diese Kurzgeschichten fortzusetzen, und zwar mit dem Thema „Abschied“. Auch einige Gedichte habe ich geschrieben.

Wichtige Vorbilder: am Anfang der nüchterne Schreibstil von Ernest Hemingway – heute die Autobiographie von Marcel Reich-Ranicki.

 

Schmuck (seit 2005) – In der Zeit, in der ich öfter auf Flohmärkte ging, habe ich viele Ketten gekauft, sie auseinandergeschnitten, die Perlen farblich geordnet und entwerfe aus diesen Perlen neue Ketten. Auch aus Uhren, Schlüsseln und Knöpfen habe ich Ketten und Gürtel gefertigt.

Motive: Die Ketten orientieren sich oft an ethnischem Schmuck.

 

Nähen (seit 1990) – Durch die Tanzauftritte ergab sich die Notwendigkeit von Auftrittskostümen. Da mir die fertigen Kostüme oft nicht gefielen, nicht passten oder zu teuer waren, habe ich dann einen großen Teil der Kostüme selbst genäht. Nähen habe ich in der Schule gelernt, noch auf Nähmaschinen mit Fußpedal.

Motive: Ich versuche, die Tradition der jeweiligen Tanzform hervorzuheben.

 

Woher kam die Motivation?  Wer oder was hat dich dazu inspiriert? 

Ich bin immer wieder fasziniert und voll der Freude und Befriedigung, wenn durch meine Ideen und dem schöpferischen Prozess etwas neues entsteht: auf dem leeren Papier ein Bild oder ein Text; aus der Meterware Stoff ein Kleidungsstück; durch den immer geübteren „fotografischen Blick“, ein Foto mit Aussagekraft; durch meine Phantasie und Erfahrung eine zur Musik passende Choreographie und das Erlebnis der tänzerischen Bewegung; aus einem Haufen Perlen eine farblich-harmonische Kette, aus einer Ansammlung von Fotos, Bildern oder Gegenständen eine zusammenpassende Collage.

 

Ein zweiter Aspekt der Motivation ist der Kontakt mit anderen Menschen, sei es, dass man die Kunst mit anderen zusammen ausübt, zusammen tanzt, gemeinsam fotografiert, gemeinsam eine Ausstellung vorbereitet, gemeinsam Tanz- und Fotoreisen unternimmt. Diese Reisen waren eine große Bereicherung für mein Leben. Vor allem durch die Tanzreisen bekam ich einen intensiven Einblick in die Kultur anderer Länder und Völker und damit auch viele Kontakte zu ihren Menschen. Insbesondere bin ich sehr interessiert an der Kultur der Sinti und Roma. Auch schätze ich sehr die Inspiration durch Gruppenmitglieder von Foto- und Kunstvereinen und die Möglichkeit, von ihnen zu lernen.

 

Eine weitere Motivation, sich künstlerisch zu betätigen, ist der Kontakt zum Publikum und zu den Besuchern von Ausstellungen. Es verschafft mir eine große Freude und Befriedigung, wenn ich andere Menschen mit meinem künstlerischen Tun erfreuen und berühren kann, sie zum Nachdenken und Lachen bringen kann, und sich daraus oft ein Gedankenaustausch ergibt. Auch Anerkennung und Bewunderung tun gut. Aber ich versuche, mich davon nicht abhängig zu machen, denn zum Präsentieren von Kunst gehört auch die Bereitschaft, Kritik und Verbesserungsvorschläge entgegenzunehmen, weiter zu lernen und auch zu akzeptieren, dass die Geschmäcker unterschiedlich sind. Allerdings empfinde ich es als Luxus, dass ich von Kunst nicht leben muss und nicht auf die Beurteilung anderer Menschen angewiesen bin, sondern die Freude an der künstlerischen Gestaltung in den Mittelpunkt stellen kann.

 

Wie kamst du zum KuKuK?

durch Zeitungsartikel und die Empfehlung von Barbara Ritzkowski.

 

 

Welchen Beruf hast du erlernt, welchen Beruf übst du aus, bzw. hast du bis vor der Rente/Pension ausgeübt? 

Diplom-Psychologin

 

Kommst du aus der Gegend? Wenn nicht, wo kommst du her? Warum bist du hierhergezogen? 

Ich habe an verschiedenen Orten in Deutschland gewohnt und lebe seit 40 Jahren in Braunfels.

 

Lieblingskünstler: Paula Modersohn-Becker

Lieblingsfarbe: Rot 

Lieblingsmusik: lateinamerikanische Musik, Rock ‚n Roll, Flamenco

Lieblingsessen: Frankfurter Grüne Soße

Lieblingsort: Marburg

Lieblingsschriftsteller: Hans Fallada

 

Sonstige Interessen oder Hobbies:

Reisen, Lesen, Sammeln von Volkstrachten

 


9. September 2020: Klaus Engelbach

 

Wie/mit welchem Medium drückst du dich künstlerisch aus? (Malen, Zeichnen, Fotografie, Objektkunst, darstellende Kunst, schreibende Kunst, sonstiges) 

Ausgehend von einer Fotografie, die intensive Bearbeitung durch den Computer erfährt, entsteht ein Bild, das auf eigens grundierte Leinwand oder eine plastisch strukturierte Hartfaserplatte durch Gicléedruck aufgebracht wird.

 

Wie bist dazu gekommen, diese Kunst zu lernen, auszuüben? 

Diese spezielle Technik habe ich entwickelt, nachdem durch zunehmende Lähmung meiner rechten Hand Malen und Zeichnen immer schwieriger wurde.

 

Woher kam die Motivation?  Wer oder was hat dich dazu inspiriert? 

Die Frage, warum ich mich bildnerisch ausdrücken muss, habe ich mir immer wieder gestellt – etwas treibt mich dazu.

 

Seit wann bist du künstlerisch aktiv?

Meine erste Kamera und einen Ölmalkasten erhielt ich mit 14 Jahren, die ersten Arbeiten, die mein Kunstlehrer für besser als durchschnittlich hielt, entstanden, als ich 16 Jahre alt war.

Woher nimmst du die Motive für deine künstlerische Arbeit?

Seit ich etwa 18 oder 19 war, faszinierten mich japanische Holzschnitte, wie unschwer am beigefügten Selbstbildnis zu ersehen ist. Außerdem schätzte ich die Arbeiten von Paul Gauguin sehr, über dessen Selbstbildnisse ich meine 1. Examensarbeit schrieb. Eine Zeitlang beschäftigte ich mich mit fantastischer Malerei, besonders der Wiener Schule des Fantastischen Realismus (Fuchs, Hutter, Lehmden, Brauer).

 

 

An welchem Künstler, welchen Künstlern hast du dich im Anfang deiner künstlerischen Tätigkeit orientiert? Gibt es heute noch andere Vorbilder? 

Eigentliche Vorbilder habe ich nicht, schätze aber Bilder von Richard Oelze, Martin Dittberner und vielen anderen.

 

Wie kamst du zum KuKuK?

 

Zum Kukuk kam ich, weil meine Großcousine Heidi Rautenhaus mich fragte, ob ich nicht Lust hätte, in einem Verein mit offenem Kunstverständnis mitzuarbeiten. Ich hatte. 

 


2. September 2020: Etwas anderes - Cartoons von Johannes Eucker

 

Heute gibt es kein Interview. Dafür werden mehrere Exemplare aus dem äußerst produktivem Cartoon-Atelier von Johannes Eucker gezeigt.


26. August 2020: Dieter Weiß

 

Wie/mit welchem Medium drückst du dich künstlerisch aus?

Mein bevorzugter Werkstoff ist Holz, gelegentlich kombiniert mit Metall oder anderen Werkstoffen. Schon als Kind und Jugendlicher hat mir mein Vater grundlegende Techniken der Holzbearbeitung beigebracht, bis hin zu einfachen Drechselarbeiten auf einer dafür eigentlich ungeeigneten kleinen Metall-Drehbank. 

Von Kunst konnte in diesem Rahmen keine Rede sein. Künstlerische Entfaltung fand ich vielmehr in der Musik. Mit Geige und vor allem Bratsche habe ich viele Jahre im Streichquartett, Schul- und Universitätsorchester und etlichen anderen Ensembles musiziert.

Erst im Ruhestand habe ich begonnen, einzelne Objekte aus Holz zu gestalten und in unserem Garten aufzustellen. Entscheidend war dann die Begegnung mit einem Hobby-Drechsler, der mir von den regelmäßigen Treffen der heimischen Drechsler im Holz+Technik-Museum in Wettenberg erzählte und mir dringend empfahl, dort einmal teilzunehmen. 

Wie bist dazu gekommen, diese Kunst zu lernen, auszuüben? 

Der erste Besuch bei diesem “Drechslerstammtisch Rhein-Main“ vor etwa 7 Jahren war die Initialzündung, diese Art der Holzbearbeitung richtig zu lernen und nach und nach die erforderlichen Geräte und Werkzeuge zu beschaffen. 

Woher kam die Motivation? Wer oder was hat dich dazu inspiriert? 

Neben der Anregung durch erwähnten Treffen mit Gleichgesinnten und dem Besuch von entsprechenden Ausstellungen gibt es im Internet eine unübersehbare Fülle von Anregungen, sowohl für nachahmenswerte Objekte als auch für Arbeitstechniken und „Tricks“.

 

Woher nimmst du die Motive für deine künstlerische Arbeit?

Manchmal „verrät“ mir ein Stück Holz schon, was es ungefähr werden will. Dann lasse ich mich von der anscheinend schon vorgegebenen Form leiten und arbeite sie so heraus, dass sie noch stärker zur Geltung kommt als im Ausgangszustand. 

An welchem Künstler, welchen Künstlern hast du dich im Anfang deiner künstlerischen Tätigkeit orientiert?

Da könnte ich keinen einzelnen Künstler nennen. Manchmal ist auch nur die Erinnerung an ein bestimmtes Stück vorhanden, und plötzlich entsteht die Idee, etwas Ähnliches zu schaffen. Mit der Verbesserung der handwerklichen Fertigkeiten ergeben sich natürlich auch Möglichkeiten, Objekte zu gestalten, die mir anfangs viel zu schwierig erschienen wären.  

 

Wie kamst du zum KuKuK?

Diese Frage kann ich ganz präzise beantworten. In unserer Tageszeitung fiel mir folgendes Bild ins Auge, und mir war sofort klar worum es sich dabei handelt.

In einem kurzen Artikel wurde auf eine Ausstellung im “KuKuK“ hingewiesen. „Da müssen wir mal hin“ sagte ich zu meiner Frau. Da sie gern malt, war sie auch sofort dabei. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass wir von der Halle und vor allem von der Vielfalt der Ausstellung sehr beeindruckt waren. Kurz und gut, im Nu war meine Frau Mitglied und von da an nahmen wir an allen KuKuK-Veranstaltungen teil. Als sie mich dann fragte, ob ich nicht auch Mitglied werden wollte, da brauchte ich nicht lange zu überlegen.

 

Welchen Beruf hast du erlernt, welchen Beruf übst du aus, bzw. hast du bis vor der Rente/Pension ausgeübt?

Ich habe an der Justus-Liebig-Universität Gießen Mathematik mit Nebenfach Physik studiert und nach dem Diplom in der wissenschaftlichen Datenverarbeitung gearbeitet, als die noch nicht IT hieß.

 

Kommst du aus der Gegend? Wenn nicht, wo kommst du her? Warum bist du hierhergezogen?

Ich bin in dem kleinen Dorf Ulm und später in Wetzlar aufgewachsen. Da war der Weg nach Gießen nicht weit, und ich konnte die ersten Semester noch ganz bequem zu Hause wohnen.

 

Sonstige Interessen oder Hobbies

Die Liebe zur Musik ist natürlich geblieben, wenn ich auch seit vielen Jahren nicht mehr aktiv musiziere. Aber schon seit langer Zeit singen meine Frau und ich in verschiedenen gemischten Chören und bedauern es sehr, dass Corona da eine Zwangspause bewirkt hat, deren Ende noch nicht abzusehen ist. 

Als weiteres Hobby könnte ich noch “Sprachen und Etymologie“ nennen, wobei es mir seit meiner Jugend Französisch besonders angetan hat.

Zum Schluss möchte ich noch anmerken, dass mich die Corona-bedingten virtuellen KuKuK-Aktivitäten, wozu ja auch diese Interview-Serie zählt, besonders inspiriert haben. Einige meiner Arbeiten, die in den verschiedenen Kategorien der “KuKuK-Werkstatt virtuell“ vorgestellt wurden, wären unter normalen Umständen nicht oder jedenfalls nicht so zügig entstanden.

