KuKuK-Interviews und mehr 2021

 

21. April 2021: "Lieblings Plätze" (Barbara Yeo-Emde)
Click here for the English version: April 21, 2021 - My Favorite Places

 

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Seit fast vierzig Jahren lebe ich in Deutschland. Ich habe das Glück gehabt, öfters hier in Europa zu reisen, mehr als in meinem Heimat USA. Dort war ich in einigen Staaten im Osten und in Kalifornien im Westen. In Europa habe ich schon viel von Deutschland erkundet. Meine Lieblingsreiseziele sind Frankreich und Italien. Als ich mein KuKuK-Interview schrieb, habe ich lange darüber nachgedacht, welcher Ort mein Lieblingsort ist. Meine Antwort damals lautete Wettenberg, Paris, Sebec Lake im Staat Maine, Toskana, Dordogne, Bretagne. In allen diesen Orten habe ich das Gefühl, einen Teil meiner Seele gelassen zu haben. Aber warum, fragte ich mich.

 

Ich fange mit Sebec Lake an, einem See, der sich mitten im Staat Maine befindet und für amerikanischen Verhältnisse nicht besonders groß ist. Als ich ca. 12 Jahre alt war, haben meine Großeltern väterlicher Seite ein Sommerhaus an diesem See gekauft. Für meine Großmutter war das eine Rückkehr nach Bowerbank, wo sie als junge Frau Lehrerin in einer einklassigen Schule war. Das Sommerhaus, oder liebevoll von der Familie „The Camp“ genannt, steht am nördlichen Ufer des mittleren Teils des Sees, mit einem wunderschönen Blick gegen Westen. 

 

Dort habe ich mehrere Sommerferien verbracht (ca. zweieinhalb Monate jeden Sommer). Später wurden einige Familienfeste dort gefeiert. Nach meinem Umzug nach Deutschland, beinhalteten die Reisen in die Heimat fast immer einen Besuch im „Wilderness Aloha“ – der Name des Camps. Nach meiner Heirat mit Dieterich waren wir öfters dort. Dieterich sagte immer, am See wäre es beinahe wie im Paradies, nur wenn es keine stechenden Insekten gäbe. Dieterich hat mehrere Bilder mit dem Motiv Sebec Lake gemalt, wovon ich ein paar hier zeige. Leider ist das Camp seit einigen Jahren nicht mehr im Familienbesitz.

 

 

Schon als Kind wollte ich unbedingt nach Frankreich, insbesondere nach Paris. Ich hatte Bilder, Poster und Puzzles mit dem Thema immer ausgesucht. Nach so vielen Jahren hat sich in dieser Hinsicht nichts geändert. 2015 konnte ich einen Traum auf eine kleinere Art und Weise nachholen: Ich belegte für einen Monat einen Sommerkurs an der Sorbonne. Ich bin jeden Morgen vom Marais-Viertel nach Montparnasse gelaufen. Für eine Woche mieteten wir auch ein Hausboot in der Nähe des Eiffelturms. Sagenhaft! 

 

 

Ich bin immer wieder baff, wie abwechslungsreich Frankreich ist. Ich habe noch nicht alles sehen können, was auf meiner Liste steht. Ich habe mein Herz an die Dordogne verloren. Die Märkte alleine sind eine Reise wert, geschweige die vielen Sehenswürdigkeiten. Vor einigen Jahren mieteten wir ein Château in Lalinde für einen Kochkurs. Beim Blick von der Straße, bevor wir ankamen, gefielen mir so sehr die Dächer, die wir über die Mauer erspähen konnten. Ich fühlte mich, als ob ich nach Hause gekommen wäre.

 

 

Vor zwei Jahren war ich zum ersten Mal in der Westbretagne, wo wir „Gamping“ (Camping in Privatgärten) machten. Der Platz ist einmalig. Auch wenn die Sanitäreinrichtung dürftig ist, wollen wir wieder dahin. Letztes Jahr durften wir nicht und leider sieht es mit diesem Juni nicht vielversprechend aus. Dieterich hat mit einem Gemälde den Ausblick festgehalten.

 

 

Italien ist auch ein Land, was vor großartigen Stellen wimmelt. Schon seit über zwanzig Jahren reisen wir so oft wie möglich nach Casole d’Elsa in der Toskana, zu dem Landhaus l’Agresto. Inzwischen sind wir mit den Vermietern gut befreundet. Als mein Vater noch lebte, wollte er immer dahin und dafür gibt es vielen Gründe. Eine meine Lieblingserinnerungen ist von vor ca. drei Jahren. Wir wurden an einem Abend zum Familien-Pizzafest eingeladen. Draußen bei einem fast vollen Mond haben wir die beste Pizza unseres Lebens serviert bekommen. Leider haben wir kein Bild davon.

 

 

Jedes Mal, wenn wir in der Toskana waren, mied ich es, an einem Tagesauflug mit der Gruppe nach Florenz teilzunehmen. Es ist nicht, dass die Stadt mir nicht gefällt. Ganz im Gegenteil. Aber weil es so viel zu sehen gibt, ohne in ein Museum gehen zu müssen, war ich immer überwältigt. So oft sagte ich, dass ich irgendwann eine Wohnung in der Stadtmitte mieten wollte. Eigentlich braucht man Monate, um diese Stadt wirklich zu erkunden. Obwohl ich keine Monate verbringen durfte, 2017 blieben wir eine Woche in einer Traumwohnung in dem „Torre dei Donati“, einem der ältesten mittelalterlichen Türme in der Stadt. (Nächste Woche werde ich über das Abenteuer schreiben, den Turm zu finden.) Um in die Wohnung zu gelangen, muss man ca. hundert Treppen hochklettern, was sich definitiv lohnt. Durch das viele Trepp auf Trepp ab konnten wir uns ohne ein schlechtes Gewissen täglich ein köstliches Eis gönnen. 

 

Die Wohnung ist über drei Etagen verteilt. Obwohl wir schon Bilder von der Wohnung online anschauen konnten, waren wir sprachlos, als der Besitzer uns die Wohnung zeigte. Ich bin in Tränen ausgebrochen, als wir oben vom Wohnzimmer einen atemberaubenden Blick auf den Duomo, den Palazzo Vecchio und noch etliches von der Skyline vor uns hatten.

 

 

In unserer ungarischen Partnerstadt Zsámbék durfte ich einmal bei einem Konzert in der dortigen Kirchenruine singen. Die Stimmung bei Nacht war zauberhaft. Überhaupt bin ich in allen unseren Partnerstädten gerne. Wir haben mehrere Freunde in Zsámbék und Tök. Es gefällt uns immer, wenn wir dort im Ort von den Leuten begrüßt werden. Leider sind unsere guten Freunde, Colette und Jean, aus Sorgues in der Provence seit einigen Jahren verstorben. In unserer neuesten Partnerstadt Grigny in der Nähe von Lyon, wurden wir so herzlich aufgenommen. Hoffentlich dürfen bald die Partnerschaftsbegegnungen wieder stattfinden. Um die ausfallende, traditionelle Partnerschaftsbegegnung über Christi Himmelfahrt hier in Wettenberg zu würdigen, wird es auf der KuKuK-Website eine virtuelle Ausstellung von Kunstwerken aus unseren ungarischen Partnerstädten geben. (Hoffentlich auch aus Sorgues und Grigny.)

 

 

Jetzt zu Deutschland, auch ein Land, mit Vielem anzubieten. Aber eindeutig mein Lieblingsort ist Wettenberg und nicht nur wegen der Burg. Hier konnten Dieterich und ich uns richtig gut integrieren. Wir kennen sehr viele fantastische Menschen, die uns inspirieren, uns im Dorfleben zu engagieren. Wir reisen sehr gerne, aber freuen uns immer, wenn wir bei der Rückreise „unsere“ Burg wiedersehen.

 


14. April 2021: Verzauberung der Wörter (Barbara Yeo-Emde)
Click here for the English version: April 15, 2021 - Words' Magic Spell

 

Wie schon mal erwähnt, bevor ich nach Europa kam, lebte ich vier Jahre in Südkalifornien. Viele Leute verstehen nicht, dass es mir dort nicht gefallen hat. Es war mir zu eng. Ich habe die vier Jahreszeiten vermisst. Es war einfach nicht das Richtige für mich. 

 

Ich war Mitte zwanzig und wollte etwas ganz Anderes versuchen. Weil ich Französisch und Spanisch als meine Hauptfächer auf der Uni hatte, entschied ich mich, es mit einem europäischen Abenteuer zu probieren. Ich bereitete mich ungefähr eineinhalb Jahre darauf vor. Ich hatte kaum Geld und musste zumindest genügend sparen, um meine Reise-, Übernachtungs- und Verpflegungskosten zu decken.

