Ausstellungen 2021 



22. bis 31. Oktober 2021
"Sehnsucht Süden"

Ein Kunst- und Kulturprojekt

 

Auf das Plakat klicken, um es zu vergrößern.

  

Der Süden, das ist viel mehr als eine Himmelsrichtung, mehr als das Gegenteil des Nordens. Der Süden ist ein Gefühl, das in einem dafür sensiblen Menschen spätestens mit Beginn der Adoleszenz, mit dem Erwachsenwerden. Süden ist ein idealerweise mediterran umrankter, meist sonniger und mit Leichtigkeit erlebbarer Sehnsuchtsort, ein Kulturraum, der sich sinnlich empfinden lässt, aber auch abbilden und beschreiben. Süden darf man – wie es der Schweizer Schriftsteller Iso Camartin einmal sagte – als Lebensgefühl verstehen, als Sinnbild für Fernweh und Verführung. Er hat mit der Begierde nach dem Hellen und dem Weiten zu tun, ist Synonym für eine Sehnsucht nach dem irdischen Paradies.

 

Diese und ähnliche Sichtweisen trugen uns im Frühjahr 2020, als wir mitten im ersten Covid19-Lockdown eine Ausstellung unter dem Titel „Sehnsucht. Süden.“ ins Auge fassten. Uns? Das sind der Künstler Bodo W. Klös aus Nieder-Bessingen, seine Ehefrau Birgit, die „edition noir“-Galeristin und -Verlegerin, sowie der mit ihn befreundete Norbert Schmidt, Vorsitzender der Deutsch-Französischen Gesellschaft Wettenberg. Warum? Um in einer als dunkel empfindbaren und von eingeschränkter Bewegung gekennzeichneten Zeit einen Silberstreif am (mediterranen) Horizont zu vermitteln – und Künstlern wie Kunstschaffenden einen Platz zum Dialog mit dem Publikum.

 


Der erste Versuch blieb ein solcher: Die Inzidenzzahlen ließen eine wenigstens halbwegs mit Freude zu genießende Ausstellung im Herbst 2020 nicht zu. Nun also der Neustart – von Freitag, 22. Oktober, bis Sonntag, 31. Oktober 2021. (Es gelten die im ge¬nannten Zeitraum für den Kreis Gießen aktuellen Einlass- und Hygieneregeln.)

 

Ausstellende sind Bodo W. Klös (Lich /Grafiken, Zeichnungen u. a. // s.o.), Günther Hermann (Fronhausen, + 2020 / Radierungen, Gemälde // Foto rechts), Michael Ackermann (Wettenberg / Drucke, Collagen, Gouachen), Roland Roure (Carpentras / Weißblech-Plastiken), Blandine Descombes (Alès / ästhetische Gebrauchskeramik), Florian Besset (Barjac / Fotografien) und Norbert Schmidt (Wettenberg / Gemaltes, Gezeichnetes, Gesammeltes, Fotografiertes). Zur Vernissage bzw. am Eröffnungstag spricht Dr. Friedhelm Häring, der ehem. Direktor des Oberhessischen Museums in Gießen.

 

Michael Ackermann
Michael Ackermann

Zum weiteren Programm zählen eine Lesung mit der Krimi- (und Provence-Kochbuch-)Autorin Sophie Bonnet, die ihr aktuelles Buch „Provenzalischer Sturm“ vorstellt (23. Oktober, 17 Uhr), ein Vortrag von und ein Gespräch mit Günter und Vilma Kämpf aus Lich (Foto rechts), Weggefährten des Staufenberger Schriftstellers Peter Kurzeck, der lange Jahre in Uzès lebte und arbeitete, ein Gespräch mit dem Deutschfranzosen-Ehrenvorsitzenden Günter Feußner (84) über dessen „Sehnsucht. Süden.“ inklusive Partnerschafts-gründung mit Sorgues bei Avignon und ein musikalisch umrahmter Schlussakkord mit Nora Schmidt. Im Bistro-Ausschank der Deutschfranzosen sind Côtes-du-Rhône-Weine aus der Umgebung von Sorgues.

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Veranstalter ist der Verein Deutsch-Französische Gesellschaft Wettenberg, gemeinhin Die Wettenberger Deutschfranzosen genannt, im Schulterschluss mit der „edition noir“ und mit Unterstützung des Vereins Kunst- und Kultur-Kreis „KuKuK“ Wettenberg.

 


18. September 2021
"Serientäter"

 

 

„Serientäter“ heißt die Ausstellung im Kunst- und Kulturkreis Wettenberg e.V. (KuKuK), die am 18. September beginnt und am 10. Oktober endet.

Die „Serientäter“, die diese Ausstellung gestalten, sind die Vereinsmitglieder Wolfgang Gebhard, Ursula Mayer und Susanne Voos.

Viele Künstler arbeiten im Laufe ihres Lebens immer wieder einmal an Serien. Sie entwickeln Kunstwerke vom gleichen Typus, die sich aber trotz ihrer Ähnlichkeiten in Thematik, Material, Farbgebung oder Größe stark voneinander unterscheiden. Der Betrachter sieht den Werken an, daß sie zusammengehören, aber jedes einzelne ist verschieden von den anderen.

Wolfgang Gebhard stellt figürliche Keramiken aus, reduziert sie aber so stark auf die allernötigste Grundform, daß diese  minimalistischen Werke eher Emblemen oder Totems ähneln als den Köpfen oder den natürlichen Wesen, die die ursprüngliche Anregung gaben. 

Serien sind für ihn ein Verfahren, mit Bewährtem zu spielen, es weiter zu entwickeln und Neues auszuprobieren. Seine Arbeit  tastet sich vor und schafft Überraschungen.

Ursula Mayer bringt Kunsthandwerk in die Ausstellung. Schmuck und Textiles, Ketten, Armbänder, Schals usw. lassen sich ohne Weiteres als Serien bezeichnen. Sie ähneln einander oft in Material und Farbgebung und können miteinander kombiniert werden, aber natürlich ist hier jedes Teil ein Einzelstück.

