Archiv unserer Ausstellungen 2017

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Wachsen (13. Januar bis 5. Februar 2017)

 Der Kunst- und Kulturkreis Wettenberg eröffnete seine Ausstellungsreihe in diesem Jahr mit Künstlern der „Kunstspinnerei“, einer Arbeitsgruppe innerhalb des Vereins. Diese hatte sich das Thema „wachsen“ ausgesucht.


Präsentiert  wurden Malerei, Fotografie (auch in Begleitung von Texten), Objekte und Installationen von Klaus Engelbach, Dörte Kohl, Heidi Rautenhaus, Peter Rolke und Brigitta Seibert. 

 

„Wachsen“ ist ein Prozess, bei dem etwas zunimmt oder mehr wird. Dieser Prozess kann Organisches betreffen, Pflanzen, Tiere und Menschen. Er kann auch bei Unorganischem ablaufen: Kristalle aus Zucker, Salz oder Quarz können sich bilden und größer werden. Er kann auch Immaterielles betreffen: Angst kann wachsen, Frustration oder Liebe. In jedem Fall beginnt Wachstum an einem Punkt, an einer Stelle, in einer Situation, die durch irgendetwas bedingt wurde. Für „Wachsen“ gibt es immer einen Anlass, einen Auslöser. Kennt man den Auslöser, dann kann man „Wachsen“ bewusst herbeiführen oder vielleicht auch stoppen, sollte es sich um ein krankheitsbedingtes Wachstum handeln. „Wachsen“ kann linear verlaufen oder auch flächig nach allen Seiten oder dreidimensional, im Raum. Überhaupt lässt sich durch Verwendung von Vorsilben das speziell gemeinte „Wachsen“ genauer kennzeichnen: etwas kann anwachsen, jemand kann aufwachsen, etwas kann sich auswachsen, etwas kann bewachsen sein, Menschen wachsen heran, Blumen können aus einem Behältnis hervor wachsen, jemand kann kleinwüchsig sein oder sogar verwachsen. „Wachsen“ kann bei Menschen Emotionen auslösen, positive, wenn man z.B. seine Kinder oder Enkelkinder aufwachsen sieht, negative, wenn z.B. der Schuldenberg wächst. Wie auch immer wir die Sache sehen: Im Leben sind wir von vielerlei Arten des Wachsens umgeben, wir können uns nicht entziehen. Wenn man es genau nimmt, sind wir sogar im Tod mit Wachstum verbunden, denn ohne unser Ableben würde das Wachsen der Menschenzahl auf der Erde zu einem beengenden Gedrängel führen und das Aufwachsen unserer Kinder und Kindeskinder sehr erschweren.

 

Veranstaltung Wintergenüsse - Wintergemüse:

Finissage mit Günter Würtz:


Absicht und Zufall (10.02. bis 12. 03. 2017)

Absicht und Zufall

Ausstellung im KuKuK Wettenberg vom 10.2. – 12.3.2017

Vernissage ist am 10.2.2017 um 19 Uhr.

 

Wenn in diesem Thema die Reihenfolge der Begriffe auch ihren Stellenwert im künstlerischen Prozess andeuten soll, gehört seine Umkehrung auch in den Bereich des Möglichen, wie den Statements der drei Ausstellenden zu entnehmen ist: Zufall und Absicht.

 

Zufall sei ein „Freund des Künstlers“. Er fördere den kreativen Prozess indem er Anregungen auf vielerlei Art bringe: als Idee, als Form, als Farbkomposition, als Material, als Sprache. Die Funde werden bei der Arbeit nach dem „Prinzip Zufall“ geklärt, geordnet, im Ausdruck gesteigert. Die künstlerische Gestaltungsabsicht macht den Fund zu einem Teil des Kunstwerks.

 

Susanne Voos zeigt Malerei, Zeichnung, Collage, Schüttung, Druck, meist ungegenständlich. Zufallstechniken und Funde, auch Texte, fließen in die Bilder ein. Sie haben meist keine Titel. Das zwingt den Betrachter zur Beteiligung am kreativen Prozess.

 

Ursula Mayer entwirft seit zwanzig Jahren Schmuck und Accessoires. Besonders spannend findet sie dabei die Verbindung unterschiedlicher Materialien wie Draht, Wolle, Seide, Leder und Filz mit Glas- und Keramikperlen, Halbedelsteinen. Aber sie verarbeitet auch Fundstücken wie Holz, Steine, Muscheln und Federn.

 

Für Wolf Gebhard ist Kunst zuerst aktive Gestaltung und insofern steckt in jedem Kunst-Stück ein absichtsvoller Akt. Selbst wenn der Künstler nur ein Fundstück aus der Natur zur Kunst erklärt, liegt dem eine Entscheidung zugrunde.