 

Während diese Zeit genoss ich die Planung in vollen Zügen: wie ich günstig reisen und übernachten konnte; wo ich hinwollte (die Wände meines Zimmers waren mit Landkarten und Stadtplänen zugepflastert), was ich mitnehmen sollte.

 

Meine ursprünglichen Ziele waren Großbritannien, Frankreich, Italien und Österreich. Wenn ich noch Zeit und Geld übrighaben sollte, wollte ich auch nach Spanien. Das bedeutete fünf Länder alle mit einer eigenen Sprache. In meinem einzigen Gepäckstück, einem alten Armeerucksack, den mein Bruder Geoff mir gab, war nicht genug Platz auch noch für vier Wörterbücher. Mir kam den Geistesblitz, ein eigenes Wörterbuch in fünf Sprachen zusammenzustellen. Und das lange bevor es überall Computer gab!

 

Bevor ich mit diesem Projekt anfing, war ich richtig fernsehsüchtig und muss zugeben, nicht besonders wählerisch. Dieses Vorhaben faszinierte hat mich dermaßen, dass ich kaum noch für sonst etwas Interesse hatte. Aber wie sollte ich mit diesem riesigen Unterfangen beginnen?

 

Der erste Schritt war viel Papier, Kugelschreiber mit radierbarer Tinte, Tipp-X, kleine Heftmappen mit passendem Papier, Aufkleber, und jeweils ein Wörterbuch für Deutsch und Italienisch, womit ich kaum Erfahrung hatte, zu kaufen. Welche für Französisch und Spanisch hatte ich schon. 

 

Viele Stunden verbrachte ich, englische Wörter aufzuschreiben. Ich nahm ein englisches Wörterbuch und wählte langsam aber sicher die Wörter aus, die ich für nötig hielte. Das alleine gefiel mir sehr gut. Der nächste Schritt war noch besser. Ich schrieb die englischen Wörter so, dass ich Platz nebendran hatte, in den vier anderen Sprachen die passenden Äquivalente dazu einzutragen.

 

Mit jedem Tag war ich mehr in den Bann der Wörter gezogen. Die Schönheit, die Genialität dieser Sprachen überwältigten mich. Es war hoch interessant zu sehen, wie die drei lateinischen Sprachen ihre Muster hatten. Nach einer kurzen Zeit machte ich ein Spiel daraus, nachdem ich ein Wort auf Französisch aufschrieb, zu erraten, wie es auf Spanisch und Italienisch heißen könnte. 

 

Was Deutsch betrifft, war ich verblüfft, wie Wörter zusammengebaut werden konnten. Aussprache, Grammatik, Satzbau fehlten mir alle. Trotzdem, durch dieses Training entwickelte ich ein Gefühl für diese wunderbare Sprache. Ich muss öfters lachen, wenn ich in meinen damaligen Aufzeichnungen manche falschen Begriffe finde, weil ich damals noch nicht die nötigen Sprachkenntnisse hatte. Noch einen Vorteil dieser Wortforschung: ich stellte fest, genau wie sehr die englische Sprache von der deutschen beeinflusst ist – spannend!

 

Ich gestehe. Ich bin ein Freak, was das betrifft. Auch Grammatik macht mir Spaß, was die meisten Leute absolut nicht nachvollziehen können. Das Schönste für mich sind immer die Ausnahmen. Unregelmäßige Verben sind ein Rätsel, das ich nur damit erklären kann, dass es um den Klang geht. Manchmal scheint es überhaupt keinen Sinn zu machen. Am besten muss man diese Abweichungen nicht nur akzeptieren, sondern auch bewundern. Es sind solche Besonderheiten, die eine Sprache lebendig machen. 

 

Es gibt nicht nur ein Wörterbuch in zwei Mappen, je 12x18cm, sondern auch zwei Hefte 10x13 mit Verben systematisch konjugiert. Das Ganze fertigzustellen, dauerte über ein Jahr und hat den Rest meines Lebens geprägt. Ich liebe Wörterbücher. Die Website, die ich am Meisten verwende ist WordReference mit virtuellen Wörterbüchern in vielen Sprachen. Auch wenn ich etwas auf Englisch schreibe, kann es passieren, dass ich eine halbe Stunde lang nach genau dem richtigen Wort suche. Es macht mir einen Riesenspaß. Abartig, ich weiß.

 

Hier sind ein paar Bilder meiner Kreation – alles mit der Hand geschrieben. Obwohl diese Hefte komplett überflüssig geworden sind, kann ich mich nicht davon trennen. Genauso geht es mir mit dem Rucksack. Sie machen mir immer noch eine enorme Freude und haben einen unbezahlbaren sentimentalen Wert. 

 

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7. April 2021: Unser Hessen - Meine zweite Heimat (Barbara Yeo-Emde)

Click here for the English version:  April 7, 2021: Our Hesse - My Second Home (Barbara Yeo-Emde)

 

Dieterich und ich reisen sehr gerne. Frankreich und Italien sind unsere Lieblingsziele, die durch Corona für uns noch unerreichbar sind. Vor einigen Jahren entdeckte ich in Paris mein Interesse für das Fotografieren. Vor dieser Reise hatte ich schon Fotos gemacht aber Bilder von Landschaften, gesamten Panoramen, nichts Besonderes.

 

Eines Tages in Paris fing ich an, nach oben zu schauen und stellte fest, dass ich mein ganzes Leben lang eine große Menge Interessantes verpasst hatte. Schornsteine, Giebel, Statuen, Dächer, Fenster, Malereien und mehr. All dies sah ich schlichtweg nicht. Seit dieser Zeit suche ich interessante Gegenstände, kleine Besonderheiten, die ich versuche, aus einer ungewöhnlichen Perspektive aufzunehmen.

 

Damals in Paris war Notre Dame (lange vor dem Brand) eins meiner Lieblingsmotive. In Florenz verbrachte ich fast zwei Stunden damit, die vielen kleinen Details des Doms aufzunehmen. Es ergab ca. zweihundert Bilder und das nur von der Seite in der Sonne. Der Einfallsreichtum der Marmorarbeiten ist enorm, wie die kleine Bilderauswahl zeigt, die ich hinzufüge. 

 

 

Wenn man wirklich um sich schaut, findet man allerhand viel Kreativität von meist unbekannten Künstlern, sei es aus Stein, Holz oder Anderem (z.B. Mosaik oder gedrehte Kirchtürme, worüber ich am 10. bzw. 17. März schrieb).

 

Um diese Pandemie-Zeit besser durchstehen zu können, machen wir von Zeit zu Zeit einen Ausflug irgendwo hier in Hessen. Wir fahren zu kleineren, bemerkenswerten Orten (wo nicht viele Leute unterwegs sind und mit Einhaltung der Vorschriften, versteht sich) und sehr oft finden wir eine schöne Stelle außerhalb für Nordic Walking. Hessen ist vielseitig und bietet unzählige Sehenswürdigkeiten.

 

Innerhalb von etwa 60 km von Wettenberg gibt es Lich, Alsfeld, Grünberg, Hungen, Wetzlar, Marburg, Bad Nauheim, Friedberg, Limburg, Weilburg und und und. Bis jetzt haben wir die größeren Orte wie Marburg oder Wetzlar gemieden, aber irgendwann, wenn Corona erlaubt, kommen auch sie dran. Wir möchten auch die Spaziergänge in Gießen machen, worüber in dem neuen Buch „Gießen zu Fuß“ geschrieben wurde. (Mit-Autor KuKuK-Mitglied Norbert Schmidt)

 

In den Orten, die wir bis jetzt besuchten, fand ich eine große Menge an möglichen Bildermotiven. Für die diversen virtuellen Ausstellungen auf der KuKuK-Webseite habe ich einige Bilderreihen meiner Fotos unter dem Titel „Life Is In The Little Details“ veröffentlicht. 

 

Die Vielfalt an Holzschnitzereien an Fassaden ist immens, ob menschliche Figuren oder Sonstiges. Was mir auch sehr gefällt, sind die metallenen Formen auf Turm- oder Dachspitzen. Dann gibt es auch Ladenschilder, oft aus Schmiedeeisen, insbesondere die auf Alt gemachten. Auch Türen können sehr kunstvoll gestaltet sein.