 


19. August 2020: Harald Kessler-Rautenhaus

 

Ich will nicht hoffärtig sein und die Begriffe Kunst und künstlerisch auf mich und mein zeitweiliges Tun beziehen - nein, ich will nur spielen, bin nur neugierig. 

 

Genau; so kam ich auch zum KuKuK. 

Der Einstieg dort 2004 fiel zusammen mit dem Wiederaufkeimen meines Interesses an Fotografie, mit der ich mich im Studium der Kunstpädagogik beschäftigt hatte.  Das hat nach etwa 12 Jahren aber wieder sehr nachgelassen - der immer weiter anwachsende digitale Bildertsunami hat mich doch etwas verschreckt.

 

Ein Mensch, der mehr von Neugierde getrieben ist als von Ehrgeiz, tendiert dazu, öfter das Objekt seiner Neugierde öfter zu wechseln. (Aber das würde jetzt zu lang werden.)

 

Immer wieder und als "roter Faden" in meinem bisherigen Leben aber gilt mein Interesse Musik und Theater.

 

Der musikalische Geschmack wird in der frühen Pubertät geprägt, habe ich vor zwei Jahren gelesen. Tatsächlich: als 13-Jähriger habe ich Joan Baez in Frankfurt beim Ostermarsch 1966 kennengelernt und mich auch in ihre Musik verliebt. Andere Folk-Musiker als Vorbilder folgten.

 

Das hat mich dann doch so weit motiviert, mir selbst das Gitarrenspiel beizubringen (was man noch heute merkt). In Gießen studienhalber gelandet war ich an der Gründung der Folk-Gruppe "Holzrädchen" beteiligt, mit der ich über 10 Jahre musizierte und zahlreiche Konzerte bestritt. 

 

Das in meiner Schulzeit angefangene Engagement fürs Theaterspiel fand in Gießen ab den 80ern seine Fortsetzung in der "TheaGPsy", dem "Ziegelschiff", "Musenkeller", "Jugendclub Spieltrieb", den Schulen, in denen ich als Lehrer arbeitete, diversen Kursen und Fortbildungen, wo ich entweder spielte, inszenierte, unterrichtete oder einmal eine musikalische Leitung innehatte. In jüngerer Zeit kamen auch Lesungen hinzu. Um die Jahrtausendwende habe ich dann noch das Fach "Darstellendes Spiel" als Zusatzstudium absolviert. 

 


 

Wie/mit welchem Medium drückst du dich künstlerisch aus? Ich fotografiere viel (bin Mitglied bei den Fotofreunden Reiskirchen), im KuKuK bin ich aber eher mit meinen Keramiken vertreten. Bisweilen male ich mit Acrylfarben, aber eher für den Hausgebrauch. Mein Kollegiums-Chor (Lahntalschule Lahnau) und Avanti Dilettanti Gießen gaben mir die Möglichkeit zum gemeinsamen Singen, was aber unter Corona-Bedingungen sehr eingeschränkt ist.

 

Wie bist dazu gekommen, diese Kunst zu lernen, auszuüben?  Ich bin in allen Metiers reiner Autodidakt und bisweilen durch Zufall zu der jeweiligen Kunstsparte gestoßen. 

Keramik: In meinen ersten Herbstferien machte ich einen Ausflug ins Kannebäckerland und besuchte u.a. die Töpferei einer (mir bis dahin un-) bekannten Keramikerin in Höhr-Grenzhausen, der ich beim Arbeiten zusah. Das gefiel mir so, dass ich ihr einen Hubel Ton abkaufte und zu Hause damit herumexperimentierte. Das machte mir Spaß! Eine Kunstkollegin zeigte mir, wie man das alles brennt und glasiert. Und so war ich angefixt. 

Durch viel Trial und noch mehr Error habe ich mich dann ein wenig mit der Materie vertraut gemacht und gab dann selbst Töpferkurse in der VHS und einen Kurs in meiner Schule. So wurde ich mit der Zeit Mitglied des Kunstkollegiums und unterrichtete nach einigen Jahren auch regulär Kunst. Das hat mein ohnehin vorhandenes Interesse für Kunst im Allgemeinen zusätzlich befördert.

 

Seit wann bist du künstlerisch aktiv?

Wenn man von Musik (Blockflöte und Trompete im Schulbläserkreis) absieht, habe ich erst nach meinem  Studium mein Herz für die Kunst entdeckt. 

 

Woher nimmst du die Motive für deine künstlerische Arbeit?

In früheren Jahren habe ich Eulen gesammelt. Daher waren Eulen auch meine ersten Motive, die ich in verschiedenen Variationen durchkonjugierte. Das mach ich immer noch gern. Dann haben mich Galerie- und Museumsbesuche angeregt. Nicht dass ich das dort Gesehene kopieren wollte, es war eher Anstoß für eigene Ideen.

 

An welchem Künstler, welchen Künstlern hast du dich im Anfang deiner künstlerischen Tätigkeit orientiert?

Beim Malen war ich sehr von Mark Rothko angetan und habe erste Versuche in dieser Richtung unternommen. In der Keramik kann ich wenig Namen nennen. Die Plastiken aus indianischen und afrikanischen Kulturen haben mich immer fasziniert und angeregt. Sie bieten ein unerschöpfliches Reservoir für mich.

Für moderne Kunst habe ich mich von Anfang an interessiert, die Werke der Documenta betrachtete ich mit der ehrfurchtsvollen Scheu eines Jungen vom Lande. Mittlerweilen getraue ich mich aber, über den einen oder anderen Künstler mein inzwischen graues Haupt zu schütteln.

 

Wie kamst du zum KuKuK?

In meiner Heimatgemeinde Hüttenberg gibt es im OT Volpertshausen eine sehr alte kleine Kirche, die als Atelierkirche hergerichtet wurde. Ich hatte mich dort sehr engagiert und wollte beim KuKuK einmal reinschnuppern, um zu erfahren, wie man ein solches Projekt organisiert. Ich wurde hier Mitglied und bin gleich zu Beginn gefragt worden, ob ich mit ausstellen wollte. Eigentlich war ich dazu noch gar nicht bereit, weil ich meine Ergebnisse für nicht vorzeigbar hielt. Die Resonanz war aber sehr ermutigend und hat mich weiter machen lassen. 

 

Ich bin 71 Jahre und war Lehrer für Gesellschaftslehre bzw. Politik und Wirtschaft sowie für ev. Religion, später Ethik. Meine ursprüngliche Heimat ist der Odenwald, aber seit fast 50 Jahren lebe ich bedingt durch Studium und Beruf hier in der Gegend und habe sie liebgewonnen. Wenn ich das hiesige Platt so gut könnte wie mein Odenwälderisch, wäre die Umtopfung perfekt. 

 


5. August 2020: Barbara Yeo-Emde

 

Bei diesen Interviews ist es wichtig, finde ich, dass die Mitglieder in ihren eigenen Worten schreiben. Weil Deutsch nicht meine Muttersprache ist, mache ich garantiert viele Fehler. Trotzdem werde ich diesmal meinen Text nicht groß korrigieren lassen, dass er wirklich von mir stammt. Ich denke, dass die Leser dafür Verständnis haben werden.

Wie drückst du dich künstlerisch aus? 

Ich bin Sängerin und Gesangslehrerin vom Beruf. Inzwischen fotografiere ich sehr gerne und versuche, mich mit diesem Medium auseinanderzusetzen. Ich hatte es satt, nur die Automatik zu bedienen und vertiefe mich seit einigen Monaten mit unserem Fotoapparat. Es ist unglaublich, was eine Digitalkamera alles kann und man braucht viel Zeit, um sie wirklich beherrschen zu können. 

Wie bist dazu gekommen, diese Kunst zu lernen, auszuüben? 

Passend zu meinem ganzen Leben bin ich über einen indirekten, langen und nicht geradlinigen Weg zu meinem Beruf gekommen, was das Erzählen meines Werdegangs ein bisschen komplizierter macht.

Kommst du aus der Gegend? Wenn nicht, wo kommst du her? Warum bist du hierher gezogen?

Wie viele Leute schon wissen, komme ich aus einer großen Familie aus Massachusetts, USA. Ich habe mit den Hauptfächern Französisch und Spanisch etwas ganz anderes als Musik studiert. Deutsch hatte ich auch ein Jahr gelernt, wenn man das so nennen will. Der Professor hat nur Englisch gesprochen und uns kaum etwas beigebracht. 

 

Mein Arbeitsleben in den Staaten beinhaltet eine Reihe unterschiedlicher Arbeiten. Während meines Studiums war ich mal als Nanny engagiert. Ich habe in einer Nähfabrik gearbeitet und musste versuchen Stunden lang, die Hemden nicht kaputt zu nähen. Es gibt eine kleine Schere an der Industrienähmaschine, die nur Fuseln abschneiden sollte. Na ja, schön wäre es gewesen, wenn ich nicht immer wieder in den Stoff rein geschnitten hätte. Ich hatte auch in einer Stahlringfabrik gejobbt. Bis heute weiß ich nicht, was ich da gemacht habe, da keiner mir es erklären konnte. Ich habe als Kassiererin bei einer Bank und als Kellnerin/Köchin in einem Restaurant auch mein Brot verdient. 

 

Mit 21 Jahren bin ich nach Südkalifornien gezogen, wo ich immer noch Familie habe. Die meisten Leute kapieren nicht, dass das Leben in der Nähe von Los Angeles mir nicht gefallen hat. Ich habe die vier Jahreszeiten vermisst und es war mir zu dicht besiedelt. Sowieso war ich mit meinen diversen Arbeiten nicht zufrieden. Nach ca. drei Jahren dort hatte ich mich entschlossen, dass ich ein Europa-Abenteuer wagen sollte. Ich habe mich über ein Jahr lang darauf vorbereitet. Unter anderem hatte ich mir ein Wörterbuch in fünf Sprachen (darunter Deutsch) selber geschrieben und dadurch ein Gefühl für die deutsche Sprache entwickelt. Ich konnte die Wörter nicht aussprechen und meine Kenntnisse der Grammatik waren ziemlich gleich null. 

 

Allmählich erzähle ich, wie ich zum Singen kam.

Woher kam die Motivation zu Singen?  Wer oder was hat dich dazu inspiriert? 

Als Kind schon hatte ich gerne gesungen und auch überlegt gehabt, Musik zu studieren. Wie schon erzählt, kam es anders. Ich wollte nach Frankreich oder Italien und versuchte, dort eine Arbeitsstelle zu finden. Das klappte nur für Führungspositionen, wozu ich absolut nicht qualifiziert war. Nach viel Suchen habe ich von einem Austauschprogramm in Köln gelesen und mich beworben. Ich hatte schon ein Flugticket für Ende Oktober 1981 nach London gekauft, mit Zwischenstopp bei meiner Familie in Massachusetts. Weil ich immer noch keine Antwort wegen des Programms erhalten hatte, rief ich in dem Hauptsitz der Stiftung in New York an. Da hieß es, ohne ein Interview konnte ich nicht angenommen werden. Mein Flug nach London war aus New York, so dass am Morgen des Fluges mein Interview stattfinden konnte. Trotz des Mangels an Deutschkenntnissen wurde es mir erlaubt, ab dem 2. Januar 1982 für drei Monate an den Kurs in Köln teilnehmen zu dürfen. Was für ein erkenntnisreiches Erlebnis für eine junge Frau aus einem kleinen Ort in den USA! Ich habe Leute aus aller Welt kennengelernt und dadurch eine ganz andere Weltanschauung entwickelt.

 

Ich habe nach dem Abschluss des Kurses eine Arbeitsstelle in Frankfurt bei einer amerikanischen Bank in der Reisescheckabteilung angenommen.

Jetzt kommt es endlich mit dem Singen. Ich habe eine Rückerstattung für verlorene Reiseschecks bei einer Opernsängerin aus Kanada durchgeführt. Einige Monaten später habe ich sie vor der Alten Oper getroffen, wo sie mir erzählte, dass sie Gesangsunterricht anbietet, um Geld verdienen zu können. So fing es mit Unterricht an. Als sie nach England zog, habe ich Unterricht bei dem Chorleiter des Chores, wo ich mitsang, weiter genommen. Am Anfang hatte ich mich gegen Operngesang gewehrt, weil ich bis dahin eine einzige für mich abschreckende Begegnung mit Oper hatte. Es war Wagner und bis heute kann ich sehr wenig mit seiner Musik anfangen. Aber mit Puccini hat mein Gesangslehrer mich geködert und irgendwann hieß es, dass ich für die Oper vorsingen gehen sollte, obwohl ich mit 33 Jahren für so eine Karriere schon ziemlich alt war. So habe ich eine Stelle an der Gießener Oper im Chor ergattert. Da blieb ich 9 Jahre. Ich entschied, das Stadttheater zu verlassen, um geregelteren Arbeitszeiten zu haben und mehr Zeit mit meinem Mann Dieterich, den ich kürzlich vorher geheiratet hatte, verbringen zu können. So fing meine Arbeit als Gesangslehrerin an.

