Archiv unserer Ausstellungen 2018





23.11.2018 - 16.12.2018 Objekte und Dinge

(isc). „Objekte und Dinge“ heißt die neue Gemeinschaftsausstellung der Mitglieder des Kunst- und Kulturkreises (KuKuK) in Wettenberg- Wißmar.

Ein etwas überraschender Titel, denn ein „Ding“ ist schließlich alles, was kein Lebewesen ist. Ein „Objekt“ ist natürlich auch ein Ding, aber im künstlerischen Sinne etwas anders definiert.

Die Objektkunst begann zu Beginn des 20sten Jhs., als die Kubisten bedruckte Papiere in ihre Bilder einklebten und mit diesen „Papiers collés“ (geklebte Papiere) die Collage erfanden. Von da an experimentierten immer neue Künstler, zunächst Dadaisten und Surrealisten, mit weiteren Materialien und ergänzten die flachen Papiercollagen durch dreidimensionale Elemente. Solche reliefartigen Materialcollagen (Assemblagen) konnten wie Bilder an die Wand gehängt werden.

Zur Verwendung kamen alle erdenklichen Materialien aus Natur und Technik, auch ganz triviale Fundstücke (Objets trouvés) aus dem täglichen Abfall, Schrott, Bauholz usw. Sogar industriell hergestellte Alltagsgegenstände konnten zur Kunst erklärt werden ( die „Ready mades“ von Duchamps), und die „Merzbauten“ von Kurt Schwitters sind ebenfalls Materialcollagen bzw. Objekte.

Der Künstler bildet also nicht mehr nur ab, sondern erschafft Neues aus x-beliebigem Material. Er kann jedes Material, jeden Rohstoff und jeden vorfabrizierten Gegenstand in seinen Gestaltungsprozess einbeziehen und mit seinem Objekt beim Betrachter einen neuen Gedankengang und neue Assoziationen auslösen.

Objekte können aus einem oder mehreren gleichen, ähnlichen oder völlig unterschiedlichen Teilen bestehen, die zusammenmontiert ein neues, überraschendes Ganzes ergeben. Sie können verfremdet werden durch eine farbige Fassung, die ein neues Attribut hinzufügt, sie können als Symbol gesehen werden oder als Teil für ein Ganzes stehen- (z.B. ein Sportschuh für einen Fußballspieler oder für allgemeine Fitness). So etwas wäre natürlich absurd, aber die Objektkunst ist reich an absurden Objekten. Es gibt sogar virtuelle Plastiken, die nur im Computer, aber nicht im realen Leben möglich sind-(z.B. virtuelle Keramikgefäße). Und die Pop Art vergrößert oft banale Alltagsgegenstände ins Riesige und macht sie dadurch geradezu magisch (Andy Warhol, Jeff Koons).

Objekte müssen nicht als Einzelstück daherkommen, sie können auch als Paare oder Gruppen zusammenstehen. Eine Anhäufung von Objekten (Akkumulation) ist ebenfalls möglich.

Wenn sich in solchen Gruppierungen ein formaler oder gedanklicher Bezug zwischen den einzelnen Objekten herstellen lässt, können wir dies als Stillleben betrachten. Im Grunde ist jedes gemalte oder fotografierte Stillleben eine Abbildung von Objekten. Und so wie in der Stilllebenmalerei Tiere oder Menschen auftauchen können, können auch Objekte in Bezug zu Menschen oder Tieren gesetzt werden.

Bewegliche Objekte wurden seit dem frühen 20sten Jh. geschaffen, um durch Bewegung und Licht die Zeit und die Veränderung in das Kunstobjekt zu integrieren. (Kinetische Kunst). Durch mechanische, magnetische oder elektrische Apparaturen (oder durch die Tätigkeit des Betrachters) wurden die Objekte in Bewegung versetzt.

 

Die Kukuks- Mitglieder haben für ihre Ausstellung ein reichhaltiges Spektrum von Objekten und Dingen - auch in Malerei und Fotografie - zusammengestellt. 


Poesie des Zerfalls (21.September - 21.Oktober 2018)

 Kann Zerfall etwas mit Poesie zu tun haben? Aber natürlich!

Davon können sich die Besucher der nächsten Gemeinschaftsausstellung des Kunst- und Kulturkreises Wettenberg (KuKuK) zwischen dem 21. September und dem 21. Oktober überzeugen. 15 Künstlerinnen und Künstler zeigen eine Vielfalt an Malerei, Fotografie und Objekten.

 

Zer-fall, im Wortsinne interpretiert, kann bedeuten, daß ein Gegenstand herunterfällt und mit lautem Krachen zerbricht. Weit häufiger geht es aber nicht um gewaltsames Zerbrechen, sondern um langsames und allmähliches Verfallen und Zerbröseln, das leise und fast unmerklich vor sich geht, aus dem aber auch wieder Neues entstehen kann.