Susanne Voos kombiniert sehr unterschiedliche Themen und Techniken in Malerei, Collagen und Holzdrucken. In der Einschränkung auf ein Serien- Thema arbeitet sie häufig an mehreren Werken gleichzeitig, um die jeweils beste Linie zu finden und erschafft eine Fülle von Ähnlichkeiten in aller Verschiedenheit.

Die Vernissage findet am Samstag, dem 18. September, unter den geltenden Corona- Bedingungen um 17 Uhr auf dem Hof statt. Die Kunsthalle ist – ebenfalls coronakonform - an allen Sonntagen von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

 


 

29. August 2021 
KuKuK-Ausstellung im Gail'schen Park, Biebertal

  

 

Der Kunst- und Kulturkreis Wettenberg -KuKuK- e.V. stellt ab 29. August im Gail’schen Park aus. 

 

15 KuKuK-Mitglieder zeigen ca. vierzig Werke. Neben Skulpturen und Installationen aus Keramik, Stein, Holz und Metall sind eine Reihe von Gemälden zu sehen, die auf wetterfeste Alubond-Platten gedruckt wurden. Die ausstellenden Künstlerinnen und Künstler sind: Lucyna Baniak, Ulrike Dalla-Bona, Dieterich Emde, Johannes Eucker, Ulrike Kirschbaum, Uschi Lanzet-Hallen, Marianne Löscher, Bernd Mayer, Christina Richter, Ines Scheurmann, Margit Stork, Roger Wegner, Dieter Weiss, Ilse-Marie Weiss, Horst Wolcke. Es sind zum größten Teil langjährige Mitglieder des Vereins, die in unterschiedlichen Techniken arbeiten. 

 

Der Kunst- und Kulturkreis Wettenberg -KuKuK- wurde am 29. Januar 2003 mit Unterstützung der Wettenberger Gemeindevertretung von überwiegend Wettenberger Bürgerinnen und Bürger gegründet. Am 15. Februar 2006 hat er sich als Wettenberger Verein eine rechtliche Form gegeben.

 

Zweck des Vereins ist, das kulturelle Angebot in Wettenberg und in der Region zu fördern und zu vergrößern. Der Kunst- und Kulturkreis Wettenberg -KuKuK- tritt ein für die Freiheit und die Vielfalt der Kunst und folgt einem weiten Kunst- und Kulturbegriff. Hierzu gehören neben der bildenden Kunst im engeren Sinne auch die so genannten neuen Medien (Fotografie, Film/Video, Computer), außerdem Kunstobjekte, Performance, Installation, Environment, Comics, Cartoons, Plakatkunst, u. a., sowie Kunsthandwerk, Design, Musik, Schriftstellerei und Kleinkunst.

 

Zu allen anderen Künsten und zur Zusammenarbeit mit vergleichbaren Gruppierungen und Einzelpersonen in der Region besteht ein Verhältnis der Offenheit. Kooperationen werden, wo noch nicht vorhanden, angestrebt. Seit 2003 bis heute wurden über 500 Events, davon über 150 Ausstellungen und 50 Veranstaltung in der Halle vom und mit dem KuKuK gestaltet. Die Webseite www.kukuk-wettenberg.de gibt einen Überblick über die Tätigkeiten des Vereins.

 


14. August 2021
"Senkrecht, Waagrecht, Schräg"

  

 

„Senkrecht, Waagerecht, Schräg“ ist der Titel der neuen Ausstellung im Kunst- und Kulturkreis Wettenberg (KuKuK), die vom 14. August bis zum 12. September in der Kunsthalle des Vereins stattfinden wird. 

 

Ein solcher Titel lässt Kunstwerke erwarten, die irgendetwas mit Geometrie zu tun haben. Das muss aber durchaus nicht so sein.

Bei „Senkrecht“ denkt man an etwas Gerades, Aufrechtes, Starkes, Standfestes, das tätig und kräftig sein kann, aber auch hart und starr, steif, streng und würdevoll.

„Waagerecht“ lässt eher an Ruhe denken, an weit Ausgebreitetes, Flaches, eher Passives und Weiches.

„Schräg“ bringt Unruhe, Bewegung und Dramatik. „Schräg“ ist nicht standfest und dauerhaft, sondern eine ungerade, schwankende, wandelbare Angelegenheit, außergewöhnlich und verquer.

 

In die europäische Malerei wird nach den hieratisch starren, aufrechten Heiligen und Herrschern der Romanik (z.B. auf den byzantinischen Mosaiken) und nach den langgezogenen frühgotischen Engeln erst durch die Entwicklung der Perspektive eine Blickrichtung und Bewegung gebracht. Die Schräge im Bild macht Entfernungen, Tiefenwirkung und Überschneidungen möglich. Die Waagerechte wird betont in Landschaften und Seestücken.

 

In der Moderne fällt bei „Senkrecht / Waagerecht“ natürlich jedem sofort Piet Mondrian ein, aber auch die Quadrate von Josef Albers und das „Schwarze Quadrat“ von Malewitsch. Bei den Konstruktivisten und den Futuristen wimmelt es von geometrischen Formen, Feininger brachte viele schräge Dreiecke in seinen Kirchtürmen und Segelschiffen unter, Kandinsky, Picasso, und, und, und... wer hat eigentlich kein „Senkrecht, Waagerecht, Schräg“ in seinen Werken?  

 

Dann kommt natürlich noch die Op-Art dazu, mit viel Geometrie und optischen Täuschungen, z.B. in den Bildern von Victor Vasarely, oder mit Lichteffekten und Schattenwurf, wie bei den Nagelbildern von Günther Uecker.