 

Wenn er ein Bild malt, eine Keramik modelliert, ein Foto aufnimmt und bearbeitet, geht er absichtsvoll vor. Er hat eine konkrete Vorstellung und setzt sie mit Hilfe von erworbenen Fertigkeiten um. Die künstlerische Absicht dominiert.

 

Allerdings erlebt er häufig, dass in diesen Prozess Bedingungen einfließen, die nicht geplant und nicht planbar sind. Wer einen Keramikofen nach dem Glasurbrand öffnet, muss immer mit Überraschungen (leider oft auch Enttäuschungen) rechnen. Auch im künstlerischen Prozess selbst gibt es Situationen, die ihn vom vorgefassten Plan abweichen lassen. Diese bewertet er als bereichernd und spannend. Deshalb gehören zu seinem absichtsgeleiteten Handeln durchaus auch Ausprobieren, vorläufiges Scheitern, blindes oder bewusstes Korrigieren, Verwunderung über etwas, was nicht geplant war, das aber besser gelungen ist als erwartet.

 


Ganz nah – Gemeinschaftsausstellung des KuKuK Wettenberg 2017 (17.3. bis 17.4.2017)

Kunstausstellung Ganz nah im KuKuK
Kunstausstellung Ganz nah im KuKuK

 

Ganz nah herangehen, das schränkt den Blick ein. Einerseits. Andererseits intensiviert es ihn.

Es gibt Nähe als angenehmes Erlebnis aber auch als peinliches oder verletzendes. Mit dieser Auffassung des Themas der ersten Gemeinschaftsausstellung des KuKuK in 2017 wird aber nicht das ganze Spektrum des Möglichen erfasst.  

Ganz nah – beieinander – also dicht beieinander, können in einem Bild die einzelnen Bildgegenstände sein. Man denke etwa an Menschen und Tiere, die sich in Paaren oder Gruppen der verschiedensten Art ganz nah kommen, vielleicht sogar drängen wie in einer Herde oder ein Haufen von Dingen, Waren in einem Korb, einer Steige. Aus der Kunstgeschichte sind Paardarstellungen, Liebesszenen, Mutter-Kind- Situationen und Gruppenbilder Beispiele für Nähe. Es können aber auch Situationen des Kampfes und Schlachtengetümmel gemeint sein.

Ganz nah, bzw. viel zu nah kommen sich Fahrzeuge auf überfüllten Straßen, Waren und andere Dinge in Regalen, Hühner in Legebatterien, ganz zu schweigen von Flüchtlingen auf überladenen Booten.

Was für solche „Bildgegenstände“ gilt, trifft auch auf abstrakt-konkrete Bildelemente zu, seien sie nun geometrische, organische oder gänzlich freie Formen. Auch sie finden sich in der Ausstellung – neben Zeichnungen, Malerei, Grafik, Objekten und Fotografien.

Ein anderes Kriterium für Nähe geben uns die Bildeinstellungen im Film an die Hand. Man denke an die Ganz-nah – Aufnahme aus italienischen Western (Fliege auf der Nase des Protagonisten), Detailaufnahme, Nahaufnahme, amerikanische Halbtotale, Totale und Weitaufnahme.

 

So viel zu Bildwerken. Wie wirkt sich nun das Thema bei Plastiken und Objekten aus? Durchaus analog zur zweidimensionalen Kunst. Körper, menschliche, tierische, pflanzliche, aber auch technische Objekte und Dinge können sich sehr nah kommen, ja berühren, in einer Vielzahl auch Gruppen bilden. Dazu sind einige Objekte aus Eisen und Keramik zu sehen.

Entsprechend gestalten sich die Möglichkeiten mit dreidimensionalen nichtfigurativen Formen.

 

Es nahmen teil: Michael Ackermann, Lucyna Baniak, Vera Bennung Corominas, 

Franz-Peter Bönisch, Klaus Engelbach, Johannes Eucker, Marita Meurer, Silvia Rudnicki, Ines Scheurmann, Brigitte Schnaut, Regina Willems

 

 


Schönheit der Natur (21.4. bis 14.5.2017)

Für Künstler stellt sich die Frage des bildkünstlerischen Zugriffs auf Natur. Welche Bildmittel sind angemessen? Realistische Fotografie oder Fotografie mit engem Ausschnitt, so dass die Bilder wie abstrakt wirken? Oder Aufnahmen des Mikrokosmos? Welche Art der Malerei, der Zeichnung oder der flüchtigen Skizze hat welche Wirkung? Expressionistisch, impressionistisch, sachlich, romantisierend, stilisierend und vereinfachend, kubistisch, plakativ oder gar abstrakt? Eignen sich auch Cartoons zur Bearbeitung des Themas? Kann man das vermeintlich Schöne nicht auch ins sogenannte Kitschige übersteigern? Klischees wie z.B. Sonnenuntergänge persiflieren? Und wie steht es mit der Objektkunst?