Verwitterte Reste von Wandmalereien in Abbruchhäusern, aus der sich die Geschichte der Bewohner noch ablesen läßt, verfallende Ruinen neben kühl renovierten Fassaden, zerbröckelnde Farbreste auf alten Türen und Mauern, die eher an abstrakte Gemälde als an die Wiedergabe von Realität denken lassen, sind für Künstler oft viel interessanter als perfekte Oberflächen. Sie erwecken die dichterische Fantasie, die zur künstlerischen Interpretation der Vergänglichkeit anregt.

Berühmte Beispiele aus der Kunstgeschichte sind die prunkvollen holländischen Stilleben aus dem 17. Jahrhundert. Aus üppigen Blumensträußen rieseln einige Blütenblätter, Käfer knabbern an Pflanzlichem, neben Silberkannen und chinesischen Vasen vertrocknen angeschnittene Äpfel und Zitronen, und Mäuse hocken neben halbleeren Weinflaschen oder umgestürzten Kerzen und erloschenen Tabakspfeifen. All dies symbolisiert die Vergänglichkeit des Lebens und das Vergehen der Zeit.

 

Die Künstlerinnen und Künstler des KuKuKs inszenieren die Ästhetik des Zerfalls mit dem Blick der Menschen von heute, der sich mehr auf Form, Farbe und Komposition eines Kunstwerks richtet und weniger auf die Übermittlung moralischer Vorstellungen.

Sie thematisieren vergehende Natur und Architektur, betrachten  die Vergänglichkeit des Menschen mit leiser, hintergründiger Ironie und zeigen auch den Neubeginn nach dem Zerfall, wenn z.B. junges Grün sich unter altem Holz hervordrängt.

 

Die Ausstellung ist in der Kunsthalle des Vereins vom 21. 09. (Vernissage) bis zum 21. 10. 2018 an jedem Wochenende und am Feiertag von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

 

Am Samstag, den 20. Oktober, um 19.30 Uhr, tritt die Gruppe „Poco Piu“ mit Harfenpop und Percussionssoul auf. Die Interpreten sind Cordula Poos und Markus Reich. 


Transformation (24.08.-16.09.2018)

 

„Transformation“ heißt die neue Ausstellung, die vom 24. August bis zum 16. September in der Kunsthalle des Kunst- und Kulturkreises Wettenberg (KuKuK) gezeigt wird. Drei Künstlerinnen, alle Vereinsmitglieder des KuKuKs, präsentieren ihre Werke unter diesem Oberbegriff.

 

Transformation- Umformung, Verwandlung, Veränderung, Metamorphose- bezeichnet einen Prozess, der Form, Inhalt und Aussehen eines Objekts oder Lebewesens verändert. Es ist ein vielschichtiger Begriff, der nicht nur in der Kunst, sondern auch in den Natur- und Geisteswissenschaften, in Wirtschaft, Politik und nicht zuletzt im Alltagsgeschehen seinen Platz hat.

 

Wer kennt nicht die Verwandlung der Kaulquappe zum Frosch und die Metamorphose der Raupe zum Schmetterling? Weitergehend läßt sich aber auch die Veränderung der Welt durch den Menschen als Transformation begreifen, wenn Urwälder in Steppen, bewaldete Berge in Karstgebiete und Flüsse in tote Kanäle verwandelt werden. Andererseits werden auch die Menschen und ihre gesellschaftlichen Systeme durch geänderte Umweltbedingungen „transformiert“- im Idealfall von rücksichtslosen Ausbeutern zu Vertretern von Nachhaltigkeit und Achtsamkeit.

 

Auch kulturelle Eigenheiten unterliegen im Laufe der Zeit und durch Einführung neuer Techniken einer Transformation- so haben sich seit der Entwicklung der sozialen Medien viele Erfahrungen und Wahrnehmungen der jungen Menschen in die virtuelle Welt verlagert.

 

Künstler verändern die Sicht auf die Welt durch geistige Auseinandersetzung: Aus der künstlerischen Perspektive erwächst die Transformation im immer neuen Entdecken der Welt und der Mitmenschen und ihrer Eigenschaften, im Umformen und neu Finden, im Verwerfen und neu Beginnen.

 

Auch der Betrachter eines Kunstwerkes braucht die Fähigkeit zur Transformation: Um den Inhalt eines Werkes zu erfassen, muss er sich auf das Unbekannte einlassen und in den vielfältigen Formen, Farben und Motiven und den gedanklichen  Überlagerungen, die im Kunstwerk möglich sind, den Absichten  des Künstlers allmählich auf die Spur kommen.

 

Die drei Künstlerinnen greifen das Thema „Transformation“ auf unterschiedliche Weise auf.

 

Uschi Lanzet- Hallen, Kunstpädagogin und Lehrerin, geprägt durch „Freude am Sachenmachen, Kunst anschauen und am Leben“, verwendet gebrauchte Plastiktüten für die meisten ihrer Werke. Sie zerschneidet sie und fügt sie zu einer neuen Bildidee zusammen. Durch diese Transformation verlieren die Tüten ihre Funktion als Transportmittel und Reklameträger, und sie zeigen auch den Wandel der Zeit, wenn die Motive darauf an die Gesellschaft der 60-er und 70-er Jahre erinnern.