Und wie „Senkrecht, Waagerecht, Schräg“ sich in der Plastik auswirkt, sieht man schon bei den Alten Griechen: im Gegensatz von den steif- aufrechten archaischen Jünglingsfiguren zum klassischen Diskuswerfer, der in voller Bewegung eingefangen ist.

Letzten Endes ist jedes Kunstwerk ein Zusammenspiel von Senkrechten, Waagerechten und Schrägen, mit mehr oder weniger starker Betonung auf einer Komponente.

 

„Senkrecht, Waagerecht, Schräg“ lässt sich aber auch im übertragenen Sinne verstehen:  

Ein aufrechter Charakter sagt geradeheraus seine Meinung, auch wenn er nur weitschweifiges Gerede über das platte Land hervorbringt. Interessen werden breitwürfig und ausgewogen diskutiert, aber von kleinkarierten Pedanten kann man keinen Weitblick erwarten. Schräge Typen sind unzuverlässig und „ver- rücken“ die gute Ordnung, und Unordnung gehört sich nicht!  „Schräg“ bringt aber Schwung und Leben, es ist unentbehrlich für Kreativität und Lebensfreude.

 

Der KuKuK hat für diese Ausstellung wieder einige Gäste eingeladen: Neben Reiner Packeiser, der bereits bei der vorigen Ausstellung dabei war, sind diesmal vier Angehörige der italienischen Künstlergruppe „Chimera“ zu Gast: Marco Albrecht, Genoveva Gencheva, Sandy Schieck und Isaa Sen.

 

Die Gruppe “Chimera” wurde 2018 in Dortmund von in Deutschland ansässigen Italienern gegründet. Sie ist noch im Aufbau begriffen und umfasst derzeit etwa 10 Aktive verschiedener Nationalitäten, die als Autoren, Grafiker, Fotografen und Maler tätig sind.

 

 

 

Gemeinsam ist ihnen die Leidenschaft zur Historie, Fantasie und die Bewunderung der menschlichen Schöpfungskraft (genio universale). Die symbolische Figur der Chimäre von Arezzo, das Logo der Gruppe, ist ein Symbol der Inspiration.

Ihr Ziel ist die Entwicklung und Realisierung gemeinsamer Projekte im künstlerischen Austausch der unterschiedlichen Persönlichkeiten. Über experimentelle Methoden und unter Berücksichtigung der jeweiligen individuellen  Entwicklung lassen sie in der Vereinigung neue Kunstformen entstehen.

 

Aus dem KuKuK stellen diesmal aus: Michael Ackermann, Vera Bennung Corominas, Klaus Engelbach, Gabriele Herlitz, Marita Meurer, Ingrid Wortmann-Wilk, Barbara Yeo-Emde und Annemarie Zaha.

Die Kunsthalle ist unter Corona- Bedingungen jeden Sonntag von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Die Vernissage findet am Samstag, den 14. August, um 17 Uhr auf dem Hof vor der Kunsthalle statt.

 

 


4. August 2021
KuKuK-Austtellung in der Zulassungsstelle Gießen

 

Bericht über die Ausstellung

 


4. Juli 2021
Virtuelle Ausstellung "EigenArt"

 

 
Die Ausstellung „EigenArt“ erscheint ab dem 04. Juli ausschließlich digital. Silvia Rudnicki und Annemarie Zaha haben ihre jeweils eigene Art zur Geltung gebracht und zu der gemeinsamen EigenArt kombiniert.

 

Und noch eine dritte Persönlichkeit bringt eine eigene Art mit ein: Peter Herrmann unterlegt das Video mit Musik.

 

Eigentlich sollte die Ausstellung bereits vor einem Jahr stattfinden, aber Corona brachte dieses Vorhaben wie so vieles Andere zum Stillstand. Persönliche Treffen und gemeinsame künstlerische Arbeit waren ja in dieser Zeit kaum mehr möglich. Inzwischen konnte aber Alles vollendet werden und ist nun für Besucher im virtuellen Raum geöffnet.

 

"EigenArtig (im Sinne von einzigartig) ist jeder Mensch im Umgang mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. So ergeben sich, basierend auf dem Namen der Ausstellung, für Silvia Rudnicki und Annemarie Zaha persönliche, eigene und daher unterschiedliche Kunstarbeiten. In vielen Exponaten der beiden Künstlerinnen schwingt jetzt die Auseinandersetzung mit der auf allen Ebenen einschneidenden Pandemie. Ihre Auswirkungen beeinflussen viele Inhalte und Aussagen.

 

Und doch konnte, was den beiden Ausstellerinnen wichtig war, die Gemeinschaftsarbeit „Hope“ entstehen." (Zitat nach A. Zaha)

 

Silvia Rudnicki betätigt sich nicht nur als experimentierfreudige Malerin, sie erschafft auch Skulpturen und Installationen. Ihre farbintensiven Bilder entstehen mit unterschiedlichen Materialien auf Leinwänden.

 

Sie kann z.B. mit Folie und Lasurtechniken Motive aus dem Hintergrund hervortreten oder verschwinden lassen, aber besonders intensiv beschäftigt sie sich mit der Technik „PanArt“.

 

Diese Maltechnik leitet sich aus der Wandmalerei der Renaissance ab. Es werden Farbschichten übereinander aufgetragen, teilweise mit dem Spachtel abgenommen, wieder in Teilen übermalt, andere Stellen werden abgehoben, wieder übermalt usw. Das Ergebnis sind vielschichtig übereinander gelagerte Strukturen. Das Licht durchdringt alle Farbschichten bis zur untersten, dies bewirkt die hohe Leuchtkraft. Die Farben stellt sie selbst her, sie bleiben lange löslich, so daß sie die Durchsichtigkeit gut beeinflussen kann.

 

Der Name „PanArt“ leitet sich von einem Ausspruch des griechischen Philosophen Heraklit her: „panta rhei“ - „alles fließt“.

