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Aktuelle und folgende Ausstellungen


„Kraut und Rüben“ (25.8. – 24.9.2017

Ausstellung im KuKuK
Kraut und Rüben

(JE) Manchmal lassen die Themen von Ausstellungen ahnen, was zu sehen sein wird. In diesem Falle ist das anders. „Kraut und Rüben“, unter dieser schon recht alten Redewendung, kann nämlich durchaus Verschiedenes verstanden werden. 

Ist damit spöttisch das Chaos als „Ordnungsprinzip“ beschrieben oder verweist das Thema auf einen Bioladen, wo beides ordentlich nebeneinander angeboten wird? Oder wird die Ausstellung wie ein Eintopf aus Kraut und Rüben komponiert sein? Oder wird auf den früher häufigen gemeinsamen Anbau von Kraut und Rüben auf demselben Acker angespielt? Auch darauf könnte sich die Redewendung aus dem 17. Jahrhundert  beziehen. Die KuKuK - Halle und der KuKuK - Verein könnten sich dafür als fruchtbar erweisen. – Mit einem Bezug zum sogenannten „German Krautrock“ aus der Musikscene der 1960er Jahre ist wohl nicht zu rechnen. 

Helga Deiß malt Kraut und Rüben, auch Blumen, in Aquarell und Acryl. Ihr ist das Motiv wichtig. Sie malt teils gegenständlich, teils abstrakt. Dabei setzt sie ihre Bildmotive gelegentlich auf dunklen Grund, isoliert sie und stellt sie so deutlich vor Augen. Außerdem versucht sie das Sprichwörtliche, also das Durcheinander und Chaos ins Bild zu setzen.

Wolf Gebhard spielt mit seinen farbig glasierten Keramik-Köpfen das Motiv der krausen und chaotischen Gedanken  an. Dabei verbindet er seine hoch gebrannten Keramiken gelegentlich mit Federn, Pflanzenteilen und Seilstücken. Außerdem wird er zwei kleine Installationen zeigen.

Barbara Ritzkowski schafft bewusst mit ihrer Kamera, mit verschiedenen Objektiven und Einstellungen.  Sie erzeugt dabei Kompositionen von Licht, Reflexen und Farbspielen. Das gelingt ihr auch bei Fotos von Krautköpfen, einem ganz unerwarteten Motiv. Das Objekt wird Nebensache und der Betrachter wird mitgenommen auf eine Reise jenseits festgelegter Ansichten. 

Zum Download des Presseberichts über die Vernissage bitte hier klicken!

 

 


Fotografie subjektiv (29.9.- 22.10.2017)

Subjektive Fotografie im KuKuK
Subjektive Fotografie im KuKuK

Fotografie subjektiv und inszeniert – vierte Gemeinschaftsausstellung des KuKuK vom 29.9. – 22.10.2017

 

(JE) Wenn man an einen Fotoapparat denkt, fällt einem nicht zuerst „subjektiv“ ein, sondern eher „objektiv“, denn das Objektiv ist ja ein wesentliches Funktionsteil des Apparates. Heißt es nun Objektiv, weil es auf das zu fotografierende Objekt zeigt, oder weil es dafür sorgt, dass das entstehende Bild objektiv ist, - also unvoreingenommen, nicht von Gefühlen bestimmt, unabhängig vom Subjekt und dessen Bewusstsein existierend?

Das Ausstellungsthema Fotografie subjektiv bezieht sich auf eine Richtung der künstlerischen Fotografie, die nach dem zweiten Weltkrieg aufkam und von da an alle Fotografie beeinflusst hat. Ein Name ist in diesem Zusammenhang besonders zu nennen: Otto Steinert.

Als neue Tendenz unter dem Einfluss der modernen Kunst nach dem 2. Weltkrieg entstanden, zeichnet sich subjektive Fotografie durch Absage an die Wirklichkeit aus (so der Titel einer Ausstellung 2006 in Leipzig).

Das ist der kunst- und kulturgeschichtliche Kontext dieser Ausstellung. 

Subjektive Fotografie meint eine besondere und bewusste Betonung des je eigenen persönlichen Blickes. 

Wer sich in subjektiver Fotografie bewusst übt, kann dabei anders sehen lernen. Dieser subjektive Blick mithilfe der Kamera gelingt am besten, wenn man sich die fotoästhetischen Mittel vergegenwärtigt, etwa so, wie man sich als Maler die künstlerischen Mittel, die Darstellungs-, Gestaltungs- und Ausdrucksweisen bewusst macht, wenn man die Kunst reflektiert betreiben will. Bildbearbeitung mit und ohne Computer  erweitern diese Möglichkeiten beträchtlich.

Was für den Bildermacher gilt, kann sich auch auf den Bildbetrachter auswirken. Auch wer die subjektiven Fotografien betrachtet, kann dabei einen anderen Blick gewinnen.

 

In dieser Ausstellung wird nicht nur subjektive Fotografie zu sehen sein. Einige Künstler gehen einen Schritt weiter und wagen sich auf das Gebiet der inszenierten Fotografie. Das bedeutet, die Künstler richten die Kamera nicht auf schon Vorhandenes, sondern arrangieren oder bauen etwas auf, das es bisher noch nicht gibt. Sie inszenieren Personen und Dinge oder beides, verkleidet oder in unüblicher Weise miteinander verbunden. Von solchen Inszenierungen machen sie dann jeder individuell subjektive Fotografien. Sie machen also etwas sichtbar, was vorher nicht zu sehen war. Für diese Inszenierungen oder Arrangements gibt es keine Vorschriften. Sie nehmen sich – wie schon die Dadaisten - die Freiheit auch „Unmögliches“ oder „Verrücktes“ vorzustellen. - 

Eine weitere kleine Werkgruppe entstand schon im Projekt Ungegenständliche Plastik im Frühjahr dieses Jahres, wo angeregt wurde  Kunstwerke fotografisch zu inszenieren.

 

Mit dieser Kunstpraxis der subjektiven und inszenierten Fotografie bekennen sich die Künstler des KuKuK zur Freiheit der Kunst, wie sie unser Grundgesetz garantiert und sie wehren sich damit gegen jedwede Einschränkung der Kunst aus weltanschaulichen oder anderen Gründen. 

 

Hierher passt ein Dreizeiler von Goethe:

Man weicht der Welt nicht sicherer aus als 

durch die Kunst, und man verknüpft 

sich nicht sicherer mit ihr als durch die Kunst. 

 

Teilnehmer sind: Michael Ackermann, Franz-Peter Bönisch, Johannes Eucker, Cornelia Hollaender, Barbara Ritzkowski, Silvia Rudnicki, Ines Scheurmann, Ilse-Marie Weiß, Regina Willems, Horst Wolcke, Ingrid Wortmann -Wilk

 

Vernissage ist am 29.9.2017 um 19 Uhr im KuKuK. Die Ausstellung ist geöffnet an Samstagen, Sonntage und Feiertagen jeweils von 15 – 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. 

 


Materie und Raum (27.10.- 19.11.2017)


Freies Thema (24.11.- 17.12.2017)