KuKuK-Interviews

An dieser Stelle gibt es jeden Mittwoch ein Interview mit einem KuKuK-Mitglied.



Bei diesen Interviews ist es wichtig, finde ich, dass die Mitglieder in ihren eigenen Worten schreiben. Weil Deutsch nicht meine Muttersprache ist, mache ich garantiert viele Fehler. Trotzdem werde ich diesmal meinen Text nicht groß korrigieren lassen, dass er wirklich von mir stammt. Ich denke, dass die Leser dafür Verständnis haben werden.

Wie drückst du dich künstlerisch aus? 

Ich bin Sängerin und Gesangslehrerin vom Beruf. Inzwischen fotografiere ich sehr gerne und versuche, mich mit diesem Medium auseinanderzusetzen. Ich hatte es satt, nur die Automatik zu bedienen und vertiefe mich seit einigen Monaten mit unserem Fotoapparat. Es ist unglaublich, was eine Digitalkamera alles kann und man braucht viel Zeit, um sie wirklich beherrschen zu können. 

Wie bist dazu gekommen, diese Kunst zu lernen, auszuüben? 

Passend zu meinem ganzen Leben bin ich über einen indirekten, langen und nicht geradlinigen Weg zu meinem Beruf gekommen, was das Erzählen meines Werdegangs ein bisschen komplizierter macht.

Kommst du aus der Gegend? Wenn nicht, wo kommst du her? Warum bist du hierher gezogen?

Wie viele Leute schon wissen, komme ich aus einer großen Familie aus Massachusetts, USA. Ich habe mit den Hauptfächern Französisch und Spanisch etwas ganz anderes als Musik studiert. Deutsch hatte ich auch ein Jahr gelernt, wenn man das so nennen will. Der Professor hat nur Englisch gesprochen und uns kaum etwas beigebracht. 

 

Mein Arbeitsleben in den Staaten beinhaltet eine Reihe unterschiedlicher Arbeiten. Während meines Studiums war ich mal als Nanny engagiert. Ich habe in einer Nähfabrik gearbeitet und musste versuchen Stunden lang, die Hemden nicht kaputt zu nähen. Es gibt eine kleine Schere an der Industrienähmaschine, die nur Fuseln abschneiden sollte. Na ja, schön wäre es gewesen, wenn ich nicht immer wieder in den Stoff rein geschnitten hätte. Ich hatte auch in einer Stahlringfabrik gejobbt. Bis heute weiß ich nicht, was ich da gemacht habe, da keiner mir es erklären konnte. Ich habe als Kassiererin bei einer Bank und als Kellnerin/Köchin in einem Restaurant auch mein Brot verdient. 

 

Mit 21 Jahren bin ich nach Südkalifornien gezogen, wo ich immer noch Familie habe. Die meisten Leute kapieren nicht, dass das Leben in der Nähe von Los Angeles mir nicht gefallen hat. Ich habe die vier Jahreszeiten vermisst und es war mir zu dicht besiedelt. Sowieso war ich mit meinen diversen Arbeiten nicht zufrieden. Nach ca. drei Jahren dort hatte ich mich entschlossen, dass ich ein Europa-Abenteuer wagen sollte. Ich habe mich über ein Jahr lang darauf vorbereitet. Unter anderem hatte ich mir ein Wörterbuch in fünf Sprachen (darunter Deutsch) selber geschrieben und dadurch ein Gefühl für die deutsche Sprache entwickelt. Ich konnte die Wörter nicht aussprechen und meine Kenntnisse der Grammatik waren ziemlich gleich null. 

 

Allmählich erzähle ich, wie ich zum Singen kam.

Woher kam die Motivation zu Singen?  Wer oder was hat dich dazu inspiriert? 

Als Kind schon hatte ich gerne gesungen und auch überlegt gehabt, Musik zu studieren. Wie schon erzählt, kam es anders. Ich wollte nach Frankreich oder Italien und versuchte, dort eine Arbeitsstelle zu finden. Das klappte nur für Führungspositionen, wozu ich absolut nicht qualifiziert war. Nach viel Suchen habe ich von einem Austauschprogramm in Köln gelesen und mich beworben. Ich hatte schon ein Flugticket für Ende Oktober 1981 nach London gekauft, mit Zwischenstopp bei meiner Familie in Massachusetts. Weil ich immer noch keine Antwort wegen des Programms erhalten hatte, rief ich in dem Hauptsitz der Stiftung in New York an. Da hieß es, ohne ein Interview konnte ich nicht angenommen werden. Mein Flug nach London war aus New York, so dass am Morgen des Fluges mein Interview stattfinden konnte. Trotz des Mangels an Deutschkenntnissen wurde es mir erlaubt, ab dem 2. Januar 1982 für drei Monate an den Kurs in Köln teilnehmen zu dürfen. Was für ein erkenntnisreiches Erlebnis für eine junge Frau aus einem kleinen Ort in den USA! Ich habe Leute aus aller Welt kennengelernt und dadurch eine ganz andere Weltanschauung entwickelt.