 

Rudnickis Themen sind vielseitig: so treten seit Jahren eine Art Engelswesen oder unsichtbare Begleiter auf ihren Bildern auf, und mystische Tiere und andere unterschiedliche Wesen kommunizieren und tummeln sich in surrealen Welten.

 

Ihre Hauptthematik ist aber die Bedrohung der Erde durch die  Ausbeutung der Natur, den Klimawandel, die Vermüllung und Überfischung der Meere, d.h. die Nachlässigkeit jedes Einzelnen. Ein Beispiel für dieses Engagement ist ihr Bild von einem im Fischernetz verfangenen, ertrinkenden Walbaby, das von der Mutter noch an die Wasseroberfläche geschoben wird.

 

Auch Gewalt, Lieblosigkeit und Vernachlässigung und Ausbeutung von Kindern stellt sie dar, z.B. in den Skulpturen „Schattenkinder“ und „Domspatz“.

 

Im Bild „Mutation“ verbinden sich Mutationen hämisch mit den Menschen.

 

Das Lebensgefühl von Krise, verstärkt durch die Pandemie mit ihren Lockdowns, Kontaktverboten, dem Mangel an Gesprächen und den seelischen Entbehrungen macht sich in ihrem Werk deutlich bemerkbar.

 

Annemarie Zaha zeigt vielseitige Arbeiten in einer eigenen Form-, Farb- und Materialsprache. Assemblagen und Objekte, manche skurril, manche nachdenklich, stellen einen wesentlichen Teil ihres Schaffens dar, ein anderer Teil ist die Fotografie.

 

Hier entwickelt sie durch Großaufnahmen, Details und ungewöhnliche Blickwinkel ganz überraschende An- und Einsichten auf alltägliche Dinge, die den Betrachter immer wieder staunen lassen. Teile eines Schleppnetzes z.B. sind in der Detailaufnahme nur noch als Struktur zu erkennen.

 

Wie wichtig ihr Struktur und Form sind, läßt sich an den Metallplastiken erkennen, die durch ihre rostrote Patina die Form markanter zur Geltung bringen, aber auch an den kleinen Mixed Media- Objekten. Hier wird in 25 x 25 cm- Kästen farbiger Kunstpelz mit Farbstreifen und Pappe kombiniert. Dieses spannende Miteinander reizt zum Anfassen. Gar nicht zum Anfassen verlockt dagegen der rote Anhänger an der Halskette- ein lackiertes Kakteenskelett! „Don`t touch me!“

 

Nachdenklich macht die Arbeit „Das Vermächtnis“: Eine Röntgenaufnahme (tot oder genesen?), dazu Blume und Gras. Zeichen des Lebens, Zeichen der Vergänglichkeit.

 

Aber auch engagierte Kunst findet sich: „Die Zeitungsenten“ nehmen erfrischend die hohlen Versprechungen von Politikern aufs Korn.

 

Gemeinschaftsarbeit „Hope“

 

"Das Plakat „Hope“ wurde zur Herzensangelegenheit der beiden Künstlerinnen. Diese Arbeit war eine große Herausforderung und die Gestaltung hat ihnen sehr viel Kraft neben der eigentlichen Ausstellung abverlangt.

 

Aber es hat sich gelohnt! Trotz der zusätzlichen Aufgabe haben sie in der gemeinsamen Arbeit ihre Stärken und Schwächen und ihre Kreativität in die richtigen Bahnen gelenkt. Eine große Experimentierfreudigkeit, viele gemeinsame Arbeitsstunden, gegenseitiges Vertrauen waren da nötig, um so ein Resultat zu erzielen." (Zitat nach nach S. Rudnicki) 


"Die großformatige Arbeit von Annemarie Zaha und Silvia Rudnicki ist nicht nur eine Gemeinschaftsarbeit, sondern den Künstlerinnen auch eine Herzensangelegenheit. Bei nur einem kurzen Blick auf das Bild präsentieren sich dem Betrachter viele Bilder; Natur ineinander verwoben, verstrickt, viele Aufschriften, Headlines als Mahnung in verschiedenen Farben. Da ist auch noch die Umrandung: ein Totenkopf als Symbol. Ein Totenkopf, der zeigen soll, wie fragil unsere Welt, wir selbst und unsere Mitmenschen sind. Ganz nah‘ erleben wir diese Bedrohung.

Eine große Kartonage auf einen Holzrahmen getackert. Aus vielen unterschiedlichen Zeitschriften ist eine Collage entstanden, die einen kleinen Ausschnitt der Wirklichkeit zeigt, von dem wenig zu hören und zu lesen ist, seitdem das Virus die Menschheit beherrscht. Die medialen Überflutungen, Hiobsbotschaften und der Tod vieler Menschen (über 3Mio) auf der ganzen Welt ist seit 15 Monaten durch Corona übergeordnet. Das, was vorher in Medien überall zu sehen und zu lesen war, wie Klimaveränderung, Eisschmelze, Verschmutzung der Weltmeere, Überfischung, Monokulturen, Urwaldrodungen, Ausbeutung der Bodenschätze, Mastfleischställe, wofür Menschen, Jugendliche (Fridays for Future) auf der ganzen Welt auf die Straße gingen, zählte kaum noch. Doch so langsam wachen die Leute aus dem Alptraum Pandemie wieder auf.

Es wurde von Schülern und jungen Menschen eine lebenswerte Zukunft bei den Politikern eingefordert. Sie sind ernst zu nehmen, weil es sonst zu spät ist für all die wunderbaren und facettenreichen Bewohner, wie Menschen, Tiere und Pflanzen. Der Planet Erde, unsere Heimat, fiebert, bis er brennt.

Auf dieser Collage wollen die Künstlerinnen zeigen, wie wichtig es ist, trotz Mundschutz und Isolierung an dem Thema „die Welt zu retten“, dran zu bleiben und sich für diese einzusetzen. Jeder kann was tun, für seinen nur kurzen Aufenthalt auf der Erde, um diese fair und gerecht zu behandeln, für die Tiere, unsere Pflanzenwelt, Umwelt, neues heranwachsendes Leben. Denn all das ist ein Zusammen- und Wechselspiel, was sich leider durch egalitäres Verhalten, Egoismus, Faul- und Trägheit und vor allem fehlendes Nachdenken über das eigene Handeln schon lange bei den Erdbewohnern zeigt.