 

 

 

Mich interessiert auch die Natur. Letzte Woche waren wir in Grünberg mit seiner wunderschönen Altstadt. Wir hatten vor dem Wegfahren noch nicht gefrühstückt und entschieden uns, unterwegs auf einem Feldweg haltzumachen. Wir wurden belohnt. Als wir hinten im Auto mit der offenen Heckklappe saßen, kamen sechs Rehe auf uns zu. Zwischendurch blieben sie immer wieder stehen. Bevor sie am Auto vorbeigingen, waren sie an einer Stelle höchsten fünfzig Meter von uns entfernt. Wie großartig! 

 

Wir haben das große Glück, Zeit für solche Ausflüge zu haben und viel fotografieren zu können. Es gibt noch einige Orte auf unsere Liste. Wir wissen nicht, wo und wann wir den nächsten Ausflug machen werden, aber ich freue mich schon darauf – in meinem Hessen.

 

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31. März 2021: Wichtige Menschen in meinem Leben (Barbara Yeo-Emde)

Click here for the English version:  March 31, 2021: Important People in My Life (Barbara Yeo-Emde)

 

Seit circa fünf Monaten sind die Einträge mittwochs auf der KuKuK-Website eher meine persönlichen Anekdoten. „Interviews und mehr“ entstand, weil es keine Interviews mehr von den KuKuK-Mitgliedern gab. Weil jeden Mittwoch etwas erscheinen soll, habe ich angefangen, über Sache zu berichten, die mich interessieren. Ich bin jemand, die schwerlich ihre Gefühle verborgen kann und stehe dazu. Hier ist eine Hommage an einige Menschen, die mir geholfen haben, meinen Weg im Leben selber zu finden und gestalten. Ich bin ewig dankbar.

 

In der letzten Zeit habe ich öfters über die Menschen nachgedacht, die mein Leben sehr stark geprägt haben. Ich habe das große Glück, in meinem Leben viele fantastische Menschen kennengelernt zu haben. Überhaupt ist es mir klar, dass ich ein sehr reiches Leben hatte und habe.

 

Ich stamme aus relativ bescheidenen Verhältnissen, aus einem damals kleineren Ort in Massachusetts. Dass ich seit über 39 Jahren in Deutschland lebe, ist immer noch für mich erstaunlich. An manchen Tagen wache ich auf und bin absolut baff, dass ich in einem alten Fachwerkhaus in dem wunderschönen Ort Wettenberg wohne und Deutsch sehr gut spreche.

 

Dies war nicht mein Plan. Ich bin davon überzeugt, dass meine Bildungsmöglichkeiten dazu eine riesige Rolle gespielt haben. In der Schule hatte ich mehrere wunderbare Lehrer, die meine Horizonte dermaßen erweitert hatten. Vor allem waren es drei Lehrerinnen – Nancy Sweeney und Christine Cervizzi, die beide Französisch unterrichteten und Bernice Plante, meine Lateinlehrerin. Es gab auch einen hervorragenden Lehrer für englische Literatur, Ronald DeOrsey. Durch ihren ansteckenden Enthusiasmus und ihre eigene Begeisterungsfähigkeit, machten sie mich wissbegierig.

 

Auf dem College hatte ich zwei Professoren, die mich auch stark beeinflusst hatten, William Dennis für Französisch (mein Hauptfach) und Ken Manzer, ein wunderbarer Mensch und begnadeter Pianist, für Musik (eine meiner anderen Leidenschaften).

 

Es gibt insbesondere zwei Familienmitglieder, die bei meiner Karrierewahl eine sehr große Rolle gespielt hatten. Meine Stiefmutter, Wilma Yeo, war vor ihrer ersten Ehe Geigerin. Sie studierte an einem der renommierten Konservatorien in den USA, das New England Conservatory of Music in Boston. Leider musste sie ihre angehende Karriere beenden, als sie alleinerziehende Mutter wurde, nachdem ihr erster Ehemann starb. Kurz vor meinem zehnten Geburtstag heiratete sie meinen Vater. Von dem Zeitpunkt an waren sie und ich fast unzertrennlich, bis zu ihrem sehr frühen Tod in 1976. Durch sie wurde meine Liebe zur Musik angefacht, die später meine Karriere wurde.

 

Einer von meinen mehreren Brüdern hat mich für Fremdsprachen begeistert. Mein Bruder Jay, der 3 ½ Jahre älter ist als ich, lernte Französisch und Spanisch in der Schule. Er brachte mir seinen Französischunterricht bei, während er und ich nach dem Essen den Abwasch machten. Von dem Zeitpunkt an träumte ich davon, nach Europa zu kommen. Mein Bruder studierte später Spanisch an einer Uni in Puerto Rico und lebte mehrere Jahre in Caracas, Venezuela. Seit zwei Monaten lernen Dieterich und ich mit ihm per Zoom wieder Spanisch. Der Kreis schließt sich.

 

Natürlich haben andere Familienmitglieder ihren Anteil an meiner Entwicklung gehabt. Mein Vater, Rensforth Yeo, war für mich und alle meine Geschwister sehr wichtig. Ich habe zwei Schwestern, Donna und Debbie, mit denen ich über alles reden kann. Donna musste mit 17 Jahren plötzlich die Mutterrolle für mich und vier andere Geschwister übernehmen, weil unsere Mutter nicht mehr bei uns lebte, eine unglaubliche Leistung und gleichzeitig Belastung für jemanden so jung. 

 

Ich muss auch meinen Schwager Dave erwähnen. Ich wohnte fast vier Jahren in Südkalifornien. Mir hat das Leben dort nicht zugesprochen und ich wusste nicht, was ich überhaupt mit meinem Leben anfangen wollte. Es gab einige Monate, währenddessen ich keine Arbeit hatte. Eines Tages sprach er mit mir ganz ernsthaft, dass ich mich zusammenreißen müsste. Dank dieses Gesprächs wurde ich aus einer Antriebslosigkeit wachgerüttelt und daraus wurde die Idee, eine Europareise zu machen, geboren.

 

Hier in Europa habe ich über die Jahre das Privileg gehabt, Hunderte von wunderbaren Menschen aus verschiedenen Ländern kennengelernt zu haben. Alleine hier in Wettenberg sind eine ganze Menge. Nur zu wissen, dass ich diese Leute kenne, hilft mir, wenn mich die vielen schrecklichen Dinge, die überall passieren, überwältigen. 

 

Seit 2008 gibt es zwei andere Menschen, die ich niemals kennengelernt habe, aber trotzdem mich inspirierten, mich mehr in Gemeinde Wettenberg ehrenamtlich zu engagieren – Präsident und First Lady Obama. Es war ein Wunder für mich, dass Präsident Obama überhaupt gewählt wurde und beide bleiben große Vorbilder für mich. In ihren acht Jahren im Weißen Haus sprachen sie immer wieder davon, anderen weitergeben, was man selber an Unterstützung und Hilfe erhalten hat, eine Einstellung, die ich zu Herzen genommen habe. Obwohl sie seit mehr als vier Jahren nicht mehr im Weißen Haus sind, setzen sie sich insbesondere für jungen Menschen ein. Sie spornen mich immer noch an.

 

Last but not least: selbstverständlich ist mein Mann Dieterich oben auf der Liste. Meine Kindheit war nicht gerade einfach. Niemals früher hätte ich es für möglich gehalten, dass ich irgendwann eine so erfüllende, harmonische Ehe führen und einen Mann haben würde, der immer für mich da ist. Das ist das schönste Geschenk, das es im Leben geben kann.  


 

24. März 2021: Eins meiner Lieblingswerke von Dieterich (Barbara Yeo-Emde)

Click here for the English version:  March 24, 2021: One of my favorites of Dieterich’s artwork 

 

Mein Mann ist wirklich vielseitig begabt. Mein Vater hatte ihn immer „Renaissance Man“ genannt, und das ist nicht übertrieben. Er ist in verschiedenen Medien künstlerisch aktiv, kocht hervorragend, ist handwerklich vielseitig, arbeitet im Garten, ist an sehr viel interessiert. Er meinte, ich würde maßlos übertreiben, aber so sehe ich das und bin der Meinung, dass ich es auf der Website so veröffentlichen kann. 