 

In abstrakten Fotografien bringt sie Alltagsgegenstände, Personen, Ereignisse und Objekte in neue Zusammenhänge, z.B. durch das Aufbringen auf andere Bildträger. Gegenstände werden auf Papier gedruckt und gewinnen eine ästhetische Qualität, die Spielraum für eigene Interpretationen lässt.

 

Silvia Rudnicki zeigt Leuchtobjekte, Malerei, Fotografien und Skulpturen. Sie thematisiert die allgegenwärtigen Wandlungen und Veränderungen in unserem Leben und im Universum durch Wasser, Planeten, Menschen und Abstraktes.

 

Ein Triptychon, das mittels einer Folientechnik mit immer neuen Acryl- Lasuren entstand, lässt unterschiedliche Wassertiere entdecken und andere erahnen.

 

Bezugnehmend auf Khalil Gibran: „Die Kunst ist ein Schritt vom sichtbaren Bekannten zum verborgenen Unbekannten“ widmet sie sich mit ihren Leuchtobjekten dem Universum. Diese Bildobjekte von Planeten entstehen nur langsam, in langwierigen Arbeitsprozessen vom Beginn des Rahmenbaus bis zur letzten Pigmentschicht. Sand, zerstoßene Gesteine, Erdgemische und Vulkansplitter setzt sie zueinander in Beziehung, experimentiert, trägt Lasurschicht um Lasurschicht auf, bis das Sichtbare unsichtbar und das Unsichtbare sichtbar wird. Die fertigen Leuchtobjekte können auch als Bilder gesehen werden, sie verwandeln Tag in Nacht und umgekehrt.

 

Ihre größte Skulptur thematisiert Transformation durch Schwangerschaft, außerdem zeigt sie Fotografien und Experimente mit Eis, die fotodokumentarisch festgehalten werden.

 

Regina Willems nähert sich dem Thema „Transformation“ auf  spirituelle Weise.

 

Schon als Kind beschäftigten sie die Traumata, die die Kriegsgenerationen an ihre Kinder und Enkel weitergaben. Die sich daraus ergebenden Fragen: „Wer bin ich? Was soll ich hier? Wo komme ich her? Wo gehe ich hin? Warum ich? Warum jetzt gerade?“ ließen sie auch im Berufsleben nicht los. Auf der Suche nach individuellen Therapiekonzepten fühlte sie transzendente Erfahrungen, die auch Wunder möglich erscheinen ließen. Um Selbstheilung anzustoßen, kann künstlerische Beschäftigung eine wichtige Rolle übernehmen. Sie regt an, alles Tun und Sein bewusst zu hinterfragen, um an der Zukunft entsprechend verantwortungsvoll mitzuwirken.

 

In ihren Werken behandelt sie u.a. den Lebensquell Wasser, Wachstum, Licht, Feuer, den Baum Sie bedient sich der Fotografie, Mischtechnik mit Tusche, Pastell, Pigmenten, Gouache und Acryl.  


Gross und Klein (20.07.-19.08.2018)

 

Groß und Klein vom 20. Juli bis 19. August 2018

 

Am 20. Juli 2018 begann in der Halle des Kunst- und Kulturkreises Wettenberg (KuKuK) die Gemeinschaftsausstellung der Mitglieder mit dem Thema: „Groß und Klein“.

Der Gegensatz von „Groß und Klein“ entsteht im Vergleich: „Groß“ ist etwas, das etwas Kleineres überragt. „Klein“ ist, was sich gegen Größeres nicht behaupten kann. Ein und dasselbe Objekt kann groß oder klein sein, je nachdem, womit wir es vergleichen.

Unsere Erde ist wunderschön und riesengroß, wenn wir Menschen sie von hier aus betrachten. Im Universum ist sie winzig, ein kaum auffindbarer Planet in einem unbedeutenden Sonnensystem in einer völlig unwichtigen Galaxis.

In der Kunstgeschichte wurden unendlich viele „Groß und Klein“-Gegensätze dargestellt. Das klassische Beispiel dafür ist wohl die Madonna mit dem Jesuskind, eine sehr friedliche Gemeinschaft. Ein unfriedliches „Groß und Klein“ geben David und Goliath ab. Aber es wurden auch im Bild große Figuren gegen kleine gesetzt, z.B. in den mittelalterlichen Altarbildern mit lebensgroßen Heiligen und winzigen Stiftern. Und die Reichen und Mächtigen ließen sich auch auf den Portraits möglichst groß abbilden.

„Groß und Klein“ bedeutet also nicht, daß in der Ausstellung nur große Bilder und Objekte neben kleinen zu sehen sind. Es kann auch Großes und Kleines in einer Installation oder einem Arrangement zusammenkommen. Viele kleine Dinge können ein großes bilden, z.B. im Mosaik, Eltern und Kinder bilden Familien. 