 

Die Zeit ist überreif, überspannt und wir müssen alle aufstehen und denen Einhalt gebieten, die sich der Erde bedienen, bemächtigen, ja sogar täglich ausrauben und Milliarden Geschäfte zu Lasten des Planeten planen und erwirtschaften. Tun wir das nicht, bleibt die verletzte, geschundene und arg verwundete Erde, unsere Heimat, sich selbst überlassen und wird neue Strategien entwickeln, welche die Menschheit zum Aussterben verdammt.

Nichtsdestotrotz lassen die Künstlerinnen im letzten Abschnitt der gemeinsamen Arbeit einen Weg der Hoffnung offen. Sie greifen dabei auf Joseph Beuys zurück, der schon immer seine revolutionären Apelle an die Gesellschaft gerichtet und sie auch in seiner Kunst umgesetzt hat. In seinem Sinne: Wir leben die Hoffnung - Hope forever!" (Zitat A. Zaha)

 

 


3. Juli 2021
"Aufbruch"

 

 

„Aufbruch“ ist eine Gemeinschaftsausstellung, die „ganz in echt“ in der Kunsthalle des Vereins in Wißmar aufgebaut wird und an allen Sonntagen vom 4. Juli bis zum 8. August unter den geltenden Corona- Bestimmungen besucht werden kann.

 

Die Vernissage findet am Samstag, den 03. Juli, um 17 Uhr auf dem Hof des KuKuK statt.

 

Der Aufbruch zu neuen Ufern, aus einer unsäglichen Situation in eine bessere Welt und in eine rosige Zukunft, das ist etwas, was wir jetzt alle gerne thematisieren. „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ schrieb schon Hermann Hesse.

 

 „Aufbruch“ ist immer positiv besetzt, optimistisch, von Hoffnung getragen, es ist der Anfang, der glücklich macht, weil man die Möglichkeit eines Scheiterns noch nicht ins Auge fasst.

 

Auch wenn in all den alten Volksliedern, bei denen die Jugend zur Wanderschaft aufbricht, ein wenig Wehmut und Abschiedsschmerz mitschwingt, sind sie doch von Hoffnung, Fröhlichkeit und Optimismus getragen.

 

Erde bricht auf, wenn Samen auskeimen und die jungen Pflanzen ans Licht wollen, sie kann aber auch durch Dürre und Trockenheit oder durch Frost Risse bekommen und aufbrechen. Mauern können aufgebrochen werden, so wie verkrustete Überzeugungen und Gebräuche in menschlichen Gesellschaften.

 

Zum „Aufbruch“ würde auch  der „Ausbruch“ passen. Der hat eher etwas Gewalttätiges, eine abrupte Aktion oder Explosion, die sich negativ und zerstörerisch auswirken kann. Typisch wäre natürlich der Vulkanausbruch, prachtvoll, dynamisch, beeindruckend und gefährlich.

 

Das Herausbrechen eines Elements aus einer Phalanx, der Ausbruch aus dem Gefängnis oder dem Käfig erfordert immer die Zerstörung oder das Untergraben einer vorhandenen Struktur.

 

Maltechnisch werden solche Aufbrüche häufig durch massive, rissige und gesprengte, „aufgebrochene“ Farbaufträge dargestellt, oft in expressiver Abstraktion und kräftigen Farben. Es können auch durch das Aufsetzen von anderen Objekten und Fundstücken Assemblagen geschaffen werden.

 

In Skulptur und Plastik kann die Stromlinienform eines Werkes dem Betrachter als Vorwärtsbewegung erscheinen, eine  aufgerissene Oberfläche als Resultat der Zerstörung.

 

Die Ausstellung ist nur an den Sonntagen von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Sie  wird von 11 Vereinsmitgliedern und einem Gast gestaltet, die die Monate der Lockdowns für ihr Kunstschaffen genutzt haben:

Michael Ackermann (Handdrucke), Vera Bennung Corominas (Märchen- Illustrationen), Angelika Eichenauer, Gabriele Herlitz, Marita Meurer, (alle Malerei) Reiner Packeiser (Gast, arbeitet mit Graphitstaub auf Büttenpapier), Christina Richter, Christine Stefan, Ilse- Marie Weiß (alle Malerei), Dieter Weiß (Holzobjekte, nach mathematischen Prinzipien gebaut oder gedrechselt), Ingrid Wortmann- Wilk, Barbara Yeo- Emde (beide Fotografie).

 

 


15. Mai 2021
„Farbenfest“

 

 

(isc:)  Der Kunst- und Kulturkreis Wettenberg (KuKuK), Corona bedingt ausgebremst wie alle Kultureinrichtungen, lässt seine Lebensgeister nicht verwelken und präsentiert ab dem 15. Mai die neue Ausstellung „Farbenfest“. 

 

Eigentlich sollte sie unter dem Titel „Farbenfest im KukuKs-  Nest“ in der Kunsthalle (dem Nest) des Vereins gezeigt werden. Da dies aber derzeit nicht möglich ist, kann sie als Video auf der Website des KuKuKs abgerufen werden. 

 

Falls in den nächsten Wochen eine Öffnung möglich werden sollte, wird die Ausstellung in der Halle für Besucher zugänglich gemacht.

 

Es gibt diesmal nur zwei Aussteller: ULRIKE KIRSCHBAUM und BERND ROSENBAUM. Passend zur Jahreszeit (und ihren Namen) haben sie ein rauschendes Fest aus Frühlings- und Sommerfarben erschaffen, das Lockdown, Langeweile und trübes Wetter vergessen lässt.