 

Vor mehreren Jahren haben wir einen relativ unbekannten Film mit bekannten Schauspielern entdeckt, der in der Toskana spielt. Harvey Keitel, Claire Forlani, Joshua Jackson und Giancarlo Giannini haben Hauptrollen. John Rhys-Davies hat eine kleine Nebenrolle.  Der Film heißt „Shadows in the Sun“, blöderweise auf Deutsch „Liebe lieber italienisch“ genannt. Diesen Film schauen wir mindestens vier Mal im Jahr an, nicht nur wegen der Geschichte, sondern wegen der prächtigen Landschaftsbilder. Es gibt ein paar merkwürdigen Szenen (okay, die Schlussszene ist ziemlich kitschig), aber im Großen und Ganzen ist der Film etwas für die Seele. Es handelt um einen Schriftsteller, der wegen einer Krise jahrelang nicht mehr schreibt. Ein junger Mann hilft ihm, seine Ängste zu bewältigen und lernt für sich gleichzeitig, sein Leben in die eigenen Händen zu nehmen.

 

Die Gegend, in welcher der Film spielt, ist grandios – Val d’Orcia. Wir waren so sehr von den Bildern im Film angetan, dass wir vor ein paar Jahren dort Wanderungen machten und in dem Ort Rocca d’Orcia, in dem der Film gedreht wurde, übernachteten. Ein Traum und absolut empfehlenswert!

 

Einige unserer Bilder zeigen den Ort, genau so schön wie in dem Film. Wir haben in dem kleinen Hotel gewohnt und auch im Restaurant gegessen, die im Film als Kulisse dienten. Wir wollten gar nicht abreisen.

 

 

Nun zum Bild. Es handelt sich um ein Portrait. Dieterich hat über die Jahre mehrere Portraitbilder gemalt. Das eine von meinem Vater ist ihm so gut gelungen. Er hat sogar den Schalk in den Augen meines Vaters darstellen können. 

 

Das Bild, worum es in diesem Film geht, ist von der Hauptfigur „Weldon Parrish“, gespielt von Harvey Keitel. Es gibt eine Szene im Film, wo der Schriftsteller versucht, wieder zu schreiben und in Tränen ausbricht, weil er daran scheitert. Auch hier hat Dieterich es geschafft, diese Qual in Weldons Gesichtszüge einzufangen.  

 

Portraitbildermalen scheint für mich eins der schwierigsten Unterfangen zu sein, das ein Künstler sich aussuchen kann. Sehr oft erkennt man die abgebildete Person, aber etwas dabei stimmt nicht. Die Augen alleine richtig hinzubekommen ist sehr problematisch. Dann die Nase, der Mund – auch eine riesige Herausforderung. Wenn das Ganze stimmt, ist es eine enorme Errungenschaft. 

 

Gleich unten werden ein paar Dieterichs Portraits gezeigt. Dieterich wird schon bestätigen, dass ich äußerst kritisch sein kein, was ihn manchmal auf die Palme bringt. Deswegen wenn ich sage, dass diese Bildnisse den Menschen sehr getreu sind, dann kann man das sofort glauben. 

 


 

17. März 2021: Gedrehte Kirchtürme in Europa (Barbara Yeo-Emde)

Click here for the English version:  March 17, 2021: Twisted Church Towers in Europe

 
In Mai 2016 hielten Dieterich und ich einen Kochkurs im Loiretal. Wir hatten ein Chateau in der Nähe von Le Vieil-Baugé gemietet. Dort ist uns etwas Merkwürdiges aufgefallen. Der Kirchturm war nicht normal, sondern richtig verdreht.

 

In dem sehr kleinen, schönen Ort Mouliherne, mit der Kirche im Mittelpunkt, entdeckten wir wieder einen völlig gewundenen Turm, in dem Ort Jarzé ebenfalls, jedoch war der Turm nicht ganz so krumm.

 

Nachdem wir darauf aufmerksam geworden waren, haben wir uns gefreut, eine Broschüre darüber zu finden. Bereits 1901 wurde in Frankreich eine Gesellschaft gegründet, um diese Bauwerke in Europa bekannter zu machen und um dieses Kulturerbe zu schützen. Leider gab es in der Broschüre keine Erklärung für dieses Phänomen.

 

Wir waren überrascht, dass mehr als 100 solcher Türme verzeichnet waren, 24 davon in Deutschland. Noch erstaunlicher für uns war die Tatsache, dass sich einer dieser Türme ganz in unserer Nähe befindet, und zwar in Münzenberg. Wir sind bald nach unserer Rückkehr dorthin gefahren und haben nicht nur den Turm bestaunt, sondern auch das Kruzifix aus 1431. Einen weiteren dieser gedrehten Türme in Hessen hat die Kirche in Breidenbach im Kreis Marburg-Biedenkopf.

 

Sehr viele Informationen über diese Türme habe ich nicht gefunden. Meistens sind sie in kleinen, eher bescheidenen Gemeinden gebaut worden. Viele sind angeblich nicht mit Absicht so konstruiert worden und haben sich im Laufe der Zeit entwickelt. Mögliche Erklärungen sind, dass das Holz, womit der Turm gebaut wurde, zu trocken, verrottet oder nicht abgelagert war. Gewicht (von den Dachziegeln aus Schiefer oder von einer Schutzschicht aus Blei), Witterung und sogar Erdbeben könnten eine Rolle gespielt haben. 

Ich würde mich freuen, wenn ich das Interesse an diesem kulturellen Spezialfeld geweckt habe und bin für ein Feedback sehr dankbar. Auch hoffe ich, dass wir bald mehr von diesen Kleinoden besuchen können.

 

MÜNZENBERG

Für weitere Informationen:

 

Über Münzenberg: https://de.wikipedia.org/wiki/Evangelische_Kirche_%28M%C3%BCnzenberg%29#Architektur

 

Eine Website ist auf Englisch, eine auf Französisch, nach Ländern sortiert und mit vielen Bildern:

https://en.wikipedia.org/wiki/Crooked_spire

https://fr.wikipedia.org/wiki/Clocher_tors

 

Diese Seite zeigt eine Europakarte mit den Standorten. Um die Karte zu vergrößern, hält man die STRG-Taste und scrollt:

https://clochers-tors.com/les-clochers-en-europe/

 


 

10. März 2021: Italienische Mosaik-Künstler in Frankreich ab der Belle Époque (Barbara Yeo-Emde)

Click here for the English version: March 10, 2021 - Italian Mosaic Artists in France during the Belle Epoque

 

Vor ca. 3 Monaten gab es ein Interview mit KuKuK-Mitglied Sabine Schlaefke, die sich auf Mosaiken spezialisiert. Sie hat schon bei einigen Ausstellungen in der Halle teilgenommen. Und wenn wir Glück haben und Covid uns keinen Strich durch die Rechnung macht, werden ihre neuen Werke wieder im Frühling bei einer echten Ausstellung zu sehen sein. In der Lockdown-Zeit wurden mehrere ihrer Mosaiken in der European Domestic Art Challenge und der virtuellen Ausstellungen gezeigt. Einige davon kann man unten anschauen.

Mosaiken haben mir immer gut gefallen. Aber nach dem Interview mit Sabine ist mein Interesse sehr gestiegen. Groß war meine Freude vor ein paar Tagen, als Dieterich und ich eine Sendung in Youtube über die Bretagne ansahen, in der ungefähr 10 Minuten lang über Mosaiken in der bretonischen Hauptstadt Rennes berichtet wurde. Dadurch wurde ich neugierig und fing an, ein bisschen darüber zu recherchieren.

 

In den 70er Jahren des 19 Jahrhunderts sind viele Mosaik-Künstler aus Italien nach Paris gegangen, um an der Baustelle der Pariser Opéra Garnier zu arbeiten. Die meisten kamen aus dem Friaul und haben sich nach der Beschäftigung in Paris in Frankreich aufgeteilt, sodass sie sich gegenseitig keine Konkurrenz machen würden. Dank der Kreationen in der Oper entstand eine neue Blütezeit der Mosaik-Kunst. 

 

In der Zeit der Belle Époque und mit der neuen Kunstrichtung Art Nouveau (Jugendstil) wurden Mosaiken wichtige Komponenten für neue Kunst- und Gebrauchsgegenstände. Nach dem 1. Weltkrieg ging die Begeisterung für Mosaiken mit Art Déco weiter. 

 

Künstler hatten sich in Paris, Nevers und Limoges niedergelassen. In 1903 hat die Familie Patrizio ein Atelier in Marseille geöffnet, das immer noch in der dritten Generation geführt wird.

 

Rennes wurde eine Hochburg für Mosaik in Frankreich, und zwar durch die Gebrüder Odorico, die sich 1882 in der Stadt etablierten. Nach dem 1. Weltkrieg kreierte Isidore Odorico der Jüngere viele Werke, nicht nur in Rennes, sondern auch in Angers, Nantes, Dinard und anderswo. Der Betrieb existierte bis zum Ende der 70er Jahren des 20 Jahrhunderts und ist bis vor ein paar Jahren fast in Vergessenheit geraten.