 

Im KuKuK haben sich vier Künstler unter diesem interessanten, aber auch schwierigen Thema zu einer Ausstellung zusammen getan. Natürlich können vier Künstler nicht den ganzen Aspektreichtum des Themas abdecken. Jeder steuert aber höchst persönliche Gedanken zu dem bei, was schön sei, was Natur sei und wie Künstler die Schönheit der Natur in ihrem Werk wiederspiegeln können. 

 

Wally Wilsons Werke entstehen nach „Vorlagen aus der Natur“, wie sie sagt.  Das gilt für ihre Bilder von Tieren, Landschaften und Blumen. Bambus ist immer mal wieder ein Thema wegen seiner vielseitigen Farben. Gelegentlich produziert sie aber auch abstrakte Werke. Man findet bei ihr sowohl Kompositionen in kräftigen Farben, als auch zarte Strukturen von Farbe auf ihren Leinwänden.

Günter Stadler nimmt als Gast an der Ausstellung teil. Seine bevorzugten Sujets sind „Natur, Menschen, Tiere und Landschaften“. Sein Malstil ist relativ realistisch und detailliert. Beim Malen seiner Bilder geizt er aus Überzeugung nicht mit Zeit. Außerdem fragt er: Warum soll der Künstler das, was es ihm wert ist gemalt zu werden, reduzieren oder gar abstrakt darstellen?

Die Bilder, die er bei dieser Ausstellung zeigt, sind bis auf eine Ausnahme Aquarelle, die teils vor der Natur, teils nach selbst fotografierten Vorlagen entstanden. Bei solchen Bildern spielt für ihn das Licht und seine Reflexe  eine ganz entscheidende Rolle.

Ilse-Marie Weiß sagt, dass in unserer Kulturlandschaft die Schönheit der Natur nicht immer offensichtlich ist. Erst der bewusst gewählte Standort des Künstlers und die künstlerische Bearbeitung machen das Besondere in der Natur erkennbar. - In ihren Zeichnungen bringt sie die Schönheit der Natur im Detail zum Ausdruck. Bei den Gemälden steht die Farbharmonie mit fließenden Übergängen im Vordergrund. Ihre Fotos sind mit dem Blick der Malerin fotografiert. Motivwahl, Komposition, Beleuchtung und Farben müssen für sie stimmig sein. „Ich bin geprägt durch ein großes Harmoniebedürfnis.“ In der Natur sieht sie Harmonien in vielfältigsten Ausprägungen. Darin liegt für sie die Schönheit der Natur. - Im Zeichnen, Malen und Fotografieren komme darüber hinaus ihre Ehrfurcht vor der Natur zum Ausdruck.

Dieter Weiß ist von Haus aus Mathematiker, der sich nach seiner Berufstätigkeit in der wissenschaftlichen Datenverarbeitung verstärkt gestalterischer Tätigkeit zugewendet hat. Er ist aber seit seiner Jugend fasziniert von Holz und der Gestaltung „schöner“ Objekte aus diesem Werkstoff. 

Zum einen versucht er, die äußere Schönheit natürlich gewachsener Formen zur Geltung zu bringen und zum anderen die innere Schönheit vorwiegend durch Drechseln überhaupt erst sichtbar zu machen. Er findet seine Werke gelungen, wenn sie sowohl die Schönheit des Materials als auch ihre „innere Schönheit“ sichtbar machen.

 

Vernissage war am 21.4.2017 um 19 Uhr mit dem Chor „SingsteMit“ (Gießen - Allendorf) und Hermann Wilhelmi, Gesang mit Klavier

 


Unterwegs (19.5. bis 18.6.2017)

Kunstausstellung im KuKuK
Unterwegs

Unterwegs im KuKuK Wettenberg

Pressetext zur zweiten Gemeinschaftsausstellung des KuKuK Wettenberg im Jahr 2017

 

(JE)  Unterwegs ist jemand mit oder ohne Ziel. Oder der Weg ist das Ziel, eine gern genutzte Formel.