 

Ulrike Kirschbaum arbeitet in unterschiedlichen Techniken. Sie gestaltet ihre Ideen gegenständlich oder abstrakt und in verschiedenen Materialien auf Papier, Leinwand oder mit Holz. Die Bilder für diese Ausstellung entstanden mit Acryl- und Aero- Color- Farben. 

 

„Neue Ideen, unbekanntes Material und neue Techniken - das sind Herausforderungen, die mich immer wieder von Neuem begeistern.“ sagt sie über sich selbst. (Runterscrollen, um mehr von Ulrike zu lesen.)

 

Sie lässt sich durch die Vielfalt und Dynamik der Natur, ihrer Farben, Formen und Stimmungen inspirieren und bereichert im Atelier ihre Skizzen durch ihre eigenen Empfindungen und Fantasien, um das Wesentliche darzustellen. 

 

Und da der Kuckuck seine Eier in fremde Nester legt, hat sie eines gebaut, das groß genug ist- auf 2,30 m Höhe.

 

Bernd Rosenbaum, zur Kunst verleitet durch die Druckfarben, mit denen er fast sein ganzes Leben lang zu tun hatte,  erschafft seine Bilder, indem er diese Farben unvermischt in satten, kräftigen Tönen aufträgt. Durch Verdünnung erzielt er differenzierte Farbverläufe, die seine Werke förmlich zum Leuchten bringen. Die Farben arrangiert er zu Beginn, bei den Formen ist der Zufall im Spiel. Er nutzt oft gebrauchte Druckplatten aus Aluminium als Malgrund, die durch ihr Reflektieren noch zusätzliches Licht in die Bilder bringen.

 

Häufig stellt er lyrisch- expressive Landschafts- und Seemotive dar, inspiriert durch die holländische Küste, und verwandelt sie durch seine inneren Bilder und Empfindungen in geistige Welten. Stimmungsabhängig sind sie farbenreich, aber auch filigran oder fast flüsternd.         

                                

„Meine Bilder sollen leben“ sagt der Autodidakt über seine Werke. „Pure Lust und Schaffensfreude sind Antrieb und Motivation für alle Arbeiten, die in meinem Atelier entstehen.“ 

 

Installationen und skulpturale Objekte, meist hölzerne Fundstücke aus Küstenwäldern, führen allein oder mit zugefügten anderen Fundsachen ein dramatisches oder humorvolles Eigenleben.

 

Harald Kessler-Rautenhaus hat in bewährter Manier das Video zu dieser erfrischend lebendigen Ausstellung in Bild und Ton gestaltet. 

 

Die Ausstellung „Farbenfest“ wird später ebenfalls in der Halle gezeigt.

 

 


14. März 2021
"fünf"

 

Der KuKuK freut sich sehr, das Video zur Ausstellung „fünf“ zeigen zu können. Durch drei sehr engagierte Personen ist das gelungene Projekt zustande gekommen. Harald Kessler-Rautenhaus und Michael Ackermann haben zusammen den Ausstellungsaufbau und die Verfilmung realisiert. Dazu kommt die gefühlvolle, vorzüglich geeignete Musik von und mit Peter Herrmann. Für diese großartige Zusammenarbeit ist der KuKuK sehr dankbar und wünscht sich, dass viele Leute das Video anschauen und dadurch zusätzlich inspiriert werden, die Ausstellung in der KuKuK-Halle zu besuchen.

 

Ein KuKuK-Ausstellungsprojekt mit Werken von Liesel Haber, Cornelia Hollaender, Barbara Ritzkowski, Elisabeth Springer-Heinze, Mechthild Veil 

 

Der Kunst- und Kulturverein Wettenberg („KuKuK“) bemüht sich in seinen Ausstellungen immer wieder um neue künstlerische Kombinationen, die auch über lokale Positionen hinausgehen. Im Ausstellungsprojekt „fünf“ begegnen sich ab dem 14. März die Werke von fünf Künstlerinnen: Liesel Haber aus Kirchhain, Cornelia Hollaender aus Wettenberg, Barbara Ritzkowski aus Biebertal, Elisabeth Springer-Heinze aus Wiesbaden und Mechthild Veil aus Frankfurt/M.

 

Liesel Haber präsentierte sich bisher vorwiegend mit Malerischem auf Papier und Leinwand. Ihre heimliche Liebe jedoch gilt dem Leporello, auch Faltbuch genannt. Die Knicke der Faltbücher ignoriert sie, so dass beim Aufschlagen zweier, dreier oder mehrerer Seiten immer wieder neue Szenerien entstehen. Sie übermalt, bedruckt, collagiert und/oder zeichnet. Mal entsteht mehr oder weniger Gegenständliches, mal vorwiegend Abstraktes. Das Leporello „Jede Mücke zählt“ hat das Insektensterben zum Thema. Auf „wackeligen Füßen“ steht die Arbeit „Das Jahr 2013“, eine Folge des Besuches der Documenta 14 in Kassel, doch umso stabiler ruhen die Baumstämme des großen Leporellos „Alexis Sorbas“.

 

Cornelia Hollaender arbeitete lange mit Aquarell/Aquarellkreide, Acryl; Mischtechniken; Collagen; Materialbildern (Sand, Erdpigmente) und Assemblagen. In den letzten Jahren konzentriert sie sich jedoch auf Fotografie und Foto-Grafik. In dieser Ausstellung präsentiert sie vornehmlich farbige Fotografie mit Marokko-Motiven. Es sind intensive Eindrücke aus nunmehr vier Reisen, die im Spannungsfeld zwischen Kulturstädten und ländlichen Regionen liegen. Flüchtige Momente in den Straßen korrespondieren mit langsamen, teils intensiveren Annäherungen an Menschen und Interieur, Farben und Formen. Die Bilder künden vom Enthusiasmus der Fotografin für Land und Leute.

