Absicht und Zufall (10.02. bis 12. 03. 2017)


Absicht und Zufall

Ausstellung im KuKuK Wettenberg vom 10.2. – 12.3.2017

Vernissage ist am 10.2.2017 um 19 Uhr.

 

Wenn in diesem Thema die Reihenfolge der Begriffe auch ihren Stellenwert im künstlerischen Prozess andeuten soll, gehört seine Umkehrung auch in den Bereich des Möglichen, wie den Statements der drei Ausstellenden zu entnehmen ist: Zufall und Absicht.

 

Zufall sei ein „Freund des Künstlers“. Er fördere den kreativen Prozess indem er Anregungen auf vielerlei Art bringe: als Idee, als Form, als Farbkomposition, als Material, als Sprache. Die Funde werden bei der Arbeit nach dem „Prinzip Zufall“ geklärt, geordnet, im Ausdruck gesteigert. Die künstlerische Gestaltungsabsicht macht den Fund zu einem Teil des Kunstwerks.

 

Susanne Voos zeigt Malerei, Zeichnung, Collage, Schüttung, Druck, meist ungegenständlich. Zufallstechniken und Funde, auch Texte, fließen in die Bilder ein. Sie haben meist keine Titel. Das zwingt den Betrachter zur Beteiligung am kreativen Prozess.

 

Ursula Mayer entwirft seit zwanzig Jahren Schmuck und Accessoires. Besonders spannend findet sie dabei die Verbindung unterschiedlicher Materialien wie Draht, Wolle, Seide, Leder und Filz mit Glas- und Keramikperlen, Halbedelsteinen. Aber sie verarbeitet auch Fundstücken wie Holz, Steine, Muscheln und Federn.

 

Für Wolf Gebhard ist Kunst zuerst aktive Gestaltung und insofern steckt in jedem Kunst-Stück ein absichtsvoller Akt. Selbst wenn der Künstler nur ein Fundstück aus der Natur zur Kunst erklärt, liegt dem eine Entscheidung zugrunde.

 

Wenn er ein Bild malt, eine Keramik modelliert, ein Foto aufnimmt und bearbeitet, geht er absichtsvoll vor. Er hat eine konkrete Vorstellung und setzt sie mit Hilfe von erworbenen Fertigkeiten um. Die künstlerische Absicht dominiert.

 

Allerdings erlebt er häufig, dass in diesen Prozess Bedingungen einfließen, die nicht geplant und nicht planbar sind. Wer einen Keramikofen nach dem Glasurbrand öffnet, muss immer mit Überraschungen (leider oft auch Enttäuschungen) rechnen. Auch im künstlerischen Prozess selbst gibt es Situationen, die ihn vom vorgefassten Plan abweichen lassen. Diese bewertet er als bereichernd und spannend. Deshalb gehören zu seinem absichtsgeleiteten Handeln durchaus auch Ausprobieren, vorläufiges Scheitern, blindes oder bewusstes Korrigieren, Verwunderung über etwas, was nicht geplant war, das aber besser gelungen ist als erwartet.