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Johannes Eucker

KuKuK 2011: Verbalaktion zur Vernissage der Ausstellung Der Baum
Stand: Sonntag, 29.5.2011

E: Herzlich Willkommen zu der Ausstellung Der Baum.
Im letzten Jahr hatten wir die Ausstellung Holzpoesien, im nächsten Jahr werden wir die Ausstellung im Wald und auf der Heide nicht haben. So weit lassen wir es nicht kommen.

Sprecher 1(Peter Rolke): Abwarten!

Sechs Sprecher in einer Reihe aufgestellt dekliniere im Chor, Peter Rolke gibt den Takt an:
Der Baum, des Baumes, dem Baum, den Baum
Die Bäume, der Bäume, der Bäume, die Bäume.

Sprecher 1: Der Baum
Er hat einen in der Krone, damit ist nicht der Baum gemeint.
Sprecher 2 (Hendrik Meijer): Des Baumes
Es rauscht im Blätterwald, gemeint sind nicht die Blätter des Baumes.
Sprecher 3 (Dieterich Emde): Dem Baum
Nicht dem Baum allein schreibt man die Eigenschaft zu tief verwurzelt zu sein.
Sprecher 4 (Heidi Rautenhaus): Den Baum
Er ist vom Stamme Nimm sagt man über den, der gern nimmt und ungern gibt.

E: Das sind sprachliche Andeutungen, aus denen hervorgeht, dass der Baum als Gestalt zum Bild und Symbol werden kann für etwas.

Sprecher 5 (Ines Scheurmann):
Wir Menschen können in Wurzeln, Stamm, Krone, im Blühen der Bäume, im Fruchtbringen und im Verlieren der Blätter Parallelen zu unserem eigenen Leben entdecken.
Die Gestalt des Baumes und eines Menschen werden auch verglichen, wenn man jemanden schlank wie eine Fichte nennt oder knorzelig wie eine alte Eiche oder wenn einer ein Mann wie ein Baum ist.

E: Ja, ein Mann wie ein Baum!
Freddy Quinn: (Gesang) Mit 14 Jahren fing er als Schiffsjunge an, er war der Jüngste, doch er war schon ein Mann, ein Mann wie ein Baum und stark wie ein Bär, so zog er nach Süden übers Meer. Sie hieß MaryAnn und war sein Schiff, er hielt ihr die Treue, was keiner begriff, es gab viel Schiffe so schön und groß, die Mary Ann aber ließ ihn nicht los …

Sprecher 6 (Erhard Waschke):
Der Baum spielt nicht nur in der persönlichen Lebensgeschichte vieler Menschen eine Rolle, sondern auch in der Entwicklungsgeschichte des Menschen.

E: Erich Kästner
Die Entwicklung der Menschheit
Einst haben die Kerls auf den Bäumen gehockt,
behaart und mit böser Visage.
Dann hat man sie aus dem Urwald gelockt
und die Welt asphaltiert und aufgestockt,
bis zur dreißigsten Etage.

Da saßen sie nun, den Flöhen entflohn,
in zentralgeheizten Räumen.
Da sitzen sie nun am Telefon.
Und es herrscht noch genau derselbe Ton
wie seinerzeit auf den Bäumen.

Nur die ersten beiden Verse! Der Rest entfällt.
Sprecher 1(Peter Rolke):
In germanischen, keltischen, indianischen und anderen Schöpfungsmythen findet sich der Glaube, dass es die Bäume waren, aus denen die Götter Menschen erschufen. Die christliche Kirche führte denn auch einen gnadenlosen Rodungsfeldzug gegen heilige Bäume der Kelten und Germanen. Ein Beispiel ist die Fällung der Donareiche bei Weimar durch Bonifatius 723. Man muss sich vorstellen, wie das damals ablief. Nur begleitet von Bewaffneten, nämlich fränkischen Soldaten, hat der fromme Mann den Vorfahren von uns Hessen den Baum zerhacken bzw. von seinen Gehilfen klein machen lassen können und angeblich daraus eine Kapelle errichten lassen.

Sprecher 2 (Hendrik Meijer):
Heute würde er den schönen Baum auch nur unter Polizeischutz fällen können, falls er überhaupt eine behördliche Genehmigung dazu erhielte.
Wer heute Bäume verehrt, wird sich vielleicht auch Erinnerungsstücke aufheben, Splitter - nicht vom Kreuz – sondern von der Verzweigung eines lieb gewordenen Baumes.
(Dazu gibt es ein Ausstellungsstück.)