 

„Nordlandreise“ heißt die Fotoserie von Barbara Ritzkowski. Im Winter war sie mit dem Schiff auf den Hurtigruten entlang der norwegischen Küste bis zum Nordkap unterwegs. Fotografisch zieht sie den Betrachter mit in den Bann der Polarnacht. Lässt ihn einen Schauer über den Rücken laufen beim Anblick der auf dem Meer treibenden Eisschollen im Vollmondlicht. Durch das Fehlen des Tageslichts kommt die Kamera an die Grenze des Darstellbaren, eingeschränkt auch durch die Bewegung des Schiffes, begleitet von Regen, Schnee und Kälte, dafür stundenlang „Blaue Stunde“. Eintauchen und wieder Auftauchen aus der Polarnacht, Reduktion von Licht, Farbe und Formen, spielen mit Reduktion und Abstraktion, zeigt die Fotografin mit ihren Farb- und Schwarzweißfotografien.

 

Elisabeth Springer-Heinze ist seit 2001 Mitglied im Atelier Römerberg e.V., Wiesbaden. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Zeichnung und Collage. Ihre Inspiration sucht die Künstlerin bei Spaziergängen durch Wald und Feld. Kahler Forst, verdorrtes Gerank, die Streu auf dem Waldboden, Felsen, knorrige Wurzeln, bemoostes Unterholz, Bachläufe, Brackwasser und schlierige Tümpel regen sie zu ihren Werken an. Mit ihren Collagen, Assemblagen und Zeichnungen mit Tusche, Acrylfarbe und Seidenpapier arrangiert sie die Naturphänomene neu, mit frischem Blick und doch seltsam vertraut.

 

Mechthild Veil beschäftigt sich seit den 1980er-Jahren intensiv zunächst mit Schwarzweiß-Fotografie, später auch mit Malerei, Zeichnung und Collage. Sie experimentiert mit unterschiedlichen Maltechniken und Kompositionen. Collagen z.B. sind für sie ein Spiel, bei dem sie eigene Fotos recycelt oder auch Ausschnitte ihrer Bilder, oder sie produziert mittels Reißtechnik neue Räume und Perspektiven. In der Malerei gibt es in der Ausstellung eine Serie zu Bewegung und Tanz, in der sie mittels Spachtel die gemalten Körper auf ihre Bewegungsabläufe reduziert. Sie erforscht auch die Ausdruckskraft von Linien in Malerei und Grafik.

 


 

21. Februar 2021

Gemeinschaftsausstellung

Eine virtuelle Ausstellung

 

 

 

Isc): Die neue Ausstellung des Kunst- und Kulturkreises Wettenberg (KuKuK) (Corona bedingt natürlich nur im Netz) lockert die Härten des Lockdowns und gießt ein wenig Sonnenwärme ins eingefrorene Gemüt. 15 Kunstschaffende nehmen daran teil: 14 Vereinsmitglieder und ein Gast.

 

Das Spektrum der Ausstellung reicht von den untergründig ironischen Werken von Johannes Eucker über skurrile Objekte und Fotografien von Anne Zaha bis zu Märchenillustrationen von Vera Bennung Corominas und den Handdrucken von Michael Ackermann.

 

Lyrische Abstraktion in expressiver Farbigkeit zeigen die Acrylbilder von Gabriele Herlitz und Marita Meurer sowie die mit Druckfarben ausgeführten Werke von Bernd Rosenbaum, während Dieterich Emde naturalistische Bilder präsentiert. Silke Eißfeller, gerade neu in den KuKuK eingetreten, hat experimentelle, farbbetonte Arbeiten beigesteuert, die in Aquarell-, Tusche- und Mischtechniken an Blumenmotive angelehnt sind. 

 

Fotografie ist das künstlerische Medium von Horst Wolcke und Barbara Yeo Emde, die in ihren Bildern das Interesse an Menschen und die Schönheit der Welt feiern. Klaus Engelbach und Dieter Kiausch bearbeiten ihre Fotografien digital, sie erscheinen unwirklich und manchmal ein wenig unheimlich. 

 

Dieter Weiß, der in analogen Ausstellungen meist gedrechselte Holzobjekte zeigt, präsentiert hier Videos über seine Objekte. Eines davon entstand in Zusammenarbeit mit Johannes Eucker: Eine virtuelle Eucker - Plastik und ein Gedicht von Dieter Weiß - unwirklich in der alltäglichen Realität, real nur in der virtuellen Wirklichkeit. 

 

Der Gast Reiner Packeiser, zum ersten Mal im KuKuK dabei, malt sehr lebendige Menschenbilder, indem er Graphitpulver mit Filzblöcken auf Büttenpapier aufträgt. Licht ist ihm noch wichtiger als die menschliche Gestalt, er macht es sichtbar, indem er Schatten hinzufügt. 

 

 

 


 

16. Januar 2021

Verbindungen

 Virtuelle Ausstellung der Kunstspinnerei

  

 

 

Verbindungen I ist die erste digitale Kunstausstellung der >Kunstspinnerei< im KuKuK. Die Kunstspinnerei ist eine Gemeinschaft innerhalb des KuKuKs, die in wechselnder Zusammensetzung die jeweils erste Ausstellung im Jahr gestaltet.

In diesem Jahr sind es Klaus Engelbach, Mareike Engelbach (Gast), Harald Kessler-Rautenhaus, Heidi Rautenhaus und Günter Wirtz, die 2020 ständigen Kontakt hielten, diskutierten und gestalteten und die jetzt unter dem Titel °Verbindungen“ ihre Ausstellung präsentieren.

 


Verbindungen sind die Voraussetzung für alles Existierende von den winzigen Quarks im Atomkern bis zum Universum. Im physikalischen, chemischen und biologischen Bereich verbinden sich die kleinsten Teilchen zu Atomen, Atome zu Molekülen, Moleküle zu größeren chemischen Verbindungen bis hin zu lebensfähigen Organismen.