Kleines kann durch Makro- Fotografie riesengroß dargestellt werden, oder ein kleiner Gegenstand wird durch Vergrößerung zu einem verblüffenden Objekt. Wenn Berge zu Sand zerbröseln, wird es abstrakt, Wasser besteht aus Tropfen, kleine Bilder können großflächig gemalt werden, große können kleinteilig sein.

Auch das Mengenverhältnis der Farben im Bild kann einen „Groß und Klein“- Kontrast ergeben, den Quantitätskontrast nach der Farbenlehre von Johannes Itten. Danach ergeben sich besondere Farberlebnisse, wenn der Maler eine große Fläche einer Farbe mit kleinen Flächen einer anderen Farbe konkurrieren läßt. (z.B.: Wie viel Blau wiegt ein Gelb auf?)

Solche Relation der Größenverhältnisse gibt es natürlich nicht nur bei Farbflächen, sondern auch bei den Formen im Bild. Da kann eine Autobahnbrücke nahezu weltumspannend wirken, und winzige Menschen hinterlassen bleibenden Eindruck.

 

Die Vernissage fand am 20. 07. 2018 um 19 Uhr statt. Günther Wirtz trug einige seiner Geschichten vor, passend zum Thema der Ausstellung.


Magie der Farben (22.06.-15.07.2018)

Magische Momente konnten die Besucher der Ausstellung „Magie der Farben“ im Kunst- uns Kulturkreis (KuKuK) in Wettenberg erleben, als sich die Bilder- und Formenwelt der vier Künstlerinnen Angelika Eichenauer, Marita Meurer, Christina Richter und Angelika Stöckicht entfaltete.

 

Die expressiven Bilder von Angelika Eichenauer mit markanten Formen und leuchtenden Farben entstehen intuitiv, ohne festes Konzept, bei unterschiedlichen Malvorgängen. Sie schüttet und schichtet Acrylfarben und Pigmente auf meist gespachtelten Untergrund und unterwirft ihre Bilder während der Arbeit ständigen Transformationen. Dank ihrer Freiheit im Umgang mit Farbe, Form und Ausdruck kann jedes Bild eine Eigendynamik entwickeln, die die Künstlerin dann auch erlaubt. Sie „läßt ihr Bild sein“.

 

Ebenfalls farbintensiv, aber mit fließenden Übergängen und überraschenden Strukturen entwickelt Marita Meurer ihre Bilder. Im Lauf des kreativen Arbeitsprozesses entstehen ihre Werke aus Acrylfarben, Sand, Kaffeesatz, Ölkreide, Kohle, Tusche, Papier u.v.m. Sie bildet sich regelmäßig in Malseminaren weiter und experimentiert immer wieder mit neuen Methoden, z.Zt. mit der Fluid Painting- Technik (Pouring), einer Schütt- und Fließ- Technik. Dabei werden Acrylfarbe und Pouring- Medium vermischt auf Leinwände gegossen und formieren sich- je nach Zusammenstellung und Mischungsverhältnis- zu beeindruckenden Farbverläufen. Darauf aufbauend können sich vor oder nach dem Trocknen weitere Arbeitsschritte anschließen.

 

Sehr viel verhaltener geht Christina Richter mit der Farbe um, ihre Bilder bringen ruhigere Klänge in die Ausstellung. Aber aus ihren gedämpften Erd- und Steintönen leuchten intensive und prägnante Farben hervor und wirken umso stärker. Durch häufige Teilnahme an Seminaren und immer neues Experimentieren mit Abstraktion, Farbe, Techniken und Materialien hat sie sich ein breites Spektrum von Ausdrucksmöglichkeiten geschaffen. Sie zeigt diesmal Acrylbilder in Fließtechnik, Experimentelles mit Wachs, Sand und Acryl, Radierungen und experimentelle Drucke.

 

Abstrakte und abstrahiert- naturalistische Skulpturen aus Speckstein stellt Angelika Stöckicht aus. Die Liebe zu diesem Material entdeckte sie schon vor über 20 Jahren. Sie erspürt die Möglichkeiten des Steinbrockens und holt bei der Arbeit „die Form heraus, die drinnen ist“. Sie befaßt sich aber nicht nur mit dem relativ weichen Speckstein, sondern auch mit wesentlich härterem Material, durchaus auch im Großformat. Die Skulptur „Alter Kelte“ auf dem Hof des KuKuKs wurde von ihr 2004 geschaffen, als sie Gründungsmitglied im KuKuK war. Zur jetzigen Ausstellung kommt sie als Gast.

 

Frau Stöckicht kann inzwischen auf viele Ausstellungen zurückblicken. Sie gibt als freie Dozentin an der VHS Gießen seit 2005 Speckstein- Kurse. Seit 2010 lebt sie in Lich und ist regelmäßig bei den alljährlichen Kulturwochen und bei dem Event „Kunst in Licher Scheunen“ zu finden. 