Sprecher 3 Dieterich Emde):
Weg von der Geschichte, hin zur Kunst!
Also: Der Baum in der Kunst!

Sprecher 4 (Heidi Rautenhaus): Ach was, doch nicht nur das!
Der Baum in der Natur ist ebenso wichtig oder wichtiger.
Der Baum in der Muttersprache
in der Musik
in der Volkskunst
als Wirtschaftsfaktor
in der Ökologie
in der Religion
… in der…

Sprecher 5 (Ines Scheurmann):
Jetzt reicht es!
Mich interessiert nur der Kunstbaum also ich meine, der Baum in der Kunstgeschichte ist doch eigentlich für uns hier am interessantesten.

Sprecher 6 (Erhard Waschke):
Kunst am Bau ..(mmmm) auch?

Sprecher 1(Peter Rolke):
Und wie steht es mit dem Lebensbaum?

Sprecher 2 (Hendrik Meijer):
Nein, nach dem Atomdesaster in Japan wäre der Überlebensbaum eigentlich interessanter als der Lebensbaum, aber den gibt es nicht.

Sprecher 3 (Dieterich Emde):
Doch, hier in der Ausstellung!

E: In der Tat: In der Ausstellung sieht man Bäume, die es in Wirklichkeit nicht gibt. Bäume als Zeichen, als Symbol, als Metapher…auch für Überleben!

Sprecher 4 (Heidi Rautenhaus):
Überlebensbäume könnte man auch die Pflaumenbäume am Gleiberg nennen, die trotz enormer Frostschäden noch ein paar grüne Zweige treiben und Früchte tragen. Das nur nebenbei.
Gut, aber haben wir auch an den Baum der Erkenntnis gedacht?
Schließlich ist das der erste Baum, der in der Malerei eine Rolle spielt, allerdings nie als Baum an sich, sondern nur im Rahmen dieses Ehedramas.
Erst war es ein Feigenbaum, weil nur der so große Blätter hatte, dass Eva und Adam sie als Vorgriff auf den modernen einteiligen Bikini benutzen konnten. Später war es dann der Apfelbaum, denn aus dem Apfel konnte man ja Apfelwein machen, das Stöffche für manche Erkenntnis.

E: Mitglieder des KuKuK haben in einem Selbstversuch diese Wirkung vom Stöffche, den uns der hiesige Obst- und Gartenbauverein überließ, verifiziert.
Adam und Eva lernten, was gut und böse sei. Wir haben bei unserem Trinkversuch gemerkt was gut ist.-Wir danken dem Obst- und Gartenbauverein für diesen Erkenntnisgewinn.

Sprecher 5 (Ines Scheurmann):
Damit wir nichts übersehen, haben wir Ordnung in das Baumchaos gebracht: Das Baumalphabet
(Die Sprecher stehen sich gegen über) :
Sprecher 3 und 1(Dieterich und Peter) :
A -pfelbaum
B -irnbaum
C -oloradotannenbaum
D -attelpalme
E -beresche
F -eigenbaum
G -ingko biloba
H -aselnuss- ä -busch
I -lex aquifolium – Stechpalme ist doch kein Baum
J -ohannesbrotbaum
K -astanie
L -orbeerbaum
M -irabellenbaum
N - ussbaum
O -bstbaum
P- flaumenbaum
Qu- ittenbaum
R- iesenmammutbaum
S-ä -tammbaum
T -annenbaum
U -lme
V -ogelkirsche
W - eide
X – ä -beliebiger Baum
Ypsilanti – Bitte?
Z -wetschkenbaum

E: Zu Zwetschkenbaum fällt mir Ernst Jandel ein:
Komme ich an einem Kreuz vorbei, bekreuzige ich mich,
komme ich an einem Zwetschgenbaum vorbei, bezwetschkige ich mich.
Ich dachte immer, das ist von Ernst Jandl, ich habe es aber unter seinem Namen nicht gefunden, deshalb denke ich, es ist von mir.