 

Gleiches oder Ähnliches kann sich zu einem Ganzen verbinden, genau wie Unterschiedliches oder Gegensätzliches. Lebewesen sind verbunden durch die Gemeinsamkeiten der Evolution, Menschen sind verbunden durch ihre familiäre, soziale und kulturelle Herkunft. Gemeinsame Interessen verbinden Vereinigungen vom Fußballclub oder Vogelzüchtern bis zu Parteien, Nationen und zur EU. Solche Verbindungen können von Vorteil sein, aber auch Abhängigkeiten und Zwänge schaffen.

 

Auch in der Kunst gibt es natürlich Verbindungen, nicht nur im Verhältnis von Schülern zu ihren Meistern, wie es seit dem Mittelalter üblich war, nicht nur in Künstlergruppen, die sich seit dem 19. Jh. zusammenfinden, sondern auch in den künstlerischen Sicht- und Verfahrensweisen, die sich im Lauf der Zeit aus den jeweils früheren Kunststilen entwickelt haben.

 

Verbindungen im materiellen Bereich sowie im menschlichen Leben thematisiert die Kunstspinnerei in ihrer Ausstellung. Die Ausstellung soll im nächsten Jahr mit mehr Teilnehmern als „zweiter Teil“ wieder in der Kunsthalle stattfinden, dann als „echte“ Ausstellung, die wieder ganz normal für ein „echtes“ Publikum zugänglich ist.

 

Anstelle unserer üblichen analogen Ausstellung präsentieren wir unsere Exponate (wegen der Seuche) in digitaler Form als Video. (s.oben)  Es empfiehlt sich den Ton einzuschalten, denn  Günter Wirtz liest Gedichte und Prosatexte, die er zu vier Bildern von Klaus Engelbach verfasst hat (siehe auch weiter unten). 

 

Klaus Engelbach

Verbindungen sind ein Wesensmerkmal alles Existierenden. Ohne Verbindungen in Form von Anziehungs- und Fliehkräften könnte das Universum nicht existieren, ohne Verbindungen durch Verhaltensformen chemische Signale könnte kein Ameisenstaat existieren. Unser Leben ist geprägt von Verbindungen zwischen Dingen, zwischen Dingen und Lebewesen, zwischen Lebewesen, ohne dass wir uns dessen gemeinhin bewusst sind. Verbindungen können locker, aber auch sehr intensiv sein. 

 

Ich habe mich einmal beschränkt auf Visualisierung von Verbindungen auf dinglicher Ebene in unserem engeren Umfeld, für die ich die gegenständliche Darstellungsweise gewählt habe: Fenster, Türen, Treppen, Wege und Straßen. Ich habe weiterhin Phänomene auf sozialpsychologischer Ebene gewählt, die ich in assoziativ wirkender Abstraktion anbiete: Paarbeziehung und versäumte Beziehung. Drittens sind Günter Wirtz und ich eine Verbindung eingegangen insofern, als ich Günter Bilder zur Verfügung stellte, von denen er zu einer Auswahl Texte verfasste. Bild und Text stehen jeweils für sich, sind aber durch Grundgedanken miteinander verbunden.

 

Heidi Rautenhaus 

Verbindungswege - Verbindungsnetze - Verbundpflaster - Bindungen - Verbindungen von Paaren - Verbindungen unterschiedlicher Farben und Materialien. Ich habe bei meinen Bildern und Objekten auf die Nennung von Titeln verzichtet, da ich denke, dass sie für sich selbst sprechen.

 

Mareike Engelbach

Verbindungen gibt es vielen Bereichen und das Wort an sich kann für jeden unterschiedliche Bedeutungen tragen und Assoziationen wecken.  

Für mich selbst finde ich Verbindungen in meinen Werken in drei verschiedenen Punkten wieder, welche ich anhand meiner Plastik „Nornir“ näher erläutern kann. Der erste Punkt betrifft die Auswahl des Material, so verwende ich neben Wachs auch Steine, Sand, Holz, Bauschutt und weiteres. Ebenso findet man bei näherer Betrachtung auch einen Wollfaden, der sich um, in und über die verschiedenen Materialien schlängelt, versteckt durch das Wachs, das die einzelnen Materialien zu einem Werk verbindet. 

 

Der zweite Punkt bezieht sich ebenfalls auf die Materialien. So habe ich die Materialien in meiner Stadt, in der ich lebe, nämlich in Frankfurt in meiner Einkaufsstraße gekauft und auf einem Spielplatz, aus einem Container mit Bauschutt und in Parks gesammelt. Die Verbindung der Herkunft der Materialien spiegelt das menschliche Leben wider, das alltägliche Leben, das uns alle als Menschen verbindet. 

 

Der dritte Punkt ist die Auswahl des Themas meiner Plastik, der Titelgeber des Werkes. „Nornir“ bedeutet im Deutschen Nornen. Die Nornen sind in der nordischen Mythologie die Frauen, die den Lebensfaden eines Menschen spinnen, ihn nach der Geburt eines Menschen an jenen anknüpfen und ihn schlussendlich auch durchschneiden. Die Verbindung ist hier das Leben und der Tod, die Naturwissenschaftliche moderne Betrachtungsweise des Lebens zu der mittelalterlichen Mythologie, ebenso aber auch die Verbindung von verschiedenen Mythologien, denn die Nornen kennt man in der griechischen Mythologie auch als Moiren. 

 

Der Lebensfaden wird in meinem Werk durch den Wollfaden repräsentiert, die sich durch die verschiedenen Materialien, die das menschliche Dasein symbolisieren schlängelt und durch den „Nebel der Unwissenheit“, was das Leben bringt und wie es verläuft verschleiert wird, welches durch das Wachs dargestellt wird. Auch in meinen anderen Werken finden sich die genannten Punkte wieder.

 

Harald Kessler-Rautenhaus

Gibt es eine innigere Verbindung als die zwischen Mutter und Schraube?

 

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