 

Ich habe nach dem Abschluss des Kurses eine Arbeitsstelle in Frankfurt bei einer amerikanischen Bank in der Reisescheckabteilung angenommen.

Jetzt kommt es endlich mit dem Singen. Ich habe eine Rückerstattung für verlorene Reiseschecks bei einer Opernsängerin aus Kanada durchgeführt. Einige Monaten später habe ich sie vor der Alten Oper getroffen, wo sie mir erzählte, dass sie Gesangsunterricht anbietet, um Geld verdienen zu können. So fing es mit Unterricht an. Als sie nach England zog, habe ich Unterricht bei dem Chorleiter des Chores, wo ich mitsang, weiter genommen. Am Anfang hatte ich mich gegen Operngesang gewehrt, weil ich bis dahin eine einzige für mich abschreckende Begegnung mit Oper hatte. Es war Wagner und bis heute kann ich sehr wenig mit seiner Musik anfangen. Aber mit Puccini hat mein Gesangslehrer mich geködert und irgendwann hieß es, dass ich für die Oper vorsingen gehen sollte, obwohl ich mit 33 Jahren für so eine Karriere schon ziemlich alt war. So habe ich eine Stelle an der Gießener Oper im Chor ergattert. Da blieb ich 9 Jahre. Ich entschied, das Stadttheater zu verlassen, um geregelteren Arbeitszeiten zu haben und mehr Zeit mit meinem Mann Dieterich, den ich kürzlich vorher geheiratet hatte, verbringen zu können. So fing meine Arbeit als Gesangslehrerin an.

 

Wie kamst du zum KuKuK?

Dieterich und ich hatten das unglaubliche Glück in Wettenberg-Krofdorf ein Haus mieten zu können. Unser gemeinsames Leben in diesem Ort ist ein riesiges Privileg, wofür wir jeden Tag dankbar sind. Wir beide waren Mitbegründer des KuKuK, was uns die Möglichkeit gab, uns hier im Ort richtig integrieren zu können, ob im KuKuK, bei den Städtepartnerschaften oder bei diversen kulturellen Aktivitäten, wo wir uns einbringen können. 

 

Zumal ich damals nichts in Richtung Malerei oder ähnliches machte, habe ich im KuKuK bei der Organisation geholfen und Dieterich in seiner Arbeit als 1. Vorsitzender unterstützt. Nach den ersten Jahren habe ich die Sparte „KleinKunst im KuKuK“ ins Leben gerufen, eine Aufgabe, die ich immer noch mit großer Freude mache. Durch Corona bin ich zu der Aufgabe gekommen, die KuKuK-Webseite zu gestalten. Es ist Dieterich und mir sehr wichtig, trotz der Pandemie den Verein präsent und lebendig zu halten. Es ist meine besondere Hoffnung, dass die „European Domestic Art Challenge“ immer weiterwachsen wird.

 

Lieblingskünstler: Es ist die Qual der Wahl, aber auf jeden Fall Michelangelo und die Impressionisten.

Lieblingsfarbe: Türkis, wobei alle Farben ihre Schönheit haben. 

Lieblingsmusik: Wieder eine schwierige Frage. Meine Lieblingssängerin ist Barbra Streisand, mit Ella Fitzgerald, Judy Garland und Mirella Freni gleich hinterher. Ich mag viele Musikrichtungen sehr, bis auf Heavy Metal und schlechten Rap. 

Lieblingsessen: Italienisch von Chef Didier

Lieblingsort: Ich habe mehrere, darunter natürlich Wettenberg, aber auch Paris, Sebec Lake im Staat Maine, Toskana, Dordogne, Bretagne.

Lieblingsschriftsteller: Ross King, Peter Mayle

 

Sonstige Interessen oder Hobbies

Ich nähe, lese und habe Blumen gerne. Ich genieße es, meine Sprachkenntnisse immer weiterzuentwickeln. Wir beide lieben es zu reisen, neue Leute kennenzulernen, zu kochen. Bei uns ist es nie langweilig.

Zum Schluss möchte ich noch meine Dankbarkeit betonen, hier in Deutschland leben zu dürfen. Insbesondere in diesen überaus schwierigen Zeiten, die in den USA sowohl politisch wie generell wirklich katastrophal ablaufen, darf ich mich enorm glücklich schätzen.


Wie/mit welchem Medium drückst du dich künstlerisch aus? (Malen, Zeichnen, Fotografie, Objektkunst, darstellende Kunst, schreibende Kunst, sonstiges) 

Zeichnen, Malen und Fotografieren fasziniert mich. Dabei versuche ich Harmonie in Linien und Farben zu finden.