Unterwegs findet man etwas vor, am Weg oder am Ziel. Manche Künstler haben unterwegs Bilder gemacht, man denke an die Aquarelle von Albrecht Dürer, die er von seiner Italienreise zurück brachte. Solche Bilder können Dokumente von Sehenswürdigkeiten sein, aber auch ganz subjektive Wahrnehmungen am Wegesrand oder kritische Blicke auf eine geschönte Tourismussituation.

Unterwegs sein können Menschen per pedes oder mit Fahrzeugen und Fluggeräten. Privat oder dienstlich, einzeln oder in Gruppen, zum Vergnügen, an der Arbeit oder auf der Flucht und im Krieg. Unterwegs kann es Pannen geben, Unfälle, man kann in unterschiedlichem Tempo durch die Gegend rasen oder über sie hinweg sausen oder gleiten, an Sperren aufgehalten werden. Unterwegs sind manche Zeitgenossen besonders gern zum Shoppen!

Was Menschen unterwegs wahrnehmen oder übersehen, was sie erfreut, bereichert oder verärgert, das wird sicher individuell verschieden sein. Sogenannte Sehenswürdigkeiten sind das Eine, Unfallsituationen, Monokulturen, „verschandelte“ Landschaften und  Orte, zerfallene Produktionsstätten und Häuser, Bäume und Stromtrassen das Andere.

Künstler können sich heutzutage ihre Motive suchen wie sie wollen. Interessant wird die Sache erst, wenn es an die künstlerischen Sprachen geht, wie das Sichtbare ins Bild gesetzt wird oder noch mehr, wie das leicht zu Übersehende ins Bild gerückt wird. Noch mehr, wie gar Unsichtbares sichtbar gemacht wird. Sehenswert werden die Werke in besonderer Weise erst durch die Kunstgriffe, die Künstler anwenden, durch die Darstellungs- und Gestaltungsweisen; diese reichen in dieser Ausstellung von naturgetreu bis abstrahiert, von romantisiert und idealisiert bis zu kritischer Sicht. Sie können sich äußern in Tafelbildern genau so wie in Studien und Skizzen, schnell hingeworfen, aber auch dadaistisch und plakativ, schatten- und schemenhaft... - Hinzu kommen Reliefs, Objekte, auch kinetische, kleine Installationen, auch Gegenstände mit Objektcharakter. Manche Künstler bringen Skizzenbücher gefüllt mit nach Hause oder lassen sich zu Cartoons anregen. Einiges aus dieser Fülle wird es zu sehen geben.

In einem so offenen Verein wie dem KuKuK wird eine Ausstellung erst recht sehenswert durch die persönlich sehr unterschiedliche „Handschrift“ der Künstler, die Maniera. Ferner durch bildnerische Experimente und Versuche eines neuen Blickes und dann natürlich durch den Einsatz verschiedener künstlerischer Mittel. Dabei kann auch das Alltägliche und Bekannte durch den Künstler neu wahrnehmbar werden. Laienhafte Fotografen reproduzieren oft die Klischees der Tourismuswerbung ohne es zu merken. Das ist mit dieser Ausstellung sicher nicht beabsichtigt.

Nicht nur Menschen, auch Tiere sind unterwegs zu beobachten, in dieser Ausstellung Vögel, Schafe, Schnecken, Elefanten, Gnus, Frösche, nicht zuletzt Insekten. 

Künstlerische Arbeiten zum Thema „Unterwegs“  können sich nicht nur auf Gesehenes beziehen. Unterwegs erlebt man sich auch selbst, also richtet sich der Blick des Künstlers möglicherweise auch nach innen, auf innere Bilder, auf Wahrnehmungen, die über das Sichtbare hinaus gehen, es verfremden, in neues Licht rücken oder gänzlich übersteigen. Unterwegs kann man nicht nur in die Weite schauen und von oben herab, sondern auch ganz nah herangehen, sozusagen mit der Lupe. Man lässt auch oft seine Gedanken spazieren. „Unterwegs zu neuen Leitbildern“  heißt ein Buch von Georg Picht….- 

Aber: Unterwegs sein heißt ja gar nicht unbedingt in die Ferne schweifen. Unterwegs sein kann man auch in dieser Ausstellung! 

 


Drei unter einem Hut (23.6.- 16.7.2017)

Ausstellung im KuKuK
Drei unter einem Hut

Es gibt ja den Ausspruch: „Wie soll ich das alles unter einen Hut kriegen?“

Normalerweise  passt nur ein Kopf unter einen Hut, also eine Ansicht oder eine Meinung. Mehrere Köpfe verdeutlichen mehrere Ansichten oder Meinungen. Die drei unterschiedlich arbeitenden Künstler Annette Breuer, Ulrike Kirschbaum und Horst Wolcke haben nun beschlossen, ihre Werke in einer Ausstellung unter einen Hut zu bringen. Gemeinsam ist Ihnen das Interesse an Themen unserer Zeit.