Vom Spätdadaisten Ernst Jandl gibt es aber folgendes kauziges Gedicht:
zweierlei handzeichen
ich bekreuzige mich
vor jeder kirche
ich bezwetschkige mich
vor jedem obstgarten
wie ich ersteres tue
weiß jeder katholik
wie ich letzteres tue
ich allein
Sprecher 2 (Hendrik):
Da hab ich noch ein Gedicht im Internet gefunden, ich weiß aber nicht von wem es ist. Der Dichter muss aber Einstein gekannt haben:
Es war einmal ein Zwetschkenbaum,
der wuchs inmitten Zeit und Raum,
sein Stamm war aber furchtbar schief,
denn…Ein-Stein-Obst ist Relativ.

Sprecher 5 (Ines Scheurmann):
Zurück zur bildenden Kunst:
Eines der ersten Portraits eines einzelnen Baumes hat Albrecht Altdorfer gemacht. Es gibt eine lavierte Federzeichnung von ihm, 201 x 136 mm mit dem Titel Fichte.
Also- um exakt zu ein, der Titel lautet Landschaft mit Fichte, aber die Fichte steht zentral in der Bildmitte. - Vorher sahen die Künstler vor lauter Wald den Baum nicht.

Sprecher 6 (Erhard Waschke):
Den einsamen Baum von C.D. Friedrich, kennt ja wohl jeder.

Sprecher 1(Peter Rolke):
Ja, eine Eiche.
Eiche als Symbol für das nationale Deutschland?
Passt da nicht besser die Linde als Symbol des deutschen Gemütes?
Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum, keine Eiche.
Und denken wir an die Rentnerbäume auf dem Gleiberg und im Eck hier in Wißmar, alles Linden!

Na gut. Der häufigste ästhetisch gestaltete Baum ist ja wohl der Weihnachtsbaum.

Sprecher 2 (Hendrik Meijer):
Weihnachtsbäume als grüne Kunststoffkegel mit roten Kugeln. Die standen sogar vor dem KuKuK. So ein Kitsch!

Sprecher 3 (Dieterich Emde):
Zum Glück bleibt uns in Hessen der Maibaum weitgehend erspart.

Sprecher 4 (Heidi Rautenhaus):
Ja, aber Olivenbaumruinen bringen sogar KuKuK-Mitglieder als vermeintlich romantisches und malerisches Motiv digital transportabel mit aus dem Urlaub nach Hause.

Sprecher 5 (Ines Scheurmann):
Na und? Wir sind tolerant, nicht nur bei Bäumen.

Sprecher 6 (Erhard Waschke):
Und überhaupt. Exotische Bäume. Seit Jahrhunderten werden sie importiert und angepflanzt, während die heimischen Bäume zumindest in ihrem ästhetischen Wert abgestuft wurden. Schaut euch nur die Vorgärten an!

Sprecher 1(Peter Rolke):
Da machen wir hier im KuKuK nicht mit.

Sprecher 2 (Hendrik Meijer):
Wir haben keinen Vorgarten.

Sprecher 3 (Dieterich Emde):
Der KuKuK liebt heimische Bäume, besonders die in und um Wettenberg. - In dieser Ausstellung sind nur Wettenberger Bäume zu sehen, also Bilder von Bäumen die in Wettenberg stehen oder standen, u.a. Obstbäume.

Sprecher 4 (Heidi Rautenhaus):
Naja, nicht so ganz.

Sprecher 5 ( Ines Scheurmann):
Nein es stimmt überhaupt nicht. Manche hatten das vor, es ist aber anders gekommen.

Sprecher 6 (Erhard Waschke):
Ich zeige jetzt mal, welche Werke sich hier auf tatsächliche Bäume beziehen.

Sprecher 1(Peter Rolke):
Und ich zeige, welche Bilder nach Bildern von Bäumen gemacht wurden.
(…)

Sprecher 2 (Hendrik Meijer):
Der Baum in der Jahreszeit, den haben wir vergessen! „Geh aus, mein Herz und suche Freud in dieser schönen Sommerzeit … Die Bäume stehen voller Laub, das Erdreich decket seinen Staub…“ Volkslied aus dem 17. Jh.

Sprecher 3 (Dieterich Emde):
Es ist zwar jetzt Sommer, aber mir fehlt ein Baum verpackt in Eis und Schnee - ein Kunstwerk der Natur.

Sprecher 4 (Heidi Rautenhaus):
Also, ich muss es noch mal sagen, mich als Künstler interessieren vor allem Bäume, die nie in der Erde gewurzelt haben, die der künstlerischen Fantasie von Künstlern und Designern entsprungen sind. Ich meine aber nicht die weltweit verbreiteten Dekobäume.