Begegnungen, gemeinsam mit der Grundschule Launsbach (25.05.-17.06.2018)

Vom 25. Mai bis zum 17. Juni findet im Kunst – und Kulturkreis Wettenberg (KuKuK) die nächste Gemeinschaftsausstellung mit dem Titel „Begegnungen“ statt. Daran nehmen nicht nur die Vereinsmitglieder teil, sondern es stellen auch Kinder der Grundschule Launsbach ihre Werke aus dem Kunstunterricht aus.

Hier begegnen also zunächst einmal die Kinder den Erwachsenen, die Alten den Jungen, die Unbefangenen den Abgeklärten. Aber „Begegnungen“ umfasst ja ein viel weiteres Spektrum, das den Künstlern eine unendliche Vielfalt an Themen bietet.

Ein Blick in die Kunstgeschichte genügt, um eine Fülle von Begegnungen zu finden, die im Lauf der Jahrhunderte immer wieder von Künstlern dargestellt wurden. Das fängt bei biblischen Themen an wie der Begegnung von Maria mit dem Verkündigungsengel, der Begegnung von David und Goliath, der Begegnung der Jünger von Emmaus mit Christus, es setzt sich fort mit Begegnungen der unterschiedlichsten Fürsten, die ihre Großtaten verewigt sehen wollten, bis hin zu den Begegnungen ganz normaler Bürger von der Malerei des 19. Jahrhunderts bis heute.

Begegnungen finden statt, wenn zwei oder mehr Individuen miteinander in Kontakt treten. Es müssen keine Lebewesen sein, die einander begegnen, es kann sich auch um Gegenstände oder  um nicht Sichtbares, um Ideen handeln. Auf jeder Bildoberfläche begegnen sich Formen und Farben, glatte und raue Strukturen. In der Plastik stehen unterschiedliche Volumina einander gegenüber, in der Musik treffen sich Töne und bilden eine Melodie. Immer baut sich eine Spannung auf, zwischen Unterschiedlichen stärker als zwischen Ähnlichen.

Für Künstler ist es immer hochinteressant, Menschen gegenüberzutreten bzw. die Begegnung von Menschen mit ihrer Umgebung darzustellen. Hier lassen sich die Emotionen- freundliche, feindselige, unsichere oder gleichgültige- in allen Nuancen beobachten und wiedergeben. Im Grunde genommen ist das ganze Leben eine ununterbrochene Kette von Begegnungen, wir begegnen ständig Irgendjemandem oder Irgendetwas, ohne dass wir über diese Selbstverständlichkeit überhaupt noch nachdenken. An manchen Orten allerdings haben Begegnungen für uns besondere Bedeutungen: Straßen, Bahnhöfe, Flugplätze, wo wir Familienmitglieder begrüßen oder verabschieden, die Kitas und Schulen unserer Kinder, Parks und Gärten, unsere Arbeitsplätze oder die Restaurants und Discos, in denen wir unsere Freunde treffen. Das Tierheim, aus dem wir unsere Katze holen. Das Thema „Begegnungen“ ist also unerschöpflich.

Engel, Heilige, Kaiser und Könige wird eine Ausstellung im KuKuK wohl nicht bieten, aber die Besucher können sicher sein, einem breiten Spektrum von Malerei, Fotografie und Plastiken zu begegnen, die sie hoffentlich zufriedenstellen werden.

 

Am 13. Juni um 10 Uhr (und nicht wie ursprünglich im Jahresprogramm als Finissage am 17.6.angekündigt) treten die Clowns Charlie und Leppo mit dem Stück „Alles Banane?!“ auf.



Brücke der  Kunst - Gemeinschaftsausstellung PARTNERSCHAFT MIT ZSÁMBÉK UND TÖK (11.05.-21.05.2018)

 

Seit Jahren pflegt der KuKuK die Kontakte mit den ungarischen Partnergemeinden Wettenbergs, Zsámbék und Tök. Mehrere Ausstellungen und Konzerte fanden bereits in Zsámbék, Tök und im KuKuK Wettenberg statt. Der Titel der diesjährigen gemeinsamen Veranstaltung „Brücke der Kunst – Brücke der Musik“ unterstreicht die Bedeutung von Begegnungen und Partnerschaften über Grenzen hinweg, gerade auch in der aktuellen politischen Situation in Europa und der Welt.

Aus Zsámbék stellen drei Künstler ihre Werke im KuKuK aus:

Anna Csepilek malt in Öl und zeigt farbstarke Portraits und kontrastreiche Landschaftbilder, aber auch abstrakte Arbeiten in starker Formensprache. Sie wird bei der Vernissage anwesend sein.

Tamás Ábrahám und Noémi Ábrahám sind Fotografen und bereichern die Ausstellung mit Fotografien, zum Teil mit beeindruckenden astronomischen Aufnahmen, aber auch kunstvollen Landschaftsbildern.