So setzen sie sich kritisch mit der Ausbeutung unseres Planeten und seiner Ressourcen auseinander, mit unserer Verantwortung für Mensch und Tier und der Wunschvorstellung hinsichtlich Frieden und Bewahrung der Natur. Dabei bleiben sie nicht blind gegenüber der Situation der Flüchtlinge weltweit.

 

Annette Breuer widmet sich in ihren Skulpturen Themen, die sie in ihrem Alltag beschäftigen. Sie arbeitet figürlich mit Draht, Papier, Speckstein, Holz und Ton. Zunächst bemüht sie sich um Detailgenauigkeit, schreitet dann aber auch zu Abstraktion, Verfremdung und Reduktion fort. Sie will so zum Wesentlichen vordringen. Graphische Elemente bezieht sie in Form von Schrift in die Gestaltung mit ein. Interaktionen der Besucher, wie Anfassen, Umdrehen, Bewegen sind erwünscht!

 

Ulrike Kirschbaum lässt sich in ihrer  Malerei durch Vielfalt der Farben, Formen und Stimmungen in der Natur sowie durch Menschen und die Elemente in ihren dynamischen Bewegungen inspirieren. Skizzen und Photographien von draußen verarbeitet sie im Atelier zu Malerei und Objekten. Dabei verfügt sie über künstlerische Darstellungsweisen, die von gegenständlich bis abstrakt reichen.  Papier, Leinwand, Holz und Ton sind bevorzugte Materialien.

 

Horst Wolcke wird u.a. mit photographischen Darstellungen und kleinen Texten zu einem Gedankenspiel unter dem Motto „hinter den Zäunen“ zu sehen sein. Angekündigt sind haptische Qualitäten bei der Zaundarstellung. Man darf gespannt sein.

 

Vernissage ist am 23.6.2017 um 19 Uhr


(25.08.17) Kraut und Rüben

Ausstellung im KuKuK
Kraut und Rüben

(JE) Manchmal lassen die Themen von Ausstellungen ahnen, was zu sehen sein wird. In diesem Falle ist das anders. „Kraut und Rüben“, unter dieser schon recht alten Redewendung, kann nämlich durchaus Verschiedenes verstanden werden. 

Ist damit spöttisch das Chaos als „Ordnungsprinzip“ beschrieben oder verweist das Thema auf einen Bioladen, wo beides ordentlich nebeneinander angeboten wird? Oder wird die Ausstellung wie ein Eintopf aus Kraut und Rüben komponiert sein? Oder wird auf den früher häufigen gemeinsamen Anbau von Kraut und Rüben auf demselben Acker angespielt? Auch darauf könnte sich die Redewendung aus dem 17. Jahrhundert  beziehen. Die KuKuK - Halle und der KuKuK - Verein könnten sich dafür als fruchtbar erweisen. – Mit einem Bezug zum sogenannten „German Krautrock“ aus der Musikscene der 1960er Jahre ist wohl nicht zu rechnen. 

Helga Deiß malt Kraut und Rüben, auch Blumen, in Aquarell und Acryl. Ihr ist das Motiv wichtig. Sie malt teils gegenständlich, teils abstrakt. Dabei setzt sie ihre Bildmotive gelegentlich auf dunklen Grund, isoliert sie und stellt sie so deutlich vor Augen. Außerdem versucht sie das Sprichwörtliche, also das Durcheinander und Chaos ins Bild zu setzen.

Wolf Gebhard spielt mit seinen farbig glasierten Keramik-Köpfen das Motiv der krausen und chaotischen Gedanken  an. Dabei verbindet er seine hoch gebrannten Keramiken gelegentlich mit Federn, Pflanzenteilen und Seilstücken. Außerdem wird er zwei kleine Installationen zeigen.

Barbara Ritzkowski schafft bewusst mit ihrer Kamera, mit verschiedenen Objektiven und Einstellungen.  Sie erzeugt dabei Kompositionen von Licht, Reflexen und Farbspielen. Das gelingt ihr auch bei Fotos von Krautköpfen, einem ganz unerwarteten Motiv. Das Objekt wird Nebensache und der Betrachter wird mitgenommen auf eine Reise jenseits festgelegter Ansichten.  