 

Inzwischen werden die Kunstwerke der Familie Odorico in Rennes geschützt und richtig geschätzt. Die Stadt bietet Führungen an; ein Anlass, der uns auf jeden Fall bei unserer nächsten Reise in die Bretagne nach Rennes bringen wird.

 

Hier sind ein paar interessante Links (leider nicht auf Deutsch):

Sendung (in Französisch): Der Beitrag über Mosaiken beginnt ca. ab der 24. Minute.

https://www.youtube.com/watch?v=sMClrtc27QE 

 

Über die Familie Odorico in Rennes auf Englisch

https://www.tourisme-rennes.com/en/discover-rennes/history-rennes/retracing-the-history-of-odorico-mosaics/

 

Diese beide Beiträge sind auf Französisch, aber beim Runterscrollen findet man mehrere Bilder.

https://fr.wikipedia.org/wiki/Isidore_Odorico

 

https://www.maisonapart.com/edito/construire-renover/gros-oeuvre-construction/odorico---a-la-decouverte-de-la-mosaique-art-deco-2804.php

 

Dieser Link zeigt einer der Mosaikarbeiten der Opéra Garnier in 360°.

https://www.hisour.com/de/palais-garnier-paris-france-50989/

 

 

Und hier ist eine Auswahl von Sabine Schlaefkes Werken:

 


 

3. März 2021: Aus der Cartoon-Werkstatt von Johannes Eucker

 

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 24. Februar 2021: Mars (Barbara Yeo-Emde)

 

Am 18.2. ist der "Perseverance" - Rover (etwa als Beharrlichkeit übersetzt) auf dem Mars ohne jegliche Hindernisse gelandet - ein Wunder an sich. Seit der Landung werden Bilder vom Mars ständig an die NASA geschickt. 

 

Hier sind ein paar Links. Es gibt computeranimierte oder echte Bilder vom Mars:

 

Die Landung, aufgenommen vom Perseverance:
https://www.youtube.com/watch?v=5iC3OxAEqco

 

Eine Webcam live vom Mars*):
https://www.youtube.com/watch?v=6B_6K-splRU

*) als ich auf die Playtaste gedrückt hatte, ist nichts passiert. Ich habe in der Taskleiste das "Einstellungen" - Icon (das zackige kleine Rad) angeklickt, um die Qualität von 1080pHD auf 720p zu reduzieren. Danach lief das Video einwandfrei. 

 

Für eine Erklärung der Mission auf Deutsch:

https://www.youtube.com/watch?v=YTASN9tgAJU

 

Animation der Landung von der NASA:
https://www.youtube.com/watch?v=rzmd7RouGrM

 

Mars-Helikopter Ingenuity (Einfallsreichtum, Raffinesse, Scharfsinn) auf Deutsch erklärt:

https://www.youtube.com/watch?v=Pi5hKSTI7_g

 

Viel Spaß auf dem Mars!!

 

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17. Februar 2021: Vera Bennung Corominas

 

Wie/mit welchem Medium drückst du dich künstlerisch aus? (Malen, Zeichnen, Fotografie, Objektkunst, darstellende Kunst, schreibende Kunst, sonstiges) 

Ich male, zeichne und arbeite am PC. Meine Grafiken sind erstmal vorher gezeichnet, abfotografiert und dann im PC bearbeitet. Ich habe immer viel getanzt, Flamenco und Bauchtanz, was ich immer noch privat mache. Ich mache auch Linolschnitte, mit denen ich meine Kinderbücher illustriert habe. Die Linolschnitte wurden auch im Computer farblich verändert. Ich schreibe auch Gedichte und Geschichten. Ich habe mal im KuKuK eine Kurzgeschichte über eine Meta zu der Ausstellung „Metamorphosen“ geschrieben.

 

Wie bist dazu gekommen, diese Kunst zu lernen, auszuüben?

Meine erste Erinnerung ist, als ich vier Jahre alt war, dass ich eine Prinzessin für meinen Vater gezeichnet hatte. Zum Malen und Zeichnen bin ich durch die Schule gekommen. Ich wurde schon in der ersten Klasse wegen einer Zeichnung des Jesuskinds, das ich im Profil in der Krippe gezeichnet hatte, zum Rektor geschickt. 

 

Woher kam die Motivation?  Wer oder was hat dich dazu inspiriert? 

Ich habe immer Bestätigung von meinen Lehrern bekommen und vor Allem von meiner Mutter, die überhaupt keinen Strich zeichnen konnte, wurde ich gefördert. Ich wurde zu einem Malerehepaar Walther, beide Grafikdesigner, einmal in der Woche geschickt, da habe ich das Malen gelernt. Mit sechzehn wurde ich als die jüngste Schülerin auf der Kunstschule in Hamburg angenommen, wo sie normalerweise Leute erst ab achtzehn aufnehmen. Das war eine private Schule, die ziemlich teuer war, aber meine Mutter wollte es unbedingt.

 

Woher nimmst du die Motive für deine künstlerische Arbeit?

Ich habe zwei Sorten von Bildern, Außenwelt und Innenwelt. Bei den Außenweltbildern bilde ich das ab, was ich sehe, z. B. ein Stillleben. 

 

Wichtiger sind mir meine Innenbilder, die ich erst seit ca. sechs Jahren male. Ich arbeite mit einer Spachteltechnik. Dann lasse ich Farben von links nach rechts und von oben nach unten laufen. Ich gucke , was ich sehe und betone das, und dann wasche das Bild manchmal  wieder ab. Die Figuren im Bild entstehen aus dem Zufall. Bei „Goldmarie“ z. B. habe ich Hanf darauf gespachtelt und dann wieder abgerissen. Dadurch ist der lange Schleier entstanden. Bei „Mann im Mond“ habe ich Pflanzen gespachtelt, die nicht entfernt wurden.

 

Von meinem Horoskop her habe ich alle guten Planeten im Haus 6, und das ist das Haus der Arbeit. Ich mache nebenbei Horoskope, die ich auch illustriere, mit den verschiedenen Figuren für die Planeten und die Tierkreiszeichen in dem Horoskop. Ich schreibe den Text und recherchiere in Fachbüchern dafür. Durch die Illustrationen versteht man die Horoskope besser, wer in welchem Haus Einfluss auf einen nimmt. 

 

Ich habe Tarotkarten mit eigenen Illustrationen gemacht und Illustrationen für eine Website. Im Moment arbeite ich an Illustrationen für Märchen.

 

An welchem Künstler, welchen Künstlern hast du dich im Anfang deiner künstlerischen Tätigkeit orientiert?

Klimt, Chagall, Matisse und Kahlo.

 

Wie kamst du zum KuKuK?

Ich habe eine Künstlergruppe gesucht und vor circa 9 Jahren hatte ich ein KuKuK-Plakat beim Edeka gesehen. 

 

Welchen Beruf hast du erlernt, welchen Beruf übst du aus, bzw. hast du bis vor der Rente/Pension ausgeübt? 

Bei einer Berufsberatung wurde mir empfohlen Schuhverkäuferin zu werden. Meine Mutter hat gesagt, dass wir das selber in die Hand nehmen sollten. Meine erste Stelle hatte ich als Grafikdesignerin in einer Werbeagentur in Basel. Zwanzig Jahre lang war ich als Art-Direktorin in der Werbebranche tätig. Danach war ich zwei Jahre als Dozentin an der Fachschule SRH Berufliche Rehabilitation Heidelberg hier in Gießen, ein tolles Erlebnis, meine Kenntnisse an junge Leute weitergeben zu können. Leider wurde diese Schule geschlossen, so dass ich als nächste Arbeit eine Kirchenzeitung entwerfen durfte. Ich habe auch einige Jahre als Lehrerin für Wirtschaft, Mathematik und Deutsch bei einer Schule für lernschwache Jugendliche gearbeitet. Jetzt bin ich in der Rente.

 

Kommst du aus der Gegend? Wenn nicht, wo kommst du her? Warum bist du hierhergezogen?

Ich komme aus Hamburg. Nach mehreren Jahren an der deutsch-schweizerischen Grenze bin ich nach Gießen gekommen und wegen der vielen netten Leute geblieben. 

 

Lieblingskünstler: Klimt

Lieblingsfarbe: Goldfarbe und kaltes Grün

Lieblingsmusik: Rockmusik der 70er Jahren, Bauchtanzmusik und Flamenco. Meine Lieblingsband ist Supertramp.