 

Wie bist dazu gekommen, diese Kunst zu lernen, auszuüben? 

Der Maler Walter Kröll hatte von 1945 bis 1949 sein Atelier bei meinen Großeltern, wo ich zu der Zeit auch wohnte. Manchmal durfte ich das Atelier betreten und eintauchen in die mir unbekannte Kunstwelt.

Mit sechs Jahren habe ich begonnen intensiv die Natur zu beobachten und zu zeichnen. Später habe ich mich im Atelier der Justus-Liebig-Universität Gießen und an der Volkshochschule Gießen zeichnerisch weiterentwickelt. 

 

Woher kam die Motivation?  Wer oder was hat dich dazu inspiriert? 

Meine künstlerischen Fähigkeiten gehen zurück auf meinen Vater, der Talent hatte, aber aufgrund der schwierigen Lebensumstände sich damit nicht verwirklichen konnte. Er hat mich beeinflusst und gefördert.

 

Seit wann bist du künstlerisch aktiv?

Malerisch gesehen ist es bei mir ein lebenslanger Werdegang. Das Fotografieren begann in den 50er Jahren. Mein Bruder und ich hatten eine Dunkelkammerausrüstung und haben stundenlang das Badezimmer blockiert und mit Fotos experimentiert. Seitdem Digitalkameras erschwinglich waren, habe ich ein zweites künstlerisches Ausdrucksmittel. Die schnell sichtbaren und kostenlosen Bilder machen das kreative Fotografieren so spannend. Grundsätzlich mache ich meine Fotos mit den Augen der Malerin.

 

Woher nimmst du die Motive für deine künstlerische Arbeit?

Meine Fotos inspirieren mich zu manchen Gemälden. Andere Bilder entstehen, indem mich Gedanken, Texte oder spezielle Themen zum Malen drängen und wieder andere sind ungeplant – emotionell, mit einem inneren Rhythmus gemalt.

 

An welchem Künstler, welchen Künstlern hast du dich im Anfang deiner künstlerischen Tätigkeit orientiert?

Ich habe mich bisher an keinem anderen Künstler orientiert. Mir gefallen viele Bilder des Impressionismus und besonders des Pointilismus. Die starken Farben des Expressionismus sprechen mich an.   

 

Wie kamst du zum KuKuK?

Durch die Tageszeitung wurde ich auf den KuKuK Wettenberg aufmerksam. Beim Besuch einer Ausstellung entstand der Wunsch auch im KuKuK auszustellen, bei den gezeigten vielseitigen Werken der Aussteller konnte ich mich mit meinen Bildern gut einordnen. Seit 2016 bin ich Mitglied. 

 

Welchen Beruf hast du erlernt, welchen Beruf übst du aus, bzw. hast du bis vor der Rente/Pension ausgeübt?

Ich habe 1963 in Gießen an der JLU das Mathematikstudium begonnen und 1968 mit dem Diplom abgeschlossen. Schon während des Studiums habe ich wissenschaftliche Arbeiten in der Landwirtschaftlichen Fakultät in Hinblick auf die benötigte Mathematik betreut und dies bis 1974 weitergeführt. Seit der Geburt des ersten Kindes war ich nicht mehr berufstätig.

 

Kommst du aus der Gegend? Wenn nicht, wo kommst du her? Warum bist du hierhergezogen?

Ich bin in Gießen geboren und habe zeitweise in Wettenberg – Krofdorf gewohnt. Heute lebe ich in Gießen – Allendorf

 

Lieblingskünstler: Claude Monet, Paul Cézanne, Georges Seurat, Paul Signac, 

Emil Nolde, Volker Pispers, Urban Priol, Willy Astor

Lieblingsfarbe: Blau/Grün

Lieblingsmusik: Edvard Grieg, Anton Bruckner und Chormusik

Lieblingsessen: alles was mein Mann kocht.

Lieblingsort: das eigene Haus mit seinem Garten

Sonstige Interessen oder Hobbies: Spaziergänge mit Weitblick,  Umsetzen von Musik in Bewegung (Choreografie)

 

Ich danke, dass dieses Interview mir Gelegenheit gegeben hat, über mein künstlerisches Leben nachzudenken. Ilse-Marie Weiß


 

Wie/mit welchem Medium drückst du dich künstlerisch aus? (Malen, Zeichnen, Fotografie, Objektkunst, darstellende Kunst, schreibende Kunst, sonstiges)

Dieter: Ich fotografiere. Jahrelang habe ich schlechte und gute Bilder gemacht. Bevorzugt Natur. Da aber immer mit Blick auf die Materialkosten. Somit liegen meine Bilder als Negative in irgendwelchen Schachteln herum. Auch ein paar Magazine Dia´s.