Sprecher 5 (Ines Scheurmann):
Bonsai iss auch net so ganz mei Ding.

Sprecher 6 (Erhard Waschke):
O.K. Die interessieren mich auch weniger, wohl aber Kunstbäume, künstliche Bäume aus Kunststoff, Holz, Keramik, Eisen.

Sprecher 1(Peter Rolke):
Nein, mich interessieren wirkliche Bäume als Gegenstand des Naturstudiums, gerade hier in Wettenberg!
Wer Bäume bewusst ansieht, um sich an ihrer Gestalt zu erfreuen oder sie gedanklich oder zeichnerisch oder malerisch oder plastisch oder wie auch immer nachzuvollziehen versucht, findet in Wettenberg im Laufe des Jahres
- Blühende Bäume
- Früchte tragende Bäume
- Gepflegte Bäume
- Bäume mit welken Blättern
- Kahle Bäume
- Vertrocknende und absterbende Bäume
- Erfrorene Bäume und vom Sturm zersplitterte und gefällte Bäume
- Gestutzte und ästhetisch verschandelte Bäume
- Bauminvaliden und abgehauene Bäume
- Neu gepflanzte Bäume, Frucht tragende
- Imposante, anmutige, entlaubte, umgestürzte, kranke, kahle, stolze, grüne, einsame,
- naja - bemooste Bäume -
Und sicher auch ein paar gemalte Bäume.

Sprecher 2 (Hendrik Meijer):
Man kann diese Bäume in der Natur studieren, also Naturstudien betreiben, sei es zeichnerisch, sei es fotografisch, man kann ihre Pracht, ihre Vitalität, aber auch ihre Zerbrechlichkeit, ihre Verletzlichkeit und ihre Vergänglichkeit studieren und Bäume ins Verhältnis zu uns Menschen setzen als Signal, das auf unsere Möglichkeiten aber auch auf unser Endlichkeit hinweist.

Sprecher 3 (Dieterich Emde):
Hilfe!

Sprecher 4 (Heidi Rautenhaus):
Man kann auch durch Aktionen die Beziehung zwischen Bäumen (die Räume dazwischen) mit Seilen oder Bändern markieren, etwas in sie hinein montieren.

Sprecher 5 (Ines Scheurmann):
Oder das Prinzip Baum nachbilden, als Steinrelief in natürlicher Größe oder aus Holz, aus Eisen….

Sprecher 6 (Erhard Waschke):
Oder das Prinzip Verzweigung. Das „Nest der Verzweigung“ steht dahinten.
Ja und Verwurzelung.

Sprecher 1(Peter Rolke):
Oder Bäume auf den Kopf stellen, damit die Betrachter sich nicht auf den Kopf stellen müssen um die Alltäglichkeit der Bäume mal als Kunst wahrzunehmen.

Sprecher 2 (Hendrik Meijer):
Oder als Aktion, z.B. Hände aus Gips an Bäumen aufhängen oder Schuhe oder den alltäglichen Abfall. Das sieht dann aus wie die Fetischbäume der Lasterfahrer in Sibirien.

Sprecher 3 (Dieterich Emde):
Was denn noch alles?
Könnte man alles, haben wir aber nicht alles gemacht.

E: Jaja, links sind Bäume, rechts sind Bäume, und dazwischen Zwischenräume, in der Mitte, ach, fließt ein Bach!

Sprecher 4 (Heidi Rautenhaus):
Man kann Bäume im Zusammenhang belassen oder mit künstlerischen Mitteln isolieren, in neue Kontexte importieren.

Sprecher 5 (Ines Scheurmann):
Klar, pars pro toto nicht zu vergessen!

E: Natürlich haben die Teilnehmer am Baumprojekt viel mehr Ideen im Kopf als sie materialisieren konnten.Sprecher 6 (Erhard Waschke):
Zum Schluss ein paar Gedichte
Nazim Hikmet schrieb 1979 folgende Zeilen:
Leben
Einzeln und frei wie ein Baum
Und brüderlich
Wie ein Wald
Ist unsere Sehnsucht.

Sprecher 1(Peter Rolke):
Khalil Gibran:
Bäume sind Gedichte,
die die Erde
in den Himmel schreibt.

Sprecher 2 (Dieterich Emde):
Theodor Storm: Der Nebel steigt, es fällt das Laub, schenk eine den Wein den holden

Sprecher 3 (Dieterich Emde):
Heinrich Heine

Ein Fichtenbaum steht einsam
Im Norden auf kahler Höh.
Ihn schläfert; mit weißer Decke
Umhüllen ihn Eis und Schnee.