Innen und Drinnen (21.7.- 20.8.2017)

3. Gemeinschaftsausstellung 2017 

 

Innen, dabei mag man zuerst an Innenräume denken, an ihre kunstvolle perspektivische Darstellung in Bildern. Das ist aber bei diesem Ausstellungsthema definitiv nicht alleine gemeint. Vielmehr geht es ganz allgemein um alles was innen sein kann, also nicht nur in der Architektur (Innenräume und Innenhöfe), sondern auch  in Maschinen, in Früchten,  in einer Landschaft, einer Verpackung, einer Höhle, in einem Baum, im Mutterleib, im Kopf,  in einem Gefäß, einem Kasten, einem Topf, einer Pfanne, in einem Fenster, in einem Buch, in einem Käfig, im Wasser, einem Bach, einem Aquarium, im Licht, vielleicht auch im Himmel? „..das Reich Gottes ist inwendig in euch“. (Lk.17:21) Innenleben und Traum können also bei diesem Thema mit gemeint sein.

Innen und drinnen kann auch der Ort sein, von dem aus der Blick nach draußen geht. Oder der Blick in umgekehrter Richtung von außen nach innen.

Wie ist das Innen und Drinnen nun künstlerisch anzugehen? Zuerst kann man sich Lösungen durch die Komposition vorstellen: Im Bild wird zentral oder am Rande ein begrenzter Raum sein, in den man hineinblickt, in dem sich aber nun auch etwas ereignen kann. Der Blick durch eine Öffnung (nicht nur durch ein Fenster oder Schlüsselloch) kann sichtbar machen, was drinnen ist. Auch der Blick durch das Mikroskop.

In der Kunstgeschichte gibt es Beispiele für das Bild im Bild. In der Objektkunst und Stillleben ist etwas in einem Gefäß. - Im Krimi steckt das Messer im Rücken, beim Holzhacken die Axt im Holz, bei Selbstzensur die Schere im Kopf.

Das Innen kann motivisch definiert sein wie bei einem Interieur, bei einem Gegenstand (ein Schrank, ein Regal, ein Schmuckkasten, ein Motor). Andere Motive sind Tiere von innen Tier oder Pflanzen oder Pfützen. Das Innen kann aber auch durch einen Kunstgriff auffallen, z. B. weil es im Licht steht, weil etwas Fremdes in eine bekannte „Umgebung“ hinein montiert wurde oder etwas zwischen zwei Gestalten oder Körpern steckt. 

In dieser Ausstellung wird es auch dreidimensionale künstlerische Objekte zu sehen geben, die das Thema Innen und Drinnen aufgegriffen haben. Eine Arbeitsgruppe hat sich speziell mit dem Material Holz versucht. Diese Werke entstanden, im Rahmen eines Workshops „Ungegenständliche Plastik“ in Kooperation mit dem Holz-und Technikmuseum Wettenberg, das Holz und Werkstatt zur Verfügung stellte. 

Teilnehmer der Ausstellung sind: 

Annette Breuer, Ulrike Dalla Bona, Johannes Eucker, Ulrike Kirschbaum, Marita Meurer, Annelie Müller (Gast), Silvia Rudnicki, Ines Scheurmann, Ilse-Marie Weiß, Dieter Weiß, Michael Willems (Gast), Regina Willems, Annemarie Zaha.

 

Vernissage war am 21.7.2017 um 19 Uhr 


Subjektive Fotografie (29.9.- 22.10.2017)

Subjektive Fotografie im KuKuK
Subjektive Fotografie im KuKuK

Fotografie subjektiv und inszeniert – vierte Gemeinschaftsausstellung des KuKuK vom 29.9. – 22.10.2017

 

(JE) Wenn man an einen Fotoapparat denkt, fällt einem nicht zuerst „subjektiv“ ein, sondern eher „objektiv“, denn das Objektiv ist ja ein wesentliches Funktionsteil des Apparates. Heißt es nun Objektiv, weil es auf das zu fotografierende Objekt zeigt, oder weil es dafür sorgt, dass das entstehende Bild objektiv ist, - also unvoreingenommen, nicht von Gefühlen bestimmt, unabhängig vom Subjekt und dessen Bewusstsein existierend?

Das Ausstellungsthema Fotografie subjektiv bezieht sich auf eine Richtung der künstlerischen Fotografie, die nach dem zweiten Weltkrieg aufkam und von da an alle Fotografie beeinflusst hat. Ein Name ist in diesem Zusammenhang besonders zu nennen: Otto Steinert.

Als neue Tendenz unter dem Einfluss der modernen Kunst nach dem 2. Weltkrieg entstanden, zeichnet sich subjektive Fotografie durch Absage an die Wirklichkeit aus (so der Titel einer Ausstellung 2006 in Leipzig).

Das ist der kunst- und kulturgeschichtliche Kontext dieser Ausstellung. 