Wie bist dazu gekommen, diese Kunst zu lernen, auszuüben?

Dieter: Situationsbedingt habe ich mich um Ausübung irgendwelcher kreativen Fähigkeiten nicht gekümmert. In meiner Junggesellenzeit hatte ich meine Bude mit Sprüchen auf der Tapete „verziert“. Weiterhin mit  ausgewählten Kalenderblättern. Aufgeklebt auf die Tapete. Und wenigen grafischen Arbeiten aus meiner Bundeswehrzeit. Leider auch aufgeklebt. Bei der Renovierung zum Auszug war dann alles weg. Das war 1979. Danach kam nichts mehr.

Woher kam die Motivation?  Wer oder was hat dich dazu inspiriert?

Dieter: Eigentlich die erste digitale Kamera die ich mir leistete. Es ging aber so weiter. Wie analog. Nur ich konnte meine Bilder mehr gestalten. Ich mußte nicht mehr auf Materialkosten achten. Mit dieser Kamera bekam ich von einem Bekannten ein kleines Verbesserungsprogramm. Das war sehr einfach. Bis er mir den Hinweis auf die open source „GIMP“ gab. Ich fragte mich, was passiert, wenn du alles übertreibst. Also die Parameter heftig veränderst.

Seit wann bist du künstlerisch aktiv?

Dieter: So 2009/2010. Meine Signatur habe ich 2011 gestaltet. So habe ich dann immer mit „GIMP“ meine Bilder bearbeitet. Die Ergebnisse sind ja schön in den virtuellen Ausstellungen zu sehen. Was mich besonders freut, weil bis dahin kaum einer meine Bilder gesehen hat.

Woher nimmst du die Motive für deine künstlerische Arbeit?

Dieter: Anfänglich habe ich probiert. Bilder, die ich schon hatte, wurden ausprobiert. Die Ergebnisse von 0 bis 100. So habe ich die Wirkung meiner Veränderungen am Bild beobachtet. Und irgendwann habe ich auch einen Blick dafür bekommen, was man für diese Arbeiten aufnehmen kann.

Bei den Aufnahmen gab es auch erstaunte Beobachter: Auf einem Feldweg hatte ich eine große Pfütze direkt von oben fotografiert. Mehrere Minuten war ich damit beschäftigt. Bis mir ein Pärchen weiter weg auffiel, was mich beobachtete. Als ich weiterging, haben die anschließend lange in der Pfütze nach etwas Interessantem gesucht.

An welchem Künstler, welchen Künstlern hast du dich im Anfang deiner künstlerischen Tätigkeit orientiert?

Dieter: Eigentlich gar nicht. Es sind mir auch nirgends bei irgendwelchen Sendungen im Fernsehen oder Präsentationen Parallelen zu meinen Bildern aufgefallen. Ich habe mich auch nicht um Künstler „gekümmert“ Halt das, was man so mitbekommen hat.

Gibt es heute noch andere Vorbilder?

Dieter: Somit natürlich nicht.  Ich wollte auch keinen kopieren oder anderweitig nacheifern. Was Besonderes wollte ich auch nicht sein. Ich sage mir immer: Wer meine Bilder nicht mag – ist ok. Wenn sie jemanden gefallen, freut es mich. Man kann sich darüber austauschen.

Wie kamst du zum KuKuK?

Dieter: Durch die Kordula, meine Frau, Friseurin. Arbeitsbedingt kennt sie viele Menschen. Bei einigen hat sie erzählt, was ich so verunstalte. Auch dem Klaus Engelbach.

Welchen Beruf hast du erlernt, welchen Beruf übst du aus, bzw. hast du bis vor der Rente/Pension ausgeübt?

Dieter: Gelernt habe ich Fernmeldehandwerker. Bei der Deutschen Post. Noch zu Zeiten der schwarzen Bakelit-Telefone mit Wählscheibe – 10 Löcher :-)) Model W48. Ich habe alles gemacht im Schwachstrombereich bis 60V. Alarm-, Brandmelde-, Schwesternrufanlagen. Sogar auch Telefon- und Ampelanlagen. Die letzten 9 Jahre am Schreibtisch – Arbeitsvorbereitung.

Kommst du aus der Gegend? Wenn nicht, wo kommst du her? Warum bist du hierhergezogen?

Dieter: In der SBZ, nah bei Berlin geboren. Vater in Neukölln ausgebombt und somit ins Umland ausgewichen. Gott sei Dank hat er 1952 die “aufblühende“ DDR verlassen. Somit Schule, Ausbildung in Südniedersachsen. Nach der Bundeswehr nach Berlin und seit 1979 in Braunfels.