 

Wie kamst du zum KuKuK?

Dieterich und ich hatten das unglaubliche Glück in Wettenberg-Krofdorf ein Haus mieten zu können. Unser gemeinsames Leben in diesem Ort ist ein riesiges Privileg, wofür wir jeden Tag dankbar sind. Wir beide waren Mitbegründer des KuKuK, was uns die Möglichkeit gab, uns hier im Ort richtig integrieren zu können, ob im KuKuK, bei den Städtepartnerschaften oder bei diversen kulturellen Aktivitäten, wo wir uns einbringen können. 

 

Zumal ich damals nichts in Richtung Malerei oder ähnliches machte, habe ich im KuKuK bei der Organisation geholfen und Dieterich in seiner Arbeit als 1. Vorsitzender unterstützt. Nach den ersten Jahren habe ich die Sparte „KleinKunst im KuKuK“ ins Leben gerufen, eine Aufgabe, die ich immer noch mit großer Freude mache. Durch Corona bin ich zu der Aufgabe gekommen, die KuKuK-Webseite zu gestalten. Es ist Dieterich und mir sehr wichtig, trotz der Pandemie den Verein präsent und lebendig zu halten. Es ist meine besondere Hoffnung, dass die „European Domestic Art Challenge“ immer weiterwachsen wird.

 

Lieblingskünstler: Es ist die Qual der Wahl, aber auf jeden Fall Michelangelo und die Impressionisten.

Lieblingsfarbe: Türkis, wobei alle Farben ihre Schönheit haben. 

Lieblingsmusik: Wieder eine schwierige Frage. Meine Lieblingssängerin ist Barbra Streisand, mit Ella Fitzgerald, Judy Garland und Mirella Freni gleich hinterher. Ich mag viele Musikrichtungen sehr, bis auf Heavy Metal und schlechten Rap. 

Lieblingsessen: Italienisch von Chef Didier

Lieblingsort: Ich habe mehrere, darunter natürlich Wettenberg, aber auch Paris, Sebec Lake im Staat Maine, Toskana, Dordogne, Bretagne.

Lieblingsschriftsteller: Ross King, Peter Mayle

 

Sonstige Interessen oder Hobbies

Ich nähe, lese und habe Blumen gerne. Ich genieße es, meine Sprachkenntnisse immer weiterzuentwickeln. Wir beide lieben es zu reisen, neue Leute kennenzulernen, zu kochen. Bei uns ist es nie langweilig.

Zum Schluss möchte ich noch meine Dankbarkeit betonen, hier in Deutschland leben zu dürfen. Insbesondere in diesen überaus schwierigen Zeiten, die in den USA sowohl politisch wie generell wirklich katastrophal ablaufen, darf ich mich enorm glücklich schätzen.

 


29. Juli 2020: Ilse-Marie Weiß

 

Wie/mit welchem Medium drückst du dich künstlerisch aus? (Malen, Zeichnen, Fotografie, Objektkunst, darstellende Kunst, schreibende Kunst, sonstiges) 

Zeichnen, Malen und Fotografieren fasziniert mich. Dabei versuche ich Harmonie in Linien und Farben zu finden.

 

Wie bist dazu gekommen, diese Kunst zu lernen, auszuüben? 

Der Maler Walter Kröll hatte von 1945 bis 1949 sein Atelier bei meinen Großeltern, wo ich zu der Zeit auch wohnte. Manchmal durfte ich das Atelier betreten und eintauchen in die mir unbekannte Kunstwelt.

Mit sechs Jahren habe ich begonnen intensiv die Natur zu beobachten und zu zeichnen. Später habe ich mich im Atelier der Justus-Liebig-Universität Gießen und an der Volkshochschule Gießen zeichnerisch weiterentwickelt. 

 

Woher kam die Motivation?  Wer oder was hat dich dazu inspiriert? 

Meine künstlerischen Fähigkeiten gehen zurück auf meinen Vater, der Talent hatte, aber aufgrund der schwierigen Lebensumstände sich damit nicht verwirklichen konnte. Er hat mich beeinflusst und gefördert.

 

Seit wann bist du künstlerisch aktiv?

Malerisch gesehen ist es bei mir ein lebenslanger Werdegang. Das Fotografieren begann in den 50er Jahren. Mein Bruder und ich hatten eine Dunkelkammerausrüstung und haben stundenlang das Badezimmer blockiert und mit Fotos experimentiert. Seitdem Digitalkameras erschwinglich waren, habe ich ein zweites künstlerisches Ausdrucksmittel. Die schnell sichtbaren und kostenlosen Bilder machen das kreative Fotografieren so spannend. Grundsätzlich mache ich meine Fotos mit den Augen der Malerin.

 

Woher nimmst du die Motive für deine künstlerische Arbeit?

Meine Fotos inspirieren mich zu manchen Gemälden. Andere Bilder entstehen, indem mich Gedanken, Texte oder spezielle Themen zum Malen drängen und wieder andere sind ungeplant – emotionell, mit einem inneren Rhythmus gemalt.

 

An welchem Künstler, welchen Künstlern hast du dich im Anfang deiner künstlerischen Tätigkeit orientiert?

Ich habe mich bisher an keinem anderen Künstler orientiert. Mir gefallen viele Bilder des Impressionismus und besonders des Pointilismus. Die starken Farben des Expressionismus sprechen mich an.   

 

Wie kamst du zum KuKuK?

Durch die Tageszeitung wurde ich auf den KuKuK Wettenberg aufmerksam. Beim Besuch einer Ausstellung entstand der Wunsch auch im KuKuK auszustellen, bei den gezeigten vielseitigen Werken der Aussteller konnte ich mich mit meinen Bildern gut einordnen. Seit 2016 bin ich Mitglied. 

 

Welchen Beruf hast du erlernt, welchen Beruf übst du aus, bzw. hast du bis vor der Rente/Pension ausgeübt?

Ich habe 1963 in Gießen an der JLU das Mathematikstudium begonnen und 1968 mit dem Diplom abgeschlossen. Schon während des Studiums habe ich wissenschaftliche Arbeiten in der Landwirtschaftlichen Fakultät in Hinblick auf die benötigte Mathematik betreut und dies bis 1974 weitergeführt. Seit der Geburt des ersten Kindes war ich nicht mehr berufstätig.

 

Kommst du aus der Gegend? Wenn nicht, wo kommst du her? Warum bist du hierhergezogen?

Ich bin in Gießen geboren und habe zeitweise in Wettenberg – Krofdorf gewohnt. Heute lebe ich in Gießen – Allendorf

 

Lieblingskünstler: Claude Monet, Paul Cézanne, Georges Seurat, Paul Signac, 

Emil Nolde, Volker Pispers, Urban Priol, Willy Astor

Lieblingsfarbe: Blau/Grün

Lieblingsmusik: Edvard Grieg, Anton Bruckner und Chormusik

Lieblingsessen: alles was mein Mann kocht.

Lieblingsort: das eigene Haus mit seinem Garten

Sonstige Interessen oder Hobbies: Spaziergänge mit Weitblick,  Umsetzen von Musik in Bewegung (Choreografie)

 

Ich danke, dass dieses Interview mir Gelegenheit gegeben hat, über mein künstlerisches Leben nachzudenken. Ilse-Marie Weiß

 


 22. Juli 2020: Dieter Kiausch

 

Wie/mit welchem Medium drückst du dich künstlerisch aus? (Malen, Zeichnen, Fotografie, Objektkunst, darstellende Kunst, schreibende Kunst, sonstiges)

Dieter: Ich fotografiere. Jahrelang habe ich schlechte und gute Bilder gemacht. Bevorzugt Natur. Da aber immer mit Blick auf die Materialkosten. Somit liegen meine Bilder als Negative in irgendwelchen Schachteln herum. Auch ein paar Magazine Dia´s.

Wie bist dazu gekommen, diese Kunst zu lernen, auszuüben?

Dieter: Situationsbedingt habe ich mich um Ausübung irgendwelcher kreativen Fähigkeiten nicht gekümmert. In meiner Junggesellenzeit hatte ich meine Bude mit Sprüchen auf der Tapete „verziert“. Weiterhin mit  ausgewählten Kalenderblättern. Aufgeklebt auf die Tapete. Und wenigen grafischen Arbeiten aus meiner Bundeswehrzeit. Leider auch aufgeklebt. Bei der Renovierung zum Auszug war dann alles weg. Das war 1979. Danach kam nichts mehr.

Woher kam die Motivation?  Wer oder was hat dich dazu inspiriert?

Dieter: Eigentlich die erste digitale Kamera die ich mir leistete. Es ging aber so weiter. Wie analog. Nur ich konnte meine Bilder mehr gestalten. Ich mußte nicht mehr auf Materialkosten achten. Mit dieser Kamera bekam ich von einem Bekannten ein kleines Verbesserungsprogramm. Das war sehr einfach. Bis er mir den Hinweis auf die open source „GIMP“ gab. Ich fragte mich, was passiert, wenn du alles übertreibst. Also die Parameter heftig veränderst.

Seit wann bist du künstlerisch aktiv?

Dieter: So 2009/2010. Meine Signatur habe ich 2011 gestaltet. So habe ich dann immer mit „GIMP“ meine Bilder bearbeitet. Die Ergebnisse sind ja schön in den virtuellen Ausstellungen zu sehen. Was mich besonders freut, weil bis dahin kaum einer meine Bilder gesehen hat.

Woher nimmst du die Motive für deine künstlerische Arbeit?

Dieter: Anfänglich habe ich probiert. Bilder, die ich schon hatte, wurden ausprobiert. Die Ergebnisse von 0 bis 100. So habe ich die Wirkung meiner Veränderungen am Bild beobachtet. Und irgendwann habe ich auch einen Blick dafür bekommen, was man für diese Arbeiten aufnehmen kann.

Bei den Aufnahmen gab es auch erstaunte Beobachter: Auf einem Feldweg hatte ich eine große Pfütze direkt von oben fotografiert. Mehrere Minuten war ich damit beschäftigt. Bis mir ein Pärchen weiter weg auffiel, was mich beobachtete. Als ich weiterging, haben die anschließend lange in der Pfütze nach etwas Interessantem gesucht.

An welchem Künstler, welchen Künstlern hast du dich im Anfang deiner künstlerischen Tätigkeit orientiert?

Dieter: Eigentlich gar nicht. Es sind mir auch nirgends bei irgendwelchen Sendungen im Fernsehen oder Präsentationen Parallelen zu meinen Bildern aufgefallen. Ich habe mich auch nicht um Künstler „gekümmert“ Halt das, was man so mitbekommen hat.

Gibt es heute noch andere Vorbilder?

Dieter: Somit natürlich nicht.  Ich wollte auch keinen kopieren oder anderweitig nacheifern. Was Besonderes wollte ich auch nicht sein. Ich sage mir immer: Wer meine Bilder nicht mag – ist ok. Wenn sie jemanden gefallen, freut es mich. Man kann sich darüber austauschen.

Wie kamst du zum KuKuK?

Dieter: Durch die Kordula, meine Frau, Friseurin. Arbeitsbedingt kennt sie viele Menschen. Bei einigen hat sie erzählt, was ich so verunstalte. Auch dem Klaus Engelbach.

Welchen Beruf hast du erlernt, welchen Beruf übst du aus, bzw. hast du bis vor der Rente/Pension ausgeübt?

Dieter: Gelernt habe ich Fernmeldehandwerker. Bei der Deutschen Post. Noch zu Zeiten der schwarzen Bakelit-Telefone mit Wählscheibe – 10 Löcher :-)) Model W48. Ich habe alles gemacht im Schwachstrombereich bis 60V. Alarm-, Brandmelde-, Schwesternrufanlagen. Sogar auch Telefon- und Ampelanlagen. Die letzten 9 Jahre am Schreibtisch – Arbeitsvorbereitung.

Kommst du aus der Gegend? Wenn nicht, wo kommst du her? Warum bist du hierhergezogen?

