Gemeinschaftsausstellung Nov. 2017 (kdw)
Gemeinschaftsausstellung Nov. 2017 (kdw)

Vielfalt auf hohem Niveau

29. November 2017, Gießener Allgemeine

Von Heiner Schultz:

Die aktuelle Gemeinschaftsausstellung des Kunst- und Kulturvereins Wettenberg (KuKuK) in der Kunsthalle in Wißmar glänzt mit ganz ausgewogener Präsentation und ungewohnter Vielfalt auf hohem Niveau. Materialien, Stil und Gestaltungsformen zeigen die beachtliche Spannbreite der Möglichkeiten, die den sehr aktiven und kompetenten Mitgliedern zur Verfügung stehen. Die Vernissage am Freitag war gut besucht.

 Man sieht Arbeiten von Michael Ackermann, Vera Bennung-Corominas, Franz-Peter Bönisch, Hannes Bolterauer, Ulrike Dalla-Bona, Angelika Eichenauer, Liane Endrigkeit-Ecker, Johannes Eucker, Jasmin Frost, Cornelia Hollaender, Ursula Mayer, Marita Meurer, Elfriede Pieh, Sigrid Reed, Werner Rinn, Barbara Ritzkowski, HjarlamThelen (Gast), Charlotte Weiß (Gast), Ilse-Marie Weiß, Regina Willems, Ingrid Wortmann-Wilk, Werner Wagner und Günter Wirtz. Sie sorgen dafür, dass man fast alles zu sehen bekommt, was die Mitglieder zu schaffen vermögen. Zunächst fällt die üppige Auswahl an Schmuck von Cornelia Hollaender und Ursula Mayer auf den niedrigen Stelen auf: Sie laufen förmlich über – ein bisschen wie unterm Christbaum. Zugleich findet man dort eine Vielzahl von Liane Endrigkeit-Eckers interessante kleinen Arbeiten, Postkartenformat oder kleiner, die bemerkenswerten Ausdruck besitzen.

 

An der Hauptwand hinten machen drei große Formate Eindruck: Michael Ackermanns »Brennkammer« und Vera Bennung Corominas’ »Goldmarie« und »Mann im Mond«. In die Lücke hat man harmonisch Arbeiten aus Eisen von Johannes Eucker platziert, der diesmal viele Skulpturen zeigt. Sehenswert sind drei Bilder von Franz-Peter Bönisch, der mit ganz klaren Strukturen eine auffällige Leichtigkeit und Prägnanz der Komposition erreicht. Ungewöhnlich: Hjarlam Thelen ist ein im Januar verstorbener Künstler aus Berlin, dessen etwa 2000 Werke erst nach seinem Tod aufgefunden wurden. Seine Schwester versuchte nun, das Œuvre bekannt zu machen. Der Verein bietet einigen seiner sehenswerten Arbeiten eine Chance zur Öffentlichkeit.

 

Die jüngste Ausstellerin ist Charlotte Weiß, die dreijährige Enkelin von Mitglied Ilse-Marie Weiß. Sie hat das erstaunlich reife Bild »Opernplatzfest« geschaffen. Die dichtenden Mitglieder Werner Wagner und Günter Wirtz trugen zur Vernissage eigene Texte vor. So hat man reichlich zu bestaunen und zu erleben, denn die Vielfalt der Handschriften der Aussteller ist wieder einmal sehr groß. Die Inszenierung der Halle und der Kammer erreicht eine auffällige Deutlichkeit der Unterschiede und eine friedliche Ausgewogenheit der Darstellung.

 

Zu sehen bis 17. Dezember (jew. samstags, Sonn- und Feiertage von 15 bis 18 Uhr).