Schönheit der Natur (21.4. bis 14.5.2017)

Für Künstler stellt sich die Frage des bildkünstlerischen Zugriffs auf Natur. Welche Bildmittel sind angemessen? Realistische Fotografie oder Fotografie mit engem Ausschnitt, so dass die Bilder wie abstrakt wirken? Oder Aufnahmen des Mikrokosmos? Welche Art der Malerei, der Zeichnung oder der flüchtigen Skizze hat welche Wirkung? Expressionistisch, impressionistisch, sachlich, romantisierend, stilisierend und vereinfachend, kubistisch, plakativ oder gar abstrakt? Eignen sich auch Cartoons zur Bearbeitung des Themas? Kann man das vermeintlich Schöne nicht auch ins sogenannte Kitschige übersteigern? Klischees wie z.B. Sonnenuntergänge persiflieren? Und wie steht es mit der Objektkunst?

 

Im KuKuK haben sich vier Künstler unter diesem interessanten, aber auch schwierigen Thema zu einer Ausstellung zusammen getan. Natürlich können vier Künstler nicht den ganzen Aspektreichtum des Themas abdecken. Jeder steuert aber höchst persönliche Gedanken zu dem bei, was schön sei, was Natur sei und wie Künstler die Schönheit der Natur in ihrem Werk wiederspiegeln können. 

 

Wally Wilsons Werke entstehen nach „Vorlagen aus der Natur“, wie sie sagt.  Das gilt für ihre Bilder von Tieren, Landschaften und Blumen. Bambus ist immer mal wieder ein Thema wegen seiner vielseitigen Farben. Gelegentlich produziert sie aber auch abstrakte Werke. Man findet bei ihr sowohl Kompositionen in kräftigen Farben, als auch zarte Strukturen von Farbe auf ihren Leinwänden.

Günter Stadler nimmt als Gast an der Ausstellung teil. Seine bevorzugten Sujets sind „Natur, Menschen, Tiere und Landschaften“. Sein Malstil ist relativ realistisch und detailliert. Beim Malen seiner Bilder geizt er aus Überzeugung nicht mit Zeit. Außerdem fragt er: Warum soll der Künstler das, was es ihm wert ist gemalt zu werden, reduzieren oder gar abstrakt darstellen?

Die Bilder, die er bei dieser Ausstellung zeigt, sind bis auf eine Ausnahme Aquarelle, die teils vor der Natur, teils nach selbst fotografierten Vorlagen entstanden. Bei solchen Bildern spielt für ihn das Licht und seine Reflexe  eine ganz entscheidende Rolle.

Ilse-Marie Weiß sagt, dass in unserer Kulturlandschaft die Schönheit der Natur nicht immer offensichtlich ist. Erst der bewusst gewählte Standort des Künstlers und die künstlerische Bearbeitung machen das Besondere in der Natur erkennbar. - In ihren Zeichnungen bringt sie die Schönheit der Natur im Detail zum Ausdruck. Bei den Gemälden steht die Farbharmonie mit fließenden Übergängen im Vordergrund. Ihre Fotos sind mit dem Blick der Malerin fotografiert. Motivwahl, Komposition, Beleuchtung und Farben müssen für sie stimmig sein. „Ich bin geprägt durch ein großes Harmoniebedürfnis.“ In der Natur sieht sie Harmonien in vielfältigsten Ausprägungen. Darin liegt für sie die Schönheit der Natur. - Im Zeichnen, Malen und Fotografieren komme darüber hinaus ihre Ehrfurcht vor der Natur zum Ausdruck.

Dieter Weiß ist von Haus aus Mathematiker, der sich nach seiner Berufstätigkeit in der wissenschaftlichen Datenverarbeitung verstärkt gestalterischer Tätigkeit zugewendet hat. Er ist aber seit seiner Jugend fasziniert von Holz und der Gestaltung „schöner“ Objekte aus diesem Werkstoff. 

Zum einen versucht er, die äußere Schönheit natürlich gewachsener Formen zur Geltung zu bringen und zum anderen die innere Schönheit vorwiegend durch Drechseln überhaupt erst sichtbar zu machen. Er findet seine Werke gelungen, wenn sie sowohl die Schönheit des Materials als auch ihre „innere Schönheit“ sichtbar machen.

 

Vernissage war am 21.4.2017 um 19 Uhr mit dem Chor „SingsteMit“ (Gießen - Allendorf) und Hermann Wilhelmi, Gesang mit Klavier