Subjektive Fotografie meint eine besondere und bewusste Betonung des je eigenen persönlichen Blickes. 

Wer sich in subjektiver Fotografie bewusst übt, kann dabei anders sehen lernen. Dieser subjektive Blick mithilfe der Kamera gelingt am besten, wenn man sich die fotoästhetischen Mittel vergegenwärtigt, etwa so, wie man sich als Maler die künstlerischen Mittel, die Darstellungs-, Gestaltungs- und Ausdrucksweisen bewusst macht, wenn man die Kunst reflektiert betreiben will. Bildbearbeitung mit und ohne Computer  erweitern diese Möglichkeiten beträchtlich.

Was für den Bildermacher gilt, kann sich auch auf den Bildbetrachter auswirken. Auch wer die subjektiven Fotografien betrachtet, kann dabei einen anderen Blick gewinnen.

 

In dieser Ausstellung wird nicht nur subjektive Fotografie zu sehen sein. Einige Künstler gehen einen Schritt weiter und wagen sich auf das Gebiet der inszenierten Fotografie. Das bedeutet, die Künstler richten die Kamera nicht auf schon Vorhandenes, sondern arrangieren oder bauen etwas auf, das es bisher noch nicht gibt. Sie inszenieren Personen und Dinge oder beides, verkleidet oder in unüblicher Weise miteinander verbunden. Von solchen Inszenierungen machen sie dann jeder individuell subjektive Fotografien. Sie machen also etwas sichtbar, was vorher nicht zu sehen war. Für diese Inszenierungen oder Arrangements gibt es keine Vorschriften. Sie nehmen sich – wie schon die Dadaisten - die Freiheit auch „Unmögliches“ oder „Verrücktes“ vorzustellen. - 

Eine weitere kleine Werkgruppe entstand schon im Projekt Ungegenständliche Plastik im Frühjahr dieses Jahres, wo angeregt wurde  Kunstwerke fotografisch zu inszenieren.

 

Mit dieser Kunstpraxis der subjektiven und inszenierten Fotografie bekennen sich die Künstler des KuKuK zur Freiheit der Kunst, wie sie unser Grundgesetz garantiert und sie wehren sich damit gegen jedwede Einschränkung der Kunst aus weltanschaulichen oder anderen Gründen. 

 

Hierher passt ein Dreizeiler von Goethe:

Man weicht der Welt nicht sicherer aus als 

durch die Kunst, und man verknüpft 

sich nicht sicherer mit ihr als durch die Kunst. 

 

Teilnehmer sind: Michael Ackermann, Franz-Peter Bönisch, Johannes Eucker, Cornelia Hollaender, Barbara Ritzkowski, Silvia Rudnicki, Ines Scheurmann, Ilse-Marie Weiß, Regina Willems, Horst Wolcke, Ingrid Wortmann -Wilk

 

Vernissage ist am 29.9.2017 um 19 Uhr im KuKuK. Die Ausstellung ist geöffnet an Samstagen, Sonntage und Feiertagen jeweils von 15 – 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

 


Materie und Raum (28.10.- 19.11.2017)

Ackermann
Ausstellung Materie und Raum im KuKuK

Materie & Raum

Michael Ackermann / Volkmar Köhler

Ausstellung im KuKuK Wettenberg

28. Oktober bis 19. November 2017

 

Die Vernissage zur Ausstellung wird diesmal nicht an einem Freitagabend, sondern am Samstag, den 28. Oktober um 16.00 Uhr stattfinden.

 

Die kommende Ausstellung im Wettenberger »KuKuK« präsentiert Arbeiten von Volkmar Köhler (Heilbronner Künstlerbund) und Michael Ackermann (KuKuK). Eine inzwischen drei Jahrzehnte andauernde Freundschaft führte zur Planung zweier gemeinsamer Ausstellungen. Im März dieses Jahres fand die erste in Heilbronn statt. Nun folgt im Oktober/November in Wettenberg die zweite.

Volkmar Köhler hat von 1970-1994 in Gießen gelebt und hatte ein Atelier in der Grünberger Straße. Seit 1994 lebt und arbeitet er im Landkreis Heilbronn, leitete zehn Jahre in Gemmingen den Kulturverein »Kukuk« (Verein zur Förderung von Kunst, Kultur und Kommunikation) und ist nun seit vielen Jahren Vorsitzender des Künstlerbundes Heilbronn. Mit seiner Kunst & Literaturwerkstatt (www.kuliwe.de) arbeitet er im Bereich der Malerei (Acryl, unterschiedliche Mischtechniken), Installationen, Performances und Lesungen.