Lieblingsessen: Gebratene Ente und Kürbissuppe

Lieblingsort: an einem Strand am Meer

Lieblingsschriftsteller: Anna Gavalda, die Autorin von „Zusammen ist man weniger allein“ und „Alles Gute kommt nie“, meine zwei Lieblingsbücher.

 

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10. Februar 2021: Kunstquiz (Barbara Yeo-Emde)

  

Heute gibt es zur Abwechslung ein Quiz über bekannte Künstler. Unter den einzelnen Hinweisen gibt es Striche für jeden Buchstaben des gesuchten Künstlers. Unter jedem Strich (außer bei 4 Namen) befindet sich eine Zahl, die immer dem selben Buchstaben entspricht. Zusätzlich gibt es ein Zitat als Hilfe für die Lösungen.

 

Hier klicken, um das Quiz als PDF herunterzuladen und ausdrucken.

Hier klicken, um die Lösung als PDF herunterzuladen.

 

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3. Februar 2021: Susanne Flack

 

Wie/mit welchem Medium drückst du dich künstlerisch aus? 
Malen mit Acryl- und Aquarell, Mischtechniken, sowie Objektkunst (jedoch seltener)

 

Wie bist du dazu gekommen, diese Kunst zu lernen und auszuüben?  

Es machte mir Freude mit meinen Kindern zu malen, woraufhin mir mein Ehemann (ca. 1998) eine komplette Malausrüstung für die Aquarelltechnik schenkte. Im Anschluss besuchte ich einen Kurs an der VHS Wetzlar, in dem Hr. Mühlbauer in die Aquarellmalerei einführte. Später entdeckte ich dann die Acrylmalerei für mich, da dieses Medium noch viel mehr Techniken bietet und man die Farben ausdrucksstärker auftragen kann. Diese Technik praktiziere ich vorwiegend autodidaktisch.

Seit wann bist du künstlerisch aktiv?

Mit einigen Unterbrechungen seit ca. 1998.

Woher nimmst du die Motive für deine künstlerische Arbeit?

Von Fotografien, Postkarten oder spontan aus eigenen Eingebungen.

 

An welchem Künstler, welchen Künstlern hast du dich im Anfang deiner künstlerischen Tätigkeit orientiert?

Da hatte ich keine besondere Richtung. Alle Maler, die farbintensive, leuchtende Gemälde zauberten, gefielen mir. (z.B. Van Gogh, Monet...) sowie Maler der zeitgenössischen Kunst. 

 

Gibt es heute noch andere Vorbilder? 

Da gibt es sehr viele.  Jedoch sprechen mich Werke der impressionistischen Malerei besonders an. 

 

Wie kamst du zum KuKuK? 

Durch ein ehemaliges Mitglied.

 

 

Welchen Beruf hast du erlernt, welchen Beruf übst du aus, bzw. hast du bis vor der Rente/Pension ausgeübt?

Ich habe Sozialarbeit studiert und arbeite zurzeit im Seniorenzentrum Johannesstift in Gießen im Sozialdienst.

Kommst du aus der Gegend? Wenn nicht, wo kommst du her? Warum bist du hierhergezogen?

Ich komme aus einem kleinen Dorf im Hunsrück (Hennweiler).  Im Alter von 17J. (1978) zog ich nach Mainz, um mich beruflich weiterzubilden.) Die Liebe hat mich dann 1990 nach Wettenberg verschlagen, da mein Ehemann, den ich auf einem Tanzevent kennenlernte, aus Wißmar stammt.

 

Lieblingskünstler: Da gibt es zu viele, die ich bewundere.

Lieblingsfarben: Grün- und Blautöne 

Lieblingsmusik: Versch. Stilrichtungen (Klassik, Rock, Schlager...) zurzeit David Garett „Viva la Vida“

Lieblingsort: Immer da, wo ich mich gerade wohlfühle. 

Lieblingsliteratur: spirituelle Schriften (z. B. von Kurt Tepperwein „Die geistigen Gesetze“) Alles was mit der Entwicklung des Bewusstseins zu tun hat.

Sonstige Interessen oder Hobbies: Dekoration zu den versch. Events basteln, Musik versch. Stilrichtungen hören, Lesen, Freistil tanzen, in der Natur unterwegs sein, Reisen.

 

 

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27. Januar 2021: Barbara Yeo-Emde, "America First (Amerika zuerst) – Zwei der bizarrsten Wochen in der Geschichte der USA"

 

Nachdem ich und zig Millionen andere Menschen weltweit vier Jahre lang jeden Morgen mit Angst aufgewacht waren, was an dem Tag an Schreckliches in den USA passieren könnte, ist die schändlichste Präsidentschaft in der Geschichte des Landes endlich vorbei. In diesen Jahren zerstörte die vergangene Administration so viel in dem Land, das sie behaupten, sehr zu lieben. Was für eine krankhafte Art Liebe! 

 

Genau als man dachte, dass es nicht schlimmer werden könnte, ist es tatsächlich so gekommen. Der Anschlag auf das Kapitol am 6. Januar war der verheerende Abschluss von 5 Jahren (inklusiv der Präsidentschaftswahlkampagne) furchtbarer Lügen und psychischen Terrors des Verbrechers, wessen Namen ich nie wieder über meine Lippen bringen möchte. Nicht nur verursachte er mit der Mithilfe seiner Speichellecker einen Aufstand, sein Hauptziel war, das amerikanische Volk gegeneinander aufzuhetzen. Das ist das einzige, womit er während seiner gesamten Amtszeit großen Erfolg hatte.

 

Innerhalb zwei Wochen zwischen dem 6. und 20 Januar, immer am Mittwoch, durften wir die Schändung des Kapitols und die zweite Amtsenthebung des verwerflichsten Präsidenten in der Geschichte des Landes erleben. Nicht nur für Amerikaner war diese Zeit sehr bedrückend. Am letzten Mittwoch kam die Erlösung mit der Amtseinführung einer neuen, einfühlsamen und kompetenten Administration.

 

Seit der Rebellion zeigen viele Republikaner kein Quäntchen Reue oder empfinden kein kleines bisschen Verantwortung für die Rolle, die sie zweifelsohne in diesem blasphemischen Ereignis gespielt haben. Manche bestehen darauf, ihre Waffen mit in die Regierungsgebäude zu nehmen, was ein Delikt in Washington DC ist. Sie sind beleidigend und verbreiten immer noch ihre Märchen von Wahlbetrug u.a. Ein einziger Tag nach der Amtseinführung Joe Bidens meinte FOX News, dass seine erste Woche erschreckend sei. Sie sagten, dass er Amerika als das Unwichtigste behandelt und nicht an erste Stelle ordnet (America First). 

 

Da frage ich mich seit Jahren, was haben „Make America Great Again“ und „America First“ dem Land beschert? – eine Wirtschaft kurz vor dem großen Absturz; eine Pandemie, die völlig außer Kontrolle ist; millione Arbeitslose, enorme soziale Ungerechtigkeit und Unruhe; riesige Menschenschlangen, die sich an Lebensmitteltafeln wenden müssen, weil sie kein Geld haben; die Abneigung unserer wichtigsten Verbündeten, während eine Näherung an die schrecklichsten Autokraten und Diktatoren der Welt angestrebt wurde; die mit Vorliebe Lügen, Betrug, Kriminalität und Unbarmherzigkeit als die Norm fördern, um nur ein paar von den schwerwiegendsten Herausforderungen zu nennen, womit die Staaten zurzeit konfrontiert sind.

 

Was mich wirklich auf die Palme bringt ist, wenn die Republikaner meinen, dass wir das, was am 6.1. vorgefallen ist, vergessen müssen, damit das Land den Heilprozess beginnen kann. Sie möchten nicht, dass ihre Wähler, die an diesem Verbrechen teilnahmen bzw. es unterstützten, Konsequenzen tragen müssen. Es tut mir leid, aber wir anderen können nicht vergessen, was wir mitansehen mussten. Diejenigen, die geplant und versucht haben, die Regierung zu stürzen und manche Regierungsmitglieder umzubringen, müssen zur Verantwortung gezogen werden. Angeblich haben diese Staatsfeinde über mehrere Jahren so sehr unter liberalen Regierungen heftig gelitten. Die Republikanische Partei in Hawaii meint, dass was sie anstellten, haben sie nur aus Liebe zu ihrem Land gemacht. Die Wahrheit ist, dass sie sich nicht damit abfinden können, dass die USA inzwischen unwiderlegbar multiethnisch und multikulturell sind, eine Tatsache, die der ehemalige Außenminister Pompeo leugnet. Laut ihm, und ich zitiere: „Multiculturalism is not who America is“ (Multikulturalismus ist nicht, wer Amerika ist).