Verschiedene KuKuK-Mitglieder ergänzen die Ausstellung mit Objekten und Bildern in gewohnt vielfältiger und kontroverser Sichtweise, sowohl in gegenständlicher als auch abstrakter Darstellung.

Die Brücke der Musik schlagen in einem gemeinsamen Konzert zur Vernissage

aus Zsámbék Mitglieder des Musical Studios Zsámbék: Zsófia Kalicza, Hanna Csákvári, Zsolt Kovács, Enikő Dombi. Aus Wettenberg sind es Karin Kreiling, Klavier, Karin Schwaiger, Querflöte sowie Barbara Yeo-Emde, Gesang mit Klavierbegleitung von Hermann Wilhelmi.

 

Vernissage ist am 11.Mai 2018 um 18:00 Uhr, Konzertbeginn ca. 18.30 Uhr.

 

Ort von Ausstellung und Konzert: „Im KuKuK“, Wettenberg-Wißmar, Goethestr. 4 b.

Öffnungszeiten: an Samstagen, Sonntag und Feiertagen jeweils von 15 – 18 Uhr.

Der Eintritt ist frei. 


Drei Generationen (13.04. - 06.05.2018)

„Drei Generationen“ lautet der Titel der nächsten Kunstausstellung, die am 13. April im Kunst- und Kulturkreis (KuKuK) Wettenberg beginnt. Drei Mitglieder und zwei Gäste stellen ihre Werke vor.

Helga Deiss aus Wißmar, langjähriges KuKuKs- Mitglied, hat ihre Tochter und ihre Enkeltochter eingeladen- es stellen also drei Generationen einer Familie aus. Sie selbst zeigt allerdings keine Bilder, die drei Generationen abbilden, sondern drei Generationen ihrer Werke: Ihre frühen Bilder malte sie in Aquarelltechnik, die nächste Generation umfasst Acrylbilder, Techniken und Materialien ändern sich immer weiter. 

Ihre Tochter Anne- Sophie Deiss bringt Fotografien mit: Sie nimmt auf ihren weltweiten Reisen bevorzugt Landschaften auf, aber auch Städteansichten und Menschen in besonderen Momenten und Situationen - am liebsten in Schwarz- Weiß.

Hannah Proussas, die Enkeltochter, Abiturientin, hat bereits im vorigen Jahr einige Acrylbilder im KuKuK ausgestellt. Ihre Leidenschaft sind fein detaillierte Bleistiftzeichnungen, oft von Personen aus ihrem Umfeld. Außerdem singt sie und spielt Gitarre.

KuKuKs- Mitglied Barbara Ritzkowski präsentiert ihre Fotografien in gewohnter Perfektion. Sie zeigt Portraits, die das Thema „Generationen“ innerhalb von Familien abbilden. Aber auch in der Natur findet sie Generationen, z.B. Keimling, Baum und Totholz im Wald. Sie spannt den Bogen noch weiter auf Epochen der Baukunst und fängt Motive von Gebäuden aus unterschiedlichen Materialien und Zeiten ein.

Ingrid Wortmann- Wilk ist erst seit kurzer Zeit im KuKuK. Sie ist seit Jahren Mitglied in mehreren Fotoclubs und malt auch Acrylbilder, hauptsächlich Portraits. Sie zeigt drei Gruppen von Werken und nimmt dabei das Thema der „Drei Generationen“ sehr wörtlich. Ihre Vorfahren und ihre Familie stellt sie in Fotocollagen und in „naiven“ Portraits vor, wobei sie die medizinischen Berufe, die Kriegsteilnahme und den Tanz als Kontinuum ihrer Familie über die Generationen hinweg thematisiert. Außerdem zeigt sie Fotocollagen von Alltagsgegenständen verschiedener Epochen und Fotografien von Sinti- und Romafamilien mit drei Generationen.

 

Vernissage ist am Freitag, dem 13. April um 19 Uhr, mit Musik von Helene Proussas (Cello).

Die Ausstellung ist samstags und sonntags und an Feiertagen von 15- bis 18 Uhr geöffnet.


Bunt und farbig (09.03. - 08.04.2018)

 Keine bunten Bildchen

(JE) Das Thema „Bunt und farbig“ klingt wie eine Provokation. Welcher Künstler würde schon zugeben, dass er bunte Bildchen malt. Buntheit ist naiv, eher etwas für Kinder oder Fasching. Die deutsche Sprache hält für die Charakterisierung von Farbe zahlreiche Begriffe bereit und lässt einen fragen, was ist denn eigentlich bunt, was dagegen farbig, was ist unbunt, unfarbig, einfarbig, zweifarbig, vielfarbig, was ist unbunt aber farbig?

Farbgestaltung, man sagt auch Kolorit, spielt ja in Malerei, aber eben nicht nur dort, sondern auch in Bildhauerei, Objektkunst, Zeichnung, auch in Design, Cartoons, Comics, natürlich auch in Film und Fotografie eine wichtige Rolle. Mit Farben definieren sich die Flaggen der Länder. Für fast alle diese Bildsorten wird es Beispiele zu sehen geben.