Er Träumt von einer Palme,
die, fern im Morgenland,
einsam und schweigend trauert
auf brennender Felsenwand.

E: Mein liebstes Baumgedicht handelt zugleich von einer Wolke über dem Baum:
Bertold BrechtErinnerungen an Marie A.
(nur Vers 1)
An jenem Tag im blauen Mond September
Still unter einem jungen Pflaumenbaum
Da hielt ich sie, die stille bleiche Liebe
In meinem Arm wie einen holden Traum.
Und über uns im schönen Sommerhimmel
War eine Wolke, die ich lange sah
Sie war sehr weiß und ungeheuer oben
Und als ich aufsah, war sie nimmer da.
Sprecher 4 (Heidi Rautenhaus):Eine Erinnerung aus der Grundschule:

Einkehr
von Ludwig Uhland (1787-1847)
Bei einem Wirte wundermild
Da war ich jüngst zu Gaste.
Ein goldner Apfel war sein Schild
An einem langen Aste.
Es war der gute Apfelbaum
Bei dem ich eingekehret
Mit süßer Kost und frischem Schaum
Hat er mich wohl genähret.
Es kamen in sein grünes Haus
Viel leichtbeschwingte Gäste
Sie sprangen frei und hielten Schmaus
Und sangen auf das Beste.
Ich fand ein Bett in süßer Ruh
Auf weichen, grünen Matten.
Der Wirt er deckte selbst mich zu
Mit seinem kühlen Schatten.
Nun fragt ich nach der Schuldigkeit.
Da schüttelt er den Wipfel
Gesegnet sei er allezeit
von der Wurzel bis zum Gipfel.

Sprecher 5 (Ines Scheurmann):
Pflanze Bäume!
Wenn Du für ein Jahr planst,
dann säe Korn,
wenn du für ein Jahrhundert planst,
dann pflanze Bäume!
Chinesisches Sprichwort

Sprecher 6 (Erhard Waschke) (nur Vers 1)Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,
Ein Birnbaum in seinem Garten stand,
Und kam die goldene Herbsteszeit
Und die Birnen leuchteten weit und breit,
Da stopfte, wenn's Mittag vom Turme scholl,
Der von Ribbeck sich beide Taschen voll.
Und kam in Pantinen ein Junge daher,
So rief er: "Junge, wiste 'ne Beer?"
Und kam ein Mädel, so rief er: "Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick hebb 'ne Birn".
Sprecher 1(Peter Rolke): Der Erlkönig von Goethe- entfällt

Sprecher 2 (Hendrik Meijer): Der Gingkobaum von Goethe auch der Baum am Spalier, der arme…entfällt
E: Aber zwischen Baum und Borke, das Madengedicht, das können wir unmöglich auslassen:
Heinz Erhard:
Hinter eines Baumes Rinde
Wohnt die Made mit dem Kinde.
Sie ist Witwe, denn der Gatte, den sie hatte,
fiel vom Blatte,
diente so auf diese Weise
einer Ameise als Speise.
Eines Morgens sprach die Made,
Liebes Kind, ich sehe grade,
drüben gibt es frischen Kohl,
den ich hol, so leb denn wohl.
Halt, Noch eins! Denk was geschah,
Geh nicht aus, denk an Papa!

Sprach die Made und entwich.
Made junior aber schlich hinterdrein
Und das war schlecht!
Denn da kam ein bunter Specht
Und verschlang die kleine fade Made
Ohne Gnade. Schade!

Hinter eines Baumes Rinde
Ruft die Made nach dem Kinde.

Sprecher 3 (Dieterich Emde): Zum Schluss ein paar Redensarten:
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.
Fälle nicht den Baum, der dir Schatten spendet.
Alte Bäume biegt man nicht.
Auch ein kleiner Baum ziert einen großen Garten.
Wer den Baum gepflanzt hat, genießt selten seine Früchte.
Ein guter Baum bringt gute Frucht, Matthäus 7,17.

E: So kommt man vom Hölzchen aufs Stöckchen, von der Holzpoesieausstellung im letzten Jahr zur Baumausstellung in diesem.
Und wenn Ihnen etwas nicht gefällt, gehen sie nicht auf die Palme, gehen sie in sich.


©
Alle Rechte liegen bei Johannes Eucker.