 

Mit bodenloser Frechheit zu fordern, dass die andere „Hälfte“ des Landes vergessen und vergeben soll, zeugt von unermesslicher Arroganz, Unverschämtheit, Ignoranz und Respektlosigkeit. Fünf sehr lange Jahren mussten wir, diese andere Hälfte, uns permanent gegen einen Schwall von Beleidigungen, riesigen Blamagen auf internationaler Ebene, und einem deutlich sichtbaren Anstieg an Boshaftigkeit und Unverfrorenheit auseinandersetzen. Alle Werte der Nachkriegsgeneration wurden von der korrupten Regierung und ihren Unterstützern mit Füßen getreten und durch den Dreck gezogen. Hat diese andere Hälfte versucht, aus Frust Leute zu ermorden und die Regierung zu stürzen?

 

Normalerweise bin ich keine nachtragende Person, aber was den ehemaligen Bewohner des Weißen Hauses und seine Bande betrifft, bin ich der Meinung, dass sie für ihr Tun haftbar gemacht werden müssen, was sie im Namen ihres enormen „Patriotismus“ vollzogen haben. Nur weil man die Flagge schwenkt, heißt nicht, dass man ein Patriot ist. Ich möchte keine Rache, sondern Gerechtigkeit. 

 

Von vielen Familienmitgliedern und Freunden habe ich immer das Gleiche gehört: vor immenser Erleichterung weinten sie am 20.1. viel. Wir, die die vergangene Administration nicht unterstützten, sind in den letzten fünf Jahren regelrecht traumatisiert worden. Jetzt, wo das Schlimmste hinter uns zu sein scheint, müssen wir uns seelisch und psychisch erholen. Dieser Prozess wird noch eine Weile dauern und wird nicht abgeschlossen werden können, wenn diejenigen, die uns in dieser Zeit terrorisierten, unbestraft davonkommen. 

In der Zwischenzeit müssen wir Amerikaner, die absolut euphorisch sind, Biden und Harris als unsere Regierungschefs zu haben, versuchen, daß die unzähligen Versuche der extremen Rechten, die neue Regierung zugrunde zu richten, uns nicht zu sehr davon abhalten, die Verbesserungen wahrzunehmen und Geduld aufzubringen. Traurigerweise, trotz aller Beweise, dass die Republikaner seit Jahren den falschen Weg für Amerikas Zukunft gewählt haben, scheinen sie ganz versessen zu sein, ihre Pläne durchzuziehen. Sie wollen nicht akzeptieren, dass die Weißen nicht mehr die Mehrheit bilden und höchstwahrscheinlich es nie wieder sein werden. 

 

Wer die verschiedenen Sendungen vom 20. Januar anschaute, verstand sehr schnell, dass die neue Administration genau diese Tatsache deutlich machen wollte. Für diejenigen, die den Multikulturalismus der USA als Selbstverständlichkeit anerkennen, waren diese Übertragungen Balsam für die Seele. Die Organisatoren wussten genau, was wir brauchten, um die ersten Schritte unserer Heilung angehen zu können. Für Nicht-Amerikaner kamen diese Präsentationen vielleicht völlig übertrieben vor. Aber für Amerikaner, die schon von Kindheit an die Ideale von Respekt, Ehre und Inklusion eingetrichtert bekamen, waren diese Sendungen unsere kollektive Stimme an die vorige Administration und seine Anhänger, dass die Vereinigten Staaten jetzt und für die Zukunft so sind, was traumhaft schön sein könnte. Wir haben es satt, von Negativismus bombardiert zu werden. Es gibt unendlich viel Gutes in den USA. Lassen wir uns mehr darauf konzentrieren, ohne das Schlechte zu ignorieren. Keine Gesellschaft ist oder wird jemals perfekt sein. Trotzdem sollen wir nicht aufgeben, anzustreben, dieser Perfektion ein Stückchen näher zu kommen. (Wie es in der Präambel der amerikanischen Verfassung „We, the People…“ heißt.) 

 

Der absolute Höherpunkt bei der Amtseinführung am 20. Januar war die Rezitation des Gedichtes einer 22-jahrigen Absolventin der Harvard Universität. Amanda Gorman, eine beeindruckende junge Frau, fasste exakt die Gefühle unzähliger Menschen in Worte; Gefühle, die wir selber nicht in der Lage waren, auszudrücken. Wir müssen akzeptieren, dass es immer Ungerechtigkeit gab und geben wird. Zur gleichen Zeit müssen wir den Mut haben, das Licht zu sehen, obwohl wir manchmal von einer Dunkelheit überwältigt werden. Wir können dieses Licht nur sehen, wenn wir tapfer genug sind, es sehen zu wollen, nur wenn wir tapfer genug sind, das Licht zu sein. (We can see it „if only we’re brave enough to see it. If only we’re brave enough to be it.“) 

 

 

Ich persönlich werde versuchen, mich auf dieses Licht zu konzentrieren und mit jeder Faser meines Selbst so oft wie menschlich möglich, dieses Licht zu personifizieren.

 

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 20. Januar 2021: Gabriele Herlitz

 

Wie/ mit welchemMedium drückst du dich künstlerisch aus? (Malen, Zeichnen, Fotografie, Objektkunst, darstellende Kunst, schreibende Kunst, Sonstiges). Ich male vorwiegend mit Acryl, kollagiere und experimentiere aber auch gerne mit verschiedenen Materialien. 

 

Wie bist du dazu gekommen, diese Kunst zu lernen, auszuüben? Woher kam die Motivation? Wer oder was hat dich dazu inspiriert? Im Grunde habe ich mir das kindliche Bedürfnis zu spielen, erhalten oder zeitweise wieder hervorgeholt. Es galt nie als nützlich, zu malen, zu spielen - wenigstens nicht in meiner Kindheit, sondern konkurrierte mit dem „Lernen für die Schule“. Mein Vater malte ab und zu mit Öl oder fertigte Objekte aus Gips oder auch Goldschmuck (er war Zahntechnikermeister). Sein Hobby hat mich sicherlich beeinflusst.

 

Seit wann bist du künstlerisch aktiv? Seit Beginn der 90er Jahre ist das Malen zu einer regelmäßigen Tätigkeit geworden. 

 

Woher nimmst du die Motivation für deine künstlerische Arbeit? Das Bedürfnis mich mit den Farben auszudrücken ist einfach immer wieder drängend da! Es ist so nötig wie Essen und Trinken.

 

An welcher Künstlerin, Künstlern hast du dich am Anfang deiner künstlerischen Tätigkeit orientiert? Begeistert haben mich die Expressionisten, die Farbintensität von Mark Rothko, die künstlerische Entwicklung von Gerhard Richter, die Plastiken von Giacometti, die wunderbaren Gemälde der Impressionistinnen Berthe Morisot und Mary Cassatt. Grad interessieren mich überhaupt die oft „vergessenen“ Malerinnen. 

 

Wie kamst du zum KuKuK? Ich bin mit einem Ehrenmitglied befreundet. Er hat mich ermuntert, „zum KuKuK zu gehen“ ;). Also bin ich Mitglied seit einem Jahr. 

 

Welchen Beruf hast du erlernt, übst du aus, bzw. hast du bis vor der Rente/Pension ausgeübt? Nachdem mir die Arbeit als PTA in der Apotheke zu langweilig wurde, studierte ich Sozialarbeit. Viele Jahre war ich in der Erwachsenenpsychiatrie (in dem Zusammenhang lernte ich die Prinzhornsammlung kennen, die mich sehr beeindruckte) und danach im Jugendamt tätig. Letzteres war „verrückter“. Seit 2,5 Jahren bin ich Rentnerin. 

 

Kommst du aus der Gegend? Wenn nicht, wo kommst du her? Warum bist du hierhergezogen? Ich kam als Kind kurz vor dem Mauerbau von Ost- nach Westdeutschland. Zur Schule ging ich in Kassel, gearbeitet und studiert habe ich in Frankfurt am Main. Der Beruf hat mich nach Gießen gebracht. Unsere beiden Kinder sind hier geboren. Nun lebe ich mit meinem Mann schon seit 35 (!!) Jahren in Hüttenberg. 

 

Lieblingskünstler: Es gibt so viele noch junge und unbekannte Frauen und Männer, deren Arbeiten ich oft in Ausstellungen bestaune. Die sind mir wichtig! 