Die erstmalige Rückkehr mit Volkmar Köhlers Arbeiten in den Giessener Raum hat die beiden bewogen, dafür eine besondere Konzeption zu wählen. Von Volkmar Köhler sind nicht nur die aktuellen Bilderserien mit den Materialien Asche, Ruß, Wachs, Acryl und Pigmenten zu sehen, sondern auch ein Teil der großformatigen Bilder der letzten fünf Jahre, welche die Kehrseite der Produktion und des Konsums in unserer Gesellschaft zum Thema haben. Dort, wo sich die Natur aufgelassene Industrieobjekte zurückerobert, wo sich Zivilisationshinterlassenschaften stapeln, verrotten oder auf Wiederverwertung warten, auf Schrottplätzen, in Hinterhöfen, in Güterbahnhof- und Industriehafengegenden findet sich der Spiegel unserer industrialisierten Welt.

Auch in den großformatigen Mischtechniken von Michael Ackermann geraten Natur und Menschenwerk konfliktreich aneinander. Während in jenen Bildern handwerklich die Materialcollage dominiert, werden in Frottagen und Handrucken leer stehende industrielle Räume zu Phantasien über Raumperspektiven und Traumkulissen. Das Prinzip Collage findet sich auch in den »Porträts« von Landschaften und Städten. Aus vor Ort gemachten Nero-Stift-Zeichnungen werden mittels Styropordruck farbige Assoziationen über »typische Merkmale« – etwa Marrakesch, Städten und Dörfern in Apulien, Ligurien, der Provence. Mit der so genannten Realität stimmen diese Bilder letztlich nicht überein. Und auch in kleinformatigen Überdruckungen von Illustrierten- und Zeitungsseiten wird ein Spiel mit Andeutungen betrieben. 


Freies Thema (24.11.-17.12.2017)

Gemeinschaftsausstellung im KuKuK
Gemeinschaftsausstellung im KuKuK

Fünfte Gemeinschaftsausstellung im KuKuK Wettenberg

Vom 24.11.2017 – 17.12.2017

(JE) Die vier vorausgegangenen Ausstellungen in diesem Jahr trugen alle ein Thema. Insofern boten sie nicht jedem Mitglied Zugang. Das soll bei dieser letzten Ausstellung anders sein. Deshalb ist mit einem abwechslungsreichen Angebot zu rechnen. Die verschiedenen Kunstauffassungen der Mitglieder haben sich in diesem Jahr durch neu hinzu gekommene Mitglieder noch weiter ausgebildet. Bisher sind fast zwanzig Teilnehmer gemeldet.

 

Zu sehen sein werden außer den verschiedenen Techniken und Verfahrensweisen der Herstellung vor allem unterschiedliche Bildinhalte und Kunstkonzepte. Beispiele sind kleinformatige Cartoons und große Eisenplastiken, Kleinobjekte und großformatige Leinwände, farbenfrohes Kolorit und dezente Farbnuancen.  Farbauftrag gegossen, gespachtelt, gerakelt, mit breitem oder schmalem Pinsel, getupft, deckend, transparent lasierend, außerdem Enkaustik. Es gibt Abstraktionen zu sehen, bei denen Lehm, Asche, Jute als Materialien dazu Textfragmente als Collagen verarbeitet wurden, Werke mit einsichtiger Komposition, aber auch das Spiel mit dem Zufall kann sehenswerte Bilder entstehen lassen. Der Bereich Grafik ist u. a. durch mittlere und große Handdrucke (Styropor-Schnitt-Druck) vertreten.  -  Bastelleien und Schmuck mit besonderem Anspruch ergänzen die Kunst. Fehlen werden auch nicht künstlerisch inszenierte Fotografien. 

 

Wer seine Freude an Verschiedenheit visueller Erfahrung hat, wird hier fündig werden.

 

An der Ausstellung wird ein besonderer Gast teilnehmen, Hjalmar Thelen. Ein verstorbener Künstler, dessen Arbeiten selbst nächsten Verwandten nicht bekannt waren. Jetzt stellt seine Schwester drei seiner zahlreichen Werke dem KuKuK zur Verfügung.

 

Für die Fördermitglieder des Vereins bietet sich die Gelegenheit unter den ausgestellten Werken ihre Jahresgabe auszusuchen.

 

Vernissage ist am 24.11.2017 um 19 Uhr. Günter Wirtz und Werner Wagner werden eigene Texte lesen. 

Ort der Ausstellung: Im KuKuK in Wißmar, Goethestraße 4 b.

Öffnungszeiten: an Samstagen, Sonntag und Feiertagen jeweils von 15 – 18 Uhr.

Der Eintritt ist frei.