Dieter: In der SBZ, nah bei Berlin geboren. Vater in Neukölln ausgebombt und somit ins Umland ausgewichen. Gott sei Dank hat er 1952 die “aufblühende“ DDR verlassen. Somit Schule, Ausbildung in Südniedersachsen. Nach der Bundeswehr nach Berlin und seit 1979 in Braunfels.

  

Lieblingskünstler: Ich habe mal ein Bericht über Richter gesehen. Der hat mich beindruckt.

Lieblingsfarbe: Es gibt keine. Darum sind meine Bilder ja auch so bunt. Aber nicht alle.

Lieblingsmusik: Klassik – Beethoven. Nach Stimmungslage von Beethoven bis Ramstein.  Aber ! - nur keine dt. Herz-Schmerz-Schmalz-Musik oder dt. Klatschmarsch. Das ist Körperverletzung.

Lieblingsessen: Natürlich von der Kordula gekocht. Aber auch ganz gern chinesich oder thai.

Lieblingsort: Westhavelland. Die Seele wandern lassen. Stille in dir.

Lieblingsschriftsteller: Keinen. Früher habe ich viel Science Fiction gelesen. Heute nichts mehr. Sachbücher, wenn nötig.

 

Sonstige Interessen oder Hobbies

Ich habe ein Motorrad und fahre noch Nachmittagsrunden. Hobbyelektronik – kleine Basteleien, nützliche Helferleins. Mit dem Hund und dem Navi ganz allein, still im Wald ungepflegte Wege gehen. Keinem Menschen begegnen. Innehalten – Ruhe – nur schauen. Darum Havelland. Schwach besiedelt. Oder ins Wendland. An die Elbe.

 


15. Juli 2020: Gerhard Schmidt, ehemaliger Bürgermeister Wettenbergs, Ehrenmitglied des KuKuK

 

Kommst du aus der Gegend? 

Ich bin im August 1944 kurz vor den verheerenden Bombenangriffen am 6. Dezember 1944  in Gießen geboren.  Habe meine Kindheit und Jugendzeit in Gießen-West (Sachsenhausen) verbracht. 1976 sind wir nach Krofdorf-Gleiberg in unser neu erbautes Haus gezogen.

Warum bist du hierhin gezogen?

Ein Schlüsselerlebnis war der Festzug zur 1200-Jahrfeier Krofdorf-Gleiberg (1974), der eine lebendige örtliche Gemeinschaft zeigte. Aber auch die Burg Gleiberg und die Lage des Ortes hat uns gut gefallen. Auch mein Arbeitsplatz in der Weststadt (Carlo-Mierendorff-Straße) hat dabei eine Rolle gespielt.  

Welchen Beruf hast du erlernt, welche  Berufe hast Du ausgeübt ?  

Ich habe bei der Stadtverwaltung Gießen von 1961 -1967 meine Ausbildung gemacht, mit dem Abschluss des gehobenen Dienstes beim Verwaltungsschulverband Wiesbaden. 1970 bin ich dann zum Aufbaustab des Kommunalen Gebietsrechenzentrums (KGRZ) gewechselt.

Wann warst du Bürgermeister?

Ich war Bürgermeister vom 1. Februar 1986 bis 31.Januar 2010. 

 

Was hat dich dazu bewogen, als Bürgermeister zu kandidieren? Das ist eine sehr große Veränderung und eine enorme Verantwortung.

Ich war zu der Zeit beim Kommunalen Gebietsrechenzentrum Gießen in verantwortlicher Position beschäftigt. Aber mich hat es gereizt, im Alter von 42 Jahren doch noch eine berufliche Herausforderung anzustreben.

Was Kunst und Kultur betrifft, hast du damals als Bürgermeister in 2002 diese Freizeitkünstler Ausstellung hier in Krofdorf ins Leben gerufen. Du warst maßgeblich am Entstehen des KuKuKs beteiligt. Eigentlich gäbe es ohne dich höchstwahrscheinlich keinen KuKuK. Warum war es für dich so wichtig, den KuKuK zu gründen? 

Zunächst mal: Kunst und Kultur haben mich immer interessiert. Kulturfreunde haben seinerzeit zum ersten Mal eine „Hobbykünstler-Ausstellung“ in der Mehrzweckhalle Krofdorf-Gleiberg ausgerichtet. Es musste danach aber auch irgendwie weitergehen. Da bin ich zum ersten Mal mit Euch, mit Dir liebe Barbara und Dir lieber Dieterich zusammengekommen. Wie es dann weiter ging, mit dem KuKuK ist bekannt. Will bei Kultur nicht unerwähnt lassen, die „Geburtshilfe“ zusammen mit Uli Sucker, unserem damaligen Jugendpfleger für die Gründung des Wettenberger Sammelsurium, als Amatuertheater und die Wettenberger Winterkonzerte mit Frau Ilse Bergner, die zwischenzeitlich eine hohe Anerkennung in der gesamten Region gefunden haben..

 

Seitdem du im „Ruhestand“ bist, engagierst du dich ehrenamtlich sehr – insbesondere im Gleiberg-Verein. Normalerweise will man sich nach so vielen Jahren als Bürgermeister ein bisschen ausruhen, oder? 

Na gut. So ganz kann und sollte man die Hände nicht in den Schoß legen. Man muss sich doch noch ein bisschen aktiv betätigen. Ich habe fünf, sechs ehrenamtliche Funktionen, die auch alle noch  sehr viel Spaß machen (u.a. Energiebeirat Landkreis Gießen, Stiftungsrat der Evangelischen Kirchen in Krofdorf-Gleiberg) und vor allem natürlich den Gleiberg-Verein, als älteste Bürgerinitiative  in Deutschland zur Erhaltung eines Kulturdenkmals.

 

Während deiner Zeit als Bürgermeister gab es so viele verschiedene Bereiche, womit du dich beschäftigen musstest. Gab es irgendwelche Themen, die für dich am Wichtigsten waren, nicht nur Kunst und Kultur?

Natürlich gab es wichtige Aufgaben zu lösen, wie beispielsweise die Ortsumgehung Krofdorf-Gleiberg, den  Bau von neuen Sporthallen an der Gesamtschule Gleiberger Land und in Wißmar, die Ortskernsanierung im Rahmen der Dorferneuerung  in Gleiberg, Krofdorf, Launsbach und Wißmar, das innerörtliche Radwegekonzept mit der Anbindung nach Gießen (K 28), Biebertal und Lollar, die  Entwicklung neuer Baugebiete. Besonders wichtig war mir,  seinerzeit der ökologisch orientierte Gewerbepark, der mittlerweile voll besiedelt ist, und immerhin ca. 60 Unternehmen mit ca. 1.500 neuen Arbeitsplätze beherbergt.

 

Gab es während deiner Zeit als Bürgermeister ein besonderes Ereignis/besondere Ereignisse, die dich am Meisten beeindruckt hatten?

Die Tätigkeit ist sehr vielfältig. Aber besonders in Erinnerung geblieben sind mir die mehrmaligen Auszeichnungen als „Umwelt- und Energiekommune“ Deutschlands, die Verleihung des Europadiploms und der Europafahne durch den Rat der Gemeinden Europas für besondere Verdienste in der Arbeit mit unseren Partnergemeinden in Frankreich und Ungarn. 

Du hast dich auch sehr bei den Städtepartnerschaften eingebracht. 

Mein Vorgänger, Günter Feußner, hat in1972 die Partnerschaft mit Sorgues/Frankreich eingeleitet. 1989 haben wir die Gemeindepartnerschaft mit Zsámbék/Ungarn, und später mit Tök begründet. Das war eine Herzensangelegenheit. Man pflegt natürlich die persönlichen Kontakte, die man aufgebaut hat, weiter.

Gibt es noch etwas wichtiges zu deiner Zeit als Bürgermeister, worüber du noch gerne sprechen möchtest? 

Wettenberg ist eine attraktive Gemeinde: Drei interessante Ortsteile, und vor allem viele, viele Menschen, die sehr engagiert an der Entwicklung dieser Gemeinde, u.a. auch in den 130 Vereinen mitarbeiten. Es hat mir immer eine große Freude gemacht, zusammen mit den Menschen und auch den gemeindlichen Gremien die Gemeinde weiterzuentwickeln.

 

Warst du auch mal künstlerisch oder musikalisch tätig? 

Ich habe als Achtjähriger begonnen, Violin-Unterricht zu nehmen, damals bei dem Musiklehrer Schubecker. Aber es hat dem Musiklehrer nicht gut getan. Er war vielleicht froh, dass ich aufgehört habe. Meine Mutter leider nicht. Die Geschichte kann ich erzählen. Der Lehrer hatte in der Dammstraße hinten in einem Hof seinen Raum gehabt. Das war 1952, da bin ich mit dem Fahrrad über die Lahnbrücke zur Kreuzung Oßwaldsgarten gefahren. Es war noch die alte Kreuzung, mittendrin war eine „Tonne“ mit einem Polizisten, der den Verkehr geregelt hat. Das Ganze war holperig. Kurz bevor ich mit meinem Fahrrad bei dem Polizisten war, ging mein Violinkasten auf. Alles flog auf die Straße. Der Polizist hat gelacht. Da habe ich meine Sachen genommen, bin heimgefahren und hab zu meiner Mutter gesagt, „So das war es. Jetzt ist Schluss.“ Später habe ich es bereut, dass ich das Instrument nicht weiter gelernt habe.

 

Hast du Malen, Fotografieren oder sonst etwas künstlerisches gemacht?

Ja, Fotografieren war ein Hobby gewesen. Für das Malen haben meine Fähigkeiten nicht ausgereicht.

 

Hast du einen Lieblingskünstler? 

Ja, Marc Chagall ist einer, der mich angesprochen hat. 

 

Hast du eine Lieblingsfarbe? 

Rot (viel Lachen). Hast du etwas anderes erwartet? Ich habe auch Lieblingsmusiker und  Lieblingssänger. Genau das wollte ich als Nächstes fragen. 

Die Beatles und die Rolling Stones. Das war u.a. auch die „Inspiration“ für die „Golden Oldies“. Sicherlich eine Erfolgsgeschichte, nunmehr im 31. Jahr.

 

Hast du ein Lieblingsessen? 

Ja, das gab‘s heute. Weißkraut mit Hackfleisch.

 

Hast du einen Lieblingsort außer Wettenberg?

Ja, unsere Partnerkommunen – Sorgues, Grigny, Zsámbék und Tök.

 

Hast du einen Lieblingsschriftsteller?

Charlotte Link (zur Zeit lese ich von ihr das Buch „Die Suche“)

 

Und irgendwelche sonstige Interessen oder Hobbies?

Das Radfahren ist sehr ausgeprägt zurzeit. In meinem Alter sollte man sich immer noch bewegen. Ansonsten habe ich viel Freude mit den beiden Enkeln Max und Nils, die zur Freude ihres Opas, beide Fußball spielen.

 

Dann vielen Dank, Gerhard. Dieterich und ich genießen immer die Arbeit mit dir. Wir freuen uns auf unsere gemeinsamen zukünftigen Projekte.

 


8. Juli 2020: Günter Wirtz

 

Wie/mit welchem Medium drückst du dich künstlerisch aus? (Malen, Zeichnen, Fotografie, Objektkunst, darstellende Kunst, schreibende Kunst, sonstiges) 

Ich schreibe.

 

Wie bist dazu gekommen, diese Kunst zu lernen, auszuüben? 

Es hat wohl damit begonnen, dass ich abends meinen Kindern beim Zu-Bett-Bringen etwas erzählt habe, Erfundenes, und ich mir irgendwann überlegte, diese Geschichten aufzuschreiben. Zur gleichen Zeit fand ich Spaß daran, auch kurze Texte, Lyrisches, zu verfassen.

 

Das war Mitte/Ende der Achtziger, und dann gab es ein einschneidendes Erlebnis. Eine Bekannte in Marburg (ich wohnte zu der Zeit in Marburg) machte mich darauf aufmerksam, dass die Marburger Lokalzeitung, die ‚Oberhessische Presse‘, und die Oberstadtkinos einen Wettbewerb ausgeschrieben hatten; eigene Texte sollten vorgetragen werden. Anlass war das einjährige Zeigen des Films ‚Der Club der toten Dichter‘. Diesen Wettbewerb gewann ich – und die Berechtigung, ein Jahr lang alle Filme in allen Marburger Kinos kostenlos genießen zu können.

 

Wenig später trat ich dem Marburger Autorenkreis bei, dessen Sprecher ich seit nunmehr über 25 Jahren bin. 1999 erschien ein kleiner Gedichtband ‚Gedankensplitter‘. Mein Hauptaugenmerk lag dann auf Kurzgeschichten.