 

Lieblingsfarbe: jede

 

Lieblingsmusik: je nach Stimmung Klassik und Rock 

 

Lieblingsessen: italienische und thailändische Küche 

 

Lieblingsort: Berg, Meer, Wald, mein Bett 

 

Sonstige Interessen oder Hobbys: Bücher kaufen und lesen, lesen, lesen! Geh´ mir fort mit eBook! Dankeschön für das Interesse! Ich hoffe auf persönliche KuKuK Kontakte ganz bald!

 

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13. Januar 2021: Roger Wegner

 

Der Künstler Roger Wegner, Jahrgang 1959, mit seiner Familie in Weilburg lebend, künstlert und stellt aus im Atelier „Künstlermühle Leun” / „Celtic Art Leun“ in der alten Mühle am Ortsende von Leun (Obere Bachstrasse 40), welche auch als alte Ölmühle bzw. Kulturmühle Leun bekannt ist.

 

Selbstauskunft – Ich als Künstler

Seit meiner Kindheit male und künstlere ich. Auf einer Uni war ich nie, also habe ich nie Kunst studiert. Oder doch? Meine Berufe hatten auch nie etwas mit Kunst zu tun. Schade für mich.

 

In meiner Jugend, also in den 70ern, malte ich wie verrückt, vor allem bunt. Ich hatte keine bestimmte Kunstrichtung, oder vielleicht am Ehesten Fantasy. Vielleicht lag es an zu viel AfriCola oder Bluna – meine Bilder wurden immer verrückter und ich vielleicht auch. Die meisten Bilder habe ich zum Glück verschenkt.

 

Ende der 80er verbrannte ich alle Bilder die ich noch hatte. Erst Anfang der 90er malte ich wieder. Dann begann ich von Anfang an. Mit Höhlenmalerei.

Nun ja, eigentlich hatte ich keine Höhlen, aber die Anfänge des Malens und der Pigmente, also der Farben, faszinierte mich.

 

Natur – Farben – Motive, alles auf Stein, Knochen, Tierhaut und manchmal Holz; alles außer Papier. Dies fiel damaligen Freunden auf, die als Hobbyisten in der Indianer-Szene aktiv waren. Sie konnten mich für ihre Kunst Art gut gebrauchen. Dort lernte ich auch Trommeln und Rasseln bauen und bemalen/verzieren und vieles mehr. Ich hatte sowieso schon viel Sympathie für Natur – Völker – Kunst und Schamanismus, merkte aber mit der Zeit, dass ich selbst gar kein Indianer bin und suchte meine eigenen Wurzeln die wohl eher europäisch sind. Dies führte mich, vielleicht über Umwegen, zu den Kelten und deren Kunst. Das war ein Volltreffer für mich, es ist das was ich liebe.

 

Nun künstlerte ich für die „Kelten“, meistens bemalte ich Steine und Holz, Trommeln und Schilde, ritzte und verzierte Trinkhörner und Knochen. Auf Papier male ich wieder seit 2016.

 

Seit zig Jahren bin ich in der keltischen Kunst und Szene tätig. Die keltische Kunst seit der Hallstatt- und La Tene-Zeit über die keltische Hoch-Zeit hinaus ist zeitlos faszinierend.

 

Wichtige Lehrer waren für mich z.B. Georg Bain und Aidan Meehan (bzw. deren Lehr-Bücher), aber vor allem das Leben an sich, das „einfach selbst machen“. Heute interpretiere ich alte traditionelle Motive und erschaffe eigene, keltisch inspiriert. Ich beherrsche die 5 Zacken des Pentagramms: Imitation, Interpretation, Intuition, Imagination und Inspiration. Dazu erlernte ich auch keltische Poesie und vermag Bilder und Runen in Stein, Knochen, Holz und Hörner zu ritzen.

 

Die Kelten liebten es bunt. Ich tue es auch, aber ich liebe auch Erdtöne. Folglich habe ich ab 2017/18 eine ganze Serie in Ocker und Umbra gemalt:

Keltische Kreise 1 „Menschen, Tiere, Fabelwesen“. 2018/19 kam Terra di Siena dazu: Keltische Kreise 2 „Menschen, Götter & Dämonen“.

 

Dann wird es auch wieder bunter. Es entstehen: 2019/20: KK3 „Keltische Ornamentik“ (vieles davon mit Blattgold verziert) und KK4 „Die Toten & die Lebenden“.

 

Seit 2018 betreibe ich das Atelier Künstlermühle Leun/Celtic Art Leun in einer wunderschön sanierten alten Mühle aus dem 15.Jdt. Die Besitzer erlauben mir hier zu künstlern und Kunst, Kultur und Leben einzubringen. Das romantische Ambiente der Alte Mühle und die Natur, die Esel, der Bach und Alles bilden eine sehr angenehme Atmosphäre.

 

2018 und 2019 gab es hier in der Künstlermühle auch viele große und kleine, feine und hochkarätige Veranstaltungen, Konzerte, Lesungen usw. mit vielen Künstler/innen. 2020 gab es das nicht. Auch die jährliche Vernissage neuer Bilder musste leider ausfallen.

 

Aber: Alles wird Gut! Wir freuen uns darauf, uns bald wieder hier an der Künstlermühle Leun in der frischen Luft, am Bach bei den Eseln, bei Kunst & Kultur, wiederzusehen und umarmen zu können.

 

Lieblingsfarbe: schwer zu sagen, früher war das einfacher, mir blieb nur Gelb weil mein Bruder Rot war und meine Eltern Blau und Grün. Dann begann für mich ein Farbenrausch, der noch immer andauert. Nachdem ich es mal zu Bunt trieb, hatte ich Farbstörungen und malte nach einer Pause hauptsächlich in Weiß. Das ist praktisch, weil Weiß in der Nacht am besten zu sehen ist und überhaupt ein Zeichen für die Anderswelt, eine besonders zauberkräftige Ur-Farbe. so wie auch Schwarz und Rot. Schwarz und Weiß, Rot oder Gelb, Blau, Grün, Braun usw... welche Farbe ist weniger wert oder schön (keine!)? Erdtöne, Ocker, Umbra, Terra di Siena... Gold ist keine Farbe, oder doch? Was würde Pippi Langstrumpf sagen? Ich schließe mich ihr an.

 

Lieblingsmusik: noch schwerer zu sagen. Ich möchte offen sein für alles was schön und gut ist, auch offene Ohren haben, deswegen höre ich mir alles erst mal an, bevor ich es schön oder nicht finde, ablehne oder gutheiße, auch experimentelle Sachen oder extremes. Musik ist für mich ganz ganz wichtig, aber ich kann mich nicht auf eine Musikrichtung festlegen.

 

Lieblingsdichter: liebe Barbara, das hast du mich zwar nicht gefragt aber ich sag es trotzdem. Es ist sehr schwer zu beantworten, weil ich so viele davon habe. Bin ja selbst Skalde. Meistens handeln meine Lieblingsgedichte vom Zauber der Natur. Ich will nicht anfangen aufzuzählen. Z.B. Barthold Heinrich Brockes ist faszinierend. Aber er sah (als Christ) Gott, ich sehe die Göttin in der Natur. Als Narr nehme ich mir die Freiheit, seine Gedichte ins Heidnische umzumünzen. 

Barthold... Oh, jetzt schweife ich aus...

 

Lieblingsort: in der Natur, im Wald, der Himmel über mir, die Erde unter mir, die Bäume, ja die ganze Welt, um mich herum, auf einer Blumenwiese, am Feuer, im Bett, am Frühstücks Tisch, an einem Bach, See, Wasserfall oder einer Quelle, in den Bergen, an besonders schönen Orten in der Natur...

 

Lieblingsessen: Wildschwein in Pfefferminzsoße, mit Salat bitte 

 

Lieblingsschriftsteller: echt schwer zu sagen. Ich lese zwar viel aber wer... 

OK: anfangs waren es z.B. Michael Ende, Douglas Adams, Tom Sharp, Terry Pratchett,.... dann mmm und....

 

Ach ja, ganz wichtig sind Albert Uderzo und René Goscinny, für keltisch Interessierte eine Fundgrube und Nachschlagewerk für alles Mögliche.

Für ernsthaft an keltischer Kultur Interessierte empfehle ich Jan Fries.

 

Lieblingskünstler: Die Natur

 

Wo komme ich her und wieso, wie kam ich zum KuKuK: ich lebe mit meiner Familie in Weilburg und arbeite im Atelier in Leun. Der KuKuK ist mir also nahe und es ist mir eine Freude dabei zu sein.

 

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