 

 

Lieblingskünstler: Ich habe mal ein Bericht über Richter gesehen. Der hat mich beindruckt.

Lieblingsfarbe: Es gibt keine. Darum sind meine Bilder ja auch so bunt. Aber nicht alle.

Lieblingsmusik: Klassik – Beethoven. Nach Stimmungslage von Beethoven bis Ramstein.  Aber ! - nur keine dt. Herz-Schmerz-Schmalz-Musik oder dt. Klatschmarsch. Das ist Körperverletzung.

Lieblingsessen: Natürlich von der Kordula gekocht. Aber auch ganz gern chinesich oder thai.

Lieblingsort: Westhavelland. Die Seele wandern lassen. Stille in dir.

Lieblingsschriftsteller: Keinen. Früher habe ich viel Science Fiction gelesen. Heute nichts mehr. Sachbücher, wenn nötig.

 

Sonstige Interessen oder Hobbies

Ich habe ein Motorrad und fahre noch Nachmittagsrunden. Hobbyelektronik – kleine Basteleien, nützliche Helferleins. Mit dem Hund und dem Navi ganz allein, still im Wald ungepflegte Wege gehen. Keinem Menschen begegnen. Innehalten – Ruhe – nur schauen. Darum Havelland. Schwach besiedelt. Oder ins Wendland. An die Elbe.


Kommst du aus der Gegend? 

Ich bin im August 1944 kurz vor den verheerenden Bombenangriffen am 6. Dezember 1944  in Gießen geboren.  Habe meine Kindheit und Jugendzeit in Gießen-West (Sachsenhausen) verbracht. 1976 sind wir nach Krofdorf-Gleiberg in unser neu erbautes Haus gezogen.

Warum bist du hierhin gezogen?

Ein Schlüsselerlebnis war der Festzug zur 1200-Jahrfeier Krofdorf-Gleiberg (1974), der eine lebendige örtliche Gemeinschaft zeigte. Aber auch die Burg Gleiberg und die Lage des Ortes hat uns gut gefallen. Auch mein Arbeitsplatz in der Weststadt (Carlo-Mierendorff-Straße) hat dabei eine Rolle gespielt.  

Welchen Beruf hast du erlernt, welche  Berufe hast Du ausgeübt ?  

Ich habe bei der Stadtverwaltung Gießen von 1961 -1967 meine Ausbildung gemacht, mit dem Abschluss des gehobenen Dienstes beim Verwaltungsschulverband Wiesbaden. 1970 bin ich dann zum Aufbaustab des Kommunalen Gebietsrechenzentrums (KGRZ) gewechselt.

Wann warst du Bürgermeister?

Ich war Bürgermeister vom 1. Februar 1986 bis 31.Januar 2010. 

 

Was hat dich dazu bewogen, als Bürgermeister zu kandidieren? Das ist eine sehr große Veränderung und eine enorme Verantwortung.

Ich war zu der Zeit beim Kommunalen Gebietsrechenzentrum Gießen in verantwortlicher Position beschäftigt. Aber mich hat es gereizt, im Alter von 42 Jahren doch noch eine berufliche Herausforderung anzustreben.

Was Kunst und Kultur betrifft, hast du damals als Bürgermeister in 2002 diese Freizeitkünstler Ausstellung hier in Krofdorf ins Leben gerufen. Du warst maßgeblich am Entstehen des KuKuKs beteiligt. Eigentlich gäbe es ohne dich höchstwahrscheinlich keinen KuKuK. Warum war es für dich so wichtig, den KuKuK zu gründen? 

Zunächst mal: Kunst und Kultur haben mich immer interessiert. Kulturfreunde haben seinerzeit zum ersten Mal eine „Hobbykünstler-Ausstellung“ in der Mehrzweckhalle Krofdorf-Gleiberg ausgerichtet. Es musste danach aber auch irgendwie weitergehen. Da bin ich zum ersten Mal mit Euch, mit Dir liebe Barbara und Dir lieber Dieterich zusammengekommen. Wie es dann weiter ging, mit dem KuKuK ist bekannt. Will bei Kultur nicht unerwähnt lassen, die „Geburtshilfe“ zusammen mit Uli Sucker, unserem damaligen Jugendpfleger für die Gründung des Wettenberger Sammelsurium, als Amatuertheater und die Wettenberger Winterkonzerte mit Frau Ilse Bergner, die zwischenzeitlich eine hohe Anerkennung in der gesamten Region gefunden haben..

 

Seitdem du im „Ruhestand“ bist, engagierst du dich ehrenamtlich sehr – insbesondere im Gleiberg-Verein. Normalerweise will man sich nach so vielen Jahren als Bürgermeister ein bisschen ausruhen, oder? 