Für die Ausstellung im KuKuK lässt sich weiter sagen, dass in den Werken sowohl ein buntes und unbekümmertes Nebeneinander zu sehen ist als auch eine mit Bedacht farbig abgestimmte „Interaction of Color“ (Buchtitel von Josef Albers). Manche Künstler arbeiten mehr mit reflektierten gestalterischen Entscheidungen, andere eher emotional, wieder andere überlassen die Bildentwicklung dem Zufall oder prozesseigenen Impulsen. Farbe kann kunstfertig moduliert und abgetönt werden, aber auch zum Leuchten gebracht werden.

Natürlich besitzen die Künstler mehr oder weniger Kenntnisse über Farbe in der Geschichte der Kunst. Sie wissen von der „braunen Soße“ romantischer Bilder, dann aber auch von der sogenannten Befreiung der Farbe im Expressionismus, von dem Umgang mit Farbe im Impressionismus, der Farbe im Informel. Auch Farbenlehren mit ihren Farbkontrasten sind einigen bekannt. Diese Vielfalt wird sich in Werken zeigen, aber nicht nur das.

Farben werden symbolische Bedeutungen zugeschrieben. Man spricht vom Gefühlswert der Farben und von ihrem Ausdruckswert, von ihrer räumlichen Wirkung, von aktiven und passiven Farben (Goethe), ja von magischen Kräften. Dabei ist aber zu beachten, dass Farbe in der Architektur, also in Räumen und an Körpern, nicht mit Farbwirkungen in Bildern gleichzusetzen ist. 

In der Ausstellung spielen auch farbige Textilien, Papiere, Stein also Naturfarben von Materialien eine Rolle, wenn Eisen rostet, Holz bleicht und verwittert Ton gebrannt wird. 

Neben Malerei, Grafiken und Zeichnungen (Cartoons und Illustrationen) sind auch Objekte zu sehen. Letztere aus Keramik und Eisen, aber auch aus Acrylglas. Diese operieren mit der Lichtleitfähigkeit des Materials, also einer ganz speziellen Farbigkeit.

Das Thema „Bunt und farbig“ ist mal wieder so offen und interpretationsfähig gefasst, dass die Künstler ihr je individuell ausgebildetes Farbverständnis geltend machen können. Typisch KuKuK! Die Künstler sind frei von Vorgaben oder gar Vorschriften wie in manchen Farbenlehren. 

Die Literatur zum Thema zeigt kontroverse Standpunkte auf. Nicht immer gelingt es dort solide zu argumentieren. Farbtherapeutische Scharlatanerie lohnt sich hier und da sogar finanziell. Die Verlockung des Irrationalen und blumiger Aussagen ergeben auch in der Literatur ein buntes und farbiges Bild. Besser als farblos!

Die Teilnehmer sind: Ulrike Dalla-Bona, Franz-Peter Bönisch, Hartmut Dörr, Vera Bennung Corominas, Roberto Bennung, Angelika Eichenauer, Dietmar Eucker, Johannes Eucker, Jasmin Frost, Wolf Gebhard, Angelika Kleiner-Reher, Ursula Mayer, Marita Meurer, Silvia Rudnicki, Heinz Ruhrig, Hjalmar Thelen (Gast), Ines Scheurmann, Susanne Voos, Ilse-Marie Weiß, Regina Willems, Ingrid Wortmann-Wilk, Annemarie Zaha.

 

Vernissage ist am 9.März 2018 um 19 Uhr. 

Ort der Ausstellung: Im KuKuK in Wißmar, Goethestraße 4 b.

Öffnungszeiten: an


Feuer - Holz - Kohle (09.02. - 04.03.2018)

(Text: DE) Die Ausstellung widmet sich einem Urthema der Menschheit mit einer besonderen Sicht auf das heiße Element Feuer als Mittel zur Herstellung von Kunst aus Keramik und Metall sowie zusammen mit Holz für die Herstellung von Holzkohle unabdingbar ist. 

 

Fünf KuKuK-Künstler nähern sich dem Thema Feuer-Holz-Kohle auf die jeweils eigene künstlerische Sichtweise:

 

Ulrike Kirschbaum lässt das Feuer erstmal außer Acht und widmet sich dem Holz, mit dem sie Kunst schafft. neben Ihren Holzdrucken zeigt sie das hierfür kunstvoll bearbeitete Material. Außerdem zeigt sie abstrakte Acrylbilder zum Thema Feuer. 

 

Für die Kunst von Dieter Weiß wäre das Feuer eher schädlich. Seine Holzobjekte bewahren und verstärken einerseits Form und Struktur von gewachsenem Holz und verfremden diese auch andererseits, durchaus auch mit einem gelegentlichen Augenzwinkern.