 

2012, nach meiner Pensionierung, nahm ich ein weiteres Projekt in Angriff: ich nahm mir vor, für meine Enkel eine Erinnerung an ihren Opa zu verfassen, ein Buch mit 365 und einer Geschichte. Jetzt, 2020, bin ich dabei, den vierten Band fertig zu stellen; und es gibt noch einen fünften Enkel! Wobei ich nicht verhehlen will, dass sich in den verschiedenen Bänden die eine oder andere Geschichte wiederfindet (4 bzw. 5x 366 Geschichten schaffe ich nicht). Die Geschichten für die Enkel spielen überall: zu Hause, in der Schule, draußen, bei Nachbarn, auf anderen Kontinenten.

 

Wie kamst du zum KuKuK?

Zum KuKuK bin ich vor, so genau weiß ich es nicht mehr, circa 3 oder 4 Jahren gekommen. Dort sind eine Kollegin meiner früheren Schule sowie zwei Kolleginnen aus dem Ehrenamt, das ich seit dem Ruhestand ausübe, aktiv. Die drei schätze ich sehr.  Vor allem gehe ich gerne zu den Vernissagen.

 

Welchen Beruf hast du erlernt, welchen Beruf übst du aus, bzw. hast du bis vor der Rente/Pension ausgeübt?

Ich war bis 2012 Lehrer, zuerst 13 Jahre in Lollar, dann 23 Jahre an der Europaschule in Gladenbach, mit den Fächern Französisch und Erdkunde.

 

Kommst du aus der Gegend? Wenn nicht, wo kommst du her? Warum bist du hierhergezogen?

Wie man unschwer hört, wenn man mich hört, kommen meine Eltern aus dem Rheinland (deshalb verstehe ich mich auch so gut mit Horst), bin im Oberbergischen Kreis, in Waldbröl, NRW, groß geworden und habe dann in Marburg und Göttingen studiert und in Gießen das Referendariat absolviert. 1971/72 war ich für ein Jahr als Sprachassistent an einer französischen Schule in Mittelfrankreich.

Lieblingskünstler:  Mozart

Lieblingsmusik: Mozart: Klaviersonaten, Hornkonzerte, Violinkonzerte, Klavierkonzerte, Klarinettenkonzert, Symphonien, Opern

 

Sonstige Interessen oder Hobbies

Fußballtorwart in einer Altherrenmannschaft (wobei ich mit ABSTAND der älteste bin), Tanzen bei Bäulke, Joggen im Fohnbachtal

 


1. Juli 2020: Bernd Rosenbaum

 

Wie/mit welchem Medium drückst du dich aus? 

Selten, vielleicht sogar einmalig, ist die Art und Weise meines Bildermachens. Herkömmliche, industrielle Druckfarben die ich in ihrer Konsistenz verändere, bringe ich mit Hilfe von Spachtel und Gummirakel, direkt oder indirekt, auf Papier, Leinwand oder neuerdings auch auf dünne Aluminiumplatten. Das sind handwerkliche Voraussetzungen für das was meine meist abstrakten Bilder aussagen sollen. Eine Symbiose von Formen und Farben sollen sie sein, leben sollen sie und nie langweilig sein. 

In einer neuen Schaffensperiode sind Installationen und Skulpturen hinzugekommen, die ich meist aus Totholz und einem Sack voller Ideen gestalte. Unverkennbar – Witz und Freude – die ich bei der Erstellung empfinde. Aber es entsteht auch die ein oder andere nachdenkliche Arbeit, dem Zeitgeist entsprechend.

 

Wie bist du dazu gekommen, diese Kunst zu lernen/auszuüben?

Als gelernter Offsetdrucker habe ich schon fast sechs Jahrzehnte mit Farben zu tun. Früher musste man Farbtöne noch aus verschiedenen Farben mischen. Das verlernt man nicht. Kunstinteressierter war ich schon immer. 

 

Woher kam die Motivation, wer oder was hat dich dazu inspiriert?

2002 zwang mich ein halbjähriger Krankenhausaufenthalt viel über mich und mein Leben nachzudenken. Hier reifte der Entschluss mich der Kunst zu zuwenden. 

 

Seit wann bist du künstlerisch aktiv?

Ab 2004 widmete ich mich der Kunst des Bildermachens. 

 

Woher nimmst du die Motive für deine künstlerische Arbeit?

Meine Bildmotive sind wie die Blattläuse im Garten; kommen überall her, aus der Natur, aus Träumen, aus dem Urlaub. 

Das Totholz für die Skulpturen finde ich in Holland in einem Waldstück hinter den Dünen, und das Motiv dafür - aus dem Sack voller Ideen.

 

An welchem Künstler/in hast du dich am Anfang deiner künstlerischen Tätigkeit orientiert?

An meinem Nachbarn Gerhard Meier, ein begnadeter Ornithologe, Maler, Holzschnitzer und Mitglied der „Bunten Palette“. 

 

Gibt es heute noch andere Vorbilder?

Vorbilder gibt es keine. Ich bin ein Autodidakt. Habe keine „Trainingsstunden“ absolviert, weder bei Bodo Klös noch bei Peter Seharsch.  Ich habe also einen eigenen unverfälschten Stil, schaue aber oft über den Bilderrand hinaus, in Galerien und Ausstellungen, bevorzugt in Holland.

 

Wie kamst du zum Kukuk?

Die regionale Kunstszene interessiert mich doch sehr. Und wenn ich die Berichterstattungen von Heiner Schultz über die KUKUK-Ausstellungen und seine geschliffenen Artikel in der Tageszeitung bewundern konnte, war es für mich klar, „hier versuchst du mitzumachen.“ So ist es geschehen. 

 

Welchen Beruf hast du erlernt, welchen Beruf übst du aus, bzw. hast du bis vor der Rente/Pension ausgeübt?

Ich habe Offsetdrucker gelernt und war die letzten 40 Jahre selbstständig in eigener Druckerei in Lollar/Ruttershausen.

 

Kommst du aus der Gegend?

Bin 1945 in Ruttershausen geboren, lebe immer noch hier, bin bodenständig und „mit der Scholle verwachsen“.

 

Lieblingsmusik:  Hannes Wader, Joan Baez, Stones.

Lieblingsessen:  Stompe-Gemois

Lieblingsort: Lahnaltarm (Feuchtgebiet) bei Friedelhausen

Sonstige Interessen: Ornithologie

Lieblingsprojekt: Mein neues „RO-telier“, ein Atelier mit über 40 qm das ich während der Corona-Zeit erstellt habe. Ein Fleckchen, das mich aus der harten, realen Welt hinausträgt in die Welt der Kunst und zu neuen Inspirationen. Hier fühle ich mich frei.

 


14. Juni 2020: Elfriede Pieh

 

Wie/mit welchem Medium drückst du dich künstlerisch aus? (Malen, Zeichnen, Fotografie, Objektkunst, darstellende Kunst, schreibende Kunst, sonstiges)

Ich male mit Aquarell – Acrylfarben auf Papier und Leinwand. Zur Verstärkung der Wirkung benutze ich Spachtel, Sand und Wellpappe. 

Wie bist dazu gekommen, diese Kunst zu lernen, auszuüben? 

Schon als Kind habe ich gerne gemalt.

Woher kam die Motivation?  Wer oder was hat dich dazu inspiriert?

Durch Ausstellungen inspiriert habe ich dann Malkurse besucht.

Seit wann bist du künstlerisch aktiv?

In den 80er Jahren habe ich mit viel Freude Hessenteller, Krüge, Kannen und Möbel mit Bauernmalerei bemalt. Als es für diese Werke bei uns keinen Platz mehr gab, habe ich mich dann der Seiden- und der Ölmalerei gewidmet und Blumen und Landschaftsbilder gemalt. Neugierig auf andere Techniken, habe ich mit der Aquarellmalerei begonnen. Jetzt male ich bevorzugt mit Acrylfarben auf Leinwand, in verschiedenen Stilrichtungen und Motiven von Blumen, Landschaften bis zu abstrakten Bildern. 

Woher nimmst du die Motive für deine künstlerische Arbeit? 

Bei der Gestaltung meiner Bilder orientiere ich mich an der Natur und greife auf Fotos und Skizzen zurück. Aber auch Stimmung und Intuition spielen eine wichtige Rolle.

An welchem Künstler, welchen Künstlern hast du dich im Anfang deiner künstlerischen Tätigkeit orientiert?

Mich haben schon immer die Impressionisten wie Paul Cezanne, der englische Romantik-Künstler William Turner, und der Expressionist August Macke begeistert. 

 

Gibt es heute noch andere Vorbilder? 

Ich orientiere mich auch gerne an den Bildern des hessischen Malers Peter Seharsch. 

 

Wie kamst du zum KuKuK?

Ich bin Gründungsmitglied des KuKuK und habe dort auch schon mehrfach ausgestellt.

 

Welchen Beruf hast du erlernt, welchen Beruf übst du aus, bzw. hast du bis vor der Rente/Pension ausgeübt? 

Ich bin Herren – und Damenschneiderin, dann Hausfrau, Mutter und stolze Oma. 

 

Kommst du aus der Gegend? Wenn nicht, wo kommst du her? Warum bist du hierhergezogen?

Meine Kinder- und Jugendzeit habe ich in Dreihausen, Kreis Marburg verbracht, dann in Butzbach und Gießen gelebt und wohne seit 1978 in Wettenberg/Wißmar. 

 

Hast du eine Lieblingsfarbe?

Meine Lieblingsfarbe ist blau. Mit Blautönen male ich auch gerne das unerschöpfliche Wolken und Wellenspiel und die unterschiedlichen Stimmungen am Meer. Außerdem bastle, handarbeite und betätige ich mich gerne floristisch. 

 

Hast du eine Lieblingsmusik?

Ich liebe alle Musikrichtungen, von Klassik bis zum Schlager; besonders Elvis Presley. 

 

Hast du sonstige Interessen oder Hobbies? 

Seit 2001 bin ich ehrenamtlich im Besuchsdienst der Herzdamen im Evangelischen Krankenhaus Mittelhessen tätig.

 


17. Juni 2020: Irma Müller

 

Wie/mit welchem Medium drückst du dich künstlerisch aus? (Malen, Zeichnen, Fotografie, Objektkunst, darstellende Kunst, schreibende Kunst, sonstiges)
Ich arbeitete hauptsächlich in Aquarelltechnik, habe mich aber auch mit Enkaustik und der Herstellung von Schmuck beschäftigt. 

Wie bist du dazu gekommen, diese Kunst zu lernen, auszuüben? Woher kam die Motivation?  Wer oder was hat dich dazu inspiriert?
Vor ca. 16 Jahren habe ich im Urlaub in Südtirol bei einem Malkurs zugesehen und empfand die Aquarellmalerei als sehr schön. Nun wollte es auch erlernen und besuchte danach auch Kurse bei der VHS.

Seit wann bist du künstlerisch aktiv?
Den Einstieg hatte ich vor über 20 Jahren mit Seidenmalerei gefunden und habe auch kurz darauf mit Schmuckherstellung begonnen.  

 

Woher nimmst du die Motive für deine künstlerische Arbeit?
Mich inspiriert besonders die Natur aber ich benutze auch Bilder aus Büchern für meine Motive, die hauptsächlich Blumen sind. 

Wie kamst du zum KuKuK?
Ich bin vor ca. 9 Jahren von KuKuK-Mitglied Margit Stork motiviert worden, dem Verein beizutreten. 

 

Welchen Beruf hast du erlernt, welchen Beruf übst du aus, bzw. hast du bis vor der Rente/Pension ausgeübt?
Ich habe Frisörin gelernt und habe bis zur Geburt des Sohnes in diesem Beruf gearbeitet.

Kommst du aus der Gegend? Wenn nicht, wo kommst du her? Warum bist du hierhergezogen?

Ich wurde in Londorf, Rabenau geboren. 

 

Hast du eine Lieblingsmusik?

Seit langer Zeit liebe ich Rock ‘n Roll. Musiker wie Elvis Presley und Fats Domino finde ich ganz toll. Ich gehe sehr gerne auf das Elvis-Festival in Bad Nauheim. Ich war natürlich auch auf die Golden Oldies in Wettenberg, in den passenden Kleidern, versteht sich.

 

Wo ist dein Lieblingsort?
Südtirol finde ich immer wieder wunderschön. Österreich gefällt mir auch sehr gut.

 

Hast du sonstige Interessen oder Hobbies?