Na gut. So ganz kann und sollte man die Hände nicht in den Schoß legen. Man muss sich doch noch ein bisschen aktiv betätigen. Ich habe fünf, sechs ehrenamtliche Funktionen, die auch alle noch  sehr viel Spaß machen (u.a. Energiebeirat Landkreis Gießen, Stiftungsrat der Evangelischen Kirchen in Krofdorf-Gleiberg) und vor allem natürlich den Gleiberg-Verein, als älteste Bürgerinitiative  in Deutschland zur Erhaltung eines Kulturdenkmals.

 

Während deiner Zeit als Bürgermeister gab es so viele verschiedene Bereiche, womit du dich beschäftigen musstest. Gab es irgendwelche Themen, die für dich am Wichtigsten waren, nicht nur Kunst und Kultur?

Natürlich gab es wichtige Aufgaben zu lösen, wie beispielsweise die Ortsumgehung Krofdorf-Gleiberg, den  Bau von neuen Sporthallen an der Gesamtschule Gleiberger Land und in Wißmar, die Ortskernsanierung im Rahmen der Dorferneuerung  in Gleiberg, Krofdorf, Launsbach und Wißmar, das innerörtliche Radwegekonzept mit der Anbindung nach Gießen (K 28), Biebertal und Lollar, die  Entwicklung neuer Baugebiete. Besonders wichtig war mir,  seinerzeit der ökologisch orientierte Gewerbepark, der mittlerweile voll besiedelt ist, und immerhin ca. 60 Unternehmen mit ca. 1.500 neuen Arbeitsplätze beherbergt.

 

Gab es während deiner Zeit als Bürgermeister ein besonderes Ereignis/besondere Ereignisse, die dich am Meisten beeindruckt hatten?

Die Tätigkeit ist sehr vielfältig. Aber besonders in Erinnerung geblieben sind mir die mehrmaligen Auszeichnungen als „Umwelt- und Energiekommune“ Deutschlands, die Verleihung des Europadiploms und der Europafahne durch den Rat der Gemeinden Europas für besondere Verdienste in der Arbeit mit unseren Partnergemeinden in Frankreich und Ungarn. 

Du hast dich auch sehr bei den Städtepartnerschaften eingebracht. 

Mein Vorgänger, Günter Feußner, hat in1972 die Partnerschaft mit Sorgues/Frankreich eingeleitet. 1989 haben wir die Gemeindepartnerschaft mit Zsámbék/Ungarn, und später mit Tök begründet. Das war eine Herzensangelegenheit. Man pflegt natürlich die persönlichen Kontakte, die man aufgebaut hat, weiter.

Gibt es noch etwas wichtiges zu deiner Zeit als Bürgermeister, worüber du noch gerne sprechen möchtest? 

Wettenberg ist eine attraktive Gemeinde: Drei interessante Ortsteile, und vor allem viele, viele Menschen, die sehr engagiert an der Entwicklung dieser Gemeinde, u.a. auch in den 130 Vereinen mitarbeiten. Es hat mir immer eine große Freude gemacht, zusammen mit den Menschen und auch den gemeindlichen Gremien die Gemeinde weiterzuentwickeln.

 

Warst du auch mal künstlerisch oder musikalisch tätig? 

Ich habe als Achtjähriger begonnen, Violin-Unterricht zu nehmen, damals bei dem Musiklehrer Schubecker. Aber es hat dem Musiklehrer nicht gut getan. Er war vielleicht froh, dass ich aufgehört habe. Meine Mutter leider nicht. Die Geschichte kann ich erzählen. Der Lehrer hatte in der Dammstraße hinten in einem Hof seinen Raum gehabt. Das war 1952, da bin ich mit dem Fahrrad über die Lahnbrücke zur Kreuzung Oßwaldsgarten gefahren. Es war noch die alte Kreuzung, mittendrin war eine „Tonne“ mit einem Polizisten, der den Verkehr geregelt hat. Das Ganze war holperig. Kurz bevor ich mit meinem Fahrrad bei dem Polizisten war, ging mein Violinkasten auf. Alles flog auf die Straße. Der Polizist hat gelacht. Da habe ich meine Sachen genommen, bin heimgefahren und hab zu meiner Mutter gesagt, „So das war es. Jetzt ist Schluss.“ Später habe ich es bereut, dass ich das Instrument nicht weiter gelernt habe.

 

Hast du Malen, Fotografieren oder sonst etwas künstlerisches gemacht?

Ja, Fotografieren war ein Hobby gewesen. Für das Malen haben meine Fähigkeiten nicht ausgereicht.

 

Hast du einen Lieblingskünstler? 

Ja, Marc Chagall ist einer, der mich angesprochen hat. 

 

Hast du eine Lieblingsfarbe? 

Rot (viel Lachen). Hast du etwas anderes erwartet? Ich habe auch Lieblingsmusiker und  Lieblingssänger. Genau das wollte ich als Nächstes fragen. 