 

Feuer jedoch benötigt Herbert Sauerborn-Mauz für seine Kunst: Feuer zum Schmelzen der Bronze zum Gießen seiner Objekte, Feuer zum Härten des Tons und für die Glasuren seiner Keramiken. Und was mit Feuer und Holz möglich ist, wird von Ernst Moritz in seiner Fotoserie dokumentiert: Sie widmet sich den unterschiedlichen Techniken zur Herstellung von Holzkohle, dem Material, das Dieterich Emde als Medium für seine Zeichnungen nutzt. Dem Zeichnen galt schon lange sein künstlerisches Interesse, Kohlezeichnungen waren jedoch eher selten. Die Möglichkeit, mit Licht und Schatten zu arbeiten und Farbe, wenn ja, nur als Zeichenhintergrund zu verwenden, war gleichermaßen reizvoll und Herausforderung für ihn. 

 

Feuer-Holz-Kohle: eine interessante Kombination für eine sehenswerte Ausstellung.

Die Ausstellung ist vom 9. Februar bis 4. März 2018 samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet. 

 

Zur Vernissage am 9. Februar um 19 Uhr gibt es Musik zum Thema: 

Barbara Yeo-Emde wird, begleitet von Norbert Fischer und Stefan Zink, rauchige Jazzsongs beitragen. Herbert Sauerborn-Mauz und Freunde werden mit Blues einheizen. 

 

Am 3. März um 19.30 Uhr ist der bekannte Gitarrist Wolfgang Mayer im KuKuK zu Gast und spielt Gitarrentöne aus der ganzen Welt.  


RUHE-STÖRUNG (12.1.- 4.2.2018)

Die „Kunstspinnerei“ bestreitet die erste Ausstellung 2018 im KuKuK Wettenberg

 

Den Reigen der Ausstellungen eröffnet im Januar 2018 eine informelle kleine Gruppe des KuKuK: die Kunstspinnerei. Das hat schon Tradition. Bisher ist es dieser Gruppe mit wechselnden Teilnehmern immer gelungen eine besondere Vernissage zu gestalten. 

 

Den Begriff ‚Ruhe‘ benutzen wir in mehrfacher Beziehung: Einmal verwenden wir ihn als Zustandsbeschreibung  im akustischen Bereich, wenn kaum Geräusche wahrzunehmen sind. In dieser Bedeutung wurde er benutzt in der früher gesetzlich vorgeschriebenen ‚Einhaltung der Mittagsruhe‘. „Musik wird störend oft empfunden, dieweil sie mit Geräusch verbunden“ dichtete einst Wilhelm Busch: Laute Musik oder Lärm wäre dann eine Störung der Ruhe. Ruhe beschreibt auch eine geringfügige, gleichartige Bewegung: „… und ruhig fließt der Rhein“ heißt es in Heinrich Heines „Loreley“. Ruhig kann auch ein Boot über den See gleiten. Die Wasseroberfläche wird dabei allerdings gestört, sie kräuselt sich dann nicht mehr ruhig. Ruhe kann auch beschreiben, dass keine Ortsveränderung stattfindet, zum Beispiel, wenn man sich zur Ruhe begibt. Gleichzeit ist damit auch der Zustand des Körpers genannt, der seine Aktivitäten heruntersetzt, man ‚pflegt der Ruhe‘. Aber nicht nur für den körperlichen Bereich benutzen wir den Ausdruck, er beschreibt auch einen mentalen Zustand: Jemand erledigt etwas ‚in aller Seelenruhe‘, er ‚ist nicht aus der Ruhe zu bringen‘. 

 

In der bildenden Kunst kann man sich mit ‚Ruhe‘ und ‚Ruhestörung‘ in unterschiedliche Weise auseinandersetzen, was bei den ausgestellten Arbeiten auch zum Tragen kommt. Es besteht die Möglichkeit, gegenständlich am Beispiel menschlicher oder tierischer Darstellungen ‚Ruhe‘ bzw. ‚Störung der Ruhe‘ vor Augen zu führen. Die Abweichung von einer Situation ‚in Ruhe‘, d.h. also Ruhe-Störung, lässt sich sowohl durch Personen und Gegenstände in entsprechenden Situationen darstellen als auch ungegenständlich, ja abstrakt und in geometrischen Formen veranschaulichen. Die ‚ruhige‘ Oberfläche eines Bildes kann durch Aufbrüche bzw. Abweichung von der vorgegebenen Struktur gestört werden. Die Komposition kann gestört wirken, die Farbgebung irritieren…

‚Ruhe-Störung‘ im bildlichen Bereich und im realen Leben kann zu Krisen und Zerstörung führen, im Gegenteil dazu aber auch zu überraschenden neuen Ansätzen und Lösungen. 

Klaus Engelbach widmet sich schwerpunkmäßig der Darstellung von Störungen in Strukturen und Flächen mittels bearbeiteter Fotografien. Heidi Kessler-Rautenhaus stellt Objekte aus Ton vor, wobei der Ausdruck von Emotionen in der menschlichen Mimik dominiert. Brigitta Seibert malt Ölbilder, die sich mit leichter Ironie mit dem Thema auseinandersetzen.