Da reichen mir meine Enkel. - Das stimmt nicht ganz. Ich spiele sehr gerne Tennis und betreibe das ziemlich intensiv. 

 


10. Juni 2020: Hannes Bolterauer

 

Wie/mit welchem Medium drückst du dich künstlerisch aus? 

Ich beschäftige mich mit Malen und Zeichnen.

 

Wie bist dazu gekommen, diese Kunst zu lernen, auszuüben? 

Beide meine Frau und meine Schwester sind Künstlerinnen und haben mich damit „angesteckt“.

Woher kam die Motivation?  Wer oder was hat dich dazu inspiriert? 

Es hat mich interessiert, ob ich auch Talent habe. Dass ich viel Fantasie habe weiß ich schon seit Langem.

Seit wann bist du künstlerisch aktiv? 

Ich habe vor ca. 10 Jahren angefangen, mich künstlerisch auszudrücken.

 

Woher nimmst du die Motive für deine künstlerische Arbeit?

Ich finde meine Motive sowohl in der Landschaftsmalerei als auch im Figürlichen. Ich male oder zeichne auch gerne Gesichter. 

 

An welchem Künstler, welchen Künstlern hast du dich im Anfang deiner künstlerischen Tätigkeit orientiert?

Egon Schiele war ein wichtiges Vorbild für mich.

Gibt es heute noch andere Vorbilder? 

Insbesondere gefallen mir die Expressionisten.

 

Wie kamst du zum KuKuK?

Ich habe durch Lena Will vom KuKuK erfahren. Ich habe auch bei ihren Arbeitskreisen mitgemacht und viel gelernt.
 

Welchen Beruf hast du erlernt, welchen Beruf übst du aus, bzw. hast du bis vor der Rente/Pension ausgeübt? 
Ich war Professor für theoretische Physik an der Gießener Universität.

Kommst du aus der Gegend? Wenn nicht, wo kommst du her? 

Ich bin in Wien aufgewachsen und ich habe dort auch studiert.

 

Sonstige Interessen oder Hobbies

Mich fasziniert die Physik, auch heute noch.

 


3. Juni 2020: Silvia Rudnicki - Vielfalt und experimentelles Wirken auf dem Pfad der Kunst 

 

Wie/mit welchem Medium drückst du dich künstlerisch aus? Materialien wie Farben, Pigmente, Asche, Erde, Sand, Marmormehl, Espressosatz, gemörserte Mineralien, Vulkansplitter, Holz, Metall, Rost sind meine Hilfsmittel, um mich teilweise in Prozess- oder Malereiarbeiten leiten zu lassen.

 

Meine Werke sind Acrylbilder, Pigmentarbeiten, Collagen, Skulpturen, Installationen, auch ab und zu Kunsthandwerk mit Filz, Kreationen als Schmuck, alles was mir in die Finger kommt und zu schönen Dingen umfunktioniert werden kann. Ich suche oftmals durch meine Ideen neue Materialien, bei der Umsetzung folgt dann eine neue Herausforderung. 

 

Wie bist dazu gekommen, Kunst zu lernen, auszuüben? Seit wann bist du künstlerisch aktiv?

In meiner Kindheit habe ich recht viel gemalt. Es wurde aber dafür kein Wort verloren oder eine besondere Beachtung geschenkt. All diese nicht beachteten Sehnsüchte, Wünsche, die Kinder auf's Papier bringen, fielen in meiner Lebensgeschichte regelmäßig zur Anfeuerung des Ofens zum Opfer. So mit 16 Jahren begann ich auf alles zu malen, was mir unter die Finger kam.

 

Woher kam die Motivation?  Wer oder was hat dich dazu inspiriert?

Meine Freundin Juliane Wanner aus Augsburg, die ausgebildete Kunsttherapeutin und Biographieberaterin ist, hat in mir vor vielen Jahren den Grundstein und die Begeisterung gelegt.

 

Woher nimmst du die Motive für deine künstlerische Arbeit?

Kunst ist für mich, meine Erlebnisse, Wahrnehmungen, Empfindungen, Vorstellungen, Träume und Ideen in verschiedenster Form darzustellen, Dinge zu sehen und zu spüren, die ich wahrnehme und auf Bildern, Collagen, Installationen in unterschiedlichster Weise der Darstellung sichtbar mache. Wo Nichts ist, kann wunderbares durch Erleben entstehen, Prozessarbeit einer besonderen Art mit Pigmentmalerei. Bilder, die sich durch sehr viel Zeit und Achtsamkeit ins Leben rufen.

 

An welchem Künstler, welchen Künstlern hast du dich im Anfang deiner künstlerischen Tätigkeit orientiert?

Meine Vorbilder in jungen Jahren waren Salvador Dali und René Magritte. Die beiden vergötterte ich regelrecht und auf den Spuren von Dali besuchte ich mit meinem jetzigen Mann das Geburtshaus in Cadaquès, das Museum Figueres und das Castle of Pùbol, einem Schloss, wo Gala, seine Ehefrau lebte und das sicherlich sehr ungewöhnliche und teilweise fantastische Kunstgegenstände und Gemälde des großen Künstlers Dali beherbergt. Später kamen noch Lyonel Feininger, Joan Miro, Max Ernst, Hans Arp und Niki de Saint Phalle hinzu. 

 

Welchen Beruf hast du erlernt, welchen Beruf übst du aus, bzw. hast du bis vor der Rente/Pension ausgeübt?

Bevor ich meine Ausbildung zur Erzieherin begann, erfüllte ich mir einen Herzenswunsch und ging für ein Jahr nach Griechenland. Das Jahr in Griechenland war voller Spannung und Erwartung und mein Gehirn speicherte eine Menge an Düften, die ich nie wieder vergaß. 

Nach meinem Jahr Griechenlandaufenthalt habe ich in Augsburg eine Ausbildung zur Erzieherin begonnen. Mein Arbeitsleben führte mich nach Dachau und Augsburg in Mädchen- und Jungendgruppen. Später arbeitete ich in einer Kita und übernahm neben der Gruppenarbeit auch die Ausbildung der Jahrespraktikanten und die Praktikantenanleitung relativ schwieriger junger Mädchen von der Firma Zaug und auch FSJ Praktikanten, bis ich durch eine chronische Erkrankung in die Frührente ging. 

 

Kommst du aus der Gegend? Wenn nicht, wo kommst du her? Warum bist du hierhergezogen?

Ich bin 1954 geboren und habe meine Kindheit auf dem Land in Bayern verbracht.

 

Auf meiner zweiten Berliner Reise traf ich die Liebe, die mich dann in die noch geteilte Stadt 1980 trieb. Mein Arbeitsleben waren weiterhin die Jugendlichen und die Malerei rückte etwas in die Ferne als mein Sohn 1984 auf die Welt kam. Erst nach der Trennung von meinem ersten Ehemann war da wieder Zeit und Raum mich mit der Malerei zu beschäftigen.

 

Die zweite Liebe kam dann zu mir nach Berlin 1993, um seinen ersten Berliner Marathon zu laufen und ich ihm dann nach 1 ½ Jahren Fernbeziehung mit Kind, Katze und Kegel nach Hessen Gießen folgte. Schnell wurde Bernd und mir klar, dass wir auch in der Kunst viele Ideen haben und diese realisieren wollen. 

Im Jahre 2000 konnte ich die Idee, ein Atelier anzumieten, in der Ludwigstraße in Gießen realisieren. Dort wurde viel experimentiert. Mit Gips, Guß, Abformungen und im Keller entstanden aus Speckstein, Sandstein, Alabaster und Holz Skulpturen. Ich habe mit Schwangerschaftsbäuchen, Körpermasken und deren Bemalung begonnen. 

 

Ich habe an vielen verschiedenen Ausstellungen teilgenommen.  Eine gemeinsame Ausstellung mit 70 Exponaten mit Bernd 2004 im Oberhof war endlich wahr geworden. In 2005 beteiligte ich mich zum 2. Mal bei der Grünberger Gallusmarktausstellung und gewann den ersten Preis für Skulpturen mit dem „Salamanderfelsen“. In Wetzlar im Labyrinth, im Frauenkulturzentrum Mandala, in der Geburtsklinik in Gießen und in Hüttenberg bei Bella Keuscher, im Gesundheitszentrum Braunfels bei Dr. Heinrichs-Kuhn und im Frauenkulturzentrum Gießen waren meine Werke zu sehen.

 

Das Atelier wurde 2006 nach Blofeld in eine alte Schule verlagert. In dem Schulatelier entstanden weitere Skulpturen. Wir beschlossen unser Traumobjekt, eine Hofreite mit einer Werkstatt zu suchen. Endlich 2010, nach 14-jähriger Suche konnten wir 2011 im Frühjahr nach Pohlheim unser MaRuGi-Chalett beziehen, das im Juli 2012 mit einer Ausstellung der Berliner Künstlerin Alraune Pietsch eingeweiht. Einige Events, Ausstellungen, Lesungen und ein Benefizkonzert mit Georgi Kalaidjiev fanden im Atelier und Innenhof statt. In 2014 beschloss ich, das Atelier nur noch zum Arbeiten zu benutzen.

 

Wann kamst du zum KuKuK?

Seit 2015 bin ich im Kunst- und Kulturverein KuKuK und nehme an verschiedenen Gesamt - und Einzelausstellungen teil. Ich schätze sehr die recht professionelle Arbeit einzelner Personen, die diesen Verein in den 17 Jahren der Existenz zu einer Größe haben werden lassen, alleine schon durch die Ausstellungshalle und der regelmäßigen Ausstellungsangebote und im kulturellen Bereich.

 

Hast du eine Lieblingsmusik?

Meine Freundinnen gingen in die Disco oder ins Kino und ich verbrachte meine Zeit mit Malen und Hintergrundmusik. In der Musik wird es vor allem immer die Klassik bleiben: Wagner, Tschaikowsky, Schubert, Beethoven u.a. In früheren Jahren waren es die Trompeter Maurice Andrè und Andre Bernard, der Gitarist Andrès Segovia, Cat Stevens, Dire Straits, Gianna Nannini, Joan Baez, Maria Farantouri, B. Klaus Schulze, Pink Floyd und Arik Brauer. Heute ist es ein Mix von vielen. Der Pianist Martin Herzberg aus Grünberg, Marla Glen und Nora Jones begleiten mich regelmäßig auf dem Pinselritt über die Leinwand.

 


27. Mai 2020: Ursula Mayer

 

Kommst du aus der Gegend? Wenn nicht, wo kommst du her? Warum bist du hierhergezogen?

Vor 79 Jahren wurde ich in Eutin geboren, des Krieges wegen. Meine Mutter suchte zur Geburt ihres ersten Kindes Zuflucht in ihrem Elternhaus. Aufgewachsen bin ich aber im Odenwald und außer einiger Zeit in Tübingen und Zürich habe ich immer in Hessen gelebt, 45 Jahre in Wettenberg.

 

Welchen Beruf hast du erlernt, welchen Beruf übst du aus, bzw. hast du bis vor der Rente/Pension ausgeübt? 

Nach dem Abitur begann ich ein Germanistik- und Geographiestudium mit dem Ziel, Lehrerin zu werden. Diesen Berufswunsch hatte ich schon als Kind und ich war es gern, 34 Jahre lang.

 

Was sind deine Hobbies oder Interessen? 

Natürlich lese ich als Deutschlehrerin gern und viel (Lieblingsschrifsteller u. a. Fontane, aber auch Krimis und Biographien), andere Hobbies sind Wandern (geht nicht mehr so ausdauernd aus Altersgründen) und Schwimmen. Ich liebe Gartenarbeit und vor allem Singen. Seit Kinderzeiten war ich Mitglied in Chören, augenblicklich in der Petruskantorei. Bach, Mendelssohn, Schubert, Mahler, aber auch Jazz und Moderne mag ich besonders. Außerdem habe ich 10 Jahre in einer Theatergruppe mitgemacht. Wir spielten mit Erfolg auf kleineren Bühnen der Umgebung und auf den Gießener Studiobühnen Zigarrenfabrik, später TiL.

 

Wie/mit welchem Medium drückst du dich künstlerisch aus? Wie bist dazu gekommen, diese Kunst zu lernen, auszuüben? 

Zur Schmuckherstellung bin ich vor gut 20 Jahren gekommen, eher zufällig, obwohl ich auch vorher schon gern etwas 'mit den Händen' gemacht habe. In einer Auslage sah ich eine Kette aus Draht und Glasperlen und versuchte, so etwas auch herzustellen. Mit Erfolg. Nach und nach entdeckte ich verschiedenfarbige und -geformte Drähte, dann Seidenbänder, Filzschnüre, Lederriemen, Perlonfäden, dazu eine Vielzahl an Perlen unterschiedlicher Größe aus Glas, Metall, Plastik, Holz, Keramik, Halbedelsteinen. Ich begann selbst welche herzustellen aus Ton, Papier, Filz, benutzte Fundstücke wie Zapfen, Federn, Steine und Muscheln. Anregungen fand ich in Büchern, Ausstellungen, Museen, Arbeiten anderer. Durch Probieren, wieder Verwerfen, neu Kombinieren entsteht Neues, entwickelt sich manches in ganz anderer Richtung als ursprünglich geplant - das ist das Spannende daran.

 

Manchmal werden konkrete Wünsche an mich herangetragen, was Farben, Formen und Material betrifft, das ist dann besonders reizvoll. Blau kombiniert mit Grün, Schwarz und Grau, dunkles Rot, aber auch Gold und Brauntöne sind bevorzugte Farben. Zur Zeit versuche ich Farben und Muster von Stoffen umzusetzen in entsprechende Schmuckstücke.

 

Wie kamst du zum KuKuK?

Vor etwa 12 Jahren bin ich dann dem Kukuk beigetreten, zum einen, um eine Ausstellungsmöglichkeit zu haben, zum anderen, weil ichArbeit und Ziele des Kukuk interessant und für die Gemeinde und das Umland als sehr bereichernd ansehe.

 

Im übrigen sehe ich mich weniger als Künstler, sondern eher als 'Kunst - Handwerker ' und freue mich, dass auch im Kukuk wieder mehr Mitglieder meiner Zunft und andere 'Kulturschaffende‘ zu finden sind. Gerade diese Vielfältigkeit, auch die Kleinkunstveranstaltungen stoßen auf Interesse über Wettenberg hinaus.

 


20. Mai 2020: Marita Meurer

 

Wie/mit welchem Medium drückst du dich künstlerisch aus?

Malen mit Acryl und mit verschiedenen Medien (Mischtechniken mit Spachtelmasse, Marmormehl, Sand, Kaffeesatz, Ölkreide sowie Kohle und Tusche). Zwischendurch kamen noch Arbeiten mit Ton und Speckstein hinzu.

 

Wie bist du dazugekommen, diese Kunst zu lernen, auszuüben?

Ich habe seit meiner Kindheit schon immer gerne gemalt und gezeichnet. Auch in der Schule hat mit der Kunstunterricht sehr viel Spaß gemacht.

Woher kam die Motivation? Wer oder was hat dich dazu inspiriert? 

Die Seidenmalerei hat mich schon immer inspiriert. Ich habe Tücher, viele Kissenhüllen und Krawatten bemalt. Später wagte ich mich auch Bilder auf Seide anzufertigen, die dann auf Lampenschirmfolie aufgespannt wurde, um Stabilität zu bekommen. Später kam die Aquarellmalerei und auch das Malen mit Acrylfarbe hinzu.

 

Seit wann bist du künstlerisch aktiv?

Künstlerisch tätig bin ich schon seit meiner Kindheit. Wie schon erwähnt habe ich ca. 1998 mit der Seidenmalerei begonnen.

 

Woher nimmst du die Motive für deine künstlerische Arbeiten?

Am Anfang meiner Malerei habe ich mich an gegenständlichen und naturistischen Motiven orientiert. Erst viel später kam die abstrakte Malerei hinzu.

 

An welchem Künstler, welcher Künstlerin hast du dich im Anfang deiner künstlerischen Tätigkeit orientiert?

Am Anfang meiner künstlerischen Tätigkeit habe ich mich u.a.an Friedensreich Hundertwasser, August Macke, Gabriele Münter, Wassily Kandinsky sowie Ottmar Alt orientiert.

 

Gibt es heute noch andere Vorbilder?

Nein, nicht wirklich. Ich entwickle meine eigenen Werke. Außerdem besuche ich viele Ausstellungen und nehme viele Inspirationen mit.

 

Wie kamst du zum Kukuk?

Durch den Besuch einer Ausstellung im Kunst- und Kulturkreis Wettenberg, Ende 2008. Ich kam mit einigen Mitgliedern des Kukuk ins Gespräch und fand es gut, dass man sich mit anderen kunstinteressierten Menschen austauschen konnte. Ich bin seit Anfang 2009 Mitglied im Kunst- und Kulturkreis Wettenberg.

 

Welchen Beruf hast du erlernt, welchen Beruf übst du aus, bzw. hast du bis vor der Rente/Pension ausgeübt?

Ich habe den Beruf der Apothekenhelferin erlernt. Darauf aufbauend habe ich durch einen Arbeitsplatzwechsel zum UKGM Gießen eine weitere Ausbildung zur Medizinischen Dokumentations-Assistentin gemacht. In diesem Fachbereich Strahlentherapie war ich ca. 23 Jahre, bis zu meiner Rente tätig.

 

Kommst du aus der Gegend? Wenn nicht, wo kommst du her? Warum bist du hierhergezogen?

Ich bin in Pohlheim (Watzenborn) geboren. Wir haben im Jahre 2000 nochmals gebaut, und sind dann nur in einen anderen Ortsteil von Pohlheim (Garbenteich) umgezogen.

 

Sonst noch was?

Ich habe viele Lieblingskünstler, u.a. Peter Maffay.

Meine Lieblingsfarbe ist Blau in allen Variationen (von Indigo bis hin zu Türkis und zu ganz hellen Blautöne).

Meine Lieblingsmusik ist vielfältig. Ich mag Schlager genauso wie Rock, Pop, Jazz u.v.m.

Am liebsten esse ich italienische, aber auch japanische Speisen sehr gerne.

Zu Hause und im Umfeld meiner Familie fühle ich mich sehr wohl.

Ich lese gerne leichte Lektüre aber auch ein Krimi wie z.B. von Nele Neuhaus, Märchen und Kurzgeschichten von Hermann Hesse.

Ich liebe meinen Garten (und natürlich auch die Gartenarbeit).

Außer Malen handarbeite ich sehr gerne. Das Basteln mit meinen Enkelkindern macht mir auch großen Spaß.

 


13. Mai 2020 Horst Wolcke


Mein Weg zur Photographie  -  ein Rückblick von Horst Wolcke

 

Mit einer gebrauchten  ZEISS - IKOFLEX  als Geschenk eines älteren Herrn fing alles an . Dieses ziemlich schwere photographische Gerät , eine zwei-äugige  6 x 6 - Kamera gab mir die Möglichkeit , Menschen im Alltagsleben oder interessante Gebäude und Beobachtungen in der Natur einfach , schnell und präzise abzubilden . Ich war unabhängig von Pinsel und Zeichenstift . Im Gymnasium  in Düren im Rheinland gab es leider kein Labor zum Entwickeln  der Film-negative und auch keinen Vergrösserer , um Positive und damit interessante  Papierbilder  zu machen .

Für meine IKOFLEX benötigte ich einen  6 x 6 - Rollfilm , Empfindlichkeit   21 DIN bzw.  400 ASA   -   am besten  Blende  8  und  1/100  sec. .  Bei normaler Helligkeit  reichte das für einen Anfänger , um eine akzeptables Ergebnis zu erreichen .  Ich schaute dabei von oben auf die  große Mattscheibe , über die ich mit einer seitlichen Verstellschraube an der Kamera die Scharfstellung vornehmen konnte . Dann  nur noch ein Auslöseklick mit Daumen oder Drahtauslöser und das  Photo „ war drin „ .   

Der Film hatte nur 12  Einzelnegative  -  ich mußte also genau überlegen , welches Motiv sich lohnte  .  Mein Taschengeld  war bescheiden und die Möglichkeit zu Nebenverdienste über Nachhilfe oder Bücherausfahren begrenzt .  -  War der Film belichtet mußte er in der Kamera  nach dem 12. Bild  jedesmal zurückgespult werden , um ihn    zu entnehmen und lichtdicht zu verschliessen  .  Dann brachte ich ihn in ein Photogeschäft , wo der Film im Labor entwickelt wurde , bestellte auch gleich 12 Kontaktabzüge in 6 x 6 cm  -  also Papierbilder  -   um zu sehen , welches Bild evtl. für eine Vergrösserung taugte .

Während einer Sportveranstaltung konnte ich einen Kugelstoßer  gut in seiner Bewegung  darstellen , und während eines Fußballspiels lag der Torwart wie losgelöst fast waagerecht in der Luft , um einen schnellen Ball zu parieren , der in seiner Unschärfe nur noch wie eine  Staubfahne zu erkennen war  -  dabei stand ich hinter dem Tor .  -   Nach etlichen Versuchen hatte ich  dieses Handwerk im Prinzip kennengelernt und kam erst wieder darauf zurück , als ich im 3. oder 4. Semster in Mainz Medizin studierte . Dabei konnte ich nebenher über  kleine Tätigkeiten  meine Finanzen etwas aufbessern und mich auf diese Weise wieder der Photographie  in geringem Maße  widmen .                                                                           Nach dem Abitur hatte ich zunächst  6,5  Wochen  am Bau gearbeitet , war später u.a. Arzthelfer in Süddeutschland , 8 Wochen  lang Auslieferungsfahrer mit Klein-Lkw in Hamburg und dann Betreuer und Fahrer eines teilgelähmten jungen Amerikaners auf Europareise , der in einem Hotel  in Wiesbaden mit seinem väterlichen Begleiter zwei Wochen Station machte . Zu den Einzelausflügen zählten u.a.  Heidelberg , Fulda und die Besichtigung des tiefen Weinkellers auf Schloß Johannisberg          Zu meinen weiteren  „ Jobs „ gehörte später auch die Arbeit für ein Mainzer Photogeschäft , das in seinem Schaufenster  Photos von Personen  nach den Karnevalssitzungenn ausstellte  -  die konnten ihre Bilder  dann für sich nachbestellen  .  So war es  meine Aufgabe , während der sog. „ Kampagne „ im  Winter-Frühjahr die Zuschauer bei den größeren Sitzungen  reihenweise abzulichten , gleichzeitig Firmenkärtchen auszuhändigen   -  und das ohne zu stören und stets gut an-gezogen mit Anzug und Krawatte .  Mit dem Firmen-ausweis hatte ich freien Eintritt für diese durchaus an-strengende Tätigkeit , die erst abends spät begann und mit Sitzungsende aufhörte . Danach noch die Kamera  und das schwere Akku-Blitzgerät  beim Senior abgeben , damit die belichteten Filme noch in der Nacht entwickelt und zu den Schaufensterbildern verarbeitet werden konnten .  Nach Hause  in mein Zimmer  brachte mich dann mein 2 CV  ,  eine Ente mit nur  16  PS  -  Mobilität war  Voraussetzung für diese  Tätigkeit , denn die Veranstaltungen fanden immer in verschiedenen Mainzer Stadtteilen statt . -  Dabei ist mir noch in Erinnerung  , dass ich in zwei aufeinander folgenden Jahren  ( zuletzt kurz vor dem Examen ) jeweils  während der Großen Sitzung im Kurfürstlichen Schloß  in einem kleinen Atelierraum Kostümaufnahmen machen konnte , einer Aufgabe , die mit zunehmender Stimmung  entsprechend Anklang fand .  Die Erfahrungen , die ich dabei machte , kamen mir auch zugute , wenn ich privat unter einfachsten Bedingungen Portraitaufnahmen machte   -  alles noch mit meiner IKOFLEX   -   bis die Vorbereitungen für das Staatsexamen im Jahre 1967 keinen zeitlichen Spielraum mehr hergaben .

                                                                                             Nach zwei Jahren als Medizinal-Assistent , verheiratet und ein Söhnchen , waren  allgemeinärztlich geprägt , bis ich anschliessend zur speziellen Weiterbildung an die Univ.-Augenklinik in Mainz kam .                                                                    Inzwischen hatte ich mir eine Leicaflex-Kleinbildkamera geleistet , ein ziemlich gutes und teures Stück . Jetzt hatte ich  die Möglichkeit , mit einem Film 36  Bilder in Folge zu machen und konnte auch die Kamera in bequemer Pose vor das Auge halten , ohne von oben auf eine Mattscheibe zu schauen . So machte ich  Aufnahmen während der Hochzeitsfeier  eines Freundes in Frankreich  . Ich kannte ihn seit Studienzeiten  , als wir beide eine Aufgabe in der  studentischen  Politik hatten , zu einer Zeit , als es  politisch überall unruhig war .  Er studierte Publizistik und Politologie  -  passend also zu einer solchen Aufgabe , während ich eher durch Zufall dazu  gekommen war . Später also - wir waren beide berufstätig - heiratete er seine französische Freundin auf dem Weingut der Großeltern in einem kleinen Ort an der Loire . Nach interner Absprache durften die beiden einen Pfarrer mitbringen , den sie schon lange persönlich kannten , der dann die individuelle Hoch-zeitsfeier in der kleinen Kirche gestaltete .  -  Mein Interesse galt vor allem dem gemütlichen  Zusammensein der so unterschiedlichen und mir unbekannten Leute bei ländlicher Küche und gutem Wein . Die Stimmung war sehr gemütlich-ländlich  und die photographischen Ergebnisse auf Papier  geben genau das wider . Sie haben nichts von der besonderen Atmosphäre verloren .

 

Auch beruflich hatte ich stets mit  Photographie zu tun .  . So beschäftigte ich mich mit der Darstellung des Augen-hintergrunds und seiner interessanten Gefäßstruktur , um auch krankhafte Veränderungen  erkennen zu können  -  dies ist z.B. bei Diabetes manchmal der Fall und hat damit weitreichendere Bedeutung .

Während der Zeit an einer Berliner Klinik machte ich interessante Straßenbilder von einer Anti-Vietnam-Demonstration mit zahlreichen aufgewühlten Menschen in der Nähe der Gedächtniskirche .  

Es gibt immer wieder interessante  Situationen , wo irgendwelche Leute irgendetwas miteinander zu tun haben . Im Laufe der Zeit und mit zunehmende Erfahrung wächst auch die Sensibilität für Menschen und  ihr Verhalten .  Das kann die Gestik sein , der Blick für sich  allein oder mit- einander in der Gruppe  -  häufig sind es ganz alltägliche Momente , die ein Bild ausmachen und man merkt manchmal erst später , was man „ eingefangen hat „  hat .                                                                                     Wenn ich jemanden nennen müßte , den ich als eine Art Vorbild betrachte  , dann wäre es Barbara Klemm , die als Photographin im Rahmen sog. „ streetphtotography „ ihre Bilder schon oft gezeigt hat , gerade in der Frankfurter Gegend   -  sie war bei der FAZ . Photographisch gibt sie gibt auch in der eigenen Aufgabenbeschreibung etwas wider , das mir selbst entspricht .  -  Andererseits haben auch viele Zeichner und Maler jahrhundertelang  unsere Rolle im Alltagsleben dargestellt  -  auch für Photographen sehr lehrreich .

 

Was mein Engagement im KUKUK angeht  -  ich hatte früher keine besondere Gelegenheit und auch nicht unbedingt den Gedanken , meine Bilder auszustellen . Ich habe eigentlich für mich selbst photographiert .Auch haben mich die zunehmende künstlerische Bedeutung und auch die damit verbundenen Ehren und auch Preise bei bekannten Photographen ziemlich überrascht .  -  Nun , die Überraschung ist längst vorbei   -  ich arbeite inzwischen mit einer Digitalkamera und freue mich über die  bessere Lichtausbeute  -  das war in den analogen Jahren durchaus  begrenzter  und  aufwendiger . Durch die Möglichkeit , massenhaft Bilder zu speichern und auch mühelos wieder zu löschen , ist es allerdings zu einer regelrechten Flut von Bildern gekommen  -  da muß man evtl. etwas genauer und differenzierter  hinschauen  , aber das macht ja auch  kritischer und toleranter zugleich .                                       

Unabhängig von der neuesten Technik haben sich meine  eigene Aktivität und mein Interesse an der bildnerischen Darstellung nicht verändert  -  meine Grundlagen dazu habe ich früh gelernt und ich kann diese Erfahrungen auch heute gut anbringen .                                                                      In unserer etwa 80 Mitglieder zählenden sehr aktiven Gruppe von künstlerisch interessierten und  tätigen Leuten mit dem schönen Namen  „ KUKUK „    finden solche Überlegungen und Gespräche dauernd statt .  Es ist immer etwas los  -  an Aufgaben fehlt es nie  -  immerhin gibt es doch  12 bis 13 Ausstellungen im Jahr  -  das ist mit viel Arbeit verbunden , denn die große Ausstellungshalle  wird in der Regel mit 60 bis 100 Bildern an den Wänden und zahlreichen Objekten am Boden oder in der Luft bestückt   -  an Handwerkszeug oder einer Leiter ist stets Bedarf .  Am Ende ist dann eine gut besuchte Vernissage mit Freude bei Besuchern und Schaffenden eine schöne Belohnung .       Auf jeden  Fall lohnt es sich bei uns vorbeizuschauen .      

 

Anm. - warum ich Photographie in älterer Schreibweise mit          „ ph „  schreibe  -  eine Hommage an die Franzosen

           die zu den Erfindern gehören . 

 


6. Mai 2020: Michael Ackermann


Impulse aufnehmen

 

Wie/mit welchem Medium drückst du dich künstlerisch aus?

Ein eher reduzierendes Zeichnen ist meine Basis. Über Acryl-Malerei und Mischtechniken hinaus bin ich in der Collage/Montage und in den letzten Jahren in Handdruck-Techniken gelandet. Dabei handelt es sich vornehmlich um Frottagen und Monotypien. Letztere entstehen auf der Basis von Styroporplatten. Auch mit Ton habe ich gearbeitet. – Die Fotografie gehört zu allem in verschiedener Weise dazu.

 

Wie bist Du dazu gekommen, diese Kunst zu lernen, auszuüben?

Es hat alles begonnen mit meiner Ausbildung zum Schriftsetzer. In der Berufsschule gehörte zur Ausbildung das Handwerk der grafischen Gestaltung, das Entwerfen und Zeichnen von Schriften und das Zeichnen überhaupt, vor allem unter dem Gesichtspunkt von Raumaufteilung und Perspektive (z.B. das proportionsgetreue Übertragen von Stadtansichten). Neben dem Bleistift- musste ich mich damals auch im Tusche-Zeichnen schulen. Das gehörte quasi zum beruflichen Grundhandwerkszeug. Aus der Pflicht wurde dann eine Passion.

 

Woher kam die Motivation? Wer oder was hat dich dazu inspiriert?

Durch meine Ausbildung und die Schriftsetzer-Praxis bin ich immer stärker in den Sog der Gestaltung im Besonderen gekommen. Inspirierend war damals die sich entwickelnde Popart, musikalisch und ästhetisch. Sie arbeitete stark mit gedehnten und gestauchten Schriften und mit für mich zuvor unvorstellbaren Farbexplosionen und grellen grafischen Effekten. Damit im Verbund gab es eine Revolution in der Entwicklung von Plakat-Kunst und von Langspielplatten-Cover, die mich erheblich beeinflusst hat. So entstanden eigene Entwürfe für imaginäre Schallplatten und psychedelische Plakate.

 

Seit wann bist du künstlerisch aktiv?

Ja in etwa seit meinem 18. Lebensjahr war ich gestalterisch aktiv, aber das würde ich noch nicht unter "künstlerisch" fassen wollen.

 

Woher nimmst du die Motive für deine künstlerische Arbeit?

Oh, das hat sich im Laufe der Zeit schon sehr gewandelt. Am Anfang stand die Motivwelt aus Popart und Surrealismus, die die Jugendkultur stark geprägt haben. In den richtig harten politischen Zeiten der 1970er-Jahre habe ich auch Agitprop-Plakate gezeichnet. Erst Anfang der 1980er-Jahre habe ich wirklich wieder begonnen zu zeichnen und zu malen. – 1985 haben Cornelia Hollaender und ich uns bei einem Mal-Kurs in der Provence beim Städel-Schüler Harald Jakob kennen gelernt, und seitdem war ich sehr mit Landschaft beschäftigt, zunächst vor allem fotografisch. Ab Anfang der 1990er-Jahre habe ich dann eigentlich kontinuierlich zeichnerisch und malerisch gearbeitet.

Mit etlichen Teilnahmen an der Sommer-Akademie in Marburg, vorwiegend im Kurs der Ostberliner Künstlerin/Grafikerin Ursula Strozynski, erweiterte sich mein Motiv-Horizont erheblich. Ich entdeckte, dass mich altindustrielle Strukturen faszinieren, dass ich eine Affinität zu Landschaftspanoramen, aber auch zu architektonischen Räumen habe. Auf Reisen führe ich seit fast drei Jahrzehnten ein zeichnerisches Tagebuch, welches Vorlagen abgibt für "typische Landschaften" oder "typische Orte", die jedoch nicht auf Realismus zielen. Immer wieder aber stellen sich mir gesellschafts- oder umweltpolitische Fragen, die ich motivisch umkreise, meist in größeren Formaten.

In meinen Bildern tauchen nur selten Menschen auf. Als hätte ich schon immer in Zeiten einer Pandemie-Welt gelebt. Ziemlich makaber.

 

An welchem Künstler, welchen Künstlern hast du dich im Anfang deiner künstlerischen Tätigkeit orientiert?

In meiner Jugend war die Begegnung mit der Kunst von Salvador Dali und René Margrit, aber auch die Faszination für die farbigen Holzschnitt-Arbeiten von HAP Grieshaber sehr prägend. Dann aber kam schon bald das Werk von William Turner ins Spiel. Ich habe mich immer wieder intensiv mit seinen Bildwelten beschäftigt. Und natürlich haben mich Emil Noldes Aquarelle beeindruckt. Aber Turner und Nolde und schließlich das außerordentliche Werk von Horst Janssen haben mich gelehrt, dass ich kein hinreichendes Talent für die Aquarell-Malerei habe. Daher reagiere ich auch wohl sehr allergisch auf unbedarfte Aquarellmalerei.

 

Gibt es heute noch andere Vorbilder?

Nicht wirklich. Natürlich schätze ich Goya und El Greco, Picasso oder Schiele sowie Vincent van Gogh. Und so weiter und so weiter. Aber zu Max Beckmann muss ich etwas sagen. Durch ihn habe ich die Bedeutung der Konturlinie kennen gelernt. In seinen Gemälden sind Menschen und Gegenstände immer mit dunklen Konturen umfangen und er hat damit die "unmöglichsten" Farbzusammenstellungen möglich gemacht. Außerdem kommt damit eine grafische Note in seine Malerei, die mir außerordentlich zusagt.

Da ich mich als Zeitschriftenredakteur über gut ein Jahrzehnt mit dem laufenden Ausstellungsbetrieb und den Katalog-Neuerscheinungen beschäftigt und auch darüber geschrieben habe, stand ich eigentlich immer unter Einfluss. Aber weniger im Sinne von "Folge den Vorbildern", als "nehme Impulse auf".

 

Wie kamst du zum KuKuK?

Cornelia Hollaender und ich gehörten zu den Initiatoren der KuKuK-Gründung. Dass der KuKuK einmal eine eigene Ausstellungshalle bespielen würde, das hatten wir damals allerdings nicht zu träumen gewagt.

 

Welchen Beruf hast du erlernt, welchen Beruf übst du aus, bzw. hast du bis vor der Rente/Pension ausgeübt?

Wie schon gesagt: Schriftsetzer. Nach circa sieben Arbeitsjahren bin ich durch Parteipolitik zum Zeitschriftenredakteur geworden und habe mehr als 30 Jahre als solcher gearbeitet. Nach der Einstellung der Zeitschrift "Kommune. Forum für Politik, Ökonomie, Kultur" im Jahr 2012 habe ich noch zwei Jahre als Archivar an der Digitalisierung dieser Zeitschrift gewirkt. Nun arbeite ich als Rentner weiterhin im "Ökohaus Frankfurt" und kümmere mich hauptsächlich um die Pflanzen in zwei großen Glashäusern sowie auf Veranden, Terrassen und Dachgarten.

 

Kommst du aus der Gegend? Wenn nicht, wo kommst du her? Warum bist du hierhergezogen?

Ich bin in Osnabrück geboren und aufgewachsen. Über Münster bin ich dann nach Frankfurt gekommen und Redakteur geworden. Dann brachte mich die Liebe nach Krofdorf und ich führe noch heute ein Pendlerleben zwischen Frankfurt und Wettenberg. Natürlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

 

Sonst noch was?

Ich habe viele Lieblingskünstler, keine Lieblingsfarbe, viel Lieblingsmusik und sehr, sehr viele Lieblingsfilme und -schriftsteller. Ich bin ein "Bücherfresser". Doch leider wird meine Bibliothek in Zukunft niemanden mehr interessieren.