Die Beatles und die Rolling Stones. Das war u.a. auch die „Inspiration“ für die „Golden Oldies“. Sicherlich eine Erfolgsgeschichte, nunmehr im 31. Jahr.

 

Hast du ein Lieblingsessen? 

Ja, das gab‘s heute. Weißkraut mit Hackfleisch.

 

Hast du einen Lieblingsort außer Wettenberg?

Ja, unsere Partnerkommunen – Sorgues, Grigny, Zsámbék und Tök.

 

Hast du einen Lieblingsschriftsteller?

Charlotte Link (zur Zeit lese ich von ihr das Buch „Die Suche“)

 

Und irgendwelche sonstige Interessen oder Hobbies?

Das Radfahren ist sehr ausgeprägt zurzeit. In meinem Alter sollte man sich immer noch bewegen. Ansonsten habe ich viel Freude mit den beiden Enkeln Max und Nils, die zur Freude ihres Opas, beide Fußball spielen.

 

Dann vielen Dank, Gerhard. Dieterich und ich genießen immer die Arbeit mit dir. Wir freuen uns auf unsere gemeinsamen zukünftigen Projekte.


Wie/mit welchem Medium drückst du dich künstlerisch aus? (Malen, Zeichnen, Fotografie, Objektkunst, darstellende Kunst, schreibende Kunst, sonstiges) 

Ich schreibe.

 

Wie bist dazu gekommen, diese Kunst zu lernen, auszuüben? 

Es hat wohl damit begonnen, dass ich abends meinen Kindern beim Zu-Bett-Bringen etwas erzählt habe, Erfundenes, und ich mir irgendwann überlegte, diese Geschichten aufzuschreiben. Zur gleichen Zeit fand ich Spaß daran, auch kurze Texte, Lyrisches, zu verfassen.

 

Das war Mitte/Ende der Achtziger, und dann gab es ein einschneidendes Erlebnis. Eine Bekannte in Marburg (ich wohnte zu der Zeit in Marburg) machte mich darauf aufmerksam, dass die Marburger Lokalzeitung, die ‚Oberhessische Presse‘, und die Oberstadtkinos einen Wettbewerb ausgeschrieben hatten; eigene Texte sollten vorgetragen werden. Anlass war das einjährige Zeigen des Films ‚Der Club der toten Dichter‘. Diesen Wettbewerb gewann ich – und die Berechtigung, ein Jahr lang alle Filme in allen Marburger Kinos kostenlos genießen zu können.

 

Wenig später trat ich dem Marburger Autorenkreis bei, dessen Sprecher ich seit nunmehr über 25 Jahren bin. 1999 erschien ein kleiner Gedichtband ‚Gedankensplitter‘. Mein Hauptaugenmerk lag dann auf Kurzgeschichten.

 

2012, nach meiner Pensionierung, nahm ich ein weiteres Projekt in Angriff: ich nahm mir vor, für meine Enkel eine Erinnerung an ihren Opa zu verfassen, ein Buch mit 365 und einer Geschichte. Jetzt, 2020, bin ich dabei, den vierten Band fertig zu stellen; und es gibt noch einen fünften Enkel! Wobei ich nicht verhehlen will, dass sich in den verschiedenen Bänden die eine oder andere Geschichte wiederfindet (4 bzw. 5x 366 Geschichten schaffe ich nicht). Die Geschichten für die Enkel spielen überall: zu Hause, in der Schule, draußen, bei Nachbarn, auf anderen Kontinenten.

 

Wie kamst du zum KuKuK?

Zum KuKuK bin ich vor, so genau weiß ich es nicht mehr, circa 3 oder 4 Jahren gekommen. Dort sind eine Kollegin meiner früheren Schule sowie zwei Kolleginnen aus dem Ehrenamt, das ich seit dem Ruhestand ausübe, aktiv. Die drei schätze ich sehr.  Vor allem gehe ich gerne zu den Vernissagen.

 

Welchen Beruf hast du erlernt, welchen Beruf übst du aus, bzw. hast du bis vor der Rente/Pension ausgeübt?

Ich war bis 2012 Lehrer, zuerst 13 Jahre in Lollar, dann 23 Jahre an der Europaschule in Gladenbach, mit den Fächern Französisch und Erdkunde.

 

Kommst du aus der Gegend? Wenn nicht, wo kommst du her? Warum bist du hierhergezogen?

Wie man unschwer hört, wenn man mich hört, kommen meine Eltern aus dem Rheinland (deshalb verstehe ich mich auch so gut mit Horst), bin im Oberbergischen Kreis, in Waldbröl, NRW, groß geworden und habe dann in Marburg und Göttingen studiert und in Gießen das Referendariat absolviert. 1971/72 war ich für ein Jahr als Sprachassistent an einer französischen Schule in Mittelfrankreich.

Lieblingskünstler:  Mozart

Lieblingsmusik: Mozart: Klaviersonaten, Hornkonzerte, Violinkonzerte, Klavierkonzerte, Klarinettenkonzert, Symphonien, Opern

 

Sonstige Interessen oder Hobbies

Fußballtorwart in einer Altherrenmannschaft (wobei ich mit ABSTAND der älteste bin), Tanzen bei Bäulke, Joggen im Fohnbachtal


Wie/mit welchem Medium drückst du dich aus? 

Selten, vielleicht sogar einmalig, ist die Art und Weise meines Bildermachens. Herkömmliche, industrielle Druckfarben die ich in ihrer Konsistenz verändere, bringe ich mit Hilfe von Spachtel und Gummirakel, direkt oder indirekt, auf Papier, Leinwand oder neuerdings auch auf dünne Aluminiumplatten. Das sind handwerkliche Voraussetzungen für das was meine meist abstrakten Bilder aussagen sollen. Eine Symbiose von Formen und Farben sollen sie sein, leben sollen sie und nie langweilig sein. 

In einer neuen Schaffensperiode sind Installationen und Skulpturen hinzugekommen, die ich meist aus Totholz und einem Sack voller Ideen gestalte. Unverkennbar – Witz und Freude – die ich bei der Erstellung empfinde. Aber es entsteht auch die ein oder andere nachdenkliche Arbeit, dem Zeitgeist entsprechend.

 

Wie bist du dazu gekommen, diese Kunst zu lernen/auszuüben?

Als gelernter Offsetdrucker habe ich schon fast sechs Jahrzehnte mit Farben zu tun. Früher musste man Farbtöne noch aus verschiedenen Farben mischen. Das verlernt man nicht. Kunstinteressierter war ich schon immer. 

 

Woher kam die Motivation, wer oder was hat dich dazu inspiriert?

2002 zwang mich ein halbjähriger Krankenhausaufenthalt viel über mich und mein Leben nachzudenken. Hier reifte der Entschluss mich der Kunst zu zuwenden. 

 

Seit wann bist du künstlerisch aktiv?

Ab 2004 widmete ich mich der Kunst des Bildermachens. 

 

Woher nimmst du die Motive für deine künstlerische Arbeit?

Meine Bildmotive sind wie die Blattläuse im Garten; kommen überall her, aus der Natur, aus Träumen, aus dem Urlaub. 

Das Totholz für die Skulpturen finde ich in Holland in einem Waldstück hinter den Dünen, und das Motiv dafür - aus dem Sack voller Ideen.

 

An welchem Künstler/in hast du dich am Anfang deiner künstlerischen Tätigkeit orientiert?

An meinem Nachbarn Gerhard Meier, ein begnadeter Ornithologe, Maler, Holzschnitzer und Mitglied der „Bunten Palette“. 

 

Gibt es heute noch andere Vorbilder?

Vorbilder gibt es keine. Ich bin ein Autodidakt. Habe keine „Trainingsstunden“ absolviert, weder bei Bodo Klös noch bei Peter Seharsch.  Ich habe also einen eigenen unverfälschten Stil, schaue aber oft über den Bilderrand hinaus, in Galerien und Ausstellungen, bevorzugt in Holland.

 

Wie kamst du zum Kukuk?

Die regionale Kunstszene interessiert mich doch sehr. Und wenn ich die Berichterstattungen von Heiner Schultz über die KUKUK-Ausstellungen und seine geschliffenen Artikel in der Tageszeitung bewundern konnte, war es für mich klar, „hier versuchst du mitzumachen.“ So ist es geschehen. 

 

Welchen Beruf hast du erlernt, welchen Beruf übst du aus, bzw. hast du bis vor der Rente/Pension ausgeübt?

Ich habe Offsetdrucker gelernt und war die letzten 40 Jahre selbstständig in eigener Druckerei in Lollar/Ruttershausen.

 

Kommst du aus der Gegend?

Bin 1945 in Ruttershausen geboren, lebe immer noch hier, bin bodenständig und „mit der Scholle verwachsen“.

 

Lieblingsmusik:  Hannes Wader, Joan Baez, Stones.

Lieblingsessen:  Stompe-Gemois

Lieblingsort: Lahnaltarm (Feuchtgebiet) bei Friedelhausen

Sonstige Interessen: Ornithologie

Lieblingsprojekt: Mein neues „RO-telier“, ein Atelier mit über 40 qm das ich während der Corona-Zeit erstellt habe. Ein Fleckchen, das mich aus der harten, realen Welt hinausträgt in die Welt der Kunst und zu neuen Inspirationen. Hier fühle